Wie habt ihr die richtige Arbeit für eure Kinder gefunden?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Ingelein
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Wie habt ihr die richtige Arbeit für eure Kinder gefunden?

Beitragvon Ingelein » 06.07.2017, 13:29

Ihr Lieben

wir haben eine Adoptivtochter, 14 Jahre, die Voll FASD hat.
Sie besucht eine Heilpädagogische Waldorfschule.

So weit alles ganz gut.....

Jetzt ist sie 14 und die Praktika können beginnen. Wir in der Schule können in der Oberstufe so viele Praktika machen wie wir möchten.....

So weit auch alles gut

Die Praktikums Stellen müssen von uns selbst gesucht werden...

Unsere Tochter wird auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht bestehen. Aber auch eine Werkstattkind ist sie auch nicht. Sie passt einfach nicht in das Muster.
Alles zu eng und straff für sie....

An den Reha Menschen vom Arbeitsamt kommen wir nicht ran. Da heißt es nur immer. Dieser kommt in die Schule.

Ich möchte mich vorher schlau machen, ich möchte mich vorher informieren und Ideen sammeln. Vielleicht könnt ihr das etwas verstehen.

Wem ging es ähnlich und wie habt ihr das passenden für eure Kinder gefunden ?
Vielleicht einen Bauernhof ? Vielleicht einen Pferdehof ?

Im Netz nach so etwas zu suchen finde ich total schwer.

Würde mich freuen von euch zu lesen, wie ihr das angegangen seid.

Herzliche Gruss Inge

IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 06.07.2017, 13:40

Ich habe auch eine Ado-Tochter mit FAS und Autismus und leichter geistiger Behinderung. Als in der Gb Schule die Praktika anfingen habe ich mich geweigert diese in der Werkstatt durchführen zu lassen, da sah ich sie einfach nicht. Sie hat mehrere Praktika in der normalen Wirtschaft gemacht(kommt ja ganz "normal" erstmal rüber) jedr hat sie gerne genommen. (KITA,Blumenladen,Küche) Tja nun ist sie heut auf den Tag 24 Jahre und arbeitet zufrieden und glücklich doch in der Werkstatt und zwar in einem Spendenladen. Wir haben begriffen das sie zwar theoretisch für den 1. markt reif ist, aber es praktisch nicht durchhält. Zuviele wechselnde Tätigkeiten, zuviel unvorhergesehendes, zuwenig rückzugsmöglichkeiten-. heute sagen wir, so wie es ist, ist es für sie gut. Und nur darauf kommt es an, auch wenn wir uns für sie etwas anderes gewünscht haben.
Probiert alles aus wofür euer Kind Interesse zeigt und ihr werdet eine Lösung finden.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

AnneJaJoLu
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Beitragvon AnneJaJoLu » 06.07.2017, 13:44

Hallo!

Warum kommt Ihr an den Rehaberater nicht ran?
Bei uns war der auch in der Schule, aber ich habe von vornherein klargestellt, dass ICH das mit meinem Sohn privat machen möchte und wir einen Termin außerhalb der Schule machen würden. Das ging dann auch problemlos.
Natürlich regelt das dann nicht mehr die Schule, aber das sollte sie auch nicht.
Ruf einfach bei der Agentur für Arbeit an und mach da einen Termin. Falls die sich
am Telefon querstellen, mach das Ganze schriftlich.

Ich finde es manchmal auch schwierig, wenn sich Schule in alle möglichen Erziehungsbereiche u.ä. einmischt, da Verantwortung abnehmen möchte, aber das Ganze nur halbherzig macht / machen kann.

Liebe Grüße,
Anne

elfe
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Beitragvon elfe » 06.07.2017, 13:53

Hallo Ingelein,
wir sind auch gerade in der Situation. Mein Sohn wird im Dezember 18, für den Arbeitsmarkt 1 zu Krank, für die Werkstatt nicht geeignet- Autismus....wir haben uns selbständig einen Praktikumsplatz gesucht und dann einfach den Intergationsdienst in die Pflicht genommen. Derzeit ist es so, dass er keine Ausbildung machen kann, aber jederzeit zum Praktikum ohne Bezahlung. Wenn er nicht mehr zur Schule geht beantragen wir Grundsicherung und eine Berentung EUR. Hierbei unterstütz uns der Autismusverband.
Wir haben festgestellt, dass die Arbeitgeber eigentlich sehr offen sind, wenn sie das Kind erstmal gesehen haben, der Integrationsdienst macht alles so drastisch und abstrakt, dass es abschreckt 😥 , es gibt auch Möglichkeiten eines ausgelagerten Werkstattplatzes, aber da muss die Werkstatt sehr willig sein 😅. Ich wünsche dir viel Kraft
wende dich der sonne zu, dann liegen die schatten hinter dir

A und Floh 12/99, VSD, BPA,Asthma ADS, Autismus Spektrum Störung, Tiefgreifende Entwicklungsstörung,Sehschwäche, Hemiparese, Inkontinenz,Z.n. NEC,Neurodermitis ....a.F.einer Frühgeburt 26.SSW- aber wunderbar

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Beitragvon Ingelein » 06.07.2017, 14:02

Ihr Lieben,

ihr habt mir schon einige Denkanstöße gegeben. Danke

Freue mich über alle , die noch schreiben und Inputs haben.

ich werde persönlich den Reha Menschen anrufen und vielleicht auch persönlich hingehen.

Lieben Dank und Herzlichen Gruss

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 06.07.2017, 14:03

Hallo Elfie,

darf ich fragen, " Integrationsdienst ". Was ist das ?

LG Sabine

elfe
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Beitragvon elfe » 06.07.2017, 15:20

Hallo Elfie,

darf ich fragen, " Integrationsdienst ". Was ist das ?

LG Sabine
wende dich der sonne zu, dann liegen die schatten hinter dir

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Beitragvon elfe » 06.07.2017, 15:21

Hallo Elfie,

darf ich fragen, " Integrationsdienst ". Was ist das ?

LG Sabine

Das ist der Inegrationsfachdienst, er hilft kranken und behinderten Jugendlichen beim Berufsstart. Eigentlich sollte diese Leute unsere Kinder bereits ab der Pflichtpraktika begleiten. Diese arbeiten mit den Arbeitsämtern und WfbM zusammen, haben Listen von verfügbaren Ausbildungsplätzen etc.
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Beitragvon JustinsMum » 06.07.2017, 15:54

Hallo,

wir haben unseren Sohn einfach schlicht weg ausbildungssuchend gemeldet und den SBA beigelegt. Die Reha-Baratung hat sich alleine gemeldet - zu unserem Leidwesen. Denn die war keine Hilfe, sondern eigentlich eine Zumutung.

Unabhängig davon kommt in eine Regelschule aber grundsätzlich keine Reha-Beratung, deswegen blieb uns auch nichts anderes übrig und letztlich werden wir zumindest was finanzielle Hilfen betrifft diese Leute aber doch brauchen.

Ansonsten hat sich unser Sohn ganz normal um die Praktikumsstellen beworben, 5 Bewerbungen, 5 Zusagen... war also nicht wirklich schwierig. Wir haben uns als Eltern da ganz bewusst rausgehalten. Ob er dann eine Ausbildung schaffen würde weiß kein Mensch, aber das weiß man ja bei niemanden.

Grüße

justinsMum

Petra62
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Beitragvon Petra62 » 07.07.2017, 20:55

Hallo
Bei uns lief das so. Unser Sohn hat die letzten zwei Schuljahre in einer esonderen Klasse gemacht. VBob : Vertiefte Berufsorientierung. Er hatte drei Tage Schule und zwei Tage Praktikum. Das hat er im Wunschberuf gemacht. Als wir merkten, das er den Abschluss nicht schafft und vermutlich nicht dem 1. Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, haben wir einen Termin beim Arbeitsamt gemacht. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keine Diagnose. Nur ADS stand fest. ( Er ist Asperger Autist ) Es folgten zwei Untersuchungen über mehrere Stunden. Anschließend stand das Ergebnis, er kommt für eine Rehamaßnahme infrage. Diese findet jetzt statt, ( d.h. seit einem Jahr, jetzt mir Verlängerung ) in einem Berufsbildungswerk. Der Vorteil, man kann verschiedene Berufe ausprobieren. Eine Ausbildung ist auch möglich. Es gibt ein Internat, wenn man nicht in der Nähe wohnt. Vielleicht ist das ja auch was für euch ?
Bei regelrechten Praktikas kann ich leider nicht helfen.
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger Autist ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit


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