Inkontinenz und Schule - Hätte gerne eure Erfahrungen

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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AlexandraB.
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Inkontinenz und Schule - Hätte gerne eure Erfahrungen

Beitrag von AlexandraB. »

Hallo ihr Lieben,

in einem Jahr kommt unsere Kleine in die Schule. Schon lange mache ich mir Gedanken über ihre Inkontinenz. Lange sah es so aus, als wenn es sich regeln würde, da die Voraussetzungen gut waren. Oftmals kommt es anders. Nun ja, ich würde euch gerne bitten mir eure Lösungen, Erfahrungen usw. mitzuteilen. Ich möchte halt ganz gerne von der klassischen Windel weg. Urin kriegen wir bis dahin in den Griff mit Oxybutinin und Katheter. Was ist aber mit dem Stuhlgang?
Uns wurden jetzt Analtampons empfohlen, für Kinder ab 6 geeignet.
Hat damit wer Erfahrungen?

Also ich bin über jede neue Anregung dankbar. Toll fände ich es auch wenn ihr kurz erläutert wie eure Kinder so damit zurecht kommen.
Oder wenn ihr euch weiterhin für Windeln entschieden habt, wieso? Wie kommt euer Kind damit in der Schule zurecht? Wie nehmen das andere Kinder auf?

Liebe Grüße
Alex

IlonaN
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Beitrag von IlonaN »

Hallo Alex,
mein ehemaliger PS wurde bis ca. 11 Jahren mit windeln voll versorgt. In der Schule gab es diesbezüglich nie Probleme. Ab ca. 8 Jahre hab ich ihm die Höschen Slip Windeln angezogen. Er war in einer schule für geistige Entwicklung.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

mama123
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Beitrag von mama123 »

Hallo Alex,
mein Sohn war aufgrund einer Rückenmarkserkrankung komplett inkontinent. Er hatte immer die Pants, also diese Höschen-Windeln an. Was den Stuhlgang anging, wurde sein Darm mit dem Coloplast Irrigations-System jeden Abend gezielt entleert, so dass wir sicher sein konnten, dass in der Schule kein "Unfall" passiert. Er ist damit sehr gut klar gekommen und hat sein Problem auch offen in der Schule angesprochen, so dass seine Klassenkameraden Bescheid wussten. So waren auch Klassenfahrten ohne Problem möglich.
Mit 10 Jahren hatte er dann eine Rückenmarks-OP. Ziemlich schnell hatte er dann den Urin unter Kontrolle. Beim Stuhlgang hatten wir schon jede Hoffnung aufgegeben, aber ca. 4 - 5 Jahre nach der OP hatten sich dann wohl doch die Nerven regeneriert, so dass er nun schon sein einigen Jahren auch den Stuhlgang unter Kontrolle hat.
Er ist auf eine ganz normale Grundschule und dann auf das Gymnasium gegangen. Wie geschrieben, wussten seine Klassenkameraden Bescheid und so war er im Schullandheim, im Skikurs und sogar mit der Schule in der Türkei.

Falls du noch mehr Fragen hast, melde dich.
Viele Grüße
Dagmar
Dagmar mit Ehemann M., S. (5/94), B. (09/97, Syringomyelie), M.(01/2000, Absencen-Epilepsie)

Annileinchen
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Beitrag von Annileinchen »

Warum glaubst Du, dass es wegen Windeln Probleme geben sollte? Wie oft wäre denn ein Windelwechsel während des Schulvormittags nötig?

Kinder merken das nicht unbedingt, wenn Du eine gute Schulbegleitung hast. Außerdem gehen die, wenn sie es von Anfang an so kennen, viel unverkrampfter mit Behinderungen um als viele Erwachsene. Du glaubst gar nicht, wie viele dann plötzlich erzählen, dass sie einen behinderten Cousin oder so haben, bei dem das auch so ist...

Also, keine Panik. Vorher in der Schule alles klären und die Pflege regeln, dann sollte alles gut sein.

Liebe Grüße

Annileinchen

AlexandraB.
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Beitrag von AlexandraB. »

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank schon mal für eure Antworten.

Das mit den Windeln ist halt so eine Sache, sie möchte eigentlich keine mehr tragen. Zu Hause klappt das auch ganz gut, reicht aber für draußen nicht. Und ich denke halt, wenn es Möglichkeiten gibt, sollte wir ihr das ermöglichen. Sie wird in eine Regelschule gehen. Man weiß nie wie oft man wechseln muss. Den einen Tag vormittags gar nicht, am anderen Tag kann es 3-4 mal sein.
Es ist auch schon lange ihr Wunsch bis zur Schule keine Windel mehr zu tragen. Sie sagt, sie möchte dann wie alle anderen ohne gehen, weil Windeln was für Kleine sind :-) Naja, nun liegt es auch an uns Alternativen zu finden.

Liebe Grüße
Alex

Anna-Alice
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Beitrag von Anna-Alice »

Hallo Alex,

ich kenne mich mit den von Dir genannten Analtampons nicht in Bezug auf die Nutzung durch Kinder, aber allgemein (bei Menschen mit CED finden sie auch häufiger Verwendung) ein bisschen aus... meines Erachtens bestimmen zwei Aspekte ganz wesentlich die (Nicht-)Nutzung:

Der Stuhlgang darf erstens an sich nicht zu flüssig sein, denn die Tampons schliessen nicht absolut "dicht". Zweitens sollte der Stuhlgang insofern "planbar" sein, als dass der Darm vor dem Einsetzen des Analtampons entleert sein sollte, weil dieser sonst beim Stuhlgang durch die Peristaltik mit ausgeschieden wird.
Weitere Aspekte: Auf jeden Fall muss man testen, ob diese Form von Inkontinenzhilfsmitteln überhaupt vom Kind toleriert wird (gegebenenfalls Gewöhnungsphase mit einplanen) - denn ein Fremdkörpergefühl ist zumindest erstmal auf jeden Fall vorhanden und dieses kann unter Umständen auch den Stuhldrang erhöhen. Auch muss man schauen, mit dem Produkt welchen Herstellers man gut zurechtkommt (es gibt unterschiedliche Formen).
Falls Analtampons sich als nicht passend erweisen, könnte Irrigation eine Alternative sein.

Viele Grüße,
Anna

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