Nichte braucht 24h-Betreuung

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

Tillichen
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 4
Registriert: 04.08.2016, 23:22

Nichte braucht 24h-Betreuung

Beitragvon Tillichen » 28.12.2017, 18:47

Hallo Leute,
mich interessiert folgendes. Wir wollen eine weibliche Person engagieren, die sich um meine Nichte kümmern soll. Sie soll rund um die Uhr da für sie sein. Aber ich habe im Netz gelesen, dass es solle Arbeiter nicht in Deutschland gibt. Stimmt das? Gibt es Agenturen, die Arbeiter aus anderen europäischen Ländern beauftragen? Wie komme ich zu so einer Person? Wie viel kostet solche Pflege?
Gruß

Werbung
 
Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13551
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 28.12.2017, 19:13

Hallo Tillichen,

wenn du ein bisschen nachrechnest, dann wird das mit einer Person schwierig, wenn es keine Ausbeutung werden soll? Acht-Stunden-Tag bzw 40h-Woche, Urlaubsanspruch, ...

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Benutzeravatar
Jaqueline
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 8313
Registriert: 20.07.2006, 21:29
Wohnort: NRW

Beitragvon Jaqueline » 28.12.2017, 19:29

Hallo Tillichen,

wie schon geschrieben, kann eine 24 -Stundenpflege 7 Tage die Woche nicht von einer Person geleistet werden. Sie muss ja auch Pausen, Freizeit, Urlaub etc. haben. Man kann über Pflegedienste eine 24-Stundenpflege bekommen, die aus einem Team von mehreren Assistenten besteht, die dann im Schichtdienst arbeiten. Eine ehemalige Freundin von mir hat so gelebt und hatte 5 feste Assistenten und 3 "Springer", also falls mal jemand krank wird usw. Wenn man es nicht selbst bezahlen kann/möchte, müssen die Stunden bei der Pflegekasse beantragt und genehmigt werden. Sprich doch einfach mal Pflegedienste in deiner Umgebung an.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und ET 2020

Für immer im Herzen.

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7202
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Beitragvon Inga » 28.12.2017, 19:34

Hallo!

Doch das geht, haben viele Senioren, es sind dann meistens 2 Personen aus Osteuropa die im Wechsel für 3 Monate kommen, die haben dann meist 1 Tag / Woche frei (wo dann Angehörige sich um die Betreuung kümmern) und ansonsten sind sie immer anwesend. Mit Agenturen kenne ich mich nicht aus, da mußt du mal Tante Google bemühen.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

Benutzeravatar
Jaqueline
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 8313
Registriert: 20.07.2006, 21:29
Wohnort: NRW

Beitragvon Jaqueline » 28.12.2017, 19:36

Hallo Inga,

ich hätte nicht gedacht, dass das zulässig ist.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und ET 2020

Für immer im Herzen.

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13551
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 28.12.2017, 19:49

ist es auch nicht in Deutschland, deshalb geht es ja nur über ausländische Agenturen ... Ist dann aber eine Form von Ausbeutung.
http://www.zeit.de/2017/25/pflegekraeft ... gleichheit
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Benutzeravatar
YvonneE
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3244
Registriert: 02.11.2008, 17:11
Wohnort: Österreich

Beitragvon YvonneE » 28.12.2017, 20:24

Hallo!

Hier in Österreich gibt es keinen pd der bezahlt wird. (Leider!!!!) Von daher ist die 24 std Pflege üblich und zwar so wie Inga es beschrieben hat. Ich glaub hier wird aber alle 3-6 Wochen gewechselt....

Für Lara mag ich es nicht, ic finde es der Person gegenüber unfair weil Lara wirklich sehr sehr aufwendig ist und ich mag niemand fremden im Haus leben haben. Weil das tun sie dann ja, die waschen, kochen und duschen natürlich im Haushalt....nicht wie ein pd der nach 12 std Schichtwechsel macht und das alles zu Hause erledigt.

Hier sind die Preise unterschiedlich, aber mit 65 Euro pro Tag wird hier geworben. Wie es dann tatsächlich ist kann ich nicht sagen.

Man hört immer wieder von (Senioren) die sehr liebevoll betreut werden.

Lg
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7202
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Beitragvon Inga » 28.12.2017, 20:35

Hallo!

Doch es gibt legale Anstellungen über deutsche Agenturen!
Das geht aber natürlich nur, wenn man nachts in der Regel schlafen kann und nur im gleichen Haus sein muß, aber nicht mehrfach aufstehen.

Freunde von uns hatten so was gerade über ihre Eltern. Es waren 2 Frauen im Wechsel da, haben dort mit gewohnt, die komplette Versorgung gemacht, für die Behandlungspflege (Medikamente für die Woche richten, Verbandswechsel,...) kam zusätzlich ein PD. Das alte Ehepaar hat aber nachts in der Regel geschlafen und man konnte sie auch am Tag mal "alleine" / unbeaufsichtigt lassen um z.B. in ruhe zu Duschen o.ä.

Zudem gibt es die Möglichkeit über das Persönliche Budget, da gibt es auch oft 24 h-Dienste (inkl. NachtBEREITSCHAFT), da hat man dann mehrere Personen und wechselt Wochenweise. Das ist eine recht übliche Sache bei körperbeh. Menschen die alleine Leben und komplett auf Hilfe angewiesen sind.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi

Josephine 05 Albinismus

Emma 07

Nico 09 ADHS,...

"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind

Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom



Betreuer von Danielo '96 und Steven '98



Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

kmotley
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 84
Registriert: 17.11.2017, 08:57

Beitragvon kmotley » 28.12.2017, 20:50

Hallo, wir hatten zwei osteuropäische Damen im 4 Wochen Wechsel, diese beziehen jedoch auch Geld wenn die 4 Wochen frei sind. Läuft alles über deutsche Agenturen. Die Damen machen eine super Job, nix Ausbeutung. Im Gegenteil, da gucken die Agenturen sehr drauf. Bei und haben Sie meine beiden Großeltern betreut. Bisschen helfen bei der Körperpflege und etwas Haushalt. Ausgerissen habe die sich keinen Fuß. Die Damen waren sehr herzlich.

Allerdings trifft es 24 h nicht ganz, die Damen haben auch Pausezeiten wo Sie nicht anwesend sein müssen. Bei uns ging aber selten eine raus, sondern Sie skypten mit zuhause. Nachts sind sie nur präsent, wenn Sie Hilfe geben müssen, sprich raus dann kostet das extra.

Allerdings kostet es eine Stange Geld. Wir haben trotz zweier Pflegestufenpatienten weit mehr als 2600 drauf gezahlt. Und wenn ich mich recht erinnere ist es auch so dass man miot höherem Pflegegrad auch mehr bezahlt,

wenn du mehr wissen willst, melde dich

Werbung
 
kmotley
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 84
Registriert: 17.11.2017, 08:57

Beitragvon kmotley » 28.12.2017, 20:54

ach noch was:

Geh zum Landratsamt, die können dich beraten und auch wenns offiziell nicht erlaubt ist bekommst du dort sicherlich einen Tipp durch die Blume von guten Agenturen .
Abteilung Senioren und Menschen mit Behinderung- Beratungsstelle


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste