Umzug - was passiert mit Akte des Jugendamtes?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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SandraV
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Umzug - was passiert mit Akte des Jugendamtes?

Beitrag von SandraV »

Hallo,

Habe eine rein hypothetische Frage.

Was passiert mit der Akte vom Jugendamt wenn ich umziehe?

Für beide Kinder wurde Par. 35a Eingliederungshilfe bewilligt.

Bei Kind 1 müsste ich den Antrag im neuen Jugendamtsbezirk weiter stellen ( wegen stationärer Unterbringung).

Wenn ich für Kind 2 aber keine Hilfen mehr beantragen möchte, wäre dann die Akte von Kind quasi gelöscht?
Oder trete ich damit unter Umständen Dinge los? Zu.B. das man sich fragt warum das Kind plötzlich keine Unterstützung mehr braucht und man schaut dann genauer hin?

Ich würde in der neuen Schule dann den Autismus unerwähnt lassen und einfach Mal sehen wie es läuft.
Bislang hat es dem Kind keinerlei Vorteil oder Unterstützung gebracht das wir die Diagnose erwähnt haben.
Und bis auf Autismus Therapie haben wir keine Hilfen.

Weiss jemand wie sowas bei einem Umzug läuft?

LG Sandra

konik
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Beitrag von konik »

Hallo ,

Normalerweise musst du das beim JA ankündigen damit die genug Zeit haben die Akte abzugeben an das Neue JA.
Es dauert Wochen!
Wenn du bei einem Kind einstellen willst also in deinem Fall die Therapie , muss das ja auch angekündigt werden das man im AZ Bescheid weiß. Außerdem muss die Therapie abgeschlossen werden , ist ja auch für das Kind wichtig. Also musst du eben sagen das ein HPG her muss wegen Umzug zum....
Dann wird das abgeschlossen.
Hier kann dann natürlich sein das du gefragt wirst wo du danach hin gehst. Hier kann auch sein , das dein JA Kontakt aufnimmt mit dem Neuen.
Das Kind wo weiter Hilfe braucht , hier muss die Akte ja sowiso mit umziehen . Denn wenn du wieder von vorne anfangen willst am neuen Ort vergehen ja Monate....

Wenn du am neuen Ort keine Hilfe willst und das Kind ohne Angabe des Autismus in eine neue Schule gibst , finde ich das sehr schwierig. Denn du bekommst dann keine NA , Rücksicht ec für das Kind in der Schule. Oder willst du genau das?
Was wenn dein Kind nicht klar kommt ?
Alleine der Umzug ist schwer!
Dann hast du ein Problem denn es versteht sich von selbst das man normal sowas sagt. Dann wirst du auch Probleme bekommen weil das kein Mensch versteht!
Normal , wenn im Laufe der Schulzeit so eine Diagnose kommt , ist das Kind auffällig. Das wird ja dann auch an der neuen Schule sein.
Da du zwei Kinder hast und eines auf jeden Fall weiter Hilfe braucht , musst du sowiso was sagen das die Akte mitgeht und es ist logisch das es dann auch beim Kind zwei so gemacht wird außer du beendest das regelrecht. Dann wird es aber dem neunen JA auch bekannt sein. Ist doch auch gut so , denn wenn was kommt bist du dann schneller.

Ob ihr NA , SB usw bekommt( schriftliche Anträge stellen) , liegt natürlich am Hilfebedarf deines Kindes , aber auch daran wie viel du tust dafür . Diese Hilfen sind teuer , viele Schulen wollen es nicht , also wird das natürlich nicht mal eben so gemacht , da muss man sich ziemlich ins Zeug legen und braucht auch mal einen Anwalt wenn es nicht voran geht. Gerade Autisten die,Regelschulen besuchen und erst mal nicht auffallen , viel kompensieren können.


Theoretisch kannst du auch einfach gehen, dann hat erst mal keiner Hilfe. Du beantragst das was du willst neu und dein Kind wartet eben bis es durch ist.
Ich bin aber sehr sicher das die jetzigen Schulen die neuen Schulen kontaktieren , das JA dich dann fragen wird was das so soll. Denn eines ist ja klar , die bekommen ja die Meldungen Kind ist nicht meh da. Die Hilfen müssen ja eingestellt werden.

Hört sich für mich an als gibt es mit dem JA Probleme , dann kläre das besser. Wie gesagt es ist gibt gute Sozialrechtler die dabei helfen.

LG

Konik

SandraV
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Beitrag von SandraV »

Hallo Konik,

Ja es gibt massive Probleme mit dem jetzigen JA. Und ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr kann und will.
Und wie da noch was zu klären ist weiss ich momentan nicht.

Leider haben wir nur Versicherungsschutz für Sozialrecht, nicht für Verwaltungsrecht.

Ich wünsche mir einfach einen Neuanfang. Und erhoffe das Kind 2 nicht weiter in diese Mühlen gerät.

Das das ganze nicht einfach wird war mir klar, aber deine Worte machen mir nicht viel Hoffnung.

LG Sandra

kati543
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Beitrag von kati543 »

Hallo,
das kommt darauf an. Irgendwie meine ich mich dunkel zu erinnern, dass Eltern sich nicht mehr durch Umzug dem Jugendamt "entziehen" können. Irgendwie hat sich das Jugendamt schon vor Jahren davor geschützt. Du musst sämtliche Hilfen schon ordnungsgemäß abschließen vorher. Die Akte zieht mit um.

Allerdings kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass manchmal ein neuer Sachbearbeiter Wunder wirkt. Ich bin selbst umgezogen innerhalb des Landkreises. Wirklich nur 2 Orte weiter - in den Ort, wo die Kinder zur Schule gehen. Nach den Regeln den Jugendamtes änderte sich damit der zuständige Sachbearbeiter - jipppieee - und nun haben wir endlich eine sehr gute Sachbearbeiterin, die das Kind in den Mittelpunkt stellt und nicht die Finanzen. Nach 4 Jahren Schule wurde mein Sohn zum ersten mal von einer Sachbearbeiterin des Jugendamtes überhaupt angesehen. Die erste Hospitation fand statt, die "Neue" sprach sogar mal mit ihm. Während unsere alte Sachbearbeiterin als Schreibtischtäterin alle Stunden auf Null fahren lassen wollte zum Schulwechsel auf die weiterführendende Schule, hat die Neue den Bedarf sogar nach oben korrigiert.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

SandraV
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Beitrag von SandraV »

Hallo Katrin,

Schön das es bei euch besser geworden ist.
Ist nur leider keine Garantie.

Ist momentan ja auch noch alles nur eine Überlegung.
Klar würde ich die Therapie vorher beenden, nur möchte ich dann bei null anfangen und möglichst wenig mit dem Jugendamt zu haben.

Deshalb wäre es mir ganz Recht wenn Kind 2 dann keine Akte hätte. Sollte es irgendwann nötig werden kann man ja Anträge stellen. Aber ich hoffe das es ohne gehen wird.

Alternativ habe ich überlegt hier die Therapie zu beenden, aber dann würden wahrscheinlich zu viele Fragen auftauchen. Und wer weiss ob Kind 2 dann nicht erst Recht in den Focus gerät.

LG Sandra

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Regina Regenbogen
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Beitrag von Regina Regenbogen »

SandraV hat geschrieben: Alternativ habe ich überlegt hier die Therapie zu beenden, aber dann würden wahrscheinlich zu viele Fragen auftauchen.
Dann versuche es erstmal mit einer Therapiepause, die kann auch was länger dauern.

Manchmal sind die Kinder tatsächlich therapiemüde, hatte ich bei beiden Jungs schon. Dann wurde nach Absprache mit den jeweiligen Therapeuten eine Therapiepause eingelegt. Bei einem dauerte die mal 1 Jahr, bei dem anderen 7 Monate ........ letztendlich geht es nicht darum, das Jugendamt zufrieden zustellen oder vor dem Jugendamt seine Ruhe zu haben sondern das Kind nach dessen Bedarf zu therapieren.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Annileinchen
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Beitrag von Annileinchen »

Huhu,

schau mal: du kommst aus allem nicht raus:

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__86c.html

Würde Dir empfehlen, vorab Kontakt zum neuen JA aufzunehmen.

LG, Annileinchen

SandraV
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Beitrag von SandraV »

Hallo,

Danke für den Link.

Tja, so wie es aussieht werde ich das Jugendamt dann wohl nicht los.

Mal sehen was ich draus mache und was denen noch alles nettes einfällt.

LG Sandra.

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