Bahnreise - der Halt am Zielbahnhof entfällt

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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Sigrid Zas
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Bahnreise - der Halt am Zielbahnhof entfällt

Beitragvon Sigrid Zas » 23.08.2017, 10:57

Hi,

ich habe mal eine Frage zu den Entschädigungen bei der Bahn für Verspätungen.

Ich bin mit meiner Tochter mit einer Kind-Fahrkarte und ich als
Begleitperson von Berlin nach Wolfsburg gefahren.

Leider entfiel der Halt in Wolfsburg und so mussten wir bis Braunschweig mitfahren und dann mit Regio zurück nach Wolfsburg ...
Die Verspätung betrug mehr als 2 Stunden und so würden uns 50% des Fahrpreises als Entschädigung zustehen.

Nun ist das bei einer Kinderkarte nicht viel. Ist es richtig, dass ich als kostenlose Begleitperson keine Entschädigung bekomme, obwohl ich glaube behaupten zu können, dass ich durch die Verspätung deutlich mehr gelitten habe als andere Fahrgäste?
Hängt der Schaden den man durch Verspätung hat wirklich vom Fahrpreis ab?

Bei der Rückfahrt das gleiche Spiel .... :shock:

vg Sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

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Annette R.
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Beitragvon Annette R. » 23.08.2017, 12:06

Ja ist leider so. Das was die Bahn macht ist echt ein Witz. Als Pendler bekommst du z.B. nur den Anteil deines Monatstickets.....da lohnt es sich noch nicht mal die Anträge für auszufüllen.... :roll:
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

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Beitragvon chrissibaer » 23.08.2017, 14:18

Ja, ist richtig so. Bekommst nur die Hälfte des Fahrpreises. Was auch bei einem Erwachsene nicht wirklich viel ist, wenn man nur 30 Euro bezahlt hat.

Wäre wünschenswert, dass die Bahn zukünftig unabhängig vom Ticketpreis eine Entschädigung zahlen muss, so wie es im Luftverkehr auch ist.

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Beitragvon Sigrid Zas » 23.08.2017, 14:23

Hi,

ich fahr die Strecke oft dienstlich und da ist es mir mit dem fehlenden Halt in Wolfsburg auch schon passiert. Da habe ich auf den regulären Fahrpreis 2. Kl 50 Euro erstattet bekommen und jetzt privat als Begleitperson der behinderten Tochter bekomme ich nichts ...
Das find ich nicht fair ... aber danach geht es ja oft nicht.

lg Sigrid
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Beitragvon Michaela44 » 23.08.2017, 14:32

Ich hatte es mal, dass eine Zugfahrt witterungsbedingt und ungeplant unterbrochen wurde und die Ausweichempfehlung inkl. Schienenersatzverkehr derart kompliziert und langwierig und mit offenem Ende war, dass ich mir dies mit meinem behinderten Kind nicht zutraute. Ich habe mir dann das mit Abstand teuerste Taxi meines Lebens gegönnt und hinterher den Antrag auf Kostenererattung bei der Bahn gestellt. Ich habe das Geld anteilig erstattet bekommen (es gibt da eine Höchstgrenze für Taxifahrten, die habe ich bekommen).
Asperger Autistin
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Beitragvon ulrikez » 23.08.2017, 16:08

Mein Mann bekommt bei normalen Verspätungen nur 10 Euro . Er hat eine Bahncard 100 . Ich finde das ganzschön wenig. Ich als Begleitpeson mit Freifahrtschein bekomme nichts.
Ansonsten immer weiter nerven. Er hat schon Taxis bezalht bekommen ( da sind wir nachts im Hamburg gestrandet). Außerdem Gutscheine für die erste Klasse. Da konnte er nicht austeigen, da die Türen nur auf der anderenSeite geöffnet waren.

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Beitragvon rena99 » 23.08.2017, 16:35

Ich finde das etwas schwierig, eine Entschädigung zu erwarten, wenn man gar keine Kosten hatte. Ich verstehe (und bin bei der Bahn oft selbst betroffen), wie nervig das ist, wenn die Anschlüsse nicht klappen, Züge ausfallen und man viel zu spät ankommt.

Die Frage, die rechtlich zu klären ist, ist die, ob die Entschädigung dafür da ist, das die gekaufte Leistung mangelhaft war (= Teilerstattung des kostenmäßigen Aufwands, so etwas wie Mietminderung bei Schimmel) oder dafür, dass man einen ideellen Schaden in Form von zusätzlicher Zeit und Nerven hatte. Vermutlich könnte man auch noch klären, ob ein zusätzlich erlittener finanzieller Schaden (durch verpasste Termine etc.) der Bahn anzulasten ist.

Erst einmal finde ich den Ansatz, dass nur entstandene Kosten erstattet werden, nicht völlig abwegig.

Genau wie Michaela, habe ich ganz gute Erfahrungen mit indivduellen Anträgen auf Kostenerstattung gemacht.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)


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