Darf man nachgezahltes Pflegegeld an Angehörige überweisen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Mellie
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Darf man nachgezahltes Pflegegeld an Angehörige überweisen?

Beitragvon Mellie » 21.12.2017, 12:18

Hallo,

mein Sohn hat eine Nachzahlung vom Pflegegeld erhalten. Kann ich das Geld jetzt von dem Konto meines Sohnes auf mein Konto überweisen, weil ich die Pflege übernehme? Wenn ja, was schreibe ich in den Verwendungszweck?

Wie würde es aussehen, wenn man Sohn wegen einer Klage eine Nachzahlung vom Pflegegeld über 5000 Euro erhalten würde? Kann ich später das Geld auch auf mein Konto überweisen? Was muß man beachten, wenn man es dem Grundsicherungsamt miteilt. Auf den Kontoauszügen wird man es dann ja sehen. Sollte ich dazu dann eine extra Erklärung abgeben?
Viele Grüße,
Mellie

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Kaja
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Beitragvon Kaja » 30.12.2017, 22:26

Hallo Mellie,

zufließendes Pflegegeld ist in dem Monat des Zuflusses Einkommen und als solches gemäß § 13 Absatz 5 SGB XI anrechnungsfrei. Es ist dazu bestimmt, dass dein Sohn die Pflegeleistungen, die im Zeitraum der Nachzahlung erbracht wurden, nunmehr vergütet. Deshalb darf er natürlich das nachgezahlte Pflegegeld an seine Pflegeperson weiterleiten. Die Vermögensfreigrenze wird erst dann relevant, wenn die Nachzahlung im Folgemonat noch auf dem Konto ist.

Viele Grüße Kaja

Mellie
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Beitragvon Mellie » 30.12.2017, 23:32

Hallo Kaja,

ich bin leider unterwegs und schaffe die Überweisung nicht mehr in diesem Monat. Wird jetzt das nachgezahlte Pflegegeld angerechnet? Das sind 3 Monate für Pflegegrad 2. Kann es mit der Grundsicherung Ärger geben?
Viele Grüße,

Mellie

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Beitragvon Kaja » 30.12.2017, 23:40

Hallo Mellie,

3 x 316 € sind immer noch weniger als der Vermögensfreibetrag. Auch aus dem Vermögen dürfen Zahlungen vorgenommen werden. Und wenn du auf der Überweisung vermerkst, dass dein Sohn damit die Pflegeperson für den Zeitraum ... bis ... bezahlt, dann dürfte die Grundsicherung keine Probleme machen.

Viele Grüße Kaja

Mellie
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Beitragvon Mellie » 30.12.2017, 23:47

Hallo Kaja,

dann bin ich beruhigt und werde in ein paar Tagen die Überweisung mit dem richtigen Vermerk taetigen.
Viele Grüße,

Mellie

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Beitragvon Inga » 31.12.2017, 11:25

Hallo!

Ich weiß nicht wie es bei Grundsicherung ist, aber bei Eingliederungshilfe sind Nachzahlungen ein Jahr geschützt. Kann ja nicht sein, dass man 5000 € nachgezahlt bekommt und dann innerhalb von einem Tag ausgeben muß, damit es kein Vermögen wird und einem angerechnet wird.
Bei der Eingliederungshilfe haben wir auch schon Nachzahlungsgeld vom Konto des Kindes auf unser Konto überwiesen.
Das Amt hat jetzt bei der jährlichen "Kontostandübermittlung" nachgefragt, wo denn das ganze Geld hin sei und hat eine "Kontobewegungsübersicht" gefordert.
Nach Rücksprache bei einer Anwältin für Sozialrecht haben wir dies verweigert.

Gruß, Inga
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Beitragvon Mellie » 03.01.2018, 20:50

Hallo Inga,

wollte das Amt diese Kontobewegungsübersicht von Deinem Konto haben, damit sie sehen, ob ihr das Geld ausgegeben habt?

Wie habt ihr die Verweigerung begründet?
Viele Grüße,

Mellie

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Beitragvon Inga » 03.01.2018, 21:55

Hallo Mellie!

Joshua hat ein eigenes Konto, davon wollten sie die Kontobewegungsübersicht.
Grund der Verweigerung: "Geht sie nix an!" Nur halt netter formuliert, wir haben schriftlich bestätigt, dass kein Geld verschenkt o.ä wurde.

Gruß, Inga
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Beitragvon Mellie » 04.01.2018, 11:27

Hallo Inga,

vielen Dank für die Info.

Ich muß jetzt erst einmal abwarten bis wir die Klage gewinnen. Bin ja mal optimistisch. Werde mich dann hier wieder melden, falls es mit dem hohen Geld betrag (über 5000 Euro) und Überweisung in Bezug auf das Sozialamt Probleme geben wird.  8)
Viele Grüße,

Mellie


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