Alter Begleitperson in einem Cinestar-Kino

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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L. Anna
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Beitragvon L. Anna » 04.08.2017, 11:52

@chrissibaer

Vielleicht wärst du dann den Kinobesuch einfach mal anders angegangen.

Wenn dein Sohn wirklich so unproblematisch und gesellschaftsfähig ist und eben einfach nur orientierungslos, ja dann denke ich, ist ein 10-jähriger als Begelitperson in manchen Fällen vielleicht ok. Ist dann so, wie das Beispiel mit dem Rollifahrer.

Aber du musst die Sache auch mal vom Kinokassierer aus sehen: Da stehen 2 Jungs mit einem SBA in der Hand und wollen vergünstigten Eintritt. Beide Jungs sehen auf den ersten Blick nicht irgendwie behindert aus. Hatten sie denn zudem noch Kinderausweise dabei? Ansonsten denkt der Kinokassierer womöglich noch, das wäre der Ausweis von jemand anderem...

All das hätte vermieden werden können, wenn man als Elternteil einfach beim ersten "Allein-Kinobesuch" mitgeht und an der Kasse die Sache erklärt: "Mein Sohn hat einen SBA da er orientierungslos ist. Der grosse Bruder ist Begleitperson, muss ihm evtl. den Platz/das WC zeigen und bringt ihn auch sicher wieder nachhause. Von der Orientierungslosigkeit abgesehn ist mein Sohn völlig normal, sozial und kann sich benehmen."

So, das hätte es vermutlich gebracht.

In unserem Fall kann der grosse Bruder halt nicht Begleitperson sein, mein Sohn ist eben nicht einfach händelbar...

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 04.08.2017, 12:31

Auch wenn sich hier jetzt viele gegen Chrissibaer verschworen haben, muss ich chrissibaer Recht geben:
Die Nutzung vom B im Behinderten-Ausweis soll einen Nachteilsausgleich darstellen. Es wird hier immer von einem Vorteil gesprochen, dabei es ist nur der Ausgleich dafür, dass der kleine Bruder eben nicht alleine ins Kino kann. Das ist kein Vorteil, sondern ein Nachteilsausgleich.
Zweitens ist die Begleitung des behinderten Bruders durch den gesunden Bruder gelebte Inklusion. Das sollte man gerade in einem solchen Forum begrüßen und nicht so kaputt machen, wie hier geschehen.
Drittens ist ein Kino zwar ein privater Betreiber. Aber was ich bisher gesehen habe, sind viele privat geführten Einrichtungen satt staatlich bezuschusst. Und auch selbst wenn sie es nicht sind, sind sie ab einer bestimmten Größe auch dem Gemeinwohl verpflichtet. Dazu gehört eben der freie Eintritt einer Begleitperson - und zwar nicht, um behinderten Menschen das Leben schön zu machen, sondern um behinderungsbedingte Nachteile in gewissem Umfang abzufangen.
Viertens ist es gut, sich schon mit kleinen Problemen enrsthaft auseinander zu setzen - dann weiß man, wie es auch bei großen Dingen im Prinzip aussieht. Ich kann ein Lied davon singen, wie Schulbegleitungen - mit einer ähnlichen Begründung abgelehnt werden, und dann das Kind in der Schule quasi unbeaufsichtigt ist und immer wieder vom Dach gerettet werden muss. Es ist eben ganz wichtig zu sehen, dass eine behinderungsbedingte Begleitung kein Luxus ist.

Anjali
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Beitragvon Anjali » 04.08.2017, 13:43

HeikeLeo hat geschrieben:Auch wenn sich hier jetzt viele gegen Chrissibaer verschworen haben, muss ich chrissibaer Recht geben:
Die Nutzung vom B im Behinderten-Ausweis soll einen Nachteilsausgleich darstellen. Es wird hier immer von einem Vorteil gesprochen, dabei es ist nur der Ausgleich dafür, dass der kleine Bruder eben nicht alleine ins Kino kann. Das ist kein Vorteil, sondern ein Nachteilsausgleich.
Zweitens ist die Begleitung des behinderten Bruders durch den gesunden Bruder gelebte Inklusion. Das sollte man gerade in einem solchen Forum begrüßen und nicht so kaputt machen, wie hier geschehen.
t.


Ob es einen (behinderungsbedingten) Nachteil darstellt, wenn ein 8jähriger noch nicht ganz alleine ins Kino gehen kann, sondern von einem Erwachsenen oder einer anderen Person begleitet werden muss, darüber lässt sich streiten.
Wie schon geschrieben, kenne ich zumindest aus dem Familien- und Bekanntenkreis keinen Fall, in dem Grundschulkinder schon völlig alleine ins Kino geschickt werden und sich den betreffenden Film auch alleine ansehen (müssen). Normalerweise ist bei so kleinen Kindern immer noch jemand dabei, der ebenfalls eine Eintrittskarte lösen muss.
Ich gönne jedem familieninternen Begleiter eines behinderten kleinen Kindes den freien Eintritt ins Kino. Aber ob man im gegenteiligen Falle sich fürchterlich benachteiligt sehen muss...das ist wohl auch Typsache.

Mir geht es hier gar nicht darum, mich gegen Chrissibär zu verschwören.
Mir tun die Jungs leid, die jetzt wegen so einer Sache nie mehr (- in welcher Konstellation auch immer-) ins Cinestar gehen sollen.
Viele Grüße
Anja


Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)

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Beitragvon chrissibaer » 04.08.2017, 15:00

Cinestar hat sich gemeldet.

"Die Gewährung auf freien Eintritt der Begleitperson ist eine Kulanzregelung und müsste grundsätzlich nicht erfolgen. Unsere interne Regelung besagt weiterhin, dass die begleitende Person nicht minderjährig sein darf."

In den für Kunden und Betreiber verbindlichen AGBs steht das anders. Das Unternehmen hat sich für uns erledigt.

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Beitragvon BirteBr » 04.08.2017, 15:10

Hallo Chrissibär,

es hat sich für DICH erledigt. Deine Jungs tun mir Leid, dass sie wegen deiner Entscheidung nicht mehr in das Kino dürfen.

Und das wird auch nicht durchzuhalten sein, irgendwann gehen die einfach.

Birte
J. (1/97 - 8/97 - Herzfehler), L. (05/99, HC mit Entwicklungsverzögerung etc.), J. (04/01, fit)

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Beitragvon oenska » 04.08.2017, 15:55

Hallo Chrissibär,
mich würde es interessieren welches Kino diese Konstellation akzeptieren würde und deinen 10 jährigen als Begleitperson akzeptiert und freien Eintritt gewährt. Das Capitol zB gibt nur der Person mit dem SBA eine Ermäßigung von 1,50€.
Echt schade das du nur deinen Standpunkt siehst. Eine erwachsene Person hätte doch als Begleitung den Eintritt frei gehabt! Du weißt auch das die begleitende Person sich in eine Tabelle eintragen und unterschreiben muss... aber klar das kann ja alles ein 10 jähriger übernehmen. Ich bin nach wie vor der Ansicht das ein 10jähriger diese Aufgabe nicht übernehmen müssen sollte- da sind die Eltern gefragt.
Und Inklusion wird gelebt wenn der 10jährige Bruder mit seinen jüngeren, hilfebedürftigen Bruder ins Kino alleine geht??? Habe ich nicht verstanden.

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Beitragvon chrissibaer » 04.08.2017, 17:28

Sie können doch weiterhin ins Kino, nur halt nicht mehr in Cinestar-Häuser.

Juler
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Beitragvon Juler » 04.08.2017, 17:31

Hallo an alle,


Mal ganz unabhängig von der Diskussion, ich fände es schön, wenn hier auch wieder Grußformel verwendet werden würden.


Liebe Grüße,


Juler
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Beitragvon anke505 » 04.08.2017, 17:51

Hallo chrissibaer ,

wenn ihr in Eurer Stadt nur ein Kino hättet , was dann?

Wärest Du dann auch so konsequent?

Fuer Deine Kinder täte es mir leid, wenn ich bedenke , wir gehen mit unserem Sohn bestimmt einmal im Monat ins Kino.

Da freut uns jedesmal die Ersparnis, wir haben hier nur ein Kino, das Cinestar.
LG Anke

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oenska
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Beitragvon oenska » 04.08.2017, 18:12

Hallo Chrisdibär, dürfen also die jungs dann auch ins Kino wenn die Begleitperson nicht umsonst rein darf? Oder wenn die anderen Kinos ebenso Minderjährige als Begleitung nicht akzeptieren?
Gruß
Alexander


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