Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 29.10.2017, 03:20

Hallo Sheila,

das klingt nun alles seeehr speziell. Ich finde es super, dass du dich da so reinkniest. Aber ich fürchte, man kann sich einfach nicht in kurzer Zeit als Laie die Expertise draufschaufeln. Es braucht Zeit, um die komplexen Zusammenhänge zu durchdringen, und im Internet findet sich zwar viel Info, aber auch viel Halbwissen und viel Widersprüchliches. (Das fällt mir beim Thema Autismus stark auf.)
Die Sprachentwicklung ist etwas ziemlich komplexes.

Du hast nun Rückenstärkung von Arzt und SPZ, dass sich das nicht von alleine verwachsen wird.
Du hast eine sehr engagierte Praxis, die aber die Fortbildungen erst anfangen will, und noch bei Null steht. Ich würde mich also trotzdem anderweitig umschauen, und wechseln, falls sich etwas besseres findet. Du bist der Praxis nicht verpflichtet, sondern deinem Kind. :wink:

Setze deine Energie schon mal in die Anwendung von Unterstützter Kommunikation (UK) zuhause, da kann man sehr viel selber machen, ganz alltäglich, du siehst eventuell sogar relativ unmittelbar, auf was er anspricht bzw was ihm hilft, und kannst also ganz praktisch und sofort ansetzen. Kannst auch "mehrgleisig fahren".
Wie schon geschrieben wurde: Zur UK gehören zB Gebärden, Bildkarten, Talker, und allerlei mehr. Damit bildet sich das Verständnis für Sprache und Kommunikation, halt auf Umwegen, wenn der normale Weg über Verbalsprache (noch) verbaut ist. Wichtig ist, dass man das selber auch einfach benutzt, und mit Spass (Also nicht schulmäßig erklärt). Modelling nennt sich das, Kommunikation wird einfach vorgemacht, und zwar nicht nur einmal (mit einem Baby spricht man ja auch lange Zeit, und hört nicht auf, weil nicht gleich Wörter zurückkommen).
Info für findest du zB unter www.gesellschaft-uk.de
Wenn du magst, schreibe ich dir dazu auch noch mehr.
Engrid
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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 29.10.2017, 07:38

Hallo Sheila,

zu TOLGS kann ich Dir leider nichts sagen. Ich habe keine Erfahrung damit.
Es handelt sich vermutlich um diese Fortbildung:
http://www.logopraxis-iw.de/tolgs/

Gut ist erstmal, das der Kinderarzt die SES anerkennt. Dann gibt es hoffentlich zukünftig keine Probleme mehr mit den Rezepten.
Ich habe im Internet dies gefunden zur Abgrenzung Sprechapraxie VED:
https://logopaediebachelor.wordpress.co ... chapraxie/
https://publishup.uni-potsdam.de/opus4- ... _art02.pdf

Positiv ist erstmal, das die Logopädiepraxis sich fortbildet, heißt aber auch, das sie keine Erfahrung besitzen :( .
Ich würde sehr genau darauf achten, ob Du bei deinem Sohn Fortschritte erkennen kannst.

Als mein Sohn klein war, habe ich leider vier Jahre eine Logopädin gehabt, die die VED nicht erkannt hat und deren Therapie nichts gebracht hat. Erst durch Zufall bin ich auf das Therapiezentrum Iven gestoßen. Nach einem Jahr Therapie dort, konnte mein Sohn ca. 50 Wörter sprechen, nach dem 2. Jahr waren es bereits 200 und jetzt spricht er bereits in Sätzen, wenn auch sehr dysgrammatisch.
Also bei einer erfolgreichen Therapie sieht man auch die Fortschritte.

Du schreibst, das Dein Sohn Wörter auch wieder verlernt, das die ausgesprochenen Sachen mal fast richtig und dann wieder weg sind. Das ist ein typischen Merkmal bei VED und/oder Sprechapraxie.

Ich hätte noch die Idee, daß du mal bei Frau Schulte-Mäter einen Termin machst. Der Link ist hier:
https://www.vedit-therapie.de/

Da triffst du jemanden mit Erfahrung und hoffentlich auch hilfreicher Therapie.

VG, Ursula
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 29.10.2017, 09:10

Da triffst du jemanden mit Erfahrung und hoffentlich auch hilfreicher Therapie.
... und jemanden, der die hiesige Therapielandschaft gut kennt und vielleicht einen Tipp für eine wohnortnähere Therapie hat.
Ich hab grade mal in Ursulas Link zu TOLGS geguckt. Ein Tag Fortbildung plus null Erfahrung in der Praxis ... das würde ich nur machen, wenn es GAR keine Alternative gibt. Lieber weiter fahren.
Engrid
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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 29.10.2017, 12:51

Hallo Engrid, danke dass du mir erneut geantwortet hast. Klar, ich wollte nicht „Sieben-Gschaid daherkommen“ :( so war das gar nicht gemeint, eher im Gegenteil.
Aber selbstverständlich beschäftige ich mich mit dem Thema, ich möchte meinem Kind schließlich so gerne helfen..

Zu UK: kann ich dabei viel falsch machen? Oder heißt das, dass ich einfach frei ausprobieren darf ohne wirklich etwas falsch machen zu können?
Z.B. Hatte ich mir überlegt Lebensmittel z.B. speziell Thema „Frühstück“ abzuphotographieren und zu laminieren.
Also erst mal z.B. Thema „Obst“ und „untergegliedert“ ein paar typische Sorten welche er sonst zum Frühstück angeboten bekommt: Mandarine, Äpfel, Weintraube, Banane.. (also was wir zu Hause haben)
So zeigt er mir z.B. den Obstkorb, dann darf er z.B. aus dem Einzelangebot auswählen was er sich wünscht.

Und das Gleiche dann mit den Überbegriffen „Brotkorb“, „Wurstplatte“, „Milchprodukte - Käse/Joghurt“.

Oder ist das eine „Schnapsidee“? Ich blicke da ehrlich gesagt nicht so ganz durch wie ich da vorgehen sollte/einen Anfang finden sollte - ohne Anleitung/Unterstützung. Gebärden entwickelt er zunehmend selbst, er versteht auch „den Sinn von Kommunikation“, vielleicht oder wahrscheinlich war ich aufgrund des häufig fehlenden Blickkontaktes seinerseits nur nicht hartnäckig genug, mit Gebärden zu unterstützen/sie einzuführen/fest zu integrieren?

Also ja: wenn du mir Tips zur UK im häuslichen Umfeld für den absoluten „Anfang“ geben könntest, wäre das spitze - ich wäre um jeden Tip, jeden Einfall/Idee und Vorschlag dankbar.

Liebe Grüße

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Beitragvon Sheila0505 » 29.10.2017, 13:58

Hallo Ursula, auch Danke ich Dir, dass du mir erneut geantwortet hast - ich möchte wirklich niemanden "auf die Nerven gehen" mit unserem Problem :(
Allerdings nimmt es im privatem Umfeld kaum jemand ernst und ich fühle mich mit meiner Sorge so unheimlich alleine gelassen..

Mein Mann nimmt sich diesbzgl. auch sehr zurück und hat "Gottvertrauen" und meint, dass sich schon alles zum Besten entwickeln wird.
Er meint übrigens, dass unser Sohn irgendein Problem mit der Zunge hat, weil sie bei Sprechversuchen komisch schief im Mund liegt. Er meint, dass er den Eindruck hat, dass unser Sohn sie irgendwie nicht richtig einzusetzen weiß.
Genau das würde sich ja aber wohl auch mit einem Problem der Sprechbewegungsplanung decken oder? Kennst du jenes von deinem Kind vielleicht auch?

Frau Schulte-Mäter: Ja genau ihr Büchlein über VED hatte ich gekauft und gelesen. Sie arbeitet im Münchner KBO und das wäre auch das SPZ von dem ich erzählt hatte mit der langen Wartezeit (Termin frühestens im April und ich müsste das SPZ wechseln - also von hier ins KBO München).

Ich kannte auch schon den Link, welchen du mir geschickt hast, finde aber keine Option dort einen Termin (Diagnostik) zu vereinbaren, sondern nur den Verweis auf das KBO München.

Ja das mit der Erfahrung stimmt, darüber mache ich mir auch Gedanken.

Recht hast du/habt ihr damit auf jeden Fall - sinnvoll wäre es demanch wohl auf jeden Fall, sicherheitshalber einen Termin in der KBO Muc zu vereinbaren, auch wenn sie dort so lange Wartezeiten haben. Ich werde das wohl gleich in Angriff nehmen und das Anmeldeformular herunterladen, denn dieses ist erforderlich um überhaupt einen Termin vereinbaren zu können.
Ich werde dies auch mit der Logopädiepraxis so absprechen und ihnen das auf jeden Fall mitteilen.

Bei dem Ratgeber habe ich übrigens sehr viele Parallelen zu unserem Jungen wieder erkannt:
- hatte als Baby kaum Lallproduktion
- sehr gutes Sprachverständnis, jedoch "Late Talker" bzw. verspäteter Sprechbeginn/Versuche
- Kommunikationsversuche über Zeigen, Körpersprache, nichtsprachlichen Geräuschen (auch Stoßlaute)
- Kaum verständliche Sprache/Wörter
- Enorme Schwierigkeiten, Laute zu Wörtern zu verbinden
- Sprechanstrengung
- Verlust bereits beherrschter Laute und Wörter
- "Schiefliegen der Zunge" könnte unter den Punkt "Stilles Positionieren der Sprechmuskulatur" fallen? nehme ich zumindest an :(
....

Daher meinte die Logopädin im SPZ auch, dass "konkrete Hinweise" definitiv da wären.

Was du über die Erfolge schreibst (50 W nach 1 Jahr und ca 200 nach 2 Jahren), welche dein Sohn mit Hilfe der richtigen Therpaie erzielen konnte, klingt unheimlich toll und großartig. Das wünsche ich mir für unseren Sohn auch. Er ist noch sehr jung und hat sicherlich sehr gute Chancen mit der richtigen Unterstützung - unabhängig davon, was er nun tatsächlich hat.
Hätte ich REHAkids nicht kennengelernt und eure Antworten nicht bekommen, dann wüsste ich wohl gar nicht, dass man hinsichtlich der Logopädie auch dringend darauf schauen muss, was welche Praxis im "Programm" hat und ich hätte mir wohl überhaupt nicht so viele Gedanken gemacht.

Sollte sich herausstellen, dass unser Sohn tatsächlich eine dieser Sprechstörungen hat und wir ihm - durch das von euch vermittelte Wissen darum - nun konstruktiv helfen können, dann bin ich euch und dem Forum wirklich auf Lebzeiten dankbar dafür, dass ihr uns geholfen habt unseren Weg ohne derart zeitaufwendigen, anstrengenden, sorgereichen und größeren Umwegen zu finden :)

Ganz liebe Grüße Sheila

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 29.10.2017, 14:28

Hallo Sheila,

das sollte keine Kritik sein von mir, es ist toll, und wichtig, auch als Eltern zu verstehen, was da los ist. Aber es dauert halt seine Zeit, bis man das einordnen kann (ich kann's auch nicht, Junior ist autistisch, und als "Unterpunkt" hat er eine motorische Dyspraxie, aber von VED versteh ich nicht viel; und von Kommunikation in Bezug auf meinen Junior leider immer noch viel zu wenig).

Fang einfach an mit der UK, alles was euch beiden Freude macht, ist gut. Deine Ideen mit den Kategorien und Wörtern sind super, ideal ist, wenn das Obst usw nicht gleichzeitig schon greifbar ist.
Einkaufslisten gemeinsam machen, Memory spielen, Interaktionspiele, wo derjenige, der dran ist, die Bildkarte aussucht (zB in Abwandlungen: Karten "ich" "du" "kitzelst/kitzle" "dich" "mich". Oder aussuchen, welche Geräusche Mama machen soll, Muh, Mäh, Pupsgeräusch, ...). Hauptsache, es macht Spaß. Und beim Tun kommen dann mehr und mehr Ideen, was man alles machen kann ...
Edit: Super sind auch Wochen- und Tagespläne mit Bildern. Die Kleinen finden es super, Übersicht und Planbarkeit zu haben, optisch eingängig: Morgen Oma, Mittwoch Logo, Donnerstag Ausflug. Oder: heute Frühstück, Spaziergang, Einkaufen, Essen, ... alles als Bild.
Wenn du im Malen nicht so gut bist, nimm aus dem Netz gratis den Pictoselektor, oder kauf dir die wunderbaren Metacom-Symbole, eine sehr gute Investition wie ich finde.
www.metacom-symbole.de
Da findest du auch gute Downloads und Links.
Und wenn er schon selber Gebärden erfindet, dann mach auch das weiter, bau es aus, mach manche einfach gewohnheitsmäßig mit (vor allem auch so "kleine Wörter" wie nochmal, nicht, "etwas anderes", ...)

Grüße
Engrid
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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 29.10.2017, 18:01

Hallo Sheila,

ich würde es ganz genauso machen, so wie Du es jetzt planst.
Schade ist, das ein Termin bei Frau Schulte-Mäter erst im April möglich ist.
Ich selbst kann aus eigener Erfahrung nichts darüber sagen. Was auf der Webside jedoch steht, hört sich gut an. Mit Sicherheit machen sie dort eine ausführliche Diagnostik und beraten Dich auch bzgl. einer wirksamen Therapie.
Nach einem halben Jahr, kannst Du sicherlich auch gut beurteilen, ob die jetzige Logo erfolgreich ist oder nicht.

Es gab bei REHAkids in den vergangenen Jahren einen Thread zum Thema VED. Hier ist der Link:
https://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic47554-0.html
Der letzte Eintrag ist schon ein Jahr alt, leider.
Ich habe den Eindruck, das früher mehr User mit Kindern mit VED hier mitgeschrieben haben. Das scheint sich etwas ausgedünnt zu haben.
Wie Du den Thread entnehmen kannst, bist Du definitiv nicht die Erste, die Probleme hat, eine wirksame Logo-Therapie zu finden.

VG,
Ursula
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 29.10.2017, 18:45

Wie schon geschreiben wurde gibt es bei UK kein "falsch". Das einzige "falsch" wäre, nicht anzufangen. Wir hatten , als mein jüngerer Sohn ca. 2 Jahre alt war, laminierte Bilder von so ziemlich allen Personen, mit denen mein Sohn zu tun hatte und von etlichen Orten, also Kindergarten, Spielplatz, Supermarkt, Gartenhaus von Oma und Opa. Zusätzlich begann mein Sohn damals, vereinzelt Gebärden zu verwenden (da wir wussten, dass er gehörlos ist, haben wir damit begonnen, als er 4 Monate alt war). Er konnte mit 2 1/2 Jahren die Gebärde für "besuchen" und kam dann mit der Gebärde und der laminierten Karte, wenn er z.B. unsere Urli besuchen wollte. Auch "einkaufen" konnte er gebärden und kam dann mit dem Bild vom Geschäft. Oder ich gebärdete "ich gehe einkaufen" und er hielt mir die Karten hin, damit ich ihm zeigen konnte, in welches Geschäft.

Mittlerweile ist bei uns vieles einfacher geworden, denn obwohl mein Sohn in Gebärdensprache immer noch hintennach ist, kann er schon ziemlich alles ausdrücken. Offene Fragen (warum, wohin,...) stellt er zwar immer noch nicht, aber er rät verschiedene Möglichkeiten durch, wenn er was genau wissen will. Beispiel einkaufen: ich gebärde "wir gehen einkaufen" und er gebärdet zurück "zum Billa?" und dann "zum Bäcker?" usw. bis ich z.B. "zum Hofer" gebärde, dann weiß er es und ist zufrieden.

Ich würde an deiner Stelle zustätzlich zu den Fotos und den Essenskarten auch ein paar Karten von seinen Spezialinteressen (ich glaube es waren Automarken, oder?) machen. Einerseits "just for fun" und andererseits, weil man ein neues Prinzip besser versteht, wenn es mit was gekoppelt ist, was Freude bereitet.

Wenn die Karten man eine Zeitlang "eingeführt" sind, würde ich einige häufig verwendete Worte zusätzlich in Gebärdensprache lernen. Natürlich nicht alles, aber z.B. Apfel, Banane, Oma, Opa, Kindergarten,...

Dafür gibt es eine sehr gute, kostenlose App, die du mit dem Suchbegriff "spreadthesign" schnellt im Internet findest Da kannst du das gesuchte Wort eingeben und in jeder beliebigen Gebärdensprache anzeigen lassen. Dabei geht es überhaupt nicht um Perfektion. Wenn du eine Gebärde "falsch" (nach)machst spielt das erst mal keine Rolle. Sollte sich mit der Zeit herausstellen, dass Gebärdensprache langfristig eine Option ist, kannst du immer noch Kurse besuchen und perfektionieren.

Wenn dann die Karten ins Spiel kommen, kannst du zusätzlich das Wort lautsprachlich und in Gebärdensprache wiedergeben, dann hat dein Sohn die Wahl, die Kommunikationsform zu verwenden, die ihm persönlich am besten "liegt".

Bei Gebärden würde ich nicht gleich aufgeben, wenn sie nicht sofort angenommen werden. Mit der Zeit kristalliert sich dann euer persönlicher Weg sowieso heraus. Erst mal geht es um das Angebot an deinen Sohn, selbst ohne aktive Sprache Wege der Kommunikation kennen zu lernen.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Ninie1988
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Beitragvon Ninie1988 » 23.11.2017, 23:08

Mein Sohn ist auch entwicklungsverzôgeet, wahrnehmungsstörungen und autistische züge bzw SI störung

Er fing mit 2 Jahren an, auch frühchen.
Wir waren im Dez bei der Hörprüfung und im Feber fingen Ergo und Frühförderung an und im April kamen die ersten Worte wie Auto und Baum...
Als der Ergoblock fertig war, kam die Logo bis jetzt noch.
Er hat einen sehr guten Wortschatz und liebt es zu singen und zu sprechen, nur in der Kommunikation scheiterts und er ist tlw echolalisch.

Er sagt schon Sachen wie 'tut die mama mit mir zug spielen' oder wenn er was essen will 'magst du keks essen'

Wenn ich du wäre, würde ich umgehend sein Gehör abklären lassen und eine gute Logo die auch im Wahrnehmungsberreich gut ist, suchen.

Sprache lernen passiert auf der Spielentwicklung des Kindes. Wir haben eine super Logo, sie sagt mir anhand einer Tabelle immer wo er sich gerade befindet und wie man ihn am besten fördert. Wir sind gerade im Symbolspiel und seine Fantasie wird immer besser!

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Leela
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Beitragvon Leela » 23.11.2017, 23:26

HI,
'magst du keks essen'

Mein Sohn hat eine Weile ähnlich gesprochen.
Unser Lieblingsbeispiel: er hat eine Tüte mit Keksen gesehen und wollte einen und sagte: "Ein Keks ist ein Keks."
Jetzt ein Jahr später spricht er normal, obwohl noch nicht fehlerfrei.
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)


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