Testung Agentur f. Arbeit, medizinpsych. - Erfahrungen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Iris15
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Testung Agentur f. Arbeit, medizinpsych. - Erfahrungen?

Beitragvon Iris15 » 26.10.2017, 16:08

Hallo ins Land. Unser Sohn hat nächste Woche den Termin zur medizinpsychologischen Untersuchung/Testung. Auf Nachfrage hörte ich, dass zunächst ein Gespräch mit einer Psychologin wäre, danach dann eine Testung über mehrere Stunden inkl Pause und danach noch mal ein Psychologengespräch. Wenn unser Sohn einverstanden ist, darf ich bei den Gesprächen dabei sein. Da war ich baff. Ich finde, ich muss dabei sein. A. kann doch seine Situation und das Ganze drum und dran gar nicht adäquat schildern.....

Nun. Meine Frage ist eine andere. A. erhielt zur Vorbereitung auf die Testung eine Broschüre der AfA. Darin sind seitenweise Aufgabenstellungen aus den Bereichen Mathematik Deutsch , Allgemein- u Politikwissen. Es ist eine Vorbereitungbroschüre für Schulabgänger, die sich auf Auswahlverfahren vorbereiten möchten. Die kein "Gesundheitliches Problem" haben. Ich fragte die Dame dort heute, ob das so richtig sei.... Sie meinte, ja. Die Probleme würden bei der Auswertung berücksichtigt. Ich bin mir nicht sicher, welchen Sinn das macht. Bei bloßer Durchsicht bin Ich mir jetzt schon sicher, dass viiiiele der Aufgaben für A. Nicht zu lösen sind.... welche Erfahrungen habt Ihr denn mit diesem Test gemacht?

VG
Iris
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi

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Monika BW
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Beitragvon Monika BW » 26.10.2017, 18:55

Hallo Iris,

ich kenne diese Testung , da meine beiden Kinder, dies machen mußten. wegen ihre "Einschränkungen".
Grad auf Grund dessen, das manche nicht adäquat alles schildern können, wird man feststellen können , wo die genauen Defizite bestehen, und wo man dann am besten "lernen" kann, ob Einrichtung oder doch offener Arbeitsmarkt. Man möchte auch die Person persönlich kennen lernen und nicht nur nach den Akten zu beurteilen.

Diese Broschüre zeigt dir nur an was alles dran kommen könnte,aber jede Person die an diesem Tag zur Testung erscheint,bekommt seinen auf Ihnen eingerichteten Computer, wo seine Fragen beantworten kann(Es kommen immer mehrere zu dieser Testung in den Raum).Grad so können sie feststellen wo genau er Schwierigkeiten hat oder wo er genau überdurchschnittlich begabt ist.

Bei der Auswertung und Beurteilung dieser Test werden auch die "Defizite" berücksichtigt die vorliegen,z.b.Durch Arztberichte und der gleichen.

Ich muß ehrlich sagen, ich war shr verwundert das bei meinen Kinder Fähigkeiten zum Vorschein kamen mit denen ich als Mutter nicht gerechnet habe.

Meine Tochter (21) war erst zur Berufsvorbereitung und Berufsfindung in der SRH Neckargemünd und nun lernt sie seit gut 2 Jahren Elektronikerin für Geräte und Systeme.

Habe ich ihr selber nicht zugetraut. Aber sie macht sich.

Also erstmal alles in Ruhe angehen.
Ich hoffe ich konnte dir einges helfen.

Liebe grüße

Mona

Ines73
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Beitragvon Ines73 » 27.10.2017, 00:04

Auch unser Junioren mussten dorthin.
Junior A ist Asperger Autist und ich dachte auch, er redet sich um Kopf und Kragen bzw. kann bei Überforderung wegen der vielen anderen im Raum nicht zeigen, was er wirklich drauf hat.
Heraus kam aber eine ziemlich gute Einschätzung seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten und eben natürlich auch, dass ihr viele Menschen überfordern und er deshalb in einem Berufsbildungswerk mit kleinen Klassen gut aufgehoben ist.

Der kleine Junior musste zum psychologischen Test und hat alles boykottiert- das Ergebnis steht noch aus und ich bin seeehr gespannt.

Viel Glück wünscht ines73

Olivia11J
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Beitragvon Olivia11J » 29.01.2018, 22:13

Meine Tochter hat diese Testung auch durchlaufen und ich bin nicht so glücklich mit dem Ergebnis: zwar hat sie definitiv und fraglos in manchen Teilbereichen massive Defizite, in anderen allerdings gar nicht.
Trotzdem kam dabei heraus, dass man ihr keinerlei Ausbildung zutraut (d.h. sie bekommt keine theoretisch vereinfachte und begleitete bewilligt) und sie eher sogar in einer Werkstatt gesehen wird. Das halte ich für eine glatte Fehleinschätzung (auch wenn ich die Mutter und befangen bin) :wink:
Mona mit Tochter (17) mit IQ 82, Depressionen, Ängsten, von der Schule geflogen, Verweigerungshaltung ...

Sinale
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Beitragvon Sinale » 29.01.2018, 23:33

Hallo Zusammen,

ich musste diese Testung vor langer Zeit in meiner Jugend auch durchlaufen und es war furchtbar. Ich erinnere z. B. dass ich als feinmotorisch stark eingeschränkte Person einen Draht in eine bestimmte Form biegen können musste. Die Zeit, die ich dafür brauchen sollte, wurde mittels einer Stoppuhr gemessen..... Ergebnis war die Werkstattfähigkeit.....

Ich habe dennoch meinen beruflichen Weg gemacht und eine Werkstatt nie von Innen gesehen.

Unglaublich, dass solche Tests heutzutage noch immer gemacht werden und wohl derart aussagekräftig für die Zukunft von manchen Betroffenen sein können.

Iris, ich wünsche deinem Kind sehr einen positiven Test!
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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Beitragvon bettina_mal3 » 04.02.2018, 12:52

mein Sohn hat so gut abgeschnitten,dass eine theorie reduzierte Ausbildung nicht in Frage kommt und leider auch keinerlei Förderung.So geht er jetzt in ein Berufsvorbereitungsjahr an einer Berufsschule und schlägt sich relativ gut.Wohin der Weg weiter gehen wird,da bin ich allerdings überfragt.Er hat allerdings "nur" ADS und ist an der Grenze zur Lernbehinderung
Liebe Grüße von Bettina(Rheuma,ADHS)
L.J.(2/99) ADHS,V.a.Asperger Syndrom,Dyskalkulie,Tourette Syndrom
L.F.(4/00) ADHS
H.J.(9/02) ADHS
P.K.(6/08)NF1,schwere auditive Wahrnehmungsstörung
N.K.(7/10) selektiver Mutismus
E.J. (10/14) NF1


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