wir können uns mit der Behinderung nicht abfinden

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 21.01.2018, 14:53

Hallo Alfred,
ich würde es nicht so hart ausdrücken wie Sheila, aber ich denke auch, dass es in eurer Situation zwei Seiten gibt. Auf der einen Seite braucht deine Frau dringend Hilfe und Unterstützung, aber auf der anderen Seite muss ihr ihre Verantwortung als Mutter klar gemacht werden. Mit ihrem jetztigen Verhalten schadet sie beiden Kindern.
Sie muss sich nicht alleine aus diesem Loch rausbuddeln, aber als Mutter hat sie die Pflicht sich Hilfe zu suchen. Sich gehen lassen ist als Mutter leider keine Option.
Ich würde dir raten mit einer psychiatrischen Klinik Kontakt aufzunehmen und nach geeigneten Therapieplätzen zu suchen. So gibt es am schnellsten Hilfe. Verlange ruhig deutlich von ihr, dass sie sich die Kliniken anschaut. Manchmal muss einfach angeschoben werden. Es ist ja auch für ihr Wohl. Bleibt sie stur, dann hole dir Leute zur Unterstützung.
LG Rike
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Jaqueline
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Beitragvon Jaqueline » 21.01.2018, 14:56

Hallo Alfred,

ergänzend zu Sinales Post. Ich habe mit 6 Monaten auch noch nichts gemacht.
Weder gegriffen, noch sonst irgendwas. Mit Hilfe der Therapien kam nach und
nach noch sehr viel.
LG Jaqueline
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anke505
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Beitragvon anke505 » 21.01.2018, 14:59

Hallo,

unser Sohn , jetzt 10 Jahre alt, mit Hemiparese, konnte , als alle anderen Kinder schon liefen , erst robben .

Ich bin mit überall hin , auf den Spielplatz , in den Indoorspielplatz u. s. w.

Natürlich gab es da schiefe Blicke und auch manch blöde Bemerkung von Erwachsenen.

Geschämt habe ich mich nie , im Gegenteil , ich war so glücklich über jeden Meilenstein in der Entwicklung, bin von Therapie zu Therapie gerannt.

Na klar , es gibt auch mal traurige Momente, dann weint man allein im stillen Kämmerchen, lässt alles raus und gut ist.

Dann geht es weiter, ein Kind mit 6 Monaten kann doch durch Förderung und Therapien soviel erreichen.
Ich denke , Deine Frau braucht dringend professionelle Hilfe, sprich psychologische Hilfe.
Wenn Sie Ihr Kind so ablehnt, dann sollte man dringend etwas tun.

LG anke

phoebe87
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Beitragvon phoebe87 » 21.01.2018, 15:05

Hallo.
Jeder hat das Recht zu trauern Egal wie lange! Oder schreibt man dir vor, sheila, dass du um xy nur so lange trauern darfst?!
Hilfe- ja müsst ihr euch suchen... Wie? Du kannst zu Beratungsstellen etc und einfach mal kommen llassenund deine Frau damit konfrontieren....Oder du schaust ob es vielleicht jemanden mit einem ähnlichen Schicksal in der Nähe gibt und ihr trefft euch mal....
Die kleine ist noch klein und Prognosen sind noch sehr schwer.... Fördert sie und dann seht ihr wo die Reise hingeht.
Gruß s
Krümmel 10 /15...
Hypodysplastische Nieren, Chronische Niereninsuffizienz, Kleinwuchs, Gedeihstörung/Fütterstörung, Kombinierte Entwicklungsstörung ( Kognitiv +Sprache), ausgeprägter knick- senk- Fuß ( Gangstörung) Stillkind...
Großer Krümmel 06/13
Kombinierte Entwicklungsverzögerung- Verdacht ADHS

RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 21.01.2018, 15:12

Hallo nochmal,
ich denke, man sollte vorsichtig sein deine Frau über den Faktor Hoffnung aus ihrem zu Loch zu holen. Es sollte ihr schon aufgezeigt werden, dass einiges noch möglich ist, aber sie sollte mit der Tatsache umgehen lernen, dass euer Kind höchstwahrscheinlich Einschränkungen haben wird. Egal wie schwerwiegend sie sein werden.
Aus eigener Erfahrung fand ich den besagten ,,Hoffnugsfaktor" oft sehr anstrengend. Ich habe eine chronische Erkrankung die sehr ungewiss verlaufen kann und bei mir einen eher schweren Verlauf hat. Mit jedem Medikament kam neue Hoffnung , mein Umfeld reagierte euphorisch und ich machte neue Pläne, bis zu dem Moment, an dem das Medikament nicht half.
Irgendwwann habe ich mir mit Hilfe meines Arztes ganz schonungslos klar gemacht, dass ich nie ganz gesund werde und mein Leben darauf eingestellt. Damit bin ich viel entspannter und kann mich über Fortschritte freuen. Es ist eine Mischung zwischen Akzeptanz und nicht aufgeben.
Muss für euch kein Weg sein, aber ich wollte dir es trotzdem gerne schreiben.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 21.01.2018, 15:13

Liebe Phoebe, klar darf man trauern und da gibt es keine Vorschriften
Aber diese Trauer darf nicht die Kinder im Alltag überschatten und schon gar nicht über solch einen Zeitraum.
Dann spricht man von einer Erkrankung - einer Depression.

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Beitragvon Jaqueline » 21.01.2018, 15:19

Hallo Rike,
Es sollte ihr schon aufgezeigt werden, dass einiges noch möglich ist, aber sie sollte mit der Tatsache umgehen lernen, dass euer Kind höchstwahrscheinlich Einschränkungen haben wird.

das ist auf jeden Fall ein guter Ansatz. Ich meinte damit auch nicht, dass alles normal wird, sondern wollte eher dieses "es ist alles aussichtslos", etwas aufheben.
Denn so ist es nun auch nicht. Es kann noch viel kommen, auch wenn man nicht ganz ohne Einschränkungen leben wird.
LG Jaqueline
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Beitragvon Sheila0505 » 21.01.2018, 15:22

Vllt hilft dir dieser Artikel weiter Alfred. Vllt erkennst du etwas wieder..

http://www.sueddeutsche.de/leben/mutter ... .3290776-3

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T.Sophie
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Beitragvon T.Sophie » 21.01.2018, 15:31

Hallo!

Für mich klingt es schon sehr nach einer heftigen Depression. Wie stark möchte ich dabei allerdings nicht beurteilen.
Leider gibt es in Deutschland recht wenig Angebote für Mütter im Bereich der psychiatrischen Versorgung. Was ich sonst kenne sind eher psychosomatische Kliniken oder Rehakliniken. Da dürfte es mit einer Aufnahme aber anstrengender und vor allem länger werden.
Ich kenne eine Mutter - Kind - Station in einer Psychiatrie. http://www.pzn-wiesloch.de/fileadmin/us ... Ki_web.pdf Normalerweise nehmen die ja nur aus dem Einzugsgebiet auf... Aber diese Station macht da eine große Ausnahme.
Vielleicht wäre das als Akuthilfe erstmal am passendsten?

LG T.Sophie

PS: Sheila würdest du auch zu anderen kranken Eltern(teilen) oder Eltern mit Behinderung ähnlich harte Worte sagen?
Keine Frage das hier dringend Hilfe und Unterstützung nötig ist. ABER so eine Erkrankung sucht sich NIEMAND aus und ich finde deine Worte hart und ungerecht!
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
SBA mit 60GdB ohne Merkzeichen

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 21.01.2018, 15:48

Ich wollte niemanden zu hart ansprechen. Dafür entschuldige ich mich. Es hatte mich nur echt getroffen - ich wollte niemanden verletzten.

Aber ich sehe es so bzw. die Gefährdung - wenn mein Ton unpassend war, dann tut es mir leid.


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