Sozial-emotionale Schwäche - 5-Tage-Gruppe?!

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Kath Rin
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Sozial-emotionale Schwäche - 5-Tage-Gruppe?!

Beitragvon Kath Rin » 13.01.2018, 19:10

Hallo :)

Ich bin noch ganz neu hier. Ich bin alleinerziehende Mama von zwei Jungs, 6 und 9 Jahre alt.
Alleinerziehend bin ich seit 2013.

Bei meinen älteren Sohn ist es so, dass er eine starke sozial emotionale Schwäche hat und dadurch bedingt auch teils starke Aggressionen und Wutausbrüche.

Im Sommer war er für 6 Wochen in der KJP, die damals eine Familienhilfe empfohlen hat. Die kommt auch 2x die Woche.

Seit den Herbstferien ist es wieder ganz schlimm in der Schule und zu Hause. Er besucht noch eine normale Regelschule. Ich warte auf die Aufnahme auf einer Förderschule.

Das Jugendamt hat eine Heilpädagogische Tagesgruppe oder eine 5-Tage-Gruppe empfohlen, einfach weil ich nicht mehr zum durch atmen komme. Der ganze Tagesablauf richtet sich viel nach dem Großen und der kleine Bruder läuft quasi nur mit.

Haben hier Eltern Erfahrungen mit einer 5-Tage-Gruppe? Am Wochenende und in den Ferien sind die kids zu Hause.

Viele Güße
Kath Rin

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Beitragvon Jaqueline » 13.01.2018, 19:48

Hallo Kathrin,

ich war auch in einem 5-Tage-Internat. Allerdings aus anderen Gründen.
Ich weiß nicht, ob dir das weiterhilft aber ich bin für Fragen offen.
LG Jaqueline
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Beitragvon Kath Rin » 13.01.2018, 20:02

Hallo Jacqueline,

schön das du auf meinen Beitrag geschrieben hast.

Wie alt warst du als Kind und wie hast du es empfunden?

Viele Grüße

Kathrin

Chaosmarie
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Beitragvon Chaosmarie » 17.01.2018, 17:27

Hallo Kathrin,

ein Internat ist etwas anderes als eine Fünf-Tages-Gruppe. So rein aus dem Bauch heraus und ohne Eure Hintergründe zu kennen würde ich einem Internat den Vorzug geben. Es gibt einige Internate, die sich auf schwierige Kinder spezialisiert haben, und z. B. kleine Klassen und einen sehr guten Personalschlüssel haben. Leider sind viele Internate eher für leistungsstärkere Kinder geeignet, mindestens Realschulpotenzial/Empfehlung ist häufig eine Voraussetzung für eine Aufnahme.

Eine heilpädagogische Tagesgruppe ist dazu da, Dein Kind nach Schulschluss bis zum Abend zu betreuen, d. h. Dein Kind kommt zum Abendessen und zum Schlafen nach Hause. Heilpädagogische Tagesgruppen werden oft nur zeitlich begrenzt für 12 oder 18 Monaten genehmigt, um abzuklären, ob ein Kind in einer Familie bleibt oder nicht, aber je nach Jugendamt kann sie auch länger gewährt werden.

Egal für welche Form Du Dich entscheidest, Du tust gut daran, Dir entsprechende Einrichtungen selbst möglichst gründlich anzuschauen und Dich nicht auf die Empfehlulungen des Jugendamts zu verlassen. Wenn es geht, dann hospitiere in passenden Einrichtungen, gerne mehrmals.

Was sagt denn Dein Großer dazu?

lg

Marie
"Scheffin" *2006 gesund und topfit, hochbegabt
"Prinzesschen" *2007 fröhliche und charmante Kannerautistin
"kleiner Bruder" *2011 gesund, quietschfidel, Verdacht auf Hochbegabung.

Was glaubt Ihr, was hier los wäre, wenn noch mehr Leute wüssten, was hier los ist!

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Beitragvon Jaqueline » 17.01.2018, 17:59

Hallo Kath Rin,

Ich kam zum zweiten Schuljahr dorthin und für mich war es vor allem im Bezug auf die soziale Entwicklung die beste Entscheidung.
Ich bin nach einer kurzen Heimwehphase sehr gerne hin gegangen, weben auch, weil es regelmäßig nach Hause ging.
Die Hinfahrt war immer Sonntagabend und die Heimfahrt Freitagmittag.
LG Jaqueline
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Beitragvon silkemausk » 18.01.2018, 09:29

Hallo,

meine Vorstellung hier steht zwar noch aus, aber ich möchte Dir gern antworten.
Mein jüngerer Sohn (8 Jahre) hat ADHS. Es eskalierte im letzten Sommer, noch bevor die Diagnose feststand bei uns zu Hause und in der Schule.

Das Jugendamt war dann "alarmiert".

Er bekommt Medikinet, was schon einiges an Erleichterung gebracht hat.

Seit dem 01.11. wird er an 4 Tagen (mo-Do) in einer Tagesgruppe nach der Schule bis 17.00 Uhr betreut. Dies wurde vom Jugendamt veranlasst und ich war sehr skeptisch.

Aber er geht seit dem ersten Tag sehr gerne dorthin und fühlt sich absolut wohl. Sie "arbeiten" dort nicht gezielt therapeutisch mit den Kindern.
Aber es sind zwölf Kinder und drei Betreuer und sie lernen im strukturierten Tagesablauf Regeln einzuhalten, das soziale Miteinander, etc.
Es ist zunächst für ein Jahr bewilligt und wird in der Regel dann noch mal 1 Jahr verlängert.
Und tut meinem Sohn und mir wirklich gut. Ich habe nach der Arbeit (Teilzeit) Zeit für den älteren Bruder, der nämlich auch immer zu kurz gekommen ist. Und Zeit "für mich" ist auch schon mal übrig.

Will sagen, mach Dich schlau, was und wo und wie genau für Gruppen in Eurem Kreis vorhanden sind und wie die arbeiten.

Alles Gute für Euch

Silke


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