Entscheidung über Unterbringung (nur) bei den Eltern?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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violaya
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Entscheidung über Unterbringung (nur) bei den Eltern?

Beitragvon violaya » 05.01.2018, 09:55

Hallo,

das Erwachsenwerden dauert bei meinem Kind zwar noch, aber man macht sich immer mehr Gedanken. Jetzt wollte ich mal ganz theoretisch (und um mich freier zu fühlen) fragen, weil man ja an Kämpfe und seitenlange Widersprüche so gewöhnt ist:

Kann ich als Elternteil eigentlich frei und jederzeit (ob nun jetzt, mit 14 oder mit 17 Jahren) über eine Fremdunterbringung entscheiden oder muss man sich da irgendwie rechtfertigen, Gründe attestieren lassen, vorher alle möglichen und unmöglichen Alternativvorschläge versuchen, in Helferrunden mitentscheiden lassen, um es finanziert zu bekommen? Wie sind eure Erfahrungen? Gewissensbisse und Plätzemangel jetzt mal außen vor gelassen...

Gruß
Viola
Viola (1974, alleinerziehend), Hüftdysplasie, Rosacea
und Sohn (2006), 2010 Diagnose frühkindlicher Autismus "high-functioning", meine Erachtens hyperaktiv, zeitweises Stottern
2015 ASS bestätigt + einfache Aufmerksamkeitsstörung

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 05.01.2018, 10:13

Hallo Viola,

aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen,
dass mir niemand reingeredet hat - wir erhalten Eingliederungshilfe - wenn ich die Unterbringung für meinen Sohn rausgesucht habe.
Das waren 2 - und als er 18 wurde, blieb alles beim Alten.
So würde ich heute wieder, wenn ein Wechsel stattfinden müsste, mir das Heim raussuchen in dem mein Sohn leben soll.

Wie das evtl. mit Jugendlichen ist, die vorher in der Jugenhilfe waren, kann ich nicht sagen.

Solange man keine exotisch teuren Heime raussucht, denke ich, gibt es keine Probleme.
Dass ein Heimaufenthalt evtl. nötig ist, muss man sicher anhand von Diagnosen etc. nachweisen.
Dann wird sicher geschaut werden ob das Heim das man sich herausgesucht hat, auch dafür passend ist.
Es bringt ja nichts wenn eine fast nur körperlich eingeschränkte Person in eine Einrichtung geht die vorrangig den Schwerpunkt der Betreuung im kognitiven Bereich hat.

Wie gesagt, wir hatten nie Probleme mit meiner Wahl,
sei es im Kinder, Jugend - und Erwachsenenbereich.

Und wenn ich als Eltern sage - ich packe das zu Hause nicht mehr, dann kann mir auch keiner sagen, dass das Kind bzw. der Jugendliche unbedingt zu Hause bleiben muss.
Es gilt dann nur zu überlegen, wie man den Jugendlichen sinnvoll nach seinen Bedürfnissen unterbringen kann - da gibt es inzwischen verschiedene Modelle,
muss nicht immer das Heim sein, kann doch auch eine tolle Wohngemeinschaft sein mit adäquater Betreuung.

Schönen Gruß
Isolde
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Beitragvon IlonaN » 05.01.2018, 10:57

uns hat da bei unserem 16 Jährigem Pflegesohn und auch bei unserer 24 jährigen Ado-Tochter niemand reingeredet.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

violaya
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Beitragvon violaya » 06.01.2018, 09:10

Ich glaube fast, über die Eingliederungshilfe ist es einfacher. Hier ist es ja mit dem Paragraphen so eine Sache wegen seelischer Behinderung und momentan laufen die Dinge eher über "Hilfen zur Erziehung". Macht vielleicht noch einen Unterschied...
Viola (1974, alleinerziehend), Hüftdysplasie, Rosacea

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