Meinungen - Kleinkind Sprachentwicklung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 07.07.2017, 11:40

Hallo,

ich wollte noch etwas dazu sagen, weil ja die Meinungen ja dazu doch auseinandergehen, was die Logo angeht.
Sicherlich kann es sich auch um einen sprachlichen Spätzünder handeln, bei dem sich die Sprache später entwickelt. Nur ist die Aussage die, es kann, es muß aber nicht sein.
Wenn Dein Sohn beispielsweise eine verbale Dyspraxie hat, wird sich da auch sprachlich nichts weiter entwickeln, ohne Therapie. Deshalb würde ich das auf jeden Fall abklären lassen. Mit verbales Dyspraxie kennen sich nicht viele Logopädinnen aus. Normale Logopädie hilft auch nicht viel.
Ich würde wirklich versuchen, neben dem Gehör, mir auch über diesen Punkt Klarheit zu verschaffen.

VG,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 07.07.2017, 12:16

Ich möchte mich Ursula anschließen. Es ist ja kein Schaden, wenn man das vom kompetenten Fachmann abklären lässt, und dann fängt er doch von alleine an.
Falls es eine VED ist, geht aber mit Abwarten viel Zeit verloren, das Kind hat Frust jetzt, Aggressionen, wird demotiviert ("wendet sich ab"). Da macht es das Kraut eben DOCH fett unter Umständen.

SPZ sind teils bekannt dafür, dass sie bei unsichtbaren Baustellen, grade auch rund um die Wahrnehmung, gerne abwarten und aufschieben. Lasse Dich bitte in dem Fall bitte nicht ausbremsen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 07.07.2017, 12:25

Sheila0505 hat geschrieben:Also der Hörtest wurde noch gar nicht gemacht. Das letzte mal wurde er als Neugeborenes diesbzgl untersucht (Neugeborenenhörscreening).
Ich weiß definitiv das er hört und erwarte mir nicht zu viel von diesem Test. Allerdings kommt das Thema Hörtest immerwieder zur Sprache und ich dachte, das es gut wäre wenn da jetzt einfach mal Klarheit herrscht und er das Ergebnis einer Hörtestung fest in seiner Akte hat.

Er reagiert auf leise Geräusche, er versteht alles was man ihm sagt und auch wenn ich mich z.B. verstecke und Geräusche mache, dann folgt er diesen bis zum Versteck.
Natürlich weiß ich nicht WIE er hört bzgl Frequenzen usw. aber das er hört weiß ich definitiv.
Ich kenne mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gut aus was logopädische Testungen und Förderungen betrifft, das ist also alles Neuland für mich. Über den BERA Test hatte ich auch nur hier gelesen und ich wurde von der HNO Klinik telephonisch gefragt ob ein solcher auch gemacht werden soll.
Aber weil ich mich nicht gut auskenne hatte ich hier euch gefragt, auch bzgl eurer Meinung über den IST-Stand unseres Kleinen :) Danke dafür


Wenn noch gar kein Hörtest gemacht wurde würde ich auf keinen Fall gleich mit einer Bera unter Vollnarkose beginnen. Das ist, also würde man das ganze Kind von Kopf bis Fuß röntgen lassen weil man den Verdacht hat, dass es sich irgend etwas gebrochen haben könnte :wink: .

In dem Alter würde ich eher ein Spiel-Audiogramm als Hörtest machen lassen. Da ist das Kind in einem speziellen Raum (du kannst dabei sein) und es werden mal von links, mal von rechts Töne vorgespielt. Meistens wird erst das eine und dann das andere Ohr getestet. Die Töne sind unterschiedlich laut und haben unterschiedliche Frequenzen, so dass das Gesamtergebnis insgesamt sehr aufschlussreich über das Hörvermögen ist.

Sobald das Kind einen Ton wahrgenommen hat darf es etwas tun, z.B. eine Kugel in eine Schüssel werfen oder einen Stecker in ein Steckspiel stecken. Die meisten Kinder kapieren schnell, worum es geht und sind mit Begeisterung dabei. Mein Sohn (gehörlos mit CIs, autistisch, damals auch noch entwicklungsverzögert) hatte sein erstes Spiel-Audio etwa um seinen 2. Geburtstag herum und es hat super geklappt.

Sollte Spiel-Audio nicht möglich sein gibt es noch Sprachverständnis-Tests, wo das Kind vom Tonband verschiedene Wörte vorgespielt bekommt und diese auf Bildkarten zeigen soll.

Wenn diese Tests nicht aussagekräftig oder widersprüchlich sind. kann man immer noch eine Bera machen. Dazu ist nicht unbedingt Vollnarkose notwendig. Bei meinem Sohn waren sie im AKH Wien so flexibel, dass wir zur Zeit, wo er ohnehin Mittagsschlaf hielt, kommen durften, und es wurde probiert, ob er dort einschläft. Ich habe es nicht geglaubt, aber er ist beide Male (wo wir im AKH Bera hatten)t wirklich eingeschlafen und der Test hat gut geklappt. Dabei hatte er diese viel zu großen Kopfhöhrer auf und lag (gemeinsam mit mir) auf einer ca. 80cm schmalen Pritsche in einem abgedunkelten Raum voller Apparate.

Wenn das Kind nicht von selbst einschlafen sollte kann man mit Melatonin nachhelfen, das ist auf jeden Fall schonender als Vollnarkose!


Ich weiß einfach nicht was das Beste für ihn wäre. Die lautbegleitenden Gebärden kommen bei ihm nicht so gut an, weil er nicht hinschaut. Es interessiert ihn einfach irgendwie nicht. Bei Liedern funktioniert das hingegen super und wir singen sehr viel und begleiten die Lieder mit diesen Gebärden.
Ich möchte halt nur nichts verpassen und habe Angst das die Entwicklungsverzögerung immer größer wird. Vor einem Vierteljahr war sie ja 9 Monate, korrigiert 6 Monate. Ich habe gelesen , das 6 Monate so eine Grenze sein soll die nicht überschritten werden sollte ohne das man aktiv wird. [/quote]

In deinem Eröffnungsthread hast du was von einer Wahrnehmungsstörung geschrieben - ist das irgendwie genauer definiert. "Störung der sensorischen Integration" kann vieles bedeuten. Das nicht-hinschauen bei Gebärden kann - muß aber nicht - ein Hinweis auf eine ASS (Autismus-Spektrums-Störung) sein, was ja auch unter Wahrnehmunsstörung fällt.

Mein jüngerer Sohn ist ja rein gebärdensprachig aufgewachsen und hat seine "Horchis" vom ersten Tag an abgelehnt. Mit 2 Jahren hatte er in Summe etwa 5 aktive Gebärden. Passiv hat er (in Gebärdensprache) immer deutlich mehr verstanden, es hat aber lange gedauert, bis wir da dahinter gekommen sind.

Mit 4 Jahren hatte er eine umfassende (nonverbale) Entwicklungsdiagnostik, wo unter anderem (neben der Autismus-Diagnose) raus kam, dass er auch in Gebärdensprache etwa 18 Monate entwicklungsverzögert ist. Das beruhigende war, dass ein normaler IQ (101) festgestellt wurde, und das sogar bei nur sporadischer Motivation  8) .

Jetzt wird mein Sohn bald 5 Jahre alt und kann sich in Gebärdensprache in ganzen Sätzen verständigen und versteht auch passiv ziemlich alles.

In unserem speziellen Fall war "dranbleiben" das Zauberwort. Gebärdensprache ist mehr als nur tralala oder ein "Lernwort der Woche". ICh kann in Gebärdensprache ganze Handlungsstränge erklären z.B. "Zuerst bringen wir den großen Bruder mit dem Radanhänger in den Kindergarten, dann fahren wir zur Logopädin und anschließend bringe ich dich in den Kindergarten!" und werde verstanden. Selbst kann er so komplexe Sätze zwar noch nicht gebärden, aber ich bin zuversichtlich dass das noch kommen wird.

Wenn bei deinem Sohn das passive Sprachverständis gut ist würde ich sowohl Gebärdensprache als auch UK forcieren. So bekommt er mehr als eine Möglichkeit, sich nonverbal auszudrücken. Gerade bei einer Wahrnehmungsstörung werden Bildkarten und Piktogramme oft spontaner angenommen als Gebärden. Da ist kein unmittelbarer Blickkontakt notwendig und dein Sohn kann das Bild so lange anschauen, wie er will bzw. braucht, um zu verstehen, was gemeint ist. Ebenso kann er sich aus einem Fundus an Bildern heraussuchen, was er gerne ausdrücken möchte.

Sheila0505 hat geschrieben:Ich habe einfach Angst, das wir zu lange warten und wertvolle Zeit verloren geht. Auf der anderen Seite habe ich die Hoffnung das er sich irgendwann doch noch als Late Bloomer herausstellt und er nur sein eigenes Tempo hat und momentan einfach zu sehr mit anderen Entwicklungsbereichen beschäftigt ist.
Das wüßte ich einfach gerne, um zu wissen was ich als Mama tun soll.

Liebe Grüße und ich Danke euch wirklich sehr für eure Antworten. Das hilft die Gedanken zu sortieren und etwas mehr Klarheit zu bekommen.


Vergiss erst mal alles, was andere dir raten, und handle instinktiver. Du kannst nicht immer alles richtig machen und brauchst es auch nicht. Hör vor allem damit auf, deinen Sohn ständig mit einem imaginären "Durchschnitt" zu vergleichen. Gib ihm das, was er braucht! Was das ist merkt du daran, dass er es einfordert. Du kannst auch gerne Angebote machen (Gebärde, UK) und dein Sohn wird selbst entscheiden, was er annehmen wird, und was nicht. Gesteh ihm diese Entscheidungen zu.

Es kann sein dass du in zwei Jahren einen Sohn hast, der zweisprachig fröhlich in ganzen Sätzen plappert, und es kann sein, dass sein Wortschatz dann nicht größer ist als heute. Niemand wird dir sagen können, wie er sich entwickelt. Deine Ängste gehören Dir, da mußt (leider!) du allein damit fertig werden.

Die gute Nachricht: auch wenn sich dein Sohn NICHT so entwickeln sollte, wie du dir "normal" vorstellst, WIRD er sich entwickeln, eine einzigartige Persönlichkeit sein, Stärken, Schwächen und Interessen haben und einfach Kind sein. Kind, ohne Gedanken daran dass ihm VIELLEICHT in etlichen Jahren dieses oder jenes Problem aus seinen Defiziten erwachsen KÖNNTE.

Meinem älteren Sohn habe ich Bilderbücher "ab 3 Jahre" vorgelesen als er gerade mal 18 Monate alt war. Da hat er zwar noch kaum gesprochen, aber alles verstanden. Meinem jüngeren Sohn konnte ich VORGESTERN, kurz vor seinem 5. Geburtstag zum ersten Mal eine Geschichte aus einem Bilderbuch "ab 3 Jahre" vor-gebärden. Bis jetzt war die Aufmerksamkeitsspanne einfach noch nicht lang genug und er hat bis jetzt auch noch nicht kapiert dass es sich um eine fortlaufende Geschichte handelt.

Was ich damit sagen will: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Du ermöglichst deinem Sohn, was du kannst und gehst deinen Befürchtungen nach, indem du Profis fragst. Mehr kannst du nicht tun! Mein Sohn hätte auch nicht schneller kapiert, wie eine fortlaufende Geschichte zu verstehen ist, wenn er schon ein halbes Jahr früher Logo gehabt hätte.

So Aussagen wie "ein Kind muss mit 2 Jahren soundsoviele Worte sprechen können" halte ich für sehr gefährlich, weil sie einerseits die Eltern unter Druck setzen, aber andererseits kein Zauberspruch dabei ist, mit dem man das Kind dazu bringt, das zu schaffen.

Mir hat in der Hinsicht das Buch "Kinderjahre" von Remo H. Largo sehr geholfen. Da ist auch ein großes Kapitel (über 50 Seiten) zum Thema "Sprachentwicklung" drin. Dort ist alles wissenschaftlich einwandfrei aufgearbeitet, verständlich erklärt und stressfrei rübergebracht.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 07.07.2017, 12:54

@Yaron-Mama: Nein wir haben ihn nicht auf Autismus testen lassen, darüber hatte man im SPZ noch nicht gesprochen.
Also er ist eigentlich ein sehr lebhaftes Kind und immer in Aktion.
Es ist so, das er nicht mit anderen Kindern spielt und absolut Konfliktscheu ist. Sind wir irgendwo und ein Kind kommt und möchte das haben was er in der Hand hat, dann benimmt er sich sehr zurückhaltend, gibt das ab was er in der Hand hat, entfernt sich ein Stück weit und schaut teilweise auf dem Boden und teilweise beobachtet er dann das andere Kind.
Wir sind in einer Krabbelgruppe 1/Woche und auch da entfernt er sich meist von den anderen, bleibt nicht im Kreis sondern verkrümmelt sich irgendwohin.
Entweder zu mir (er wird noch gestillt) oder alleine in irgendeine Ecke oder zum Brotzeittisch. Auch möchte er jedesmal heim gehen noch ehe das Treffen vorüber ist. Ich muss aber dazu sagen, das ich mir sicher bin das es ihm einfach zu viel ist. Er ist sonst nicht eigenbrödlerisch und sonst auch nicht von ruhiger Natur.
Durch die vielen Arzt und Therapietermine ist er dieses Beisammensein auch nicht so gewohnt wie es normalerweise für Familien der Fall ist. Diese sozialen Situationen sind ihm einfach irgendwie nicht geheuer und er zieht sich irgendwie zurück.

Aber und jetzt kommt das große ABER:Ist ihm seine Umgebung vertraut, sicher und die Personen ihm besser bekannt verhält er sich ganz anders.
Zu Hause ist er ein ganz schöner Haudegen, ein kleiner Wilder und spielt mit seinem großen Bruder Räuber und Gendarm.

Es ist immer wieder witzig zu vergleichen wie er sich anderen Kindern gegenüber verhält und dann im Gegensatz dazu seinem großen Bruder (7 J) gegenüber.
Neulich waren wir einkaufen und das Geschäft hatte ein Schaukelpferd. Er saß darauf und schaukelte. Dann kam ein kleines Kind um die Ecke (um einiges Kleiner wie er) und das Kind schien nicht darüber erfreut zu sein das er nun auf dem Pferd sitzt. Ohne zu zögern kletterte er vom Pferd und überließ es dem anderen Kind ohne irgendeine Reaktion.

Doch später kletterte sein großer Bruder auf das Pferd und das passte ihm so gar nicht. Er lief auf ihn zu, schrie, weinte, wollte ihn vom Pferd ziehen.

Er kann also ganz anders ;)
Er ist zu Hause auch ein kleiner Sturkopf, hat richtige Wutanfälle und schlägt seinen Kopf gegen Wände oder Schränke wenn es nicht nach seinem Willen läuft. Er wirft sich auch zu Boden und kann auch richtig fest zu Hauen.
Das würde er nur niemals bei ihm fremden Kindern tun, die sind ihm irgendwie nicht geheuer. Keine Ahnung wieso.
Er geht aber auch noch nicht in die Kita und feste Freunde hat er noch nicht.

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@Chantal-Marie: Danke dir für eure Geschichte/Erfahrungen. Ich hoffe das es bei uns auch so gut weitergeht und nichts dahintersteckt. Konntest du bei deinem Sohn damals auch beobachten das er versucht hatte Nachzusprechen und es einfach nicht klappte?
Unser Sohn wendet sich dann ab und beendet Nachsprechversuche. Bei unserem älteren Sohn war es schon so, das er Wörter nicht aussprechen konnte, aber so hatten halt Gegenstände oder Tiere ihre festen Ausdrücke in Babysprache.
Das Auto war das Atto, "Noch einmal" war "heine" oder schlafen war "afen". Das alles fehlt bei unserem Kleinen gänzlich. Er benutzt überhaupt keine Wörter im Alltag für irgendwelche Sachen. Sein Wortschatz beschränkt sich aktiv auf Mama und Bapa und das Rufen seines Bruders und Namnam für Essen.
Die anderen 4 Wörer benutzt er nicht von sich aus, sondern nur wenn man ihm es zeigt oder vorsagt. Und es ist nur sehr schwer verständlich.
Mir macht es sorgen das er auf Nachsprechversuche nur kaum Erfolg hat und es meist irgendein Kauderwelsch ist. War das bei euch auch so?
Ich hoffe nämlch das sich das wirklich noch von alleine gibt und er mit der Sprache aufgrund seiner anderen Defizite einfach noch überfordert ist und der Knoten doch noch irgendwann platzt.

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@Engrid & Ursula: Danke euch Beiden für diesen Input. Wisst ihr, wie ich eine solche Logopädin am Besten finde? Ich habe mir jetzt mal ein paar Webseiten von Logopädiepraxen bei uns in der Stadt angesehen. Einige haben diese Dyspraxie unter den allegemeinen, häufigsten Sprechstörungen aufgelistet. Aber ob sie darauf "spezialisiert" sind steht nicht dabei. Auch sind da oft unterschiedliche Ausbildungen aufgeslistet, z.B.


staatlich geprüfte Logopädin:
Lerntherapeutin oder klinische Linguistin, oder verschiedene Therapieschwerpunkte
- kindliche Sprach-und Sprechstörungen (VED?)
- Stimmstörungen
- Aphasie
- Sprachentwicklungsstörungen
- Sprachtherapie z.B. nach Zollinger
usw

Wisst ihr auf was ich da achten sollte?

Liebe Grüße und Danke euch ;)

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 07.07.2017, 13:23

Hallo Lisaneu, ich habe soeben deine echt ausführliche und sehr informative Antwort gelesen. Ich habe gerade nur wenig Zeit, aber ich bin dir wirklich sehr dankbar für deine Mühen und deinen Input.
UK weiß ich gar nicht was es ist, werde ich heute abend gogglen. Die Tips sind wirklich super und ich wusste gar nicht das es so viele verschiedene Testungsverfahren und Therapiemöglichkeiten gibt.
Ich werde mich auf jeden Fall mal einlesen und auch danke das du mir ein wenig den Kopf gewaschen hast. Ja das stimmt natürlich alles was du schreibst, ich möchte auch nicht das sich daraus Druck entwickelt.
Ich werde versuchen an deine Antwort zu denken, wenn ich mich dabei ertappe das ich zu viele Treppen auf einmal gehen möchte.

Danke dafür :)
Bzgl Wahrnehmungsstörung: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau, weil ich den Bericht noch nicht habe.
Es ist so das die Physio meinte das er sich nicht so gut spürt (das könnte an der Hirnschädigung liegen, er hat wohl eine milde Hemiparese und Tonusregulationsstörungen). Das machte sich schon in den verschiedensten Bereichen bemerkbar, bei Stimmulierungen oder auch bei den Autoaggressionen.

Sein Ergotherapeut war der nächste der dies ansprach. Er sucht wohl immer äußerste Reize und sucht irgendwie auch immer Begrenzungen durchs Springen, Hüpfen usw. Er hat auch nur ein sehr geringes Gefahrenverständnis, würde also mit einem Affenzahn von einem 3 m Gerüst springen wenn man ihn lassen würde.
Er versucht sich z.B. auch in kleine Matchboxautos zu sitzen, was natürlich nicht klappt oder möchte in einen Minikarton wo gerade mal sein Fuß platz hat zu klettern. Er wird wütend wenn das nicht klappt und versucht es erneut.

Ich kann es nicht genauer beschreiben, entschuldige.
Die dritte war dann die Logopädin welche von einer Wahrnehmungsproblematik sprach.
Da unser Kleiner vor wenigen Wochen anfing auf Zehenspitzen zu laufen, machte ich mir Sorgen ob es an der Hirnschädigung liegt und das alles irgendwie zusammenhängt.
Unser älterer Sohn hat z.B. eine Wahrnehmungsstörung, allerdings nicht bedingt durch eine Hirnschädigung. Daher wusste ich, das es auch unabhängig voneinander sein könnte, zumal Frühchen (unser Kleiner ist ja eines) häufiger an Wahrnehmungsstörungen leiden.

Also hatte ich mit unserer Neuropädiaterin beim Bayleytest kurz darüber gesprochen. Sie bestätigte zwar die Wahrnehmungsstörung, meinte aber das diese durchaus unabhängig von der Hirnschädigung vorhanden sein könnte.
Ich nehme stark an, das diese Wahrnehmungstörung nun bei der nächsten Entwicklungskontrolle ihren Weg in den nächsten Entwicklungsbericht finden wird und ich dann genaueres darüber sagen kann als jetzt.

Liebe Grüße

Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 07.07.2017, 16:19

Sheila0505

Unser Sohn machte nur äh,äh wenn er was haben wollte und hat zur Not mit dem Finger gedeutet. Das wars, der faule Sack hat überhaupt keine Sprechversuche gemacht und nachsprechen? War er viel zu bequem. Heute ist er immer noch sehr Redegewandt und diskutiert alle in Grund und Boden.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 07.07.2017, 16:23

Hallo zusammen,
ich schlupf noch einmal rein und bringe ein Schlaf-EEG ins Spiel. Warum, steht in meiner Signaturr: Bene hatte - wahrscheinlich Jahre lang - nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum. Seitdem diese adäquat behandelt wird, wird die gesamte Wahrnehmung, v.a. die auditive :shock:, stetig besser, die autistischen Symptome nehmen ab.
Verlässlich sprechen kann er immer noch kein Wort :( :( :(, aber mittlerweile auf Diktat eingermaßen altersgerecht schreiben :o

Witzigerweise erhört er sich unbekannte Worte nun auch, so dass wir hin und wieder ganz normal Wortschöpfungen wie KOHOR lesen, während er sonst wirklich nur visuell gespeicherte Wörter tippen konnte.

Kommunikativ ist er weiter eher nonverbal unterwegs oder in getippten ein oder zwei Wortsätzen ... Bisschen tippfaul, was ich irgendwie auch verstehen kann ...
Kürzlich hat er seine Lehrerin mit den spontan und völlig korrekt getippten Sätzen:"Meine Haare sind zu lang. Ich muss zum Frisör." erfreut, als diese ihn nach dem Frisörbesuch auf seine neue Frisur ansprach :wink: Bei mir macht er so etwas nicht :? Vermutlich weiß er: Mama versteht micht eh :twisted: Wir geben demnächst mal wieder zur UK-Beratung.

Heute hatte ich übrigens einen netten Kommentar im Wartebereich eines Arztes, in dem die Stühle kreisförmig aufgestellt waren. Sohnemann kommentierte: Stuhlkreis! Musik! :lol: :lol: :lol: Ja, warum auch nicht? Würde die Stimmung bei 2 durchschnittlicher Wartezeit trotz Termin ja vielleicht auch etwas heben :lol: ...
LG
Angie

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 07.07.2017, 18:00

Hallo Sheila,

ich möchte noch auf Deine obige Frage antworten.
Beim Verband der Deutschen Logopäden gibt es die Möglichkeit eine Umkreissuche zu machen. Bei "Behandlungsschwerpunkte Kinder und Jugendliche:" würde ich kindliche Dyspraxien auswählen. Dann müßte Dir die Suche eine Paar Vorschläge machen. Manchmal spricht man auch von einer Sprechapraxie. Hier ist noch ein Link dazu:
https://www.dbl-ev.de/kommunikation-spr ... raxie.html

Ich denke, Du machst nichts falsch, wenn Du das überprüfen läßt!
Ich habe übrigens noch eine Informationsbrochüre von einer Logopädin, die vor Jahren in diesem Forum aktiv war, und sich mit verbaler Dyspraxie sehr gut auskannte. Leider schreibt sie nicht mehr mit. Schick mir eine PN, wenn's Dich interessiert.

VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

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Beitragvon Lisaneu » 07.07.2017, 20:15

Sheila0505 hat geschrieben:Bzgl Wahrnehmungsstörung: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau, weil ich den Bericht noch nicht habe.
Es ist so das die Physio meinte das er sich nicht so gut spürt (das könnte an der Hirnschädigung liegen, er hat wohl eine milde Hemiparese und Tonusregulationsstörungen). Das machte sich schon in den verschiedensten Bereichen bemerkbar, bei Stimmulierungen oder auch bei den Autoaggressionen.

Sein Ergotherapeut war der nächste der dies ansprach. Er sucht wohl immer äußerste Reize und sucht irgendwie auch immer Begrenzungen durchs Springen, Hüpfen usw. Er hat auch nur ein sehr geringes Gefahrenverständnis, würde also mit einem Affenzahn von einem 3 m Gerüst springen wenn man ihn lassen würde.
Er versucht sich z.B. auch in kleine Matchboxautos zu sitzen, was natürlich nicht klappt oder möchte in einen Minikarton wo gerade mal sein Fuß platz hat zu klettern. Er wird wütend wenn das nicht klappt und versucht es erneut.


Das Gefahrenbewusstsein ist bei etlichen 2jährigen Kindern noch nicht entwickelt. Mein älterer Sohn kletterte überall hoch, sprang überall runter, lief ohne Schimmhilfen direkt ins tiefe Schwimmbecken....und heute hat er Angst, wenn er mit Radhelm auf meinem Gepäckträger sitzen und sich an meinem Po festhalten soll, während ich VORSICHTIG auf einem breiten Gehsteig, radle :wink: .

Bei meinem jüngeren Sohn war es anders, der KONNTE mit 2 Jahren noch längst nicht springen oder klettern. Das hat er sich (trotz Autismus) alles selbst mit einer erstaunlichen Ausdauer beigebracht. Er braucht für alles, was gesunde Kinder "von selbst" können, ganz viel Übung. In Summe waren es mehr als 10 Stunden bis er so weit war, sich mit Schimmflügeln ohne sich an mich zu klammern, ein paar Meter im Wasser fortzubewegen. Für Laufrad oder Fahrrad fahren ist das Gleichgewicht immer noch nicht ausreichend. Aber diesen Sommer haben wir uns vorgenommen, Roller fahren zu lernen.

Es kommt nicht so sehr darauf an, welche Veranlagung ein Kind mitbringt, sondern eher darauf, wie es damit umgeht, wenn ihm was nicht auf Anhieb gelingt. Der geschickte ältere Bruder hat dann schnell frustriert aufgegeben während mein jüngerer Sohn einfach immer wieder was probiert hat, bis es dann doch geklappt hat. So gesehen kann auch ein Sturschädel sehr nützlich sein :wink: .

PS: Was ich dabei lernen musste war, mich zurückzuhalten, und meinen Sohn nur 1x darauf aufmerksam zu machen, dass sein Vorhaben (z.B. mit dem falschen Schlüssel das Haustorschloss aufsperren) nicht klappen würde. Wenn ich es öfter als 1x gebärdet habe wurde er wütend und noch sturer. So habe ich gelernt, ihn ruhig ausprobieren zu lassen und erst dann Hilfestellung zu bieten, wenn er selbst danach verlangt. Das war ganz schön schwer - für MICH!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS

Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist

Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Quirin_Mama
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Beitragvon Quirin_Mama » 07.07.2017, 20:28

Hallo zusammen,

ich klinke mich hier auch mal mit ein.

Junior hat seine Baustellen körperlich und ist kognitiv weiter. Bisher mit 3,5 Jahren keine Sprache außer Lallen.

SPZ sind teils bekannt dafür, dass sie bei unsichtbaren Baustellen, grade auch rund um die Wahrnehmung, gerne abwarten und aufschieben. Lasse Dich bitte in dem Fall bitte nicht ausbremsen


Hier kämpfe ich grad um Logo - ein Witz :evil:
trotz Gaumenspalte wird mit zu starker körperlicher Hypotonie argumentiert, ist jedoch viel besser geworden :roll:
Wir bekommen jetzt Logo, jedoch von der Therapeuten, die schon sagte, es bringt eh nix. :evil:

Danke Engrid und Ursula für die deutlichen Worte - evlt. auch VED?, ich werde mich umgehend um andere Unterstützungsmöglichkeiten kümmern

LG Maria


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