Wer beantragt Schwerbehindertenausweis ab 18?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

Moderator: Moderatorengruppe

lenalisa
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 80
Registriert: 24.05.2013, 18:17

Wer beantragt Schwerbehindertenausweis ab 18?

Beitragvon lenalisa » 27.01.2018, 19:06

Hallo,

hier kann man ja bei auch "exotischen" Fragen häufig Hilfe bekommen.
Also versuche ich es einmal.

Unsere "von seelischer Behinderung bedrohte" Tochter hat einen Schwerbehinderten-Ausweis und wird demnächst 18.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist eine Überprüfung nach Ablauf des 18. Lj vorgesehen.
Nun meine Frage: kommt das Amt von sich aus, wenn ja, was passiert dann? Wer füllt die Formulare aus? Die Tochter? Die Eltern? Evt. die vorhandenen Betreuer (im Sinne einer Fremdunterbringung). Vermutlich wird meine Tochter diesen Antrag nicht ausfüllen können und vermutlich auch nicht wollen.

Wer kann dazu etwas sagen???? Wer war in ähnlicher Situation???

Lg
lenalisa

helena_muc
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 82
Registriert: 29.11.2017, 07:58
Wohnort: München

Beitragvon helena_muc » 27.01.2018, 19:12

Hallo lenalisa,

wie lange ist der Ausweis denn gültig? Normaler Weise wird erst dann nachgeprüft, wenn der Ausweis ausläuft oder wenn die Schulbildung abgeschlossen ist. Besondere Überprüfungen erfolgen in Zusammenhang mit dem Merkzeichen "H". http://www.betanet.de/betanet/soziales_ ... 6.html#ue3


Sollte also eine Aufforderung des Versorgungsamts kommen, dass die behandelnden Ärzte benannt werden sollen usw., dann unterschreibt der schwerbehinderte Mensch selbst oder - sofern vorhanden - ggf. der/die gesetzliche Betreuer/in das Formular.

Noch ein Hinweis allgemeiner Art: ein Mensch, der bereits einen Schwerbehindertenausweis besitzt, gilt nicht als "von Behinderung bedroht", sondern ist behindert bzw. schwerbehindert.

Viele Grüße
von
helena_muc
Oldie, but goodie

Benutzeravatar
Yael
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 90
Registriert: 25.01.2014, 12:30

Beitragvon Yael » 27.01.2018, 19:18

Hallo,

ich habe zwar die meisten Formulare selbst unterschrieben, aber für alles andere eine Vollmacht ausstellen (und unterschreiben) können, dass meine Eltern berechtigt sind den Schriftverkehr an meiner Statt zu führen.
Denkst du denn, dass es deiner Tochter zu viel werden würde oder dass sie auch gar keinen SBA (weiter) beantragen möchte? Ich denke bei letzterem kannst du ja nicht viel machen; das darf sie selbst entscheiden wenn sie keinen rechtlichen Vormund hat?

LG,
Yael
Ursprünglich für meine ratsuchenden Eltern angemeldet - nun im "Alleingang". ;)
Autismus, formal multifokale Epilepsie

Jörg75
Moderator
Moderator
Beiträge: 2394
Registriert: 23.10.2014, 21:17
Wohnort: NDS

Beitragvon Jörg75 » 27.01.2018, 22:47

Moin,

grundsätzlch muss das - bei Volljährigen - die Person selber machen.

Nur dann, wenn entweder eine Vollmacht ausgestellt wurde (die dieses Thema auch abdeckt) oder wenn eine rechtliche Betreuung (mit diesem Aufgabenkreis) bestellt wurde, dann kann es auch jemand anders machen.
Was natürlich immer geht ... ihr füllt aus und deine Tochter unterschreibt ...

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14082
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 28.01.2018, 08:11

Hallo Lenalisa,

vielleicht kannst du diese Broschüre brauchen: http://bvkm.de/wp-content/uploads/2016- ... eichen.pdf

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3729
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 28.01.2018, 13:43

Hallo Lenalisa,

schau auch mal hier:
-----------------------------------------------------------------------------------
Ich sorge für mich! Vollmacht in leichter Sprache

In vielen Fällen kann eine rechtliche Betreuung durch die Erteilung einer
Vollmacht vermieden werden. Mit einer solchen Erklärung kann ein
behinderter Mensch zum Beispiel seine Eltern oder eine andere Person
seines Vertrauens bevollmächtigen, ihn in bestimmten oder allen
Angelegenheiten, rechtlich zu vertreten.

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Ich-s ... mich-2.pdf

-----------------------------------------------------------------------------------
Hier unter Rechtsratgeber findest Du die Broschüre:
Ich sorge für mich – Vollmacht
http://bvkm.de/recht-ratgeber/

LG
Monika

lenalisa
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 80
Registriert: 24.05.2013, 18:17

Beitragvon lenalisa » 29.01.2018, 11:17

Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Glaube allerdings, daß meine Tochter die Weiterbeantragung nicht von sich aus verfolgen wird und dann das Ganze im Sande verlaufen wird.

Ist es nach eurer Einschätzung so, daß ich als Mutter dann nichts machen kann, obwohl ich denke, daß eine Behinderung fortbesteht?

Lg

lenalisa

monika61
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3729
Registriert: 09.06.2011, 16:17

Beitragvon monika61 » 29.01.2018, 11:33

Hallo Lenalisa,

vielleicht kannst du diese Broschüre brauchen: http://bvkm.de/wp-content/uploads/2016- ... eichen.pdf

Grüße
Hallo lenalisa,

Engrid hat Dir zu dem Thema eine Broschüre mit vielen Infos dazu verlinkt. :wink:
18 werden mit Behinderung
– Was ändert sich bei Volljährigkeit?


SEITE 7:

..."Der 18. Geburtstag ist ein besonderer Tag. Denn an diesem
Tag wird man in Deutschland volljährig. Das bedeutet,
dass man ab diesem Zeitpunkt grundsätzlich alle
Rechte und Pflichten eines Erwachsenen hat und für sein
Handeln selbst verantwortlich ist.".....
----------------------------------------------------------------------------

Du kannst Deine Tochter nur versuchen davon zu überzeugen das ein
Schwerbehindertenausweis Sinn macht.... :wink:

LG
Monika

lenalisa
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 80
Registriert: 24.05.2013, 18:17

Beitragvon lenalisa » 29.01.2018, 12:00

Danke.

Überblickt jemand, ob dies für unsere Unterhaltspflicht einen Unterschied machen kann, ob sie einen Behinderten-Ausweis hat oder nicht?
Aktuell ist sie nach §35a über das Jugendamt fremduntergebracht. Dies soll wohl auch weiterlaufen, wenn sie einen Antrag beim JA stellt, was sie vermutlich tun wird.

Lg

lenalisa


Zurück zu „Erwachsen werden: Leben, Arbeit, Wohnen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste