Wie habt ihr die richtige Arbeit für eure Kinder gefunden?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Ingelein
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Beitragvon Ingelein » 08.07.2017, 11:35

Vielen vielen Dank ......
Es wird ein langer Weg werden.....

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 13.07.2017, 13:45

Kannst du deine Tochter vielleicht zu freiwilligen Kurzpraktika motivieren?

Wir wollten nicht auf die Berufsberatung in der Schule warten (unser Autist braucht etwas mehr Vorlauf als seine Mitschüler) und die Reha-Beratung bei unserem Arbeitsamt ist eher ein Hemmnis als eine Förderung. Daher hat unser Jüngster schon 3 freiwillige Praktika in den Oster-, Herbst- und Sommerferien gemacht in Betrieben, bei denen er sich vorstellen könnte einen Beruf zu erlernen. Auf diese Weise konnte er sich schon eine recht gefestigte Meinung bilden.

Bezüglich des Haftpflichtersicherungsproblems (freiwillige Praktika sind nicht über die Schule versichert) haben wir jeweils eine Praktikantenversicherung abgeschlossen, kostet für eine Woche nur 6€. Findet man meines Wissens auch nur hier https://www.versicherungsdienste.com/co ... ktikanten/
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Ingelein
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Beitragvon Ingelein » 15.07.2017, 08:52

Liebe Regina,

Vielen Dank für den Tip mit der Versicherung ..
Das wusste ich nicht.

LG Inge

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 15.07.2017, 09:46

Ich glaube, davon weiß kaum jemand. Wir haben den Tip vor ca. 3 Jahren vom AW-Lehrer unseres älteren Sohnes bekommen als der Lehrer mitbekam, wie engagiert unser Großer seine Berufsorientierung betreibt. Und freiwillige Praktika sind hier bei uns nur schwer bis gar nicht zu bekommen ohne die Schule (oder das Arbeitsamt) als Träger, schon gar nicht für Kids unter 16. Mittlerweile haben wir diese Haftpflichtversicherung schon 5 Mal für unsere Jungs gebucht und die beworbenen Betriebe nehmen diese Option sehr gerne an. Ich finde, 6€ je Pratikumswoche sind da eine sinnvolle Investition. :wink:
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Rena1
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Beitragvon Rena1 » 31.07.2017, 12:33

Bislang gar nicht. Meine Tochter (19) hat ihren ESA auf der Regelschule gemacht, dann 2 Jahre Produktionsschule in der Malerwerkstatt ( was gut lief), dann hat die BA (Reha-Abt.) ihren Berufswunsch nicht unterstützt, sie musste eine bvb machen in einer Einrichtung, die nicht gut für sie war ( es war dort total unstrukturiert und das passt überhaupt nicht zu Autismus), sie ist so oft krank geworden, dass man jetzt die WfbM empfiehlt. Das will sie überhaupt nicht. Die BA meldet sich nicht, wir warten auf einen Termin.
Alles, was die Behörden geschafft haben ist, aus einer jungen, sehr gut orientierten Frau mit Potenzial eine verunsicherte und gefrustete "Behinderte " zu machen, denn das war das Einzige, was man in ihr gesehen hat. Förderung der Stärken? Fehlanzeige.
Praktika hat meine Tochter so einige gemacht, die auch gut liefen. Aber das ist noch ne ganz andere Nummer, als einen Ausbildungsplatz zu bekommen und diese auch durchzuhalten, inkl. Berufsschule. Inklusion/Integration hört nach der Schule auf.
Wir wissen im Moment nicht, wie es weiter gehen soll.
Meine Tochter macht sich große Sorgen um ihre Zukunft. Sie ist schlau aber autismusbedingt nicht immer belastbar. Langsam klopft die Depri an die Tür...
Selbst FSJ und Bufdi kommt nicht in Betracht, die suchen auch nur fitte junge Erwachsene, überall einsetzbar.
Alles sehr frustig :cry:
Ich hätte dir gerne etwas positiveres geschrieben....
Gruß Rena1

Susanne Th.
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Beitragvon Susanne Th. » 31.07.2017, 16:24

Hallo Rena,

wenn man bei der BA nicht das Glück hat, auf einen kompetenten und informierten Reha-Berater zu treffen, wie wir dies hatten, sonst gehts schief...

Leider bestimmt der Reha-Berater, wohin der Hase läuft (zumindest solange die BA der Förderträger ist) innerhalb sehr enger Vorgaben- das Abschieben in eine WfbM ist meist vorprogrammiert. Da muss man als Eltern ganz schön dagegenhalten

Mit dem Integrationsfachdienst haben wir gute Erfahrungen gemacht...dürfte in Hamburg (weit größer als unsere Stadt in NRW) bestimmt auch so sein. Frag mal nach...dort hat man auch teilweise ganz andere Förderprogramme als die BA. Ggf. könnte sich Deine Tochter Ihren Berufswunsch doch noch erfüllen...das lief doch gut! Nochmal einsteigen über Praktikum und anschließender Einstiegsqualifizierung (EQJ), das müsste doch möglich sein.


LG
Susanne

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Beitragvon Ingelein » 02.08.2017, 07:48

Hallo Zusammen,

Es ist wie immer.....und überall.....trifft Familie auf Menschen die einem gut gesonnen sind, die einen begleiten wollen und können, die einen verstehen , hat man Glück......
Dann kann auch etwas erreicht werden....

Ansonsten nicht.......

Susanne Th.
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Beitragvon Susanne Th. » 02.08.2017, 10:32

Hallo Inge,

man kann auch selbst etwas tun. Je informierter die Eltern sind, desto mehr erreicht man...meine Erfahrung.
Auch in Eurer BA dürfte vor der Reha-Abteilung umfangreiches Infomaterial ausliegen..-mitnehmen, durchlesen, Fördermöglichkeiten, die infrage kommen notieren, Reha-Berater darauf ansprechen. Dasselbe beim Integrationsfachdienst...

Wie überall... was man nicht weiß, wird einem auch nicht angeboten. Kostet ja alles...Auf das Wunsch-und Wahlrecht der betr. Person verweisen- die schnelle Lösung WfbM ablehnen, gute rechtliche Vertretung sichern (Sozialverbände etc.), auf Rechte beharren.

Ist alles nicht so einfach, ich weiß. Kostet Mühe und Zeit, ich weiß- aber lohnt. Information ist aber alles!

LG
Susanne

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Beitragvon Karina » 02.08.2017, 14:35

Hallo Inge,
ich habe eine 22 jährige Tochter mit DS, die 10 Jahre integrativ unterrichtet wurde. Leistungsmäßig hat sie sich an der Grenze zwischen LB und GB bewegt. Ich habe sie auch nie in einer Werkstatt gesehen, trotzdem ist sie seit 4 Jahren stolze und glückliche Werkstattmitarbeiterin.

Sie arbeitet in einem Café, mit ihr ganz viele junge Erwachsene, die entweder aus dem LB_Bereich kommen und teilweise auch eine Ausbildung (Beikoch, Hauswirtschaftshilfe usw.) haben und dann auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht zurecht gekommen sind oder erst gar keine Anstellung gefunden haben.

Es gibt heute schon ganz viele Werkstätten, die nicht mehr so klassisch arbeiten, wie früher und z.T. leider immer noch mehr Aufbewahrung und Beschäftigungstherapie sind, als alles andere.

Ein Beispiel sind die CAP-Märkte, schau mal unter diesem Link:
http://www.cap-markt.de/ueber-uns.html

In unserer Werkstatt gibt es außer dem Gastrobereich eine Hauswirtschaft, eine Wäscherei und eine Gärtnerei.

Google doch einfach mal möglich Träger in eurer Gegend oder Werkstatt mit Außenarbeitsplatz. Zu Hamburg fällt mir noch dieses Hotel ein: http://www.stadthaushotel.com/start.php

Selbst, wenn das nichts für euch ist, können die dir vielleicht einen Tipp zu ähnlichen Projekten in anderen Bereichen geben.

Noch etwas zu unserer Erfahrung mit dem AA. Der Reha-Berater veranlasst ja die medizinische und psychologische Untersuchung. Bei uns war es sehr praktisch, dass wir zur Untersuchung schon wussten, wohin der Weg gehen soll. Das Gutachten wurde dann auch unter diesem Aspekt angefertigt. Ansonsten hatten wir keine Unterstützung vom Reha-Berater. Wir haben uns unseren Platz alleine gesucht und die Dame beim AA hat lediglich den notwendigen bürokratischen Schriebs gemacht.

Dir/Euch viel Erfolg

Karina.

PS: Hier noch ein weiteres Beispiel. Einfach dort mal anrufen, die haben noch weitere Bereiche, ansehen und Praktikumstermin vereinbaren.
http://www.alsterarbeit.de/betriebsstae ... ice-ggmbh/

Hier was auf einem Bauernhof, keine Ahnung, wie weit weg das von euch ist ;-) http://www.rotenburger-werke.de/meldung ... rnhof.html

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Ingelein
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Beitragvon Ingelein » 02.08.2017, 18:47

Wow.....Karina

Herzlichen Dank.....


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