Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen - Gartenzaun

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Maria_t
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Zuschuss wohnumfeldverbessernde Maßnahmen - Gartenzaun

Beitragvon Maria_t » 03.07.2017, 20:40

Hallo an alle,

wir haben vor kurzem ein Haus gekauft mit größerem Grundstück, vor allem für unsere beden frühkindlichen Autisten, um das Leben für alle etwas einfacher zu gestalten. Beide sind schon mehrmals ausgebüchst, ein höherer Zaun ist unabdingbar. Nach einem Telefonat mit der Pflegekasse, weiß ich, dass die Ablehnung für unseren Antrag auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen schon unterwegs ist. Ich habe auch hier im Forum von 2 Fällen gelesen, bei denen das abgelehnt wurde. Grund ist wohl, vor Allem, dass der Garten nicht zum Wohnumfeld gehört. In diesem Urteil http://lexetius.com/2008,3301 (Absatz 15) steht aber, dass es bei Kindern und Jugendlichen sehr wohl dazu gehört und ein solcher Zuschuss zu gewähren ist. Hat noch jemand Erfahrung damit? Also im Sinne einer Ablehnung oder Zusage von der Pflegekasse?

LG

Maria
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RolliTanteSilvi
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Beitragvon RolliTanteSilvi » 03.07.2017, 21:34

Hallo Maria,

Erfahrungswerte zur Zusage oder Ablehnung der Kostenübernahme des "behindertengerechten" Gartenzauns über die wohnumfeldverbessernde Maßnahme kann ich nicht beisteuern. Ich hab mir dein angeführtes Urteil durchgelesen - darin geht es aber um eine Rampe für Rollstuhlfahrer um in den Gartenbereich zugelangen.
Ich denke Du hast nur die Möglichkeit das finaziert zu bekommen wenn folgende Punkte vorliegen / erfüllt sind:
- unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
- Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen (Grundstück grenzt an stark befahrene Strasse)
- Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses,
herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben --> nicht zumutbar einen öffentlichen Spielplatz zu besuchen um gleichaltrige Kinder zutreffen

Vielleicht bekommst Du hier noch den richtigen Tipp um Euer Vorhaben zu verwirklichen. Berichte bitte wie es weitergeht.

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 03.07.2017, 21:46

Hallo Maria,

das würde mich auch mal interessieren. Wir bräuchten auch einen höheren
Zaun. Vielleicht geht es als Einzelfallentscheidung durch, wenn man Einspruch
gegen die Entscheidung der KK einlegt.

Hier Auflistung der KK, welche wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nicht
übernommen werden. Gartenzaun steht übrigens nicht dabei.

http://rentenberatung-aktuell.de/pflege ... ennen.html

"• Ausstattung der Wohnung mit einem Telefon, einem Kühlschrank, einer Waschmaschine,
• Verbesserung der Wärmedämmung und des Schallschutzes,
• Reparatur schadhafter Treppenstufen,
• Brandschutzmaßnahmen,
• Herstellung einer funktionsfähigen Beleuchtung im Eingangsbereich/Treppenhaus,
• Rollstuhlgarage,
• Errichtung eines überdachten Sitzplatzes,
• Elektrischer Antrieb einer Markise,
• Austausch der Heizungsanlage, Warmwasseraufbereitung,
• Schönheitsreparaturen (Anstreichen, Tapezieren von Wänden und Decken, Ersetzen von Oberbelägen),
• Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden,
• allgemeine Modernisierungsmaßnahmen

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
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Beitragvon Maria_t » 03.07.2017, 21:53

Hallo Silvi,

ja das stimmt, die Maßnahme im Garten in dem verlinkten Fall ist eine andere, deshalb bin ich auch unsicher. Wobei da ja auf jeden Fall steht, das Maßnahmen im Garten für Kinder und Jugendliche bezuschusst werden sollten. Aber da steht halt das Wort "barrierefrei". Bin mir da auch nicht sicher, ob barrierefrei bei uns zutrifft...zumindest ist es so, dass sie mit dem höheren Zaun, den Garten "selbständig" nutzen können, sonst bräuchten sie "Hilfestellung" im Sinne von enger Begleitung (ist das barrierefrei?)

Die Punkte, die angeführt hast, treffen alle zu. Von wo hast du sie entnommen?

LG
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Beitragvon Maria_t » 03.07.2017, 21:58

Hallo Andrea,

zumindest weiß ich von einem Fall, wo es wegen Weglauftendenz geklappt hat....Ich werde auf jeden Fall berichten.
Wegen der Auflistung: ich habe Sicherheitstüren bei desorientierten Menschen aufgelistet gesehen, als Maßnahmen die übernommen werden, das was wir vorhaben ist ja im Prinzip das gleiche. Z.B. hier https://sozialversicherung-kompetent.de ... ahmen.html

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Beitragvon RolliTanteSilvi » 04.07.2017, 07:20

Maria_t hat geschrieben:Hallo Silvi,

ja das stimmt, die Maßnahme im Garten in dem verlinkten Fall ist eine andere, deshalb bin ich auch unsicher. Wobei da ja auf jeden Fall steht, das Maßnahmen im Garten für Kinder und Jugendliche bezuschusst werden sollten. Aber da steht halt das Wort "barrierefrei". Bin mir da auch nicht sicher, ob barrierefrei bei uns zutrifft...zumindest ist es so, dass sie mit dem höheren Zaun, den Garten "selbständig" nutzen können, sonst bräuchten sie "Hilfestellung" im Sinne von enger Begleitung (ist das barrierefrei?)

Die Punkte, die angeführt hast, treffen alle zu. Von wo hast du sie entnommen?

LG


Guten Morgen Maria,

die von mir aufgeführten Punkte werden u.a. für Pflegeergänzungsleistungen § 45 SGB XI genannt - https://www.krankenhaus-rummelsberg.de/ ... lrecht.pdf - Seite 08/ 09 - und es gibt hier User die aufgrund der genannten Einschränkung die Absicherung der Wohnungstür / Türen (Weglauftendenz) über die Wohnumfeldverbesserung - nach langem Kampf - finanziert bekommen haben. Die Wohnungstür / Türen sind ja unmittelbar zum Wohnnumfeld zu zählen, daher die Übernahme.

Du schreibst die von mir benannten Punkte treffen auf Euch zu - dann warte auf die schriftliche Ablehnung der Pflegekasse / Krankenkasse und geh mit guten Argumenten in Widerspruch

- Weiterentwicklung der Selbständigkeit in gesichertem Umfeld (abgesicherter Garten) --> gleichaltige Kinder bewegen sich mit 11 Jahren schon selbständig (Kinderspieplatz, Jugendtreff ect. um Freunde zu treffen) --> Freizeit - und Alltasgestalltung selbst entscheiden
- Bewegungsdrang stillen

stell dich auf viel Bürogratie und Schriftverkehr ein - versuch es einfach - Einzelfallentscheidung

LG Silvi
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Beitragvon konik » 04.07.2017, 07:34

Hallo Maria ,

Es gibt extra Wohnumfeld verbessernde Madnahmen wegen Weglauftendenz ! Es ist abhängig von den Diagnosen. Ich kann dir sagen das ich bei einem Kind wegen Weglauftendenz schon mit dem Pflege- Gutachten die Bewilligung bekam. .

Schau mal hier:

https://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/ ... Demenz.pdf

Oder hier:

https://www.kreis-mettmann.de/media/cus ... 1473405541

Bei der Diagnose Autismus wo Fremd Eigengefärdung belegt ist , sollte das möglich sein. Ich denke beantrage Es mit einer guten Erklärung.
Such mal unter Demenz da man ja dazu schon immer Parallelen zieht. Dort findet man einiges was unterndiesem Begriff geht.
Ich habe früher immer geglaubt das es nur die typischen Dinge gibt wie eben ein Badumbau , breitere Türen usw und wusste nicht das es überhaupt Wohnumfeld...gibt wegen Weglaufen.


Fenster sichern , Türen sichern ohne Schlüssel , Hoftor je nach Wohnsituation ..........eben alles wo man sagen kann man hindert jemand am Weglaufen .

LG

Konik

Edit:
Das Wort Barierefrei ist immer bezogen auf die Behinderung !

Klar , meist denkt man an andere Dinge die eher zB. für einen Rolli Fahrer passen . Doch ist es bei Autisten eine andere Form der Barriere die da ist . Da geht es zB um eine Dusche die größer breiter sein soll aber nicht weil man nicht rein kommt , sondern weil man helfen muss und die Abwehrhaltung schwer zu Händeln ist in einer kleinen Duschkabine . Hier muss man dann natürlich Besonders drauf hinweisen . Ich als Autisten Mutter rate dir in dieser Sache mit dem KJP zu reden . Er weiß genau wie die Kinder sind und kann eine Stellungnahme schreiben die du dann mit einreichst.... so hast du direkt nachgewiesen das es med. nötig ist .

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Haben wir bekommen.

Beitragvon geitla » 05.07.2017, 18:05

Den Zaun bekamen wir mit 4000 Euro zugezahlt. Down Syndrom Kind, Weglauftendenz, kann keine Gefahren abschätzen usw. Ging nur mit Widerspruch.

Maria_t
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Beitragvon Maria_t » 05.07.2017, 21:35

Hallo geitia,

das ist ja super...was habt ihr als Argumente aufgeführt im Widerspruch?
Das Widerspruchschreiben habt Ihr alleine aufgesetzt oder mit Rechtsanwalt?

@Konik: Kannst du mir vielleicht eine Stelle benennen, in der steht, dass die Barrierefreiheit für einige Behinderungen SO etwas bedeuten kann?
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Beitragvon konik » 06.07.2017, 08:54

Maria ,

Das kann ich glaub ich nicht, ich suche aber noch mal !

Bei uns hat das der MDK direkt gemacht damals mit der Pflegestufenbegutachtung . Das war eine Sache wo ich ausnahmsweise nichts tun musste.
Kann dein Kind alleine raus ? Nein , aber das muss für den MDK klar sein .
Ich weiss nicht wie alt das Kind ist und was genau alles bekannt ist. Also gibt es Belege zur Eigen und Fremdgef ?
Wie sieht es mit der geistigen Einschränkung aus? Gibt es einen Fahrdienst zur Schule Kita ? Eine SB ist die 1:1 Betreuung klar? Also all die Dinge die eindeutig belegen das es so ist.


Schau mal hier rein:

Hier findest du viele Dinge die dir sicher weiter helfen.
http://www.leitlinie-fem.de/download/LL ... lage-2.pdf


LG

Konik


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