ab 2018 sollen HH-Beamte zwischen GKV und PKV wählen dürfen!

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

Moderator: Moderatorengruppe

Jörg75
Moderator
Moderator
Beiträge: 2343
Registriert: 23.10.2014, 21:17
Wohnort: NDS

Beitragvon Jörg75 » 21.08.2017, 08:39

Moin,
Wir zahlen seit letztem Jahr schon monatlich einen Betrag für die Inanspruchnahme der Beihilfe für Wahlleistungen, wird von der Bezügestelle direkt einbehalten. Wer diesen Betrag nicht zahlen möchte, bekommt von der Beihilfe die Wahlleistungen im Krankenhaus nicht mehr erstattet. Somit ist man da schon einmal der GKV gleichgestellt.
in Niedersachsen gibt es schon seit Jahren (seit mindestens zehn) keine Wahlleistungen mehr von der Beihilfe - die "darf" man sich vollständig privat versichern, wie alle anderen GKV-Patienten auch.

Ansonsten:
Klar will der Hamburger Senat seinen Beamten damit nichts "gutes" tun, denen geht es in erster Linie um Geldersparnis und zweitens darum, das Projekt "Bürgerversicherung", das ja ohnehin die Abschaffung von Beihilfe und der gesamten PKV vorsieht, anzuschieben.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung

Werbung
 
Benutzeravatar
Isigirl
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5045
Registriert: 21.01.2006, 11:40

Beitragvon Isigirl » 21.08.2017, 09:08

Hi,

mir fällt noch ein Privileg ein:

"Freiwillig" Versicherte in der GKV dürfen knapp 1/5 der monatlichen Bruttobezüge für Beiträge der KV und PV berappen, können diese aber im Gegenzug komplett steuerlich geltend machen und "sparen" somit Steuern :roll: :roll: :roll: .

Dennoch schließe ich mich der Frage an, welche Privilegien wirklich gemeint waren.?
Liebe Grüße Kerstin :D
* 1985 spastische Tetraparese und Autistin
Rollifahrerin und von Beruf Justizfachwirtin
Trainerin von inklusiven Rollisportgruppen
selbständige Tier- und Reittherapeutin

Benutzeravatar
*Janne*
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1909
Registriert: 06.01.2012, 16:57

Beitragvon *Janne* » 21.08.2017, 12:40

Oh nein, Leute! Nicht schon wieder eine Neiddebatte!

Gönnt doch den paar Hamburger Beamten, die sich für die GKV entscheiden werden, diese Möglichkeit. Unter denen werden eben einige mit behinderten Kindern sein.
Danke :wink:
unsere Vorstellung: :icon_sunny: hier

Janne mit Männe, großem Bruder (*04) und Liam (*06) Trisomie 21, ASD II, V.a. intrapulmonale Lymphangiektasien, Gehörlos (CI versorgt seit 2010/11), Button, einiges mehr... und der größte Kämpfer, den wir je kennenlernen durften!

Naniol
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 198
Registriert: 13.08.2014, 22:50
Wohnort: Herne

Beitragvon Naniol » 22.08.2017, 00:07

Wie ich schon geschrieben habe.
Mich ärgert, das es kein gleiches Recht für alle gibt.
Warum dürfen mein Mann und die Kinder nicht auch frei entscheiden ob sie die PKV verlassen?

Dieses Recht wird uns nicht zugestanden was zu einer erheblichen schlechterversorgung unseres Sohnes führt.
Unser Privileg ist es dann Hilfsmittel wie zB. Jüngstes Beispiel einfache Kommunikationsgeräte aus eigener Tasche zahlen zu dürfen. Auf den fast 600€ bleibe ich dann sitzen.
Rehabilitation Fehlanzeige.
Hilfsmittel Fehlanzeige ..... nur um jüngste Beispiele zu nennen.
Es tut mir leid ich gönne jedem alles aber leider ist mein Gerechtigkeitssinn sehr ausgeprägt und wenn dann bitte gleiches Recht für alle.
Nadja 07/2000 kerngesund phil 04/2011 ARHGEF9 Mutation fokale
Epilepsie, nonverbal , Entwicklungsretadierung Kleinwuchs..... ) GDB 100% aG B H Pflegegrad 4 ein lachender Sonnenschein

Benutzeravatar
Isigirl
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5045
Registriert: 21.01.2006, 11:40

Beitragvon Isigirl » 22.08.2017, 12:12

Hi Naniol,
Wie ich schon geschrieben habe.
Mich ärgert, das es kein gleiches Recht für alle gibt.
Warum dürfen mein Mann und die Kinder nicht auch frei entscheiden ob sie die PKV verlassen?
In diesem Punkt kann ich dich verstehen. Meine Frage bezog sich allerdings hierauf:
Super noch mehr Privilegien für Beamte.
Daher noch einmal: WELCHE Privilegien meinst du damit??
Liebe Grüße Kerstin :D
* 1985 spastische Tetraparese und Autistin
Rollifahrerin und von Beruf Justizfachwirtin
Trainerin von inklusiven Rollisportgruppen
selbständige Tier- und Reittherapeutin

Naniol
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 198
Registriert: 13.08.2014, 22:50
Wohnort: Herne

Beitragvon Naniol » 22.08.2017, 13:34

Isigirl lies mal das Buch von Thorsten Ermel " was die Adeligen von heute wirklich verdienen" dort sind die Privilegien aufgezählt und vo allen, was sie kosten.
Ehegattensplitting, Pensionsansprüche gegenüber zur Rente, in einigen Fällen Unkündbarkeit ( wobei sich dies schon gelockert hat) Altersteilzeit, Absicherung bei früheren Eintritt in die Pension sind da nur ein paar Vorteile. Mindestpension von zur Zeit 1623€ das sind Altersbezüge von denen viele Rentner nur träumen können. Ich finde der Staat leistet sich zuviele Beante und auch das finde ich nicht gerecht.
Insgesamt soll es hier keine Diskussion um den Beantenstatus werden mich ärgert nur der Wechsel der KK der möglich gemacht würde. Wi schon geschrieben von mir gleiches Recht für alle. Denn sind nicht alle durch ihre Steuerzahlungen auch " Staaatsdiener" ?
Gruß Nicole
Nadja 07/2000 kerngesund phil 04/2011 ARHGEF9 Mutation fokale
Epilepsie, nonverbal , Entwicklungsretadierung Kleinwuchs..... ) GDB 100% aG B H Pflegegrad 4 ein lachender Sonnenschein

GabySP
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 936
Registriert: 12.01.2013, 17:32
Wohnort: NRW

Beitragvon GabySP » 22.08.2017, 15:42

Liebe Nicole,

nur mal ganz kurz zu meinem Dienstherren:

Nix von wegen Altersteilzeit, wird bei uns nicht unterstützt, Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Es werden keine weiteren Beamten mehr ernannt, alle Neueinstellungen bleiben im Angestelltenverhältnis, genauso wie Lehrer. Die Anzahl der Beamten bei uns sinkt, ich bin eine der wenigen, die noch verbeamtet ist. Aber wehe, ich hab mal was außer der Reihe: in der Personalstelle hat keiner mehr Ahnung vom Beamtenrecht. Und adelig oder bevorzugt fühle ich mich wirklich nicht, im Gegenteil, ich müsste dringend aus gesundheitlichen Gründen zur Reha, kann ich mir aber leider nicht leisten bei horrend hohen Zuzahlungen und einem PKVBeitrag, der sich nicht daran orientiert, dass ich nur 50% der regulären Arbeitszeit habe, weil ich mein autistisches Kind Pflege. Da nützen mir auch keine Rentenbeiträge hierzu, die werden nämlich angerechnet. Und ob ich diese von dir genannte Mindestpension in Höhe von 1623€ in 15 Jahren tatsächlich erhalten werde, wage ich zu bezweifeln.

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

Benutzeravatar
Isigirl
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5045
Registriert: 21.01.2006, 11:40

Beitragvon Isigirl » 22.08.2017, 19:07

Hi Nicole,

ohne das von dir genannte Buch zu kennen, gehe ich davon aus, dass diese nicht erst von gestern ist sondern schon ein paar Jahrzehnte hinter sich hat - und das ist es: es hat sich - soweit ich das von älteren Kollegen mitbekomme - sehr sehr viel geändert.

Neben den bereits genannten Widerlegungen von Johanna und Gaby der von dir genannten Privilegien kann ich noch anfügen:

Als Beamter (zumindest in meinem Bundesland, meinem Zweig und meiner Laufbahn) hast du keine staatlich anerkannte Ausbildung. D. h. möchtest du raus aus dem Staatsdienst, bist du "nichts" und hast keinen Anspruch auf ALG. Eine ebensolche im Angestelltenverhältnis gibt es in Bayern auch nicht.

Ist man "freiwillig" in der GKV versichert, orientieren sich die Beiträge nach dem Einkommen und steigen mit jeder Gehaltsanpassung entsprechend mit an.
Liebe Grüße Kerstin :D
* 1985 spastische Tetraparese und Autistin
Rollifahrerin und von Beruf Justizfachwirtin
Trainerin von inklusiven Rollisportgruppen
selbständige Tier- und Reittherapeutin

Anna-Alice
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 175
Registriert: 05.03.2013, 18:05

Beitragvon Anna-Alice » 22.08.2017, 19:45

Liebe Diskussionsteilnehmende,

ich habe nur aus Interesse in diesem Thread gelesen - ich bin zwar keine Beamtin, arbeite aber mit vielen Beamten*innen zusammen.
Meine Anmerkung hat mit dem Thema leider nicht viel zu tun, aber da hier das Buch von Torsten Ermel genannt wird - das Werk ist neu (erschienen 2016) und trägt den Titel "Beamte - was die Adeligen von heute wirklich verdienen". Abgesehen davon, dass ich bei so einem Titel eher weniger von neutraler Auseinandersetzung ausgehe ist es zur Einschätzung des Inhalts wichtig zu wissen, dass Ermel Mitglied der AfD ist. Nachzulesen ist das z.B. hier: http://www.fr.de/leben/karriere/hohe-ge ... e-a-369027

Viele Grüße,
Anna (unter anderem in der politischen Bildung tätig)

Werbung
 
Jörg75
Moderator
Moderator
Beiträge: 2343
Registriert: 23.10.2014, 21:17
Wohnort: NDS

Beitragvon Jörg75 » 22.08.2017, 20:55

Moin Nicole,

man sollte vielleicht auch Bücher nicht nur lesen, sondern auch kritisch hinterfragen:

Ehegattensplitting ist ein Begriff aus dem Steuerrecht und betrifft ALLE Steuerpflichtigen, nicht nur Beamte. Also, ähem, vor allem natürlich Ehegatten, also Verheiratete ... die können das nutzen.

Pensionsansprüche im Gegensatz zur Rente - richtig! Die Altersversorung heißt bei uns Beamten Pension und nicht Rente. Das bedeutet erstmal aber nicht viel. Das die durchschnittliche Pension höher ist als die durchschnittliche gesetzliche Rente ist richtig - das liegt aber zB auch darin begründet, dass in die Pension eine Art "Betriebsrente" eingepreist ist. System Pension und System Rente ist NICHT direkt vergleichbar. Der Bezug einer "Pflegerente" (also Rentenzahlung wegen Pflege von Familienangehörigen) übrigens mindert die Pension in der Höhe ... im Gegensatz zum Rentenbezug, wo die Pflegerente zusätzlich bezahlt wird.

Unkündbarkeit ist im Berufsbeamtentum richtig, ja - dafür verschreibe ich mich aber auch mit "Haut und Haaren" meinem Dienstherrn. Er kann mich versetzen, mir andere Aufgaben zuweisen (jedenfalls weitgehender als bei Angestellten). Jedenfalls ist man unkündbar, wenn man sich nichts zuschulden kommen lässt. Allerdings gilt das für Angestellte im öffentlichen Dienst nach einigen Dienstjahren de facto ebenfalls.

Altersteilzeit - vergiss es! Das ist Dienstherrenabhängig und nicht bundesweit geregelt. Da gab es "schöne Modelle", die sind aber (jedenfalls bei meinem Dienstherren) längst passee.

Absicherung bei frühem Eintritt in die Pension?? Ja, stimmt - wenn ich aus dienstlichen Gründen frühpensioniert werde, also zB nach einem Dienstunfall. Wenn ich hingegen aus Gründen frühpensioniert werde, die keinen Dienstbezug haben, dann sieht das schon wieder ganz anders aus.


Im übrigen sollte man, bzgl der PKV-/ GKV-Diskussion immer auch folgendes sehen: Alle, die als "Nicht-Beamte" in der PKV sind, verfügen irgendwo (bei sich selber, beim Ehepartner, bei Eltern) über ein Einkommen über der Jahresentgeltgrenze. Das ist schon ganz ordentlich! Viele Beamten, gerade aus den "niederen Laufbahnen" (einfacher Dienst, mittlerer Dienst - letztlich auch viele Beamte aus dem gehobenen Dienst) kommen nicht mal ansatzweise in diese Gehaltsgruppe! Die sind also eigentllich an der GKV viel näher dran als an der PKV ... und ein Beamter im einfachen Dienst die Arztrechnungen, die hier manchmal auflaufen, bezhalen soll, wenn Beihilfe/ PKV mal wieder auf sich warten lassen, ist mir ein komplettes Rätsel.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung


Zurück zu „Rechtliches - Beihilfe (Private Krankenversicherung)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste