Inklusive Beschulung von Kindern mit Tracheostoma?

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

helena_muc
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 82
Registriert: 29.11.2017, 07:58
Wohnort: München

Inklusive Beschulung von Kindern mit Tracheostoma?

Beitragvon helena_muc » 02.01.2018, 22:32

Liebe Fories,

sind Euch Kinder mit Tracheostoma bekannt, die inklusiv beschult werden? Über Erfahrungen und Infos wäre ich sehr dankbar.

Vielen Dank!
helena
Oldie, but goodie

Werbung
 
Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7205
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Beitragvon Inga » 02.01.2018, 22:45

Hallo!

Frag mal Nellie, ich bin mir recht sicher, dass Linn auf die Regelschule geht.
Konrad von Cordula geht auch auf die Regelschule.
Ach und ich glaube Eva mit Lena (ein SMA 1 Kind) auch.
Es gibt sicher noch mehr Kinder hier, das sind die 3 die mir spontan einfallen. :wink:

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

Benutzeravatar
Missy
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2699
Registriert: 20.09.2007, 22:18
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Beitragvon Missy » 03.01.2018, 01:49

Hallo,
meine Tochter geht mit Tracheostoma (und Beatmung, Rolli etc.) in die Regelgrundshcule.
Das klappt prima, allerdings ist sie in ständiger Begleitung einer Krankenschwester.
lg Nina
Mama Nina (´83), Tochter Chantalle (´99) und Sonnenschein Evelin, geb. 11/06, SSW 33, extreme Muskelhypotonie, Tracheostoma-beatmet, Gastrotube, V.a. CCM + versch. Baustellen
"Wir wissen nicht was das Leben dir bringt, aber wir werden dir helfen das vieles gelingt!"
http://evelinsiska.oyla22.de

helena_muc
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 82
Registriert: 29.11.2017, 07:58
Wohnort: München

Beitragvon helena_muc » 03.01.2018, 05:11

Hallo Missy, danke, das ist sehr schön, dass Ihre Tochter in der Regelschule ist!
War es denn schwierig, die Schule zu überzeugen, mussten Sie im Vorfeld Befürchtungen ausräumen? Waren besondere Argumente nützlich? Hier in Bayern ist die Regelung die, dass die Regelschule individuell entscheiden darf, ob sie ein behindertes Kind nimmt. Da wäre es natürlich interessant zu erfahren, mit welchen Argumenten Schulen überzeugt werden konnten, ihre Angst hinsichtlich eventueller "Zwischenfälle" zu mindern, denn vermutlich werden doch solche Befürchtung bei Lehrern im Vordergrund stehen.

Viele Grüße
von
helena
Oldie, but goodie

SonnenscheinStella
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 123
Registriert: 16.02.2014, 15:41

Beitragvon SonnenscheinStella » 03.01.2018, 07:19

Hallo

Meine Tochter geht im Moment noch in einen Regelkindergarten, aber hier wird schon an der Einschulung in die Regelgrundschule im Ort gearbeitet.
Das ganze wird von keinen Hinterfragt, und alle Institute die beteiligt werden müssen, arbeiten eng zusammen. ( zur Zeit wird ein Aufzug gebaut und Waschräume barrierefrei und auch so das Raum zur Kathetesierung gegeben sind.)

( Eine Kinderkrankenschwester wird sie natürlich begleiten für die Beatmung und Trachestoma, ansonsten ist Stella aber sehr eigenständig)

Der Rektor und auch die Leherer sind sehr aufgeschlossen und haben alle im Kiga mal "Hospitiert" um Stella kennenzulernen.

Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung, wir müsten allerdings keine Überzeugungsarbeit leisten, da Kiga und Grundschule auch gemeinsame Veranstaltungen machen und Stella so auch schon bekannt ist.

Lg
Papa und Ich ( PDL in Kinderintensivdienst) mit Adoptivmaus Stella 06/12: Arnold-Chiari 2 Malformation, Rhickham Shunt, Trachestoma, PEG mit Jejunalsonde, ANS 24h Vollbeatmung, Syringomyeliene, MMC

helena_muc
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 82
Registriert: 29.11.2017, 07:58
Wohnort: München

Beitragvon helena_muc » 03.01.2018, 09:47

Hallo SonnenscheinStella,
vielen Dank für diese Mut machende Antwort! Darf ich fragen, in welchem Bundesland das ist?

Viele Grüße
von
helena
Oldie, but goodie

SonnenscheinStella
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 123
Registriert: 16.02.2014, 15:41

Beitragvon SonnenscheinStella » 03.01.2018, 10:13

Hallo helena_muc,
Ja klar wir leben in Baden Würtenberg.
Wir hatten Mausi erst in einen Förderkindergarten und taten uns schwer beim Wechsel, ich hatte tausend bedenken ob es gut läuft.
Es war ihr Wunsch zu ihren Freunden zu kommen, und der Kindergarten hat erstklassige Arbeit geleistet, klar gab es immer wieder Probleme und Hürden, aber mit den guten Willen und Kompromisbereitschaft konnt vieles gelöst werden. Diese gute Vorarbeit kommt uns jetzt glaub ich Richtung Schule zu gute.

Lg
Papa und Ich ( PDL in Kinderintensivdienst) mit Adoptivmaus Stella 06/12: Arnold-Chiari 2 Malformation, Rhickham Shunt, Trachestoma, PEG mit Jejunalsonde, ANS 24h Vollbeatmung, Syringomyeliene, MMC

JanaSnow
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1923
Registriert: 18.02.2010, 11:01

Beitragvon JanaSnow » 09.01.2018, 21:17

Hallo Helena,

ich kenne auch ein Mädchen, das eine normale Regelschule (Realschule) besucht. Kognitiv ist sie weitgehend altersgerecht entwickelt - es bestehen Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen und eben das Tracheostoma. Das Mädchen ist 12 Jahre alt.
Bundesland Baden-Württemberg.
Sie hat einen Fahrdienst und wird vom Pflegedienst begleitet.
Für die Familie läuft es rund.

Gruß Jana

JanaSnow
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1923
Registriert: 18.02.2010, 11:01

Beitragvon JanaSnow » 09.01.2018, 21:19

Ach so:
Die Schule war super offen. Da ja auch immer ein Pflegedienst dabei ist, gab es keine Ängste der Lehrer. Das Kind durfte mit Pflegedienst bevor es von einer Förderschule auf diese Regelschule wechselte 2 Wochen schnuppern und ich denke, das hat auch den Lehrern und Mitschülern gut getan.

Gruß Jana

Werbung
 
Mama Ursula
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 12112
Registriert: 23.09.2006, 23:36

Beitragvon Mama Ursula » 10.01.2018, 13:12

Hallo!

Ich habe schon vor Jahren/ Jahrzehnten als Kinderkrankenschwester beamtete/ tracheotomierte Kinder an Regelschulen begleitet. Damals ware die Barrierefreiheit noch nicht so "verbreitet" oder im Fokus, weshalb "wickeln"... oft in einem Proviorium stand fand - es zeigten eben alle Seiten Kompromisbereitschaft - vieles klappte sehr gut.

Schwierig wurde es bei Ausflügen, Wandertagen, Schullandheimen. Wenn die Eltern/ PDL die Organisation nicht übernahm, war es für das betroffene Kind oft nicht realisierbar.

Mit eigenem Engagement und Kompromisbereitschaft geht vieles, allerdings ist es meist kein Selbstläufer.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.


Zurück zu „Intensivkinder“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste