Wohnung vorübergehend nicht nutzbar

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 25.07.2017, 09:28

Hallo,

ich finde auch Rosis Idee sehr gut und könnte mir gut vorstellen, dass das klappt.

Allerdings finde ich das Verhalten des Vermieters unmöglich, ist vier Wochen nicht für seine Mieter zu erreichen und kappt die Benutzung des AUfzugs. Das geht überhaupt nicht. Habt ihr einen Verwalter ?

Da würde ICH mir noch zusätzlich zur Feuerwehr als Soforthilfe die Beratung eines Anwalts einholen.

LG SAbine

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sophied
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Beitragvon sophied » 25.07.2017, 09:35

Hallo,

Der Verwalter hat mich zum Vermieter zurückgewiesen mit den Worten, ich miete ja nicht bei ihm.

Jetzt hab ich mal bei der Mietrechtsvereinigung angerufen die melden sich.

Aber noch eine Frage, brauche ich eine Bestätigung vom Arzt wegen so einem Transportdienst, bzw. Verhinderungspflege? Mein Hausarzt ist nämlich genau diese Woche auf Urlaub.

Liebe Grüße
Sophied
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 25.07.2017, 09:38

Hallo Sophie,

Antwort: Sie fangen um 7:00 Uhr an und es dauert 1-2 Wochen.
Sprich nochmal mit der Firma und mit dem Verwalter, sei ruhig hartnäckig.. Ich denke, nach Lage der Dinge werden sie hoffentlich einsehen, dass es sinnvoll wäre, sie fangen am ersten Tag erst an, wenn Du aus dem Haus bist. Und sie beeilen sich mit der Reparatur/Wartung, da Du auf den Aufzug angewiesen bist, sodass es dann bei einer Woche bleibt und nicht zwei draus werden.
Wenn der Hausbesitzer nicht erreichbar ist, ist der Verwalter zuständig, der hat ja wohl auch die Vollmacht.

Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit dem Prinzip "Mach Dein Problem zum Problem des anderen". Soll heißen: Momentan hast Du das Problem alleine an der Backe, Firma und Verwaltung schieben es von sich. Wenn Du zb hartnäckig genug auf der Matte stehst, wenn ihnen klar wird, dass SIE an der Lösung mitarbeiten müssen, dann bewegen sie sich :wink: (Chinesisches Sprichwort, habe ich mir sagen lassen, sehr erfolgreich)

Ich hoffe, es ergibt sich eine nicht allzu unangenehme Lösung.

Grüße
Engrid
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"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 25.07.2017, 14:22

Hallo Sophie,


kontaktiere nochmals den Verwalter. Er ist Dein Ansprechpartner. Ich bin im Verwaltungsbeirat einer WEG.

Der Verwalter wird von der WEG ( also den Wohnungseigentümern) gewählt und vertritt diese rechtlich nach aussen. Er hat diese Reparatur in Auftrag gegeben.
Eine Aufzugsreparatur/ Erneuerung muß in dieser Dimension von den Eigentümern in einer Versammlung beschlossen werden. Diese ist sehr Kostenintensiv und bedeutet eine erhebliche Einschränkung für die Bewohner. Dass diese nach einer gewissen Zeit nötig ist, ist ja unbestritten.

Wenn möglich, melde ihm Deine Probleme schriftlich, Kopie an die Geschäftsleitung der Verwaltung. Mit Fristsetzung für eine ANtwort. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass sich das zieht und vielleicht in der geplanten Zeit gar nicht zu schaffen ist. Dein Vermietersollte über die geplanten Maßnahmen Bescheid bekommen haben, sollte also wissen, dass er aktiv werden muß, wenn er eine Mieterin mit körperlichen Einschränkungen hat.

Lass Dich nicht unterkriegen, dranbleiben

Mit Grüßen SAbine

sophied
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Beitragvon sophied » 25.07.2017, 15:00

Hallo an Alle,

Danke mal für euren Mut, ich hab jetzt heute eine gefühlte Ewigkeit telefoniert.

Nachdem ich einen Juristen für Mietrecht erreicht hab, für alle kurz die drei Möglichkeiten:
1. Ich finde eine Organisation die mich rauf und runter trägt. Sollte sie etwas verlangen, muss der Vermieter zahlen. Mietminderung nicht möglich.
2. Ich komme gratis bei Verwanten unter. Mietminderung für die Anzahl der Tage.
3. Ich finde keine Organisation und kann/will nicht bei Verwandten wohnen, dann kann ich in eine Pension ziehen. Vermieter muss die gesamten Kosten plus Mietminderung in Kauf nehmen.

Ich probiere jetzt mal über meinen Träger der persönlichen Assistenz ob sich wer bereiterklärt mich zu tragen, wäre ja doch am Angenehmsten. Ansonsten muss ich in eine Pension ausweichen.


Ich hab dann nochmal beim Verwalter angerufen und ihm die Rechtslage erklärt. Er sieht sich weiterhin nicht in der Pflicht was zu unternehmen, seine Aussage: Bei der letzten Versammlung war mein Vermieter fast als einziger für diesen Termin, es wären auch noch andere zur Verfügung gestanden.
Zumindest bekam ich von der Aufzugsfirma ein nettes Entgegenkommen. Diese fangen jetzt erst um 08:30 Uhr an zu reparieren, und wenn der Lift es zulässt dass man unter Aufsicht schon fahren kann werden sie mich per SMS informieren. Soll heißen, in der zweiten Woche, müsste ich schon fahren können, da sind dann nur noch Malerarbeiten und Feineinstellungen nötig.


Meinem Vermieter (der ja jetzt mal bis 31.8. auf Urlaub ist) habe ich auf Anraten der Rechtsberatung noch ein Mail geschrieben, dass es dieses Problem gibt und er sich melden sollte, und welche Kosten anfallen könnten, somit ist er informiert, sollte er Interesse haben, kann er sich ja noch melden und eventuell seine Kosten sparen.

Liebe Grüße Sophied
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Beitragvon Britta70 » 25.07.2017, 16:01

Hallo,
ich finde die Idee mit der freiwilligen Feuerwehr gar nicht gut. Sie ist für Notfälle da, und dies ist kein Notfall, sondern ein Problem, das mit Planung bzw, Geld schon im Vorfeld lösbar ist.
Ich kenne viele freiwillige Feuerwehrleute in unserer Nachbarschaft und finde ihren Einsatz neben Berufstätigkeit und Familie im wahrsten Sinne des Wortes heldenhaft. Sie sind jede Woche mehrfach, auch nachts im Einsatz: für Unfälle auf der Autobahn, Gifteinsätze in Firmen, steckengebliebene Aufzüge, Menschen sowie Tiere in Notlagen und manchmal sogar auch zur Feuerbekämpfung. Wenn dann noch Trageaufträge für alle Aufzüge in der Umgebung, die gewartet werden müssen, dazu kämen, wird meines Erachtens das Ehrenamt überfordert.

Spontan fallen mir da eher Umzugsunternehmen ein, die das Tragen gewohnt sind. Den Preis müsste man dann verhandeln.
LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Beitragvon sophied » 25.07.2017, 16:20

Hallo,

Ein Freund von mir arbeitet bei der freiwilligen Feuerwehr, die machen es aus den Gründen die Britta sagt, nicht bei planbaren Ereignissen, im Notfall natürlich schon. Die Berufsfeuerwehr hat gelacht und gemeint, dass das eindeutig ein Problem der Pflegekasse oder des Vermieters und nicht von ihnen ist.

Also ich habe bei meinen Träger der Persönlichen Assistenz nachgefragt. Die selber machen es nicht, haben aber mir den Kontakt zum Roten Kreuz gegeben. (Die was auch die Krankentransporte machen). Sie machen es. :D
Sie verlangen nur 45€ pro tragen, also einmal rauf und einmal runter ist 90€. Naja, das Geld muss dann der Vermieter zahlen.
Es ist nur dann kostenlos, wenn einen Krankentransportschein beispielsweise zum Arzt oder Therapie habe. Nicht aber für Arbeit,...


Also nochmals Danke an alle, bin gespannt was mein Vermieter in 5 Wochen sagt, wenn er zurückkommt.

Liebe Grüße Sophied
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Beitragvon osljudith » 25.07.2017, 20:38

Hallo,
Schön, dass Du eine Lösung gefunden hast.
Wir wohnen in der ersten Etage mit Aufzug und es gab glücklicherweise noch nie ein Problem. Wenn doch, schau ich hier noch mal in den Beitrag ;-)
Freunde von uns (aus Deutschland) sind auch auf den Aufzug im Haus angewiesen und der fiel längere Zeit aus. Sie haben daraufhin eine weitere Lösung aufgetan: sie bekamen von der Krankenkasse für solche Fälle einen "Treppensteiger" bewilligt. Das geht aber nur mit Begleitperson, möchte ich aber zur Ergänzung der Liste noch mit nennen.
LG, Anne
Judith *09/07, Dupl. Xq27.3, Monos. 3p. Sitzt, robbt und versteht viel, kommuniziert nonverbal. Ein ausgeglichenes Kind.
Schlafbez. Hypoventilationssyndrom -> CPAP, PHT, verschlossener ASD2, neurog. Blasenentleerungsst., Z. n. ARDS, Port, Sonde für Medikamente. Sehr infektanfällig

mehr von uns: www.dasbewegteleben.wordpress.com

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Beitragvon mariannna » 25.07.2017, 23:10

Hallo,

sag mal Bescheid,ob der Vermieter den Trage-Service wirklich bezahlt hat.
Bin kein Jurist,würde mich jedoch sehr wundern.
Für dich würde es mich natürlich freuen! Ich fürchte jedoch, wenn sich das rumspricht,wird kein Vermieter seine Wohnung mehr an Rollstuhlfahrer vermieten,denn das sind ja immense,unkalkulierbare Kosten!
90€/Tag =450€ für die 5 Tage....das wäre das 5-6fache einer 100%igen Mietminderung.

Sag mal Bescheid,ob es geklappt hat.

LG,Marianna

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silke83
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Beitragvon silke83 » 27.07.2017, 17:37

Hallo, grad alles mal gelesen, das klingt ja echt heftig.
ich glaube ich wäre eher noch ins Spital gegangen und hätte mich dort 1 Woche einquartiert, wenns nicht anders geht. Muss ja nicht Pflegestation sein.. aber vielleicht hat die Abteilung deines Docs des Vertrauens vielleicht eine Idee.
Könnt ja gleich für Schlaflabor etc ;) Zeit genutzt werden.

Welches Bundesland bist du? Sonst mal beim Sozialministerium Service nachfragen, ob die da eine ÜBergangspflege Möglichkeit haben.
Eine Freundin von mir hat sich wegen geplanten Badumbau einfach rechtzeitig um einen Rehaplatz umgesehen.. ;) dann war sie auch 4 Wochen gut betreut. Aber bei dir ist es schon arg kurzfristig.

Also echt arg.. ich fand als Teilzeitrolli im 3. Stock schon 3 Tage ohne Lift Hölle.
LG Silke
(*83) Muskelerkrankung - Myopathie unklarer Genese, Trisomie X (mit Z.n. frühkindlicher Epilepsieform)


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