Unmotiviertheit bei Physiotherapie

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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EmanuelsMama
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Beitragvon EmanuelsMama » 26.01.2018, 11:28

Hallo Sandra,,

ich kann nur sagen, dass eine Kindertherapeutin erkennen muss, wo sie ein Kind abholen kann, damit es mit Spaß mitmacht. Ich sehe es bei unserer Tochter.
Manchmal sind Dinge einfach noch nicht dran". Wenn sie dann aber "dran" sind, fruchten die therapeutischen Impulse und Übungen um so mehr.

ICh würde mich auch mal auf die Suche nach einer neuen Therapeutin machen. 3 Stunden die WOche Training, dass gegen den Willen des Kindes geht, finde ich eindeutig zuviel.Und wenn es dann noch nicht richtig mitmacht, lernt er auch unter seinen Möglichkeiten.

Manchmal ist auch einfach ein Therapeutenwechsel gut, damit mal was Neues ins Spiel kommt.

Nur Mut.

Gruß

Ingrid

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Katja_S
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Beitragvon Katja_S » 26.01.2018, 11:38

Hallo Sandra,
noch ein Gedanke (ich hatte nicht mehr nachgelesen, bevor ich meinen Beitrag abgeschickt habe :oops: ): Sind ihm die 1 bis 1 1/2 h vielleicht zu lang (ich nehme mal an, du meinst Zeitstunden)? E. macht immer eine Doppelstunde Physio (das sind ca. 45 min) und da habe ich den Eindruck, dass ihm das schon reicht von der Kraft (und vielleicht auch der Konzentration) her (obwohl unser Bobath Therapeut das wirklich sehr spielerisch macht und er gerne hin geht). Gerade wenn die Zeit so lang ist, würde ich mir eine Therapeutin suchen, die bereit ist, die Stunden "aufzulockern". Obwohl sie ja sicherlich nicht 1 1/2 h Padovan mit ihm macht, oder? So lange würde ich meinen Sohn auch nicht bei der Stange halten.....
Wobei man Knder, wie oben schon beschrieben, ja nicht vergleichen kann, ich kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten.
Viele Grüße,
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

sandraundsimon
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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 12:04

Hi Katja,

also bei Padovan ist es so: Warum auch immer, er hasst es! Und je mehr man ihn zwingt, desto schlimmer wird es. Die Therapeutin singt ein bestimmtes Lied...aber immer dasselbe, wie in Baiersbronn. Wobei man da ja mehrere Therapeuten hat, deswegen ist es dann nicht so eintönig. Zu Hause komme ich mit Padovan bei Simon nicht an. Wenn ich allerdings andere Sachen ihm übe, singe ich und mache Quatsch, das klappt gut!!
Ich bin aber nicht bei den Therapien dabei. Dann macht er erst recht nicht mit, weil er sich von mir "Rettung" erhofft!

Liebe Grüße
Sandra
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
Carolin geb. 03/14, topfitte Sausemaus

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 26.01.2018, 12:07

Hallo Sandra,
als mein Sohn noch klein war, habe ich insgesamt dreimal den Physiotherapeuten gewechselt.
Der Erste Physiotherapeut hat nach Voitja gearbeitet. Allerdings sind wir nicht gut damit zurechtgekommen. Mein Sohn hat zuhause dabei nur geschrien und ich hatte kaum noch Kraft ihn festzuhalten. Nach einer Übung war ich schweißgebadet. Dann habe ich mich entschlossen nach Bobath zu wechseln. Damit verbunden war dann auch ein Wechsel des Therapeuten. Die neue Therapeutin war aber dann leider so drauf, daß sie zum Beispiel meinte, mein Sohn solle sich für Plüschtiere interessieren, die dann deswegen auf irgendein Ziel deponiert wurden. Mein Sohn (frühkindlicher Autist) hat sich aber nie für Plüschtiere interessiert oder für das andere Spielzeug, das sie ihm angeboten hat. Leider hat die Dame auch ihre Strategie nicht angepaßt.
Nach einer Weile habe mich also nochmal aufgerafft und wieder nach einer neuen Praxis gesucht. Diesmal bei der dritten Physiotherapeutin hatten wir dann mehr Glück. Diese hat sich zunächst erstmal angeschaut, wofür sich unser Sohn eigentlich interessiert hat. Zum Beispiel stand in dem Gymnastikraum eine Zimmerpflanze mit Hydrokultur. Mein Sohn fand dann die Blähtonkugeln total interessant. Die Physiotherapeutin hat dann also einige Blähtonkugeln auf ein großes Keilkissen deponiert. Mein Sohn war so scharf darauf, das er sich der Anstrengung unterzogen hat, das Keilkissen hochzukrabbeln. Ich kann mich noch heute an meine Freude und Erstaunen erinnern, zu was er fähig ist, wenn er richtig motiviert wird. Schließlich hat er dann mit vier Jahren doch noch Laufen gelernt.
Es ist wichtig, das die Therapeutin das Kind motivieren kann. Ich würde mir da auch ein Wechsel überlegen.

VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

sandraundsimon
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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 12:09

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Sie macht noch so Sachen wie Reflexkriechen und Dehnen. Am Schluss 5-10 Minuten Castillo Morales. 1, 5 Stunden sind schon lang nach einem langen Schultag, da hast du absolut recht!
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
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Sinale
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Beitragvon Sinale » 26.01.2018, 12:23

Hallo Sandra,

als selbst von einer ICP betroffenen Person, unterstütze ich die Vorschläge des Wechsels aus den von den Vorschreibern genannten Gründen auch! Was es zusätzlich zu bedenken gilt ist, dass dein Sohn lebenslang Therapie benötigt. Dies bedeutet, die Therapie muss motivierend für ihn sein, andernfalls wird er Therapien später gänzlich ablehnen.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
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Beitragvon Katja_S » 26.01.2018, 12:24

Hallo Sandra,
auch wenn unsere Erfahrung eine andere ist (wobei wir für Körper- und Mundübungen "nur" (meiner Meinung nach ausreichend) 35-50 min brauchen): Wenn Simon gerade bei Padovan so gar nicht mitmachen will (aus welchem Grund auch immer), sich aber ansonsten gut motivieren lässt, dann würde ich nach etwas anderem und suchen (oder zumindest nach einer anderen Padovan-Therapeutin, die das nicht so "strikt" sieht unnd weniger intensiv (und dafür noch was Spielerisches) macht, wenn ihr bei den 1 1/2 Stunden bleiben wollt).
Ich hoffe, du findest eine Lösung, wie du Simon noch motivieren kannst und er wieder Freude an den Therapien findet :D .
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

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Beitragvon sandraundsimon » 26.01.2018, 12:30

Vielen Dank für eure Antworten! Ja klar, er wird sein Leben lang Therapie brauchen. Deswegen darf es für ihn und uns nicht zur Qual werden, das hält ja keine aus.
Wir sind 2x im Jahr zur Intensivtherapie in einem Therapiezentrum in Ratingen, dort wird viel Wert auf Motivation gelegt, was für den Therapeuten mitunter anstrengend ist. Aber dafür zeigt Simon dann Sachen, die er bei seiner regulären Physiotherapeutin nicht zeigt. Sie therapiert ihn immer liegend, dabei kann er frei sitzen und auch mit Hilfe stehen. Er liebt den Gymnastikball, weil er gerne darauf vor und zurück schaukelt und all solche Sachen.

Ihr Lieben, vielen Dank für eure Beispiele und Meinungen! Ihr habt mir sehr geholfen!!
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
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Beitragvon sandraundsimon » 02.02.2018, 09:59

Hi zusammen,

wir hatten gestern das Gespräch mit Simon`s Therapeutin und sie hat uns ziemlich energisch mitgeteilt,
dass Simon sich regelrecht gegen ihre Therapie wehrt und nicht motiviert wäre, mitzumachen. Gleichzeitig zeigte sie uns auf, dass wir Simon`s Abwehrhaltung durch unser Verhalten fördern, weil wir nicht konsequent mit ihm seien und ihm nicht klar machen würden, dass während der Therapie gearbeitet wird und kein Larifari gemacht wird. PÄNG, das saß!
Ich mache mich seit gestern einen Kopf darum...Habe ich ihm immer zu viel abgenommen? Ihn nicht genug gefordert? In welchen Situationen verlangt ihr von euren Kindern etwas zu tun? Habt ihr Beispiele, wo ihr sagt: "Kind, das kannst du, also mach!" und das funktioniert? Ich bin nämlich gar nicht so, sondern muss zugeben, dass ich Simon wie einen kleinen König behandle.
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
Carolin geb. 03/14, topfitte Sausemaus

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Katja_S
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Beitragvon Katja_S » 02.02.2018, 11:16

Hallo Sandra,
hmm, dass die Therapeutin denkt, dass während der Therapie gar kein "Larifari" gemacht werden soll, finde ich schade. Therapie kann/sollte doch durchaus Spaß machen, auch wenn gearbeitet wird. Das schließt sich doch nicht aus, es sind doch noch Kinder...
Andererseits finde ICH PERSÖNLICH schon, dass unsere Kinder durchaus auch mal was machen müssen, wozu sie gerade keine Lust haben (sei es, weil es anstrengend ist oder "langweilig" oder sonstwas). Ich habe mit E. z.B. die Padovan-Übungen immer durchgezogen, auch wenn es ewig gedauert hat und schwierig war. Bei der Übung, die er sich gerade als "Anti-Übung" ausgesucht hat, habe ich dann einfach weniger Wiederholungen gemacht. Wenn ich jedes Mal sofort aufgehört hätte, wenn er bei einer Übung "gebockt" hat, hätte ich mit dem Turnen vermutlich bald aufhören können (weil er dann gelernt hätte: Mama hört ja eh auf, wenn ich bocke). Ich rede in der Vergangenheit, weil er inzwischen ja fast immer gut mitmacht (sei es, weil es Routine ist, weil er merkt , dass es ihm gut tut oder weil es ihm viellleicht sogar Spaß macht?).
Ich versuche E. schon, so viel wie möglich, selbst machen zu lassen (natürlich nur, wenn wir Zeit haben). Das funktioniert immer mal besser und mal schlechter...
Aber da gibt es sicher auch hier im Forum unterschiedliche Ansichten :D . Jeder muss meiner Meinung nach für sich den Zwischenweg finden-zwischen zu wenig und zu viel fordern! Und wenn du mit dem Weg eurer Physio nicht zufrieden bist, dann würde ich eine andere suchen. Du musst ja auch hinter dem stehen, was die Physio mit deinem Sohn macht. Dein Sohn spürt ja auch, wenn du skeptisch bist und dann klappt es noch weniger.
Na ja, ich hoffe, du verstehst, was ich sagen will :oops: .
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung


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