Kindergeld bei erwachs. Kind (26 J) - Autismus/Studium/SBA

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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C.E.M.Alma
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Kindergeld bei erwachs. Kind (26 J) - Autismus/Studium/SBA

Beitragvon C.E.M.Alma » 25.10.2017, 21:32

Hallo zusammen,

ich war schon lange hier nicht mehr aktiv.
Inzwischen ist meine autistische Tochter (Asperger Syndrom, ziemlich ausgeprägt) 26, 5 Jahre und studiert an einer Uni mit Studienbegleitung (Eingliederungshilfe SGB XII); sie hat - auch nach der Neuüberprüfung- einen SGB mit GdB 80 und den Mz. G, B, H.
(Der SBA war gültig bis Oktober 2017 und jetzt bis 2021; gültig ab 1998)

Sie lebt in unserem Haushalt und ist auf Begleigtung angewiesen.
Das Studium wird sie nicht in der vorgesehenen Regelstudienzeit schaffen.

Sie bezieht Bafög (reduzierten Betrag).

Pflegegrad 2

Nun gibt es Probleme mit der Familienkasse: es gab eine Überprüfung und ich habe "brav alles eingereicht". Habe angegeben, was verlangt wurde.

Heute bekamen wir Post:
Betreff: Kindergeld nach dem Einkommenssteuergesetz (EStG)
hier: Beteiligung des Ärztlichen Dienstes / Berufspsychologischen Servie der Agentur für Arbeit.

Im Schreiben steht, dass anhand der vorgelegten Unterlagen nicht festzustellen sei, ob unsere Tochter, aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sei, ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbtätogkeit sicherzustellen.

Die Familienkasse schlägt also zur Klärung dieser Frage eine Untersuchungf des "Kindes" durch den ärztlichen Dienst/Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit vor!

Dann der Hinweis, dass es keine Verpflichtung gäbe sich untersuchen zu lassen ABER dann steht: kann jedoch in diesem Fall nicht festgestellt werden, ob ein Anspruch auf Kundergeld besteht, würde der Antrag abgelehnt und die Kindergeldfestsetzung für unsere Tochter aufgehoben werden.

Wir sind ehrlich gesagt erschüttert und verstehen nicht, was das jetzt soll.
Unsere Tochter "schlägt" sich mit Höhen und Tiefen durch das Studium, benötigt eine Rundumbegelitung, wird zur Uni befördert und wieder abgeholt (das weiß sie Familienkasse übrigens, dass sie über die Eingliederungshilfe eine Studienbegleitgung hat.)

Unsere Tochter würde sehr gerne zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, wenn sie KÖNNTE! Sie kann aber nicht!

Untersuchungen durch den Amtsarzt sind für sie wirklich schlimm!

Was können wir tun?
Reicht nicht der SBA - mit GdB 80 und den Mz. G, B, H aus?
Reicht es nicht aus, dass sie bisher nicht erwerbstätig sein konnte und aufgrund ihrer schulischen Umwegen (Regelschule, Förderschule, Diagnose, Hauptschulabschluss, BVJ, Regelschule: zweijährige Berufsfachschule mit Abschluss Mittlere Reife; berufliches Gymnasium 3 Jahre (regulär) und Abschluss: allgemeine Hochschulreife = Abitur; danach 1 Jahr Auszeit wegen völliger Erschöpfung und über die angefragte Agentur für Arbeit: keine studienvorbereitenden Maßnahme und auch kein begleitetes Praktikum möglich; Beginn des Studiums im Alter von 22,5 J).

Wir haben eine Frist bis zum 10.11. gesetzt bekommen; wenn wir bis dahin NICHT melden, dass wir die amtsärztliche Untersuchung ablehnen, wird ein Termin hierzu ins Haus flattern.

Was haben wir für Möglichkeiten?

Ist die Vorgehensweise der Familienkasse rechtens?
Sie haben ja bis "jetzt" das Kindergeld ja auch ohne Weiteres ausbezahlt!

Ich bin um jeden Tipp, Urteil dankbar!

Besten Dank und einen schönen Abend
C.E.M.

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Karin651
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Beitragvon Karin651 » 25.10.2017, 21:44

Hallo,

ich kenn mich zwar nicht damit aus, aber ich denke, um eine Amtsärztliche Untersuchung werdet ihr nicht drum rum kommen.
Dann wird er das aber auch ganz schnell feststellen, das eure Tochter nicht Arbeiten kann.

Gruß Karin651
Liebe Grüße Karin, mit Hans (17) Muskeldystrophie Typ Duchenne

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Beitragvon Karin2 » 25.10.2017, 21:51

LG Karin

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Beitragvon C.E.M.Alma » 25.10.2017, 21:56

Danke, Karin.

Aber ich suche tatsächlich nach rechtlichen Grundlagen, um einen solchen Termin für meine Tochter zu verhindern! (Wir haben bereits schon zig! amtsärztliche Untersuchungen und Gutachten erstellen lassen MÜSSEN, die meisten waren schlicht und ergreifend unnötig, zeitaufwendig und für meine Tochter eine demütigende Farce und Stress pur).

Beste Grüße
C.E.M.
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Nr.3: NT, "big brother", xy, kein Student mehr ;), arbeitet :)

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Beitragvon Karin2 » 25.10.2017, 22:09

Hallo,
http://bvkm.de/wp-content/uploads/Kinde ... rung-2.pdf
S 7
Die Behinderung muss ursächlich
für die Unfähigkeit des Kindes sein, sich selbst zu unterhalten.
Hiervon wird nach A 19.3 Absatz 2 DA
-
KG 2016 ausgegangen, wenn

im Schwerbehindertenausweis des Kindes das Merkmal „H“ (hilflos) eingetragen ist
.....
oder

der Grad der Behinderung (GdB) 50 oder mehr beträgt und die Schul
-
oder Berufsausbildung
eines Kindes aufgrund seiner Behinderung über das 25. Lebensjahr hinaus fortdauert.
LG Karin

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Beitragvon C.E.M.Alma » 25.10.2017, 22:32

Karin2, Danke.

Hatte ich zwar heruntergeladen aber noch nicht gelesen!

Tja was soll man da noch sagen:
[...] Die Behinderung muss ursächlich für die Unfähigkeit des Kindes sein, sich selbst zu unterhalten.
Hiervon wird nach A 19.3 Absatz 2 DA-KG 2016 ausgegangen, wenn
*im Schwerbehindertenausweis des Kindes das Merkmal „H“ (hilflos) eingetragen ist....
oder
*der Grad der Behinderung (GdB) 50 oder mehr beträgt und die Schul- oder Berufsausbildung eines Kindes aufgrund seiner Behinderung über das 25. Lebensjahr hinaus fortdauert. [...]

Fühle mich von der Familienkasse nicht gut beraten; hatte mit denen nämlich telefonischen Kontakt: habe alles "brav" gemacht, was sie wollten: musste das Pflegegeld und Bafög (240 Euro/Monat; die Hälfte hiervon ist ein Darlehen) auflisten und und und.

Jetzt so etwas! Und der Hammer ist, dass wenn ich den Termin ablehne, wird die Familienkasse das Kindergeld aussetzen. Das schreiben ist sehr "geschickt" formuliert!

:roll: :roll: :roll:
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Beitragvon Karin2 » 25.10.2017, 22:57

Hallo,
versuch es mit einem ärztlichen Attest, dass SB 80 und welche Merkzeichen vorliegen und, dass es Ihr derzeit aus ärztlicher Sicht nicht zugemutet werden kann, sich beim Arbeitsamt(?)/Amtsarzt psychologisch untersuchen zu lassen.
LG Karin

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Beitragvon C.E.M.Alma » 25.10.2017, 23:08

Das ist eine sehr gute Idee. Danke Karin2. :)
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Susanne Th.
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Beitragvon Susanne Th. » 26.10.2017, 08:59

Hallo,

im Fall unserer an schwerer Depression erkrankten Tochter (GdB 50/keine Merkzeichen) wurde im vergangenen Jahr eine solche Überprüfung durch die Kindergeldkasse ebenfalls angeordnet.
Die bis dato vorgelegten Atteste des behandelnden Arztes, dass sie aufgrund dieser vor dem 25. Lebensjahr eingetretenen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten genügte nicht mehr.

Also habe ich sämtliche jemals ausgestellten Atteste, jegliche Krankenunterlagen und ein ganz aktuelles Attest zur Agentur für Arbeit geschickt.
Es wurde nach Aktenlage positiv für unsere Tochter entschieden. Das ist meist so üblich, da der Ärztliche Dienst/Berufpsychologische Dienst der Agentur externe Dienstleister sind, bezahlt werden müssen und der Bescheid nach Aktenlage die günstigste Möglichkeit der Prüfung ist.

In einem so klaren Fall wie bei Eurer Tochter glaube ich kaum, dass es zu einer Untersuchung kommen wird, zumal ja bereits amtsärztliche Untersuchungen stattgefunden haben.

Ein Attest, wie von Karin vorgeschlagen, dass es Eurer Tochter aus ärztlicher Sicht nicht zugemutet werden kann, sich erneut untersuchen zu lassen, würde ich beifügen.

LG
Susanne

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Michi104
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Beitragvon Michi104 » 26.10.2017, 15:55

Hallo,

gab es denn mal eine Untersuchung - in der Vergangenheit DRV oder so.
Das sie auf Grund ihrer Behinderung nicht arbeiten kann?

Hat die Familienkasse eine Kopie von diesem Schreiben?
Hat die Familienkasse eine Kopie des SBA mit dem Merkzeichen H?

Eine Überprüfung alle paar Jahre kenn ich auch - es besteht ja die möglichkeit,
das der jenige doch irgendwann für seinen eigenen Unterhalt arbeiten kann.

Grüße Michi


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