AVWS Diagnostik trotz weiterer „Baustellen“?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 20.10.2017, 09:31

Hallo Alex,

mein Sohn wirkt u.a. durch die auditive Störung mental deutlich eingeschränkter als er ist.

Wenn man alles nur so halb versteht wie alle anderen, muss man sich doch erstmal orientieren. Das kostet Zeit und wird nicht selten als hilfloses Herumblicken oder lange Leitung missinterpretiert ...

Das können manche Fachleute sehr gut erkennen und andere .... sind derart blind, dass es weh tut!

Ich habe seit dem 9. LJ durch eine Scharlach-Infektion ebenfalls auditive Probleme und konnte Englisch mündlich erst verstehen, als ich es schriftsprachlich gerlernt hatte :o Hat auch kein Lehrer gemerkt. Diktate waren für mich trotz sehr guter Rechtschreibung in Aufsätzen ebenfalls der Horror. Ich war eine gute Kompensiererin, aber der Stress, den ich bei Diktaten empfand, war furchtbar.

Ich hatte übrigens kürzlich eine Situation, in der ich meinem Sohn erklärt habe, dass alle Nomen, die mit e enden, den Begleiter "die" haben.
(Er kann in jedem Text Verben, Nomen und Adjektive sehr zuverlässig erkennen, selbst wenn sie alle klein geschrieben sind.)

Sohnemann grinste und tippte spontan "Dusche" ins Ipad ... (es standen jede Menge Beispiele auf der Seite, aber nicht "Dusche" und "Dusche" ist nicht gerade ein Wort, dass er aktiv verwendet, weil er sie toll fände oder so ...)

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 20.10.2017, 09:33

Ach so: Und ich habe bei der Hörspaß DVD selber grottenschlecht abgeschnitten :shock: :shock: :shock:

LG
Angie
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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 20.10.2017, 11:04

Hi Angie,

wir geraten hier irgendwie nur an „Experten“, die nicht mal hinsehen, die ihr Urteil fällen, ohne auch nur eine Sekunde dem Kind gewidmet zu haben.
Meine Tochter hat bei Arztbesuchen zudem eine Untersuchungsstarre. Sie ist dann extrem still, angepasst, nicht wissend, was genau auf sie zukommt. Sie hat eben auch schon viel belastendes erlebt, was sie misstrauisch macht.

Wenn wir das aber so erklären, sieht man regelrecht in den Blicken ein „die Eltern wollen es wohl nicht wahrhaben“. Was zumindest in unserem Fall Quatsch ist (es mag solche Eltern aber durchaus geben).
Einmal hatten wir ein sehr langes Gespräch mit besagtem Arzt, es gab vieles zu klären und wir waren sicher 1,5 Stunden dort.
Irgendwann wurde unsere Tochter warm, fing an zu reden und ließ sich auch auf ein ironisch orientiertes Gespräch mit dem Doc ein. Er war dann doch überrascht, dass sie auf „Schnabel auf“ den Mund öffnete und auf „Klappe zu“ wieder schloss. Nicht mal das hatte er ihr zugetraut. :roll:

Ich sehe einfach wenig unvoreingenommene Menschen im Umgang mit meinem Kind und wenn das dann auch noch welche sind, die im SPZ oder in der Förderschule sitzen, dann ist mein Vertrauen dahin. Es nimmt sich einfach niemand die Zeit, das Kind überhaupt halbwegs kennenzulernen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Kind in solchen Situationen (mit ihren feinen Antennen) inzwischen oft nur noch „weiß nicht“ oder „kann ich nicht“ antwortet, weil sie genervt ist und es dann erst gar nicht versucht...

Angie, wie wurde bei euch denn die AVWS diagnostiziert? Und von wem?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Elke35
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Beitragvon Elke35 » 20.10.2017, 11:30

Hey, ich fühle total mit dir. Uns ging es wirklich ähnlich.

Und grad das Erkennen ob ein Kind kognitiv etwas nicht versteht oder ob es auditiv etwas nicht verarbeiten kann, das ist extrem schwer und ich finde, das kann man mit solchen Entwicklungstests auch nicht wirklich rausfinden, denn dort werden die Aufgaben nun mal auditiv gestellt, es geht über Stunden so ein Test und die auditive Aufmerksamkeit benötigt extrem viel Konzentration, das Kind muss alles kompensierern und ist dann nach 30 min vielleicht schon k.o. und kann nicht mehr.....es wird dann aber ausgelegt, als ob es nichts kapiert. Es ist schwer....

Bei uns kam bei so einem Test raus, dass das Kind im Bereich Lernen gut ist. Er kann gut lernen, sich was merken und auch wiedergeben. Das war unser Glück, denn somit ist eine Lernschwäche ausgeschlossen worden. In anderen Bereichen, wo einfach die Informationsverarbeitung getestet wurde hat er eben - erwartungsgemäß - nicht so toll abgeschnitten, denn genau DAS ist ja eine AVWS....

Und eigentlich sollten die FAchleute das unterscheiden können, aber glaub mir ich hab mich oft gefragt, wo manche so ihren Titel oder ihr Diplom herhaben..


Lg

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 20.10.2017, 11:50

Hallo,
die AWVS ist nur eine starke Vermutung von Logo und Kommunikationsspezialist. Auf die Diagnostik haben wir verzichtet.
Es ändert nichts am Umgang mit dem Kind. Wer sich aufs Kind einlassen will, handelt entsprechend und erlebt das Kind dann auch anders. Wer nicht, nicht. Und das unabhängig von Diagnosen ...Und ich kann eben nur einen Teil der Menschen aussuchen, mit denen mein Kind in Kontakt kommt. Das ist dann halt so ...
ABER: Ich lasse mich nicht mehr ermutigen - und der Erfolg gibt mir recht :lol:

LG
Angie

PS: Mit der Behinderung meines Kindes konnte ich schon immer gut leben. Die selbstgefällige Art mancher Spezialisten ist da schon deutlich schwerer zu ertragen. Entweder du gibst ihnen Recht: Dann hast du deinen Job als Mutter gut gemacht. Oder du hast eine andere Meinung, Dann willst du eben die Behinderung deines Kindes nicht wahrhaben.
Ich habe dazu eine andere Theorie: Mein Kind ist so komplex, dass manche Fachleute nicht mehr weiterwissen.
Statt sich das einzugestehen und ggf. fortzubilden, werden Eltern und Kind abgewertet :twisted: Oft ein glasklare Projektion - und das von Menschen mit jahrelanger psychologischer Ausbildung :twisted:
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Beitragvon MajaJo » 20.10.2017, 11:54

Liebe Alex,

das, was Angie eben als P. S. schrieb ist auch meine Theorie. In dem Moment, wenn ein Kind nicht nach Lehrbuch behandelt werden kann, sind die Eltern Schuld. Achso, nicht nur beim Kind, sondern habe ich sogar schon bei mich behandelnden Fachärzten erlebt - Omm :) Auch wenn Dir das jetzt fachlich nicht weiterhilft.

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 20.10.2017, 12:17

Ach und noch was: Weise niemals einen Experten darauf hin, dass er möglicherweise gerade etwas in dich projeziiert, was in ihm selbst ist. Die meisten Experten dieser Art können es nicht mal vertragen, wenn du ihre Projektion über dich freundlich " Das sehe ich anders ..." zurückweist. Das bestärkt sich dann nämlich noch in ihrer Meinung, dass du eine WIRKLICH unbelehrbare Mutter bist. Ich habe mittlerweile großtenteils :oops: gelernt zu schweigen ... und zu versuchen zu verstehen, dass hinter dieser Arroganz wahrscheinlich die (noch) mangelnde Selbstbetroffenheit von unkontrollierbaren Ereignissen steht.
Wenn bis jetzt immer alles gut gegangen ist (und aus Angst davor, dass die Phase irgendwann bei jedem Menschen vorbei ist) entwickeln nun mal viele Menschen einen Art Allmachts-Illusion ...
Wie zerstörerisch ein solches Verhalten für hilfesuchende Menchen sein kann, wird dann oft erst begriffen, wenn man sich unverhofft plötzlich auf der anderen Seite wieder- und ähnlich gestrickten Experten gegenüberfindet :idea:
Das liegt irgendwie in der Natur des Menschen. SIch darüber zu ärgern macht keinen Sinn. Eher sich zu freuen, wenn es mal nicht so läuft ... und das Fremdurteil nicht üer das Selbsturteil stellen  8)

LG
Angie
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Beitragvon Alexandra2014 » 20.10.2017, 12:21

Ach, ihr seid so lieb! :D

So schlimm es ist, tut es auch gut, zu wissen, dass man nicht die einzige ist, die mit solchen Leuten zu tun hat. :oops:

Nach den Ferien haben wir ein Gespräch in der Schule. Mal sehen, was die Klassenlehrerin zur AVWS meint.

Für uns ist die reine Diagnose in Bezug aufˋs Kind auch nicht wirklich wichtig. Aber für die Berücksichtigung in der Schule, wäre es nicht unwichtig etwas schriftlich zu haben. Aber ich denke, das kann vielleicht auch unsere Logo beim nächsten Mal im Bericht mit einbringen. :)

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Elke35 » 20.10.2017, 17:17

Wichtig ist, Alexandra, dass Du nie aufhörst für dein Kind zu kämpfen!!!

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Beitragvon Alexandra2014 » 20.10.2017, 18:12

Wichtig ist, Alexandra, dass Du nie aufhörst für dein Kind zu kämpfen!!!
Das sowieso, da sind wir uns einig! :D


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