Unmotiviertheit bei Physiotherapie

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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sandraundsimon
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Unmotiviertheit bei Physiotherapie

Beitragvon sandraundsimon » 16.01.2018, 13:47

Hallo zusammen, leider ist es so, dass Simon in der Physiotherapie eher wenig Eigenaktivität zeigt und Anstrengung vermeidet. So kommen wir aber nicht weiter. Er ist 6 Jahre alt. Habt ihr Tipps, wie man ihn motivieren kann?
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
Carolin geb. 03/14, topfitte Sausemaus

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 16.01.2018, 14:08

Wie stark ist er denn beeinträchtigt?
Ist ihm seine Sprache bei der Willensäußerung im Weg?
Normalerweise gibt in diesem Alter ja: Grenzen ausweiten, d.h. Rennen, Klettern und Verstecken mit anderen Kindern stehen hoch im Kurs. Habt ihr viel Platz bei der Physiotherapie? Geht z.B. die Nutzen eines Trampolin? Unsere Physiotherapeutin baut immer verschiedene Landschaften auf und orientiert sich sehr flexibel an den Forderungen des Kindes. Spiele mit dem Pezziball (Trommeln, darauf balancieren etc.) sind z.B. bei allen Kindern beliebt.
Ansonsten gibt es eine ganz plumpe Motivation: Bestechung, das funktionierte bei meinem Großen z.B. sehr gut um Schwimmen zu lernen.
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

sandraundsimon
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Beitragvon sandraundsimon » 16.01.2018, 14:20

Hi,
ja, er kann nicht wirklich sprechen. Motivierendes kommt bei der Therapie nicht wirklich ins Spiel,wenn ich so darüber nachdenke. Sie ist sehr nett, aber das ihr Programm ist immer sehr straight durchgetaktet und überhaupt nicht spielerisch...
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.01.2018, 14:35

Hallo Sandra,

das ist definitiv Aufgabe der Physio, ihre Therapie so zu gestalten, dass das Kind motiviert ist.
Nett sein alleine reicht nicht. :wink:

Entweder das Kind mag die Therapeutin so gerne, dass es sich ihr zuliebe anstrengt. Oder die Therapie ist so gestaltet, dass sie von Haus aus Spaß macht. Oder es werden Therapieziele verfolgt, die dem Kind selber wichtig sind.
Bei einer guten Therapeutin sollte alles zusammenkommen, würde ich sagen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 11:04

Hi ihr Lieben,
wir haben versucht, mit der Therapeutin einen Kompromiss zu finden, aber sie lehnt spielerisch motivierende Maßnahmen ab. Sie macht Padovan und Therapie mit Vojta-Ansatz. Alles andere findet sie für Simon nicht passend. Simon kann rollen, setzt es aber nicht ein. Er ist 6 Jahre und möchte stehen und laufen. Er macht auch gerne Übungen, wie z.B. stützen mit "runterzählen" oder Liegestütz und dabei so viele Wiederholungen wie möglich schaffen. Auch "Situps" findet er gut. Aber all das ist nichts, was in ihre Therapie passt.
Jetzt ist guter Rat teuer. Wechseln? Wir haben schon von Bobath auf Vojta gewechselt (damals war er 2) und von Vojta zu der jetzigen Therapeutin (mit 3,5). Da kommt mir momentan Vojta wirkungsvoller vor.... :( Man, ist das schwer zu entscheiden...
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Beitragvon IlonaN » 26.01.2018, 11:12

Hm , eine Therapeutin die es bei einem kleinem Kind nicht schafft ihm die Therapie etwas spielerisch zu vermitteln ist wohl definitiv nicht geeignet für so kleine Kinder wie deinen Sohn.
Da wird der ein Wechseln nicht erspart bleiben wenn dein Kind nicht komplett zum Therapieverweigerer werden soll.
Gibt es nicht Übungen die du spielerisch zu Hause mit ihm machen kannst???
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 11:15

Hi Ilona,

ich fürchte du hast recht. Die Übungen, die ich beschrieben habe, macht er mit Freude zu Hause. Wir üben am Wochenende. Er hat 2 x pro Woche Physio je 1 - 1,5 Stunden. Wenn ich mir überlege, was wäre, wenn er in der Zeit so motiviert mitmachen würde, wie mit mir zu Hause, könnte man bestimmt viel erreichen....Therapieverweigerung, davor habe ich natürlich Angst!!
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Beitragvon IlonaN » 26.01.2018, 11:20

Aus welchen Gründen muss er denn die Therapie machen? Hilft vielleicht eher ein Kinderturnen???
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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 11:26

Er hat eine Dystone Bewegungsstörung und ist Rollifahrer.
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Katja_S
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Beitragvon Katja_S » 26.01.2018, 11:27

Hallo Simon,
ganz ehrlich: Wenn die Therapeutin so wenig bereit ist, auf deinen Sohn einzugehen, würde ich wechseln. Wenn du mit Padovan nicht aufhören willst: Vielleicht gibt es in der Nähe noch andere Therapeuten, die danach arbeiten (oft sind das auch Ergos (oder Logos, Padovan ist ja ursprünlich eine Logopädieform))? Oder Padovan ist für EUCH einfach nicht das richtige Konzept? Das ist ja individuell, meinem Sohn bringte es recht viel in allen Bereichen (so mein Eindruck).
Ich turne mit meinem Sohn ja schon seit fast 8 Jahren nach Padovan Wir fahren ja 2-3 x im Jahr .nach Baiersbronn und dazwischen mache ich mit ihm 4-5 x die Woche die Padovan Übungen und er macht die immer noch gut mit (nicht immer natürlich, aber meistens, wenn, dann ist es vielleicht 1 (immer phasenweise wechselnd) Übung, die er nicht machen will ). Wenn ich die aber wie deine Physio nur "stur" runterturnen würde, könnte ich ihn sicher nicht (mehr) motivieren :shock: . Singt sie denn wenigstens dabei (das ist in Baiersbronn üblich und gehört wohl auch dazu)? Ich mache dann beim Singen immer "Quatsch" (d.h., ich singe abwechselns hell und dunkel, laut leise, vertstelle meine Stimme, variiere die Kinderlieder (da sitzt dann auf der Mauer keine Wanze, sondern ein Affe oder es haben nicht der Kuckuck und der Esel einen Streit, sondern die Ziege und die Kuh...), Ziehe ihn nach dem Kriechen und Robben auf dem Bauch wieder zurück (auch Idee eines Physios in Baiersbronn), beim Krabbeln spielen wir fangen (einer krabbelt vorraus, der andere hinterher), Marschieren machen wir zusammen (seit das möglich ist und ich ihn nur noch an einer Hand halten muss). Nir so als Gedankenanstöße :D . Was bei meinem Sohn motiveirend wirkt, kann bei euch ja ganz anders sein :oops: . Und ob eure Therapeutin sowas machen würde, scheint nach dem, was du ebrichtest, unwahrscheinlich. Wie ist es denn, wenn du mit Simon zu Hause die Übungen machst?
Noch eine Frage: Bist du bei den Therapien dabei? Vielleicht würde er besser mitmachen, wenn du nicht dabei bist? So ist es bei uns eigentlich bei jeder Therapie, egal ob Ergo, Logo oder Physio (da machen wir bei den regelmäßigen Therapien kein Padovan, sondern Bobath). Inzwischen nicht mehr sooo ausgeprägt, phasenweise ganz extrem, weil ich ihn viel zu sehr abgelenkt habe und er nur noch den "Clown" gemacht hat.
Na ja, ist jett leider etwas lang geworden :oops: .
Hör auf dein Bauchgefühl, wenn du das Gefühl hast, es passt nicht mehr, dann wechsle :D
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung


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