Wo finde ich einen Schulbegleiter?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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maddia
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Wo finde ich einen Schulbegleiter?

Beitrag von maddia »

Hallo, ich bin auf der Suche nach einem Schulbegleiter für mein Kind. Zur Zeit hat sie jemanden, der aber zeitlich sehr eingeschränkt ist und nicht im kommenden Jahr mit auf die Regelschule gehen kann. Unsere Entscheidung für oder gegen die Regelschule steht und fällt aber mit diesem Punkt. Ohne SB ist das nicht zu machen, also müssten wir die Förderschule ins Auge fassen. Da diese Entscheidung JETZT fallen muss (wir wurden von Seiten der Schule dazu genötigt, für die Regelschule zu unterschreiben, obwohl das nicht unsere Auffassung ist), brauchen wir auch jetzt den Schulbegleiter fürs kommende Schuljahr. Aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen findet sich aber niemand, der das machen würde. Die Pflegedienste haben alle aufgrund des hohen Bedarfs keine Kapazitäten. Gibt es da überhaupt noch eine Chance? Andererseits wird man aufgrund des Förderbedarfs aber auch mit fadenscheinigen Lügen von vornherein auf Regelschulen abgelehnt. Kann man da was machen? Ist eine Förderschule denn wirklich so schlimm, wie man uns das gerne vermitteln würde? Ich weiß nicht weiter.

swante
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Beitrag von swante »

Hi

Aus welcher Gegend kommst du?
Bei uns ("Großstadt") gibt es mehrere Träger (Lebenshlfe, VKM, die I-Helfer anbieten. Pflegedienste haben hiermit bei uns nichts zu tun.

Aus wir letztes Jahr um diese Zeit uns um einen Schbegleiter bemüht haben, wurden wir von allen Parteien komisch angeschaut, da es ja noch so früh wäre.

Gruß,
Sven
Sohn: atyp. Autist (*3Q/2011)

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Christine Sp.
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Beitrag von Christine Sp. »

Hallo Maddia,

wir hatten in der Grundschulzeit Schulbegleiter vom Arbeiter-Samariter-Bund.
Allerdings waren das FSJ-ler, also Schulabgänger ohne einschlägige Ausbildung.
Meinst Du mit kommendem Schuljahr das neue Halbjahr, oder September 2018 ? Fachkräfte sind natürlich leider schwieriger zu bekommen.

Gruß
Christine
Christine Sp. (1970) mit Niclas (2004)
ICP mit beinbetonter Tetraparese
Seit Sept. '15 Regelschüler an einer Realschule

GerritsMama
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Beitrag von GerritsMama »

Hallo maddia, e
Bei uns wirbt die Caritas, dass sie Schulbegleiter stellen.
Unser Mädel vom FeD ( Lebenshilfe) hat auch mal als Schulbegleiung gearbeitet.

LG Silke
Gerrit *08/2013, 34+1 SSW, MOPD Typ 1, globale Entwicklungsstörung, Neurodermitis,
Z.n. chronischer Bronchitis, V.a. Bronchitis obliterans, V.a. variablen Immundefekt, und andere kleinere Baustellen
Sophia *03/2009, gesund

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo maddia,

ist dein Kind beim Jugendamt oder beim Sozialamt als Träger der Eingliederungshilfe?
Je nachdem gibt es in den Städten/Landkreisen Trägervereine, die Schulbegleitungen stellen. Das ist zb oft die AWO, Caritas, die oben schon genannten, und Vereine aus der lokalen Behindertenarbeit.
Es gibt eine Liste von Trägern hier, vielleicht ist was dabei:
phpBB2/viewtopic.php?p=2082173#2082173

Förderschulen sind nicht „schlimm“, aber mit Regelkindern, in der Regelschule, lernt ein Kind gewöhnlich schon mehr, und hat auch viel mehr gesellschaftliche Teilhabe, auch mehr Chancen auf einen Schulabschluss, als an der Förderschule.
Dabei kommt es natürlich aber drauf an, wie die einzelne Schule arbeitet - pauschal kann man da wenig sagen.

Grüße
Engrid
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maddia
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Beitrag von maddia »

Hallo,

leider laufen die Links in Leere.

Aber grundsätzlich sind alle diese angefragt und bei allen lautet die Antwort nein. Der Bedarf ist zu hoch, das Angebot nicht vorhanden. Es gibt keine Fachkräfte, die zu diesen Bedingungen arbeiten wollen, das ist das Problem.

Die gesellschaftliche Teilhabe an der Grundschule ist zur Zeit nur in der Schule selber gegeben. Aufgrund der Besonderheit meiner Tochter haben die Eltern der anderen Kinder den Umgang außerhalb der Schule verboten.

Ich hätte nur gerne mal gewusst, wie das Verfahren ist. Wie kommt man an die Förderschule, woher bekommt man die Info, welche überhaupt geeignet ist? Wir mussten in der Schule für die Regelschule unterschreiben, da sind wir doch jetzt raus, oder?! Vom Schulamt bekommt man leider keine Antwort.

Eine möglicherweise in Frage kommende Schule werden wir die Tage mal kontaktieren, aber ich fühle mich hier sehr allein gelassen. Die Schule reagiert gar nicht auf das Thema, die verweigert mir das schlicht und einfach. Meine Tochter gehöre nicht auf die Förderschule, dabei liegt die Entscheidung bei mir. Ohne SB kann sie nämlich nicht an die Regelschule, kommt da nichtmal alleine hin, aber das hat die in der Schule oder auch vom JA beim HPG überhaupt nicht interessiert. Würde lieber heute als morgen da weg, aber das geht jetzt natürlich nicht.

Naja, mehr als abwarten kann ich wohl nicht. Möglicherweise stehen wir dann im Sommer ohne Schule da, das ist schon andere passiert.

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

abwarten ist mit Sicherheit die ungünstigste aller Möglichkeiten.
Grabe mal hier im Forum, welche Wege man beschreiten kann, um selber eine SB zu finden, die du dann beim Träger anstellen lassen kannst.
Überlege, ob es unbedingt eine Fachkraft sein muss, wir fahren gut mit Quereinsteigern und jungen Leuten in der Orientierungsphase.
Lass dir die Notwendigkeit einer SB vom Facharzt, also KJP, bescheinigen, ebenso von der aufnehmenden Schule. Damit kannst du dem JA Druck machen.
Schau dir die in Frage kommenden Förderschulen alle an, sprich dort mit den Leuten. Dort erfährst du auch, ob dein Kind genommen würde und wie das Prozedere ist.
Vernetze dich vor Ort mit Selbsthilfegruppen, Interessenvertretungen, dort gibt es viele gute Infos.

Grüße
Engrid
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maddia
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Beitrag von maddia »

Uff, das ist eine Menge. Inwiefern soll oder kann ich dem JA Druck machen? Das verstehe ich jetzt nicht. Soweit ich jetzt verstanden habe, kommt nur eine Schule im Kreis in Frage und die liegt räumlich sehr ungünstig. Aber wir werden sie kontaktieren. Nur die Zeit eben, ich kann überhaupt nicht und mein Mann auch nur wenig. Wir müssen ja auch noch arbeiten.

Und von den Ämtern bekommt man eben keine Antwort, die sagen immer, man soll abwarten. Man kann ja nichts erzwingen. Die müssen uns doch was anbieten bei dem Förderbedarf, oder nicht?! Bis jetzt haben sie halt nicht.

lisa schrenk
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Beitrag von lisa schrenk »

Hallo Maddia,

leider hast du nicht geschrieben in welchem Bundesland ihr lebt. Schule ist nämlich Ländersache und daher kann auch die Schulbegleitung unterschiedlich organisiert sein.

Welche Einschränkungen hat dein Kind? Wenn sie geistig oder körperbehindert ist, ist das Sozialamt zuständig. Sonst das Jugendamt. Beantrage bei dem entsprechenden Amt eine Schulbegleitung. Die wissen oft auch, welche Anbieter es in der Region gibt.

Mache bei der betreffenden Förderschule einen Beratungstermin. Dann bist du schon weiter. Wir haben uns bewußt für eine Förderschule entschieden. Dort sind kompetente Lehrkräfte und eine gute Anbindung was Therapien angeht. Auch an einer Förderschule ist eine Schulbegleitung möglich. Meine Tochter hat eine.

Unterschreiben solltest du erstmal nix. Frag bei eurem Schulamt nach einem Inklusionsberater. Bei uns im Kreis gibt es welche. Aber auch das ist verschieden.

Übrigens: "räumlich ungünstig" Wichtig ist, ob die ausgewählte Schule die richtige ist - nicht wie weit entfernt sie ist. Mein Kind fährt auch 60 Minuten zur Schule. Ich kenne Kinder, die 90 minuten und länger gefahren sind.

LG Lisa
Botho (1962), Lisa (1965), Freya (2007)
Sie ist stark entwicklungsverzögert und hat Pseudo Lennox. Sonst ist sie ein liebes, fröhliches Kind, das uns viel Freude macht.

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

das ist genau das, worauf die Ämter spekulieren: dass du dich hinhalten lässt, weil du „nichts erzwingen kannst“. Damit sparen die eine Menge Geld, sogar wenn dein Kind dann doch eine SB bekommt, weil es nicht läuft in der Schule, haben sie dann ein paar Monate Gehalt gespart ...

Die Schulbegleitung, wenn der Facharzt und idealerweise die aufnehmende Schule sie für nötig erachten, ist ein Recht deines Kindes, denn sie dient dazu, die gesellschaftliche Teilhabe, konkret hier die angemessene Schulbildung deines Kindes zu ermöglichen.
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__35a.html
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxii/53.html
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxii/54.html
Das JA ist verpflichtet, das Recht deines Kindes umzusetzen. Im Extremfall kannst du mit Selbstbeschaffung der Leistung drohen ...
Natürlich muss man diplomatisch und freundlich bleiben. Aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob die freundliche kooperative Mutter ihre Rechte kennt oder nicht ... :wink:
Und bitte nicht auf telefonische oder generell mündliche Aussagen verlassen.

Diese Grundeinstellung brauchst du übrigens auch in der Förderschule: denn auch da muss man als Eltern hinterher sein, dass das Recht auf Bildung zum Besten des Kindes umgesetzt wird.

Grüße
Engrid
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