Wechsel von priv. in gesetzl. Krankenversicherung sinnvoll?

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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GabySP
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Beitragvon GabySP » 07.01.2018, 13:21

Hallo Nettie,

wenn du in MuKiKur fahren möchtest, ist es egal, wo deine Kinder versichert sind. Zuständig ist dann die Beihilfe sowohl für dich als auch für die Kinder. Die Beihilfe beteiligt sich an deinen Kosten mit ihrem üblichen Satz, für die Kinder zählt sie 80%, sofern die Beihilfe das Kind als behandlungsbedürftig anerkennt. Was dann deine PKV für dich übernimmt, ist von deinem Vertrag abhängig. Für die Kinder zahlt sie nichts. Diese Differenz bleibt an dir hängen. Sollte dein Kind Anspruch auf zusätzliche Betreungsleistungen haben, besteht grds. auch eine Möglichkeit , die Differenz für das Kind darüber abzurechnen. So war es 2012 bei mir, Bund.
Ob es Wartezeiten bei der GKV gibt, kann ich dir nicht sagen.

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

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nettie75
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Beitragvon nettie75 » 07.01.2018, 14:40

Hallo Gabi,

Sorry, da hatte ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Musste schnell gehen vorhin.
Mukikur ist eben genau das, was uns meiner Meinung nach nicht hilft, da meine Tochter keine Betreuung sondern eine gute, qualifizierte Therapie braucht und das gerne intensiver in Form einer Reha.
Ich weiß nicht, ob das in einer Mukikur so stattfinden kann. Zumal auch wir als Familie bzw ich als Mutter in der Kur nur dann langfristig davon profitiere, wenn wir Entlastung für meine Tochter schaffen. ( kann das besser nicht beschreiben)
Oder liege ich da falsch? War erst 1 mal zur Kur und das war 2009 und war eine Katastrophe, weil sie nur woanders geblieben ist (und das wäre heute nicht anders😉)
LG Nettie
N *1975 mit Mann *1974
T1 *2005 und
T2 *2008, Asperger, leichte LRS, Laktose- und Fruktoseintoleranz, ADS und Angststörung
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GabySP
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Beitragvon GabySP » 07.01.2018, 14:54

Hallo,

im Grunde kann dir keiner raten, was jetzt für deine Töchter besser ist, GKV oder Beihilfe/PKV. Du hast jetzt Pro und Contra, wäg ab, was für euch nachher höhere Priorität hat. Ich würde dir nur wärmstens empfehlen, bei einem Wechsel diese Anwartschaftsversicherung abzuschließen, damit du im Notfall keine Probleme bekommst, deine Töchter wieder privat zu versichern. Ich zahle diese Versicherung seit mittlerweile 15 Jahren für meinen Sohn, hoffe aber, dass er weiterhin in der GKV bleiben kann.

LG Gaby
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Beitragvon nettie75 » 07.01.2018, 15:13

Lieben Dank.
Genauso machen wir es. Informieren uns bei Beihilfe, PKV und GKV und entscheiden dann.
Danke an alle für die Schilderung eurer Erfahrungen.
LG Nettie
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else
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Beitragvon else » 07.01.2018, 15:23

Hallo Netti,

bei der GKV gibt es keine Wartezeiten.
Wir haben auch vor ein paar Jahren gewechselt. Ich habe gleich am ersten Versicherungstag ein Hilfsmittelrezept geholt, um das ich mit der PKV 13 Monate vergeblich gestritten hatte und es wurde sofort genehmigt.
Wir kamen sozusagen vom Regen in den Whirlpool. Ist alles viel einfacher seither geworden. Allerdings hatten wir keine Beihilfe, deshalb ist es nicht wirklich vergleichbar.
Das einzige was uns bei der GKV fehlt, ist Homeopathie und Naturheilverfahren. Dafür haben wir für mein behindertes Kind einen PKV-Tarif behalten. Je nachdem, was in den Tarifen steht, können sie auch zusätzlich zur GKV behalten werden. Wir hatten so ein altes Exemplar, bei dem das möglich war. Ich hatte damals den Tipp hier im Forum erhalten und so haben wir den Tarif für die homöopathische Behandlung plus Medikamente behalten. Die Medikamente würden bei behinderten Kindern bis 18 zwar grundsätzlich auch von der GKV übernommen, aber unser Homeopath hat keine Kassenzulassung und kann somit auch kein Kassenrezept ausstellen.

Bei unseren anderen Ärzten war der Wechsel kein Problem. Ich konnte keinen Unterschied feststellen.
Ansonsten sind die Leistungen der GKV eher umfangreicher. Wir brauchen nicht mehr überlegen, wer von uns mit ins KH geht und unbezahlten Urlaub nimmt, weil der Netto-Verdienstausfall für die Begleitperson voll übernommen wird. Heil- und Hilfsmittel sind kein Problem mehr. Der Briefkasten ist leer. Der Verwaltungsaufwand hat sich auf ein Minimum reduziert, so dass ich völlig überfordert bin, wenn ich doch mal etwas beantragen und begründen muss, weil ich keine Routine mehr habe.
LG
Else

Ayden
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Beitragvon Ayden » 01.02.2018, 19:58

Hallo Netti, aufgrund ihrer Stoffwechselbesonderheiten braucht unsere Tochter immer ziemlich viel Labordiganostik inkl. Aminosäureanalysen. Das geht eigenlich nur in der PKV problemlos, da dort die Laboruntersuchungen für den Veranlasser nicht budgetiert sind. Außerdem sind die Kompetenzen nicht `gesplittet´. Das spart für uns viel Zeit, da unser Endokrinologe halt auch mal Werte mitbestimmen kann ,die nicht in sein Gebiet fallen ohne dafür bestraft zu werden. Zum großen Ultraschall der Abdominalorgane und der Schilddrüse brauchen wir auch nicht drei verschiedene Überweisungen (Endokrinologe, Gastroenterologe, Nephrologe). Für uns spart die PKV vor allem Zeit.

Allerdings brauchen wir auch keine Kuren, die Hilfsmittelübernahme im Sehbehindertenbereich ist theoretisch monetär schlechter, dafür hat unsere Tochter allerdings auch das Gerät, mit dem sie auf der Sight City am besten zurechtkam (ist halt nicht der `billige Jacob´). Dafür gibt es da allerdings auch nicht 2 davon.

Mir ist für unsere Kleine die freie Arztwahl am wichtigsten.

Probleme mit Wirkstoffen, so sie denn in Deutschland zugelassen sind, hatten wir noch nie. Das ist in der GKV häufig nicht so. Vor allem bekommen wir alle die Originalpräparate und nicht irgendwelche Generika, die dann tatsächlich nur an 4 jungen gesunden Männern gestestet werden müssen und dann womöglich auch noch quartalsweise je nach Rabattvertrag wechseln. Das ginge gerade im endokrinologischen Bereich, wo man bei der Einstellung bei Kindern eh aufgrund des sich ständig ändernden Stoffwechsels seine liebe Mühe hat gar nicht!

Wir werden daher so lange möglich auf jeden Fall alle in der PKV bleiben.

Liebe Grüße, Ayden

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Beitragvon Sanne in München » 01.02.2018, 20:42

Nur eine Anmerkung zur Verschreibung der Generika: unsere Neurologen machen das Kreuz bei "Aut Idem" - dann bekommen wir auch immer das gleiche Medikament bzw. vom gleichen Hersteller.

Blutentnahme macht immer unsere Kinderärztin, damit wir die Werte (Medikamentenspiegel) dann für die Termine bei der Neurologin vorlegen können. Bisher konnte ich da alles angeben, was gebraucht wurde.

Wir sind gesetzlich versichert und ich bin froh, daß mir das Vorstrecken des Geldes und Weiterreichen der Rechnungen erspart bleibt ;-)

Vielleicht ist es eine gute Idee, zusätzlich zur GKV gewünschte Leistungen privat zu versichern, z. B. für Stationär, Zähne, Heilpraktiker.....
Viele Grüsse

Sanne

mit
Groß-Sohn (2003) Asperger, ADS und Epilepsie (Absencen und GM)
und Klein-Sohn (2005) GM-Epilepsie - nicht mehr ketogen

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Beitragvon nettie75 » 01.02.2018, 20:51

Vielen Dank, dass ihr weiter mit mir überlegt😊.
Wir haben i uns da auch immer noch nicht ganz entschieden. Ich habe jetzt erst mal die Reha bei der Beihilfe beantragt und wir sammeln weiter Vor- und Nachteile und entscheiden dann ohne Druck.
LG Nettie

P.S. seinen Anspruch auf pflegegeldzuschuss (Leistung der Beihilfe in NRW)behält man laut Aussage der Beihilfe, da das Kind ja auch den Beihilfeanspruch behält (zumindest solange man für das Kindergeld bekommt
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Beitragvon Ayden » 02.02.2018, 21:34

Liebe Sanne,
das mit dem Kreuzchen bei Aut idem ist richtig.

Bei den neurologischen Medikamenten und Kindern mit Kranpfleiden wird auch meist sogar von den Krankenkassen ein Auge zugedrückt.

Aber der verordnende Arzt steht dafür monetär gerade´ (das heisst, er haftet im Rahmen eines Regresses noch Jahre später persönlich für den `Verlust´, der de KK wegen der Verordnung des teureren Originalpräparates entstanden ist , wenn er nicht ausreichend (fachlich!!!) begründen kann, warum das Generikum (belegt) schlechter ist). Und zu den meisten Präparaten gibt es eine solche `wasserdichte`Studie/Untersuchung nicht. So bleibt häufig den verordnenden Ärzten nur eins: Generikum verordnen, Nebenwirkungen/therapeutisches Nichtanschlagen/Verschlechterung der Therapie beim konkreten Patienten sauber dokumentieren und daraufhin wieder das Original verordnen...... sehr mühsam für alle beteiligten und nicht immer ungefährlich...

Liebe Grüße, Ayden

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Beitragvon GabySP » 03.02.2018, 09:29

Hallo Ayden,

deine Argumente gelten aber nur, wenn die PKV alleiniger Krankenversicherer ist. Nettie ist aber auch beihilfeberechtigt und die Beihilfe fährt ein ganz ähnliches Modell wie die GKV mit Rabattverträgen und Höchstpreisen bei Medikamenten. Da bekommst du auch nicht jedes Medikament in voller Höhe gezahlt.

LG Gaby
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