Sind eure Kinder glücklich?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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AnnaUndDaniel
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Beitragvon AnnaUndDaniel » 26.06.2017, 20:10

Danke für eure Antworten! Bin momentan im Stress, werd aber später noch etwas dazu schreiben.

lg

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Majabalthasar
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glücklich?

Beitragvon Majabalthasar » 22.08.2017, 13:39

Ich denke schon das Kinder mit Handicap teilweise sehr viel glücklicher sind als "normale" Kinder. Diese Kinder können sich über Kleinigkeiten viel mehr freuen. Über die Sonne, ein schönes Spiel, wenn man sie in den Arm nimmt. Oder einfach auch nur etwas zu beobachten was sich bewegt. Manchmal glaube ich diese Kinder sind viel dankbarer mit dem was sie haben.

Annette R.
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Beitragvon Annette R. » 22.08.2017, 18:57

Ich glaube es kommt oft drauf an, ob geistige oder körperliche Defizite vorliegen und wie sehr diese die Kinder beeinträchtigen. Ich erlebe häufig das gerade körperbehinderte Teenager sehr unglücklich sind. Sie können selten alleine einfach so an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Dazu kommt dann häufig auch noch die Frage nach der Sexualität und der späteren Fortpflanzung.
Da haben es geistig beeinträchtigte Kinder die sich ihres Nichtkönnens oft gar nicht bewusst sind, oft sehr viel einfacher ein Glücksgefühl entwickeln zu können.
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

AnnaUndDaniel
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Beitragvon AnnaUndDaniel » 22.08.2017, 19:34

So, nun komm ich auch noch mal dazu kurz zu antworten. Also bei unserem Sohn sieht es so aus, dass wohl eine leichte geistige Beinträchtigung zu erwarten ist, vielleicht "nur" eine Lernbehinderung. Die meisten anderen Betroffenen, die ich bisher kennengelernt hab, sind sich ihrer Andersartigkeit und ihrer Defizite sehr wohl bewusst. Im Raum stehen auch Dinge wie Autismus, ADHS und andere Verhaltensauffälligkeiten. Gerade das, denke ich mir, kann dann oft dazu führen, dass das Kind von den anderen Kindern ausgeschlossen wird und darunter leidet. Wenn ich nur daran denke, zerbricht mir das das Herz....

Lisa Maier
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Beitragvon Lisa Maier » 22.08.2017, 21:10

Hallo,
Ich erlebe häufig das gerade körperbehinderte Teenager sehr unglücklich sind.
Ich war in der Pupertät als Rollstuhlfahrerin bestimmt nicht unglücklicher wie Nichtbehinderte im gleichen Alter. Allerdings war da die ach so böse Nichtinklusion bestimmt ein Vorteil: ich hatte zum einen genügend behinderte Vorbilder und zum anderen bekam man im Internat beim Thema Sexualität nicht, wie von den Eltern, ständig unterschwellig vermittelt, daß das für einen doch nicht ist.

Viele Grüße

Lisa

Annette R.
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Beitragvon Annette R. » 22.08.2017, 22:01

Ich denke das man in einem Internat für behinderte Kinder ggf. auch andere Freizeitangebote hat als in einer normalen Familie, oder? Zumal zumindest bei den mir bekannten Mädeln noch die Problematik von älteren Schwestern dazukam. Für die Mädels war einfach klar, dass eben mal mit Freundinnen treffen oder in die Disko gehen keine Option ist. Das war mit Sicherheit aber auch dem Wohnort geschuldet. Alleine kam man dort und auch jetzt hier bei mir mit dem Rollie einfach nirgendwo hin.

Also ich habe zumindest meinen Stiefkindern nicht vermittelt das Sexualität nichts für sie ist. Darauf kamen sie von ganz allein, als sie nach diversen Sendungen und Schulunterrichtseinheiten merkten, dass man sich dazu zumindest einmal minimal bewegen können sollte.

Wie gesagt, ich denke es kommt immer auch auf die Ausprägung der Behinderung an.
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
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helini
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Beitragvon helini » 22.08.2017, 22:22

ich finde schon das mein kind glücklich ist

wir versuchen auch alles damit das auch so bleibt
ich denke auch wir eltern wären sehr unglücklich wenn das kind nicht glücklich wäre

ich würde alles dafür geben damit es auch so bleibt :icon_flower:
wir kommen aus köln wenn noch jemand aus köln kommt würden wir uns freuen wenn ihr kontakt zu uns aufnimmt

Lisa Maier
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Beitragvon Lisa Maier » 22.08.2017, 22:38

Hallo Annette,

ohne Frage gibt es in der Entwicklung von Körperbehinderten bei manchen auch Phasen des Unglücklichseins wegen der Behinderung. War bei mir nach dem Studium, als meine Behinderung mir das Finden eines Arbeitsplatzes zunächst ziemlich erschwert hatte.
Aber ich glaube, daß unterm Strich die Frage, ob jemand glücklich ist, wenig damit zu tun hat, ob er behindert ist oder nicht. Ich kenne jedenfalls glückliche körperlich Schwerstbehinderte und eher unglückliche Nichtbehinderte.
Und klar, allein durch die räumliche Nähe zu anderen Kindern/Jugendlichen im Internat war bei mir einiges weniger trist, wie wenn ich ohne Chance mich verabreden zu können, meine Schulzeit nach der Grundschule bei meine Eltern verbracht hätte.

Viele Grüße

Lisa

sophied
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Beitragvon sophied » 23.08.2017, 06:26

Hallo,

Was ich allgemein noch sagen will.
Ich bin mit 16 Jahren behindert worden. Davor war ich gesund. Jetzt habe ich eine Tetraparese und ja ich kann mich wirklich nicht so gut Bewegen.
ABER das beeinträchtigt mein Sexualleben wirklich nicht! Ich kenne wirklich beide Seiten und muss sagen ich bin weiterhin glücklich. Ich habe einen Freund der mich einfach so akzeptiert und dann geht das auch. Dazu kommt ein wirklich netter Frauenarzt und Urologe und dann sollte das zumindest in der heutigen Medizin kein Thema mehr sein.

Wenn ich so etwas höre, muss ich immer an die Situation denken, als eine Praktikantin beim Nieren Ultraschall beimRadiologe feststellte, das ich eine Spiralr habe. Mich und den Rollstuhl ungläubig anschaute.
Sie fragte: ob das nicht mein Rollstuhl ist.
Ich: Ja
Sie: Aber sie haben ja auch eine Spirale?
Ich: Ja
Sie: Wozu brauchen Sie diese denn?
Ich: Na um nicht schwanger zu werden, für das ist sie da!
Sie: Aber sie sind doch gelähmt
Arzt: auch mit Lähmung kann man schwanger werden
Ich: Ach um das geht es? Äh ja ich kann auch einen Freund haben.
Sie: Achso, das wusste sie nicht, sie dachte ich bin Behindert.

Ja dazu kein weiteres Kommentar, außer dass ich damit sagen will, dass man auch mit Behinderung Sexualität und Glück leben kann. Mit der richtigen Beratung von Gynäkologe, Urologen und eventuell Sexualberater sollte das heute kein Problem mehr sein.

Liebe Grüße Sophied
Still Syndrom mit neurologischen Komplikationen:
- Epilepsie, Polyneuropathie, Tetraparese, Dysphagie, hochgradige Sehbehinderung und Hörbehinderung neuerogene Blase und Darm, Osteoporose, Atemmuskelschwäche
POTS, zentrales Schlafapnoesyndrom;
HB und HSB mit autistischen Zügen, zahlreiche Allergien und andere Kleinigkeiten

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Yessica151
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Beitragvon Yessica151 » 23.08.2017, 06:57

Hallo!
Bei meiner Tochter ist Sport ein wesentlicher Bestandteil ihres Glücksgefühls. Sie trainiert neunmal die Woche (morgens, nachmittags, samstags) und fühlt sich in der Schwimmhalle, mit ihrem Lieblingstrainer, völlig zufrieden. Früher lag sie im Bett und spielte Nintendo, wurde in der Grundschule wegen der Behinderung gemobbt und musste deshalb zum Psychologen. Jetzt hat sie ein Paar Titel in ihrer Startklasse erschwommen und nennt sich stolz "Deutsche Meisterin". Also - nach unserer Erfahrung - immer eine sinnvolle, erfüllende Beschäftigung suchen, wenn es geht. Zuhause könnte ich ihr keine solche Beschäftigung bieten.
Die Schwester ist übrigens "normal" und viel weniger zufrieden.
LG
Yessica


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