Kindergelderhöhung - mehr Zuzahlung für das Heim

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 28.12.2017, 09:37

Hallo Monika,

da hast Du vollkommen Recht.

Auch unserer Einrichtung wird neben den Angehörigen der Kopf rauchen.
Hier muss auch erstmal "Miete" definiert werden. Der Betreute wird zum Mieter eines Zimmer in der Einrichtung. Da müssen Strom, Wasser, Heizung, ein Bad und der Mitarbeitertreffpunkt umgelegt werden, die Küche und das gemeinsame Wohnzimmer.
Der Bewohner mietet nicht nur sein Zimmer.
Dann muss das Ganze für den Betreuer des Bewohners bei der Grundsicherung beantragt werden - Papierkram ohne Ende.

Dann steht aber das Personal noch nicht fest.
Dazu muss der Bewohner zu seinem Sozialhilfeträger mit denjenigen Personen die er dabei haben möchte und muss dort Wünsche und Bedürfnisse äußern.
Was sind aber all die Wünsche und Bedürfnisse?
Wie können die umgesetzt werden?
Wie errechnet sich daraus das Personal (der Personalschlüssel, den es offiziell nicht gibt) das in der gemieteten Wohnung vorgehalten werden muss?

Dann ist für mich noch die Frage offen - was ist mit denen, die einen großen Pflegeaufwand haben, was das "normale" Personal gar nicht so leisten kann?
Wie wird die Einrichtung künftig Pflege sicherstellen?
Wird unsere Einrichtung selber einen Dienst aufstellen, den man holen kann?
Lässt die Einrichtung zu, dass von außen Pflegedienste kommen dürfen?

Und am Ende die Frage - mit wievielen Ämtern hat der Angehörige / Betreuer am Ende Jahr für Jahr seinen Kampf auszufechten?
Tatsache ist - für die, die selber sich nicht äußern können, müssen die Angehörige und Betreuer sich gut den Behörden gegenüber wappnen,
die anderen auch - klar, aber die können besser ihre Bedürfnisse und Wünsche äußern - aber jemand mit einer hochgradig geistigen Behinderung der nicht sprechen kann, der gar nicht erfassen kann um was es gerade geht, der braucht einen starken Partner der für ihn das alles managt, weil er sich nicht wehren kann.

Und wenn man Aussagen glaubt, dass das BTHG nicht unbedingt für Menschen mit solch schweren geistigen Behinderungen gemacht ist, dann weiß man ungefähr, was das ab 2020 heißen wird.
Bis dahin muss man sich informieren und informieren und tatsächlich die Köpfe rauchen lassen.

Aber - jetzt ist erstmal Jahreswechsel :wink:

Schöne Grüße
Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Beitragvon Isolde » 28.12.2017, 09:37

PS:
Und wie es dann mit der Zuzahlung für Angehörige ausschaut - darauf bin ich auch gespannt.

Schönen Gruß
Isolde
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