Wohnung vorübergehend nicht nutzbar

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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sophied
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Beitragvon sophied » 27.07.2017, 17:54

Hallo,

Ich komme aus Salzburg, das Sozialministerium hat keine so kurzfristige Lösung.

Werde das mit dem Roten Kreuz probieren, wenn es Probleme gibt gehe ich ins Krankenhaus.

Meinen Ärzten hab ich es schon per WhatsApp geschrieben, ich könnte jederzeit wenn ich mag zu Ihnen ins Krankenhaus, die Zeit würde dann für Narbenverschönerung, Rheuma Einstellung, Langzeit EEG, Schlaflabor,... genutzt werden. Sind zum Glück alle im selben Haus und kennen sich gegenseitig. Das Krankenhaus ist auch nur 5 Minuten Fußweg entfernt, sodass sie mich auch raus lassen können oder ich Vormittags arbeiten gehen kann.

Liebe Grüße Sophied
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Jutta T
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Beitragvon Jutta T » 27.07.2017, 18:29

Und was machst Du, wenn der Aufzug irgendwann mal erneut ausfällt?

Also ins Krankenhaus gehen, weil der Aufzug defekt ist ...... na ja :think:

Die Lösung, in eine Pension oder in ein Hotel zu gehen und der Vermieter trägt die Kosten ist doch nicht schlecht - zumal Dir der Anwalt ja zugesichert hat, dass das Recht auf Deiner Seite ist und er die Kosten zahlen MUSS - was also hättest Du zu verlieren ( auch wenn er zur Zeit auf Stur schaltet)?

Alles Gute
Gruss
Jutta

sophied
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Beitragvon sophied » 27.07.2017, 18:35

Hallo Jutta,

Da hast du absolut recht. Nur wenn eh noch die ein oder andere Untersuchung ansteht kann ich die Zeit ja nutzen. Lange dauert das ja alles nicht. 2 -3 Nächte und ich kann vom Krankenhaus heim.

Dann werde ich wenn der Aufzug weiterhin in Reparatur ist in die Pension gehen, oder eben das Rote Kreuz organisieren. Kommt drauf an, wie lange das dann ist, denn übernächste Woche habe ich jetzt doch netterweise frei bekommen und dann mache ich mir ein paar schöne Tage in der Pension.

Liebe Grüße Sophied
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die_Jule
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Beitragvon die_Jule » 28.07.2017, 00:43

Hallo,

sag mal Bescheid,ob der Vermieter den Trage-Service wirklich bezahlt hat.
Bin kein Jurist,würde mich jedoch sehr wundern.
Für dich würde es mich natürlich freuen! Ich fürchte jedoch, wenn sich das rumspricht,wird kein Vermieter seine Wohnung mehr an Rollstuhlfahrer vermieten,denn das sind ja immense,unkalkulierbare Kosten!
90€/Tag =450€ für die 5 Tage....das wäre das 5-6fache einer 100%igen Mietminderung.

Sag mal Bescheid,ob es geklappt hat.

LG,Marianna
Hallo Marianna,

ich kenne mich nur ein bischen mit der deutschen Rechtslage aus:

Man ist natürlich in solchen Fällen gehalten, die Kosten nicht übertrieben hoch werden zu lassen (kein Luxushotel). Vergleichsmaßstab sind da aber die Kosten der Ersatzunterbringung (Pension) und nicht die Miete.

Sollte bei der Pension Verpflegung (z.B. Frühstück) mit dabei sein, kann dies noch von den zu ersetzenden Kosten abgezogen werden, da es die Lebenshaltunsgkosten senkt.

Es geht hier darum, dass ein Mensch seine Wohnung und somit seine Privatsphäre und seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr nutzen kann. Das kostet und ist kein "behinderungsspezifisches" Problem.

Bei uns im Nachbarhaus trat es gerade auf, weil alle Bäder rausgerissen und erneuert wurden. Da waren die Wohnung auch nicht mehr nutzbar und die Leute sind ins Hotel gegangen. Aber der Vermieter hat vorher mit dem Hotel einen guten Preis ausgehandelt. Eben damit keine "unkalkulierbaren Kosten" entstehen.

Kurzum, bei Baumaßnahmen/Renovierungsmaßnahmen etc. kann so etwas vorkommen und eigentlich suchen Vermieter und Verwalter im Voraus das Gespräch um die Kosten und auch die Unannehmlichkeiten in Zusammenarbeit mit den Mietern niedrig zu halten.

Und selbst wenn man es als "behinderungsspezifisch" sehen möchte: Gehbehinderungen bekommen auch viele alte Leute und wenn die wegen so etwas in eine Pension gehen würden, sagt doch auch keiner "Mach das nicht, nachher vermieten die nicht mehr an alte Leute. Oder an Leute, die mal alt werden."

Sophie hat juristische Beratung und der Anwalt wird ihr schon sagen, ob mit € 90 pro Tag die Kosten noch im Rahmen liegen, ich würde aber ersteinmal sagen, dass das hinkommen müsste.

Liebe Grüße,
die Jule
neugierige Jura-Studentin mit Interesse an Familienrecht, Betreuungsrecht, Verfahrenspflegschaften/-beistandsschaften
und mit großem Piraten (10/2011) und kleinem Osterei (3/2016).

JuliaE
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Beitragvon JuliaE » 14.10.2017, 23:21

Hi!

Ich stehe grade vor einem ähnlichen Problem (bin aus D aber da jha andere auch hier mitgeschrieben haben denke ich vielleicht hat hier jemand noch Ideen. Wir wohnen in einem 5 Stöckigen Haus mit Aufzug in ner Mietwohnung. Jetzt kam vor einiger Zeit schon die Ankündigung das der irgendwann mal erneuert wird. Der ist von 1984 oder so und wirklich alle Naselang kaputt, von daher ist es unbestritten notwendig. Heute hab ich erfahren das es wohl im Januar soweit ist.

Letzte Woche war jemand von der Hausverwaltung wegen was anderem da und meinte er würde sich rechtzeitig melden damit wir da ne Lösung finden. Nun wollte ich mal fragen ob ihr da Tipps und Ideen habt. Berufstätig bin ich nicht aber wir haben einen Sohn der zwar alleine zur Schule und zurück kommt (momentan bringe ich ihn noch zur Bushaltestelle und hole ihn da aber das kann er theroetisch alleine und muss es dann wohl, das sind vielleicht 300 m, er fährt schon länger mit vielen Kindern aus dem Viertel alleine) aber auch andere Termine hat wie Sport, Musik, Ergo und auch einfach so mal raus will/soll (leider geht er ohne mich kaum freiwillig aufn Spielplatz oder so). Aber es kann ja auch in der Schule mal was dringendes sein oder ich muss mal dringend zum Arzt oder so. Mein Mann ist berufstätig und kann sich nicht mal eben so lang Urlaub nehmen und das er morgens zb auch noch die Wäsche erledigt mag ich ihm ungern zumuten. Mal eben "ausfliegen" Urlaub oder so geht nicht wegen Schulpflichtigem Kind, rolligerechtes Hotel gibt's im Ort nicht und das fände ich jetzt auch n bisschen übertrieben in meinem Fall.

Zudem erledige ich eigentlich fast alle Einkäufe, Waschmaschine und Trocker sind im Keller und Wäsche hab ich täglich. Wir haben ne HH-Hilfe die ich auch mal einkaufen schicken kann und auch Sohnemann kann man schon mal für Kleinigkeiten schicken (er wird 7 und der Aldi ist 300 m weg) und ne ganz liebe Freundin im Haus hab ich auch, und für größere Dinge werde ich dann wohl mal den Rewe Lieferservice in Anspruch nehmen.

ES geht übigens um 4 bis 6 Wochen. Für einige Probleme hab ich ja wie oben geschrieben Ideen. Trotzdem nervt es und ich hab bestimmt noch irgendwas vergessen. Falls der Herr von der Verwaltung mich nach Vorschlägen fragt-habt ihr Ideen oder hab ich Anspruch auf irgendwas? Mietminderung fände ich irgendiwe unfair denn unsere Vermieter können da ja nix für.

LG Julia
7/81, Spina Bifida/Hydrocephalus, (seit 07 Ventrikulustomiert) Rollifahrerin mit Sohn 10/2010, bisher gesund)

sophied
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Beitragvon sophied » 15.10.2017, 04:18

Hallo,

Wegen Schulpflicht geht ja Urlaub schlecht, so lange ins Hotel ist auch ungut mit Kind.
Ich würde schauen, dass du für alle Therapiethermine (weiß man meist schon 2 Tage vorher) einen Krankentransport bekommst. Mich haben die dann immer runtergetragen und gleich zum Arzt, Therapie,... gefahren. (Geht vielleicht auch wenn dein Sohn betroffen ist? Mit 7 ist er ja für sowas schon noch zu klein, um es alleine zu machen.)
Im Zuge dessen war ich dann meist gleich Einkaufen. Konnte halt nur ins Geschäft nebenan und die Jungen Männer haben es wirklich immer mit rauf getragen. Echt nett!

Ich habe persönliche Assistentinen (vergleiche ich mal mit deinen Haushaltshilfen) die haben bei mir in der Zeit dann komplett die Wäsche gemacht. Also runter, rauf, einschalten,...

Eventuell geht eine Mutter mit ihrem Kind bei euch beim Haus vorbei und sie kann unten vor eurer Tür auf euren Sohn warten, dass er mit ihr und ihrem Kind mitgeht. (Morgens, finster,... ich habe da meist fast im gehen geschlafen) Wenn ein Nachbarskind auch mit deinem Sohn Sport geht, wäre das dafür auch eine Lösung. Oder es gingt eine nette Oma, Tante,... die einen Part pro Woche übernehmen kann?

Wenn das Wetter gepasst hat, habe ich mich oft in der Früh von den Sanitätern runter bringen lassen (extra Therapie in die Früh gelegt, damit es die Kasse zahlt) und erst am Nachmittag wieder rauf. (So könntest du dann auch noch mit deinem Sohn zum Spielplatz?)

Wenn du dringend zum Arzt musst, ist das mit einem Trägerdienst und Krankentransport sicher kein Problem.
Sonnst muss dein Mann halt mal nach der Arbeit einkaufen gehen, oder er kann einmal die Woche Musik, Sport,... den Sohn übernehmen?

Ich war ja dann ab Woche 2 nicht da (konnte was im KH stationär erledigen und dann.noch einen Urlaub machen) aber ein Tipp:
Ja nicht Zuviel in der Wohnung sein (ist ja auch laut) dann Termin in die Frünh legen, dann zahlt die KK den Transport und sonst auch mal so einen bestellen (die Rechnung habe ich in meinem Fall den vermieter geschickt).
Achja und frag bei der Liftfirma nach, ob sie am ersten Tag eventuell erst um 8 Uhr anfangen können. Was bei mir jetzt auch klappt (Liftfirma hat meine Nummer) die rufen mich rechtzeitig an und sagen mir an welchen Tagen sie für mich die Reparatur stoppen können. (Offiziell darf dann da keiner fahren, aber es funktioniert und so kann ich unter deren Aufsicht dann auf und abfahren. (Geht vielleicht gegen Ende, wenn nur noch Feineinstellungen nötig sind)

Wenn es übrigens so lange dauert, und du es jetzt schon weißt, probiere über Teilhabe am Leben,... Geld für Auf- und Abtragen zu organisieren.

Sonnst viel Glück
Sophied
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JuliaE
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Beitragvon JuliaE » 15.10.2017, 07:25

Hi Sophie!

Nee es gibt wie gesagt gar kein rolligerechtes Hotel hier im Ort und eben der kleine muss zur Schule also das fällt aus.

Was fürn Transport meinst du das die KK zahlt? Wir haben ne Bushaltestelle wie gesagt fast vor der Haustür und das geht auch gut mitm Rolli aber ich muss ja erstmal runterkommen. Nee das mit Musik und Sport und so funktioniert von den Arbeitszeiten meines Mannes her nicht, die sind leider auch sehr starr. (hin und wieder nach Feierabend noch was einkaufen wird er schon hinkriegen, wie gesagt dafür hab ich ja die ein oder andere Idee) Da müsste ich jemand bitten aber so lang möchte ich eigentlich nicht das das jemand für lau macht. Morgens und mittags wegen Schule wird sich ne Lösung finden, es wohnen mehrere aus seiner Klasse ganz in der Nähe und die Eltern sind recht nett. (Ich hab gar nicht dran gedacht das es im Januar morgens noch dunkel ist). Aber ich finde da sollte ich den Leuten schon was für geben wenn sie ihn mitnehmen/bringen.


Der Aufzug wird komplett erneuert da is leider Essig mit Reparatur stoppen. Ich hab derzeit keine Therapie und die Ergo von Sohnemann ist auch nachmittags, der muss ja in die Schule (wobei nicht sicher ist ob er im Januar noch welche hat). Aber notfalls mal die KK fragen wär vielleicht ne Idee. Das ist zwar echt nicht soo weit aber ob er das allein mit m Bus schaffen würde/das überhaupt vertretbar wäre, hm. Mal ne Milch beim Aldi holen oder so macht er jetzt schon hin und wieder und ist dann meistens richtig stolz.

Problem beim den ganzen Tag unterwegs sein wird die Toilette sein, ich brauch definitiv ne rolligerechte und kenne bei uns im Ort nur eine im Rewe-Center. Kann man sicher auch mal machen.

ggfs müsste unsere HH-Hilfe dann öfter kommen aber ob die wirklich extra für die Wäsche kommen würde.. Zumal wir die selber zahlen müssen das geht halt echt eigentlich jetzt schon nicht.

Teilhabe am Leben ist irgendwas übers Sozialamt oder? Wie gesagt die Hausverwaltung will mir scheinbar irgendwas anbieten.

Danke für deine Ideen!

LG Julia
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Beitragvon Sabine1970 » 15.10.2017, 14:14

Hallo Julia,

bei mir in der Arbeit ( Altenheim auf 3 Stockwerken ) wurde auch der Aufzug erneuert. Ein Alptraum, denn das Ding fährt natürlich den ganzen Tag. Bewohner, Küche, Wäsche, Müll.....
Angesagt ware ein Monat, letztlich stand das Ding fast drei Monate still. Irgend ein Zubehörteil konnte nicht zeitnah beschafft werden.

Ich würde mir wirklich überlegen, in dieser Zeit nach einer Alternative zu suchen., denn Überraschungen in dieser Form sind leider nicht auszuschliessen.
Erster Ansprechpartner finde ich ist Dein Vermieter, er hat Dir eine Wohnung MIT AUfzug vermietet und bringt somit seine Leistung nicht. Natürlich kann er nichts dafür, ein Aufzug ist ein Verschleissteil, eine Maschine wie andere auch.

Lass doch ihn einen Vorschlag machen, wie damit umgegangen werden soll, dass Du das Haus nicht verlassen kannst, nicht in den Keller zu Deinen Vorräten und zum Wäschetrockenplatz kommst. Den Verwalter würde ich mit ins Boot nehmen, denn das ist sicher nicht das erste Mal, dass er vor einem solchen Problem steht....

LG Sabine

Sinale
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Beitragvon Sinale » 15.10.2017, 14:23

Hallo Julia,

ich lebe in Deutschland und hatte tatsächlich einmal das gleiche Problem. Der Vermieter hat dann die Hotelkosten übernommen.

Wende dich an den Vermieter, evtl. ist er gewillt mit dir zusammen eine Lösung zu finden.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin


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