Kind im Abseits

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 22.01.2018, 15:42

Hallo,

ich bin ganz bei Anni. Mein Sohn ist neulich zwei Meter vor mir über die Bordsteinkanze gestolpert und gestürzt. Er blieb weinend auf dem Boden liegen. Ich blieb ruhig stehen. Ein Pärchen kam entgegen und fragte ihn, ob sie ihm helfen könnten - ich konnte förmlich sehen, dass sie mich für eine lieblose Kühlschrankmutter hielten. Tatsächlich braucht Junior aber einige Sekunden Ruhe, um sich auf den Schmerz zu konzentrieren. Und klassisches Trösten, womöglich mit Kommentar zum Geschehen, hasst er.
Man lernt mit der Zeit, den Impuls wegzustecken, den Fremden sowas zu erklären. Aber schön wäre es, die Leute würden sich nicht so voreilig ein fixes Bild machen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Sabine
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Beitragvon Sabine » 22.01.2018, 15:58

Hallo,

da es hier mehrfach erwähnt wurde: Vielleicht ist es auch einfach eine "Schweizer Art" auf diese Art mit der Bahn zu fahren. :? :wink: Ich würde da auch nicht zu viel rein interpretieren.

LG
Sabine
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Beitragvon der kleine kurt » 23.01.2018, 21:33

Hallo!
Mein spontaner Gedanke war, dass die Mutter die Fahrt vllt. für die anderen beiden nutzen wollte und das auch gut machen konnte, weil die Jüngste ja scheinbar ganz zufrieden war. Dass sie die Breze nur so beiläufig gereicht hat ist vielleicht so begründet, dass sie die Aufmerksamkeit der Kleinen in dem Moment gar nicht erst auf sich selbst ziehen wollte.

Kann aber natürlich auch so sein wie du dachtest, aber das sind eben alles nur Eindrücke und Hypothesen.

Viele Grüße
Kurtine

Mamialex
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Beitragvon Mamialex » 23.01.2018, 22:35

Hallo,

ich kann diese Gedanken absolut verstehen!

Lange bevor ich selbst Mama war, habe ich eine ähnliche Situation am Arbeitsplatz erlebt: Eine Mama kam mit drei Kindern, eins ca.7 und Zwillinge. Einer der Zwillinge, schon recht groß, aber passte gerade noch in die Babyschale, der andere Zwilling deutlich grösser konnte schon laufen.
Die Babyschale stellte sie mit Kind im Flur ab.
Mit den anderen beiden kam sie zur Rezeption, zur Toilette ist sie auch mit beiden gegangen und ins Behandlungszimmer ohne das Geschwister. Sie fragte auch nicht, ob wir mal eben nach der Kleinen schauen könnten, während sie weg ist.
Auf meine Kolleginnen und mich wirkte es so, als hätte sie das Kind links liegen gelassen. Das Kind war zufrieden, trotzdem sind wir zu ihm hin, haben versucht Kontakt aufzunehmen und es in der Babyschale geschaukelt. Das Kind war behindert.

Heute, als Mama eines autistischen Kindes denke ich auch anders darüber!

Der Gedanke, dass Zug fahren mit Buggy in der Schweiz so üblich sein könnte, kam mir übrigens auch beim Lesen :wink:

Grüße
Mamialex

Mama*72 operierte Skoliose
Sohn*08 FG 34+2 SSW, F.84.0 HFA + ADHS
Sternchen im Herz *11.SSW 2008

Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen!

Michaela W.
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Beitragvon Michaela W. » 24.01.2018, 19:18

Hallo Beccy,

ich kann schon verstehen, dass Du Dir Gedanken machst, aber urteilst Du da nicht zu hart über die Mutter bzw. interpretierst in die Situation zu viel rein?
Ich stelle es mir ganz schön stressig vor, alleine mit 3 Kindern (wovon eins im Buggy sitzt) Bahn zu fahren.
Ich habe es schon mit nur einem Kind manchmal als stressig empfunden. Mittlerweile ist mein Sohn erwachsen und meistens ohne mich unterwegs. Aber früher sind wir sehr oft Bahn und Bus gefahren. (anfangs mit Kinderwagen bzw. Buggy und später dann im Rolli) Und das war schon nicht ohne. Ich bewundere da echt Mütter, die alleine mit mehreren Kindern Bus/Bahn fahren.

LG von Michaela
Michaela (50) Asthma, stiller Reflux, hoher Puls, Bluthochdruck, Kniearthrose
Kevin (27): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), Bluthochdruck, hoher Puls, vergrößerte Leber+Milz, Asthma
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Beitragvon YvonneE » 24.01.2018, 21:37

Hallo!

mein erster Gedanke war dass sie gehofft hat die kleine würde einschlafen wenn sie sie wenig beachtet und es in der Bahn schön schaukelt.....ich hab meine wnen ich wollt dass sie einschlafen beim Autofahren auch nicht beachtet...

Lg
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma


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