Wechsel von priv. in gesetzl. Krankenversicherung sinnvoll?

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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nettie75
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Wechsel von priv. in gesetzl. Krankenversicherung sinnvoll?

Beitragvon nettie75 » 05.01.2018, 20:24

Hallo liebe Forumgemeinde,

ich brauche mal eure gesammelte Kompetenz.
Meine Töchter sind über mich beihilfeberechtigt und derzeit privat bei der Debeka versichert. Meine kleine Tochter hat das Asperger Syndrom und eine Angststörung und aktuell Pflegegrad 4.
Nun stelle ich mir die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die Kinder über meinen Mann "familienmitzuversichern". (Mein Mann ist der "Besserverdiener", daher wäre wohl ein Wechsel problemlos möglich)
Den Beihilfeanspruch behalten sie ja, so dass evtl Heilpraktiker o.ä. weiterhin zu 80% von der Beihilfe übernommen werden könnte.
Wie ist eure Einschätzung?
Würdet ihr wechseln (macht die ewige Abrechnerei der Krankheitskosten und Pflegekosten überflüssig, Hilfsmittel gestalteten sich schwierig, ...)?
Was muss bezüglich des PG beachtet werden, der aktuelle Bescheid läuft bis 2019. Wird das einfach von der Gesetzlichen übernommen oder wird neu geprüft?
(Die Dame vom Beihilfeamt rät übrigens zur gesetzlichen KV)

Ich will aber nichts übersehen und nachher Nachteile für meine Tochter sozusagen selber "produzieren".

Vielen Dank für eure Einschätzung!
LG Nettie
N *1975 mit Mann *1974
T1 *2005 und
T2 *2008, Asperger, leichte LRS, Laktose- und Fruktoseintoleranz, ADS und Angststörung
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Matze320d
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Beitragvon Matze320d » 06.01.2018, 09:03

Du musst dir in einem klar sein, du bekommst dein Kind nie mehr in die private wenn du sie rausnimmst. Unsere Tochter würd die gesundheitsprüfung auch nie bestehen. Wir sind zufrieden in der privaten, haben bisher alles bezahlt bekommen ( klar, bissle Rennerei hat man) aber bedingt durch viele krankenhausaufhalte und arzttermine haben wir die private sehr zu schätzen gelernt. Ich musst auch mal deutlich meine Meinung sagen und seither sind die bei der debeka eigentlich lammfromm. Gesetzlich ist vielleicht manchmal unkomplizierter aber bei weitem nicht besser.

Gruß Matze

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Beitragvon Hilde14 » 06.01.2018, 10:56

Hallo,
ich überleg auch immer mal, weil meine KK auch oft schwierig ist, aber ich hab keinen echten Vergleich, vielleicht käme man vom Regen in die Traufe. Außerdem würde ich selbst dann mit allen Kindern wechseln müssen, da hab ich Angst davor, die (vermeintlichen?) Vorteile der privaten aufzugeben. Ob es dann mit Hilfsmitteln wirklich einfacher ist?
eine richtige Entscheidung wünsch ich Dir,
Hilde
Sohn, 7 J., unbek. Gendefekt, Epi, blind, hypoton, PEG, keine Sprache, kein Sitzen, Greifen etc.
Tochter, 4 J., w.v.
Sohn, 20 Monate, w.v.

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Beitragvon nettie75 » 06.01.2018, 11:12

Hallo Matze, Hallo Hilde,

Vielen Dank für eure Einschätzungen.
Genau wie ihr sagt, mein Problem ist auch, dass ich das nicht genau einschätzen kann.
Wüsste auch gerne, wo man eine gute, unabhängige Beratung dazu bekommen kann 🤔.
Aktuell bekommen wir ja z.b. den Zuschuss zur Pflege als freiwillige Leistung der Beihilfe (könnte es auch kaum glauben, dass die freiwillig was bezahlen was gesetzlich nicht vorgesehen ist😉).
Sollte die Pflege über die GKV laufen würde das wegfallen oder kann man den Zuschuss dennoch beantragen, weil sie ja weiterhin beihilfeberechtigt bleibt.
Ich überlege und recherchiere mal weiter.
Lieben Dank bis hier😊
Gruß Nettie
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T2 *2008, Asperger, leichte LRS, Laktose- und Fruktoseintoleranz, ADS und Angststörung
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GabySP
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Beitragvon GabySP » 06.01.2018, 11:55

Hallo Nettie,

auch mein Sohn war anfangs in der PKV/Beihilfe mit mir versichert. Ich habe mich dann beurlauben lassen und musste währenddessen mit Kind in die Familienversicherung der GKV über meinen Mann wechseln. Weil wir nicht wussten, ob das Kind später wieder in die PKV muss, haben wir eine Anwartschaftversicherung der PKV abgeschlossen. Sollte Kind wieder in die PKV müssen, wird es ohne weitere Gesundheitsprüfung wieder aufgenommen. Diese Versicherung ist günstig, würde ich auch empfehlen bei einem Wechsel in die GKV.
Meines Wissens ruht aber der Beihilfeanspruch während einer Mitgliedschaft in der GKV und ihr würdet über die Beihilfe keine Leistungen bewilligt bekommen. Aber möglicherweise gibt es Unterschiede zwischen Bund, Kommune oder Land. Das solltest du definitiv abklären.
Mittlerweile bin ich wieder in der PKV und mein Sohn ist weiterhin familienversichert-und ich bin froh darüber!!!! Es ist deutlich einfacher als in der PKV mit Beihilfe,

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

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Beitragvon Rachael » 06.01.2018, 12:34

Hallo,

es kommt auf vieles an, unter anderem auf Euren konkreten Vertrag, darauf, ob Ihr eher viele Hilfsmitten braucht (spricht eher für GKV, kommt aber auf den Hilfsmittelkatalog der PKV an) oder ob eher unkomplizierte überweisungsfreie Arztwahl Euren Bedürfnissen entspricht (spricht eher für PKV), auf die Frage wie sieht es mit Kind-krank-Tagen aussieht und so weiter.

Wir fahren mit Beihilfe und PKV einigermaßen gut, sind aber bei einer anderen Gesellschaft. Da ich auch im öD bin (als pflichtversicherte Angestellte) stellt sich bei uns das Problem der Kind-krank-Tage auch nicht so massiv, es gab aber auch Jahre, wo die insgesamt 8 Tage, die wir Eltern dafür kriegen können, nicht ausgereicht haben und uns anders Lösungen einfallen mussten.

Liebe Grüße, Rachael
Florian (*04/2002): Pitt Hopkins Syndrom; ein fröhliches Schulkind mit dem Schalk im Nacken :D, Felix (*6/2008).

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Beitragvon Jörg75 » 06.01.2018, 12:49

Hallo Netti,

ich bin Niedersachse, insofern mag es bei uns teilweise anders sein - aber bei uns hast du nur einen Beihilfeanspruch, wenn Du für den Restanteil eine private Krankenversicherung nachweist. Bist du in Niedersachsen als Beamter in der GKV, kannst du die Beihilfestelle vergessen, die ist dann nicht mehr für dich zuständig. Insofern würde ich dir dringend raten, diesbezüglich in eurer Beihilfeverordnung oder dem Beamtengesetz zuschauen ... bzw. sehr konkret mit dieser Frage bei der Beihilfestelle nachzufragen!
Insofern würdest Du in Niedersachsen bei einem Wechsel die 80%-Erstattungen für Homöopathen nicht bekommen - und einen Pflegezuschuss (den wir Niedersachsen sowieso nicht kennen) würdest du bei einem Wechsel in die GKV auch nicht mehr bekommen.

Was die Hilfsmittel angeht - Niedersachsen jedenfalls hat als Anhang zur Beihilfeverordnung einen Hilfsmittelkatalog. ich behaupte mal, dass der weitgehend identisch ist mit den Hilfsmittelkatalogen der GKV (ohne das genauer geprüft zu haben). Ich hatte bei den Hilfsmitteln für K. noch nie Probleme mit der Beihilfe - die haben nur stumpf geschaut "Steht es im Katalog? Ja, also bezahlen!" Auch ich hatte mit der PKV (die große Blaue mit dem A vorne) bisher noch keine sonderlich großen Probleme ... die haben bisher auch alles relativ anstandslos gezahlt. Sogar Auf die Beine in Köln haben sie als medizinisch sinnvoll als Einzelfallentscheidung akzeptiert!

Ich für mich oder für uns empfinde die Situation Beihilfe/ PKV als ziemlich optimal und werde nicht wechseln!
Das einzige, was halt nicht ganz so schön ist, ist die Tatsache, dass jede Rechnung über meinen Schreibtisch und mein Konto läuft ... das sind im Jahr ordentliche fünfstellige Beträge.

Gruß
Jörg
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Beitragvon Katja_S » 06.01.2018, 12:55

Hallo,
wir fahren bisher mit der Kombi "Beihilfe und PKV auch ganz gut (allerdings andere Beihilfe). Wir haben allerdings das Glück, den BE-Tarif zu haben (und selten Hilfsmittel zu brauchen, die der Pflegeversicherung zugeordnet werden) und sich somit die PKV bei Hilfsmitteln an den Bescheid der Beihilfe hängt (bzw. hängen muss), wenn ein Hilfsmittel nicht in ihrem Katalog steht oder nur zu einem Bruchteil bezuschusst würde (wie z.B. Aktiv-Rollstuhl, Therapiefahrrad). Außerdem kennt sich mein Mann mit dem ganzen Verwaltungskram aus..
Es kommt, denke ich, immer auf die Einzelsituation an, da können sicher, je nachdem, PKV plus Beihilfe" oder GKV von Vorteil sein.
Weil wir nicht wussten, ob das Kind später wieder in die PKV muss, haben wir eine Anwartschaftversicherung der PKV abgeschlossen. Sollte Kind wieder in die PKV müssen, wird es ohne weitere Gesundheitsprüfung wieder aufgenommen.
Das ist auch eine Möglichkeit :D . Dann haltet ihr euch zumindest die Option frei, wieder in die PKV zurückzugehen (ohne Gesundheitsprüfung).
Viele Grüße
Katja
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Beitragvon Rachael » 06.01.2018, 14:27

Hallo,

zwei Argumente hatte ich oben vergessen: Haushaltshilfen und Kuren. Ersteres gibt es nach meiner Info nur bei der GKV; weiteres muss gesondert versichert sein.

Einfach ist die Entscheidung jedenfalls nicht.

Viele Grüße, Rachael
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Beitragvon nettie75 » 06.01.2018, 14:52

Das stimmt.
Komme da ja vor allem drauf, weil es relativ kompliziert ist eine Reha für meiner Tochter mit mir als Begleitung (und ohne mich geht es definitiv nicht) durch zu bekommen. Und was ist in der Zeit mit meiner Großen (aber dann halt doch erst 12 jährigen Tochter)?
Schwierig schwierig

Aber lieben Dank an alle fürs mit überlegen 😊
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