Fliegen mit besonderem Kind

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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Andest
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Beitragvon Andest » 14.06.2017, 10:30

Hallo,

bei Epilepsie sollte man in jedem Fall vom Arzt eine Flugtauglichkeit bescheinigen lassen.

Dass bei einer medizinisch notwendigen Notlandung dann eine Privatperson die Kosten tragen muss glaube ich eher nicht, auch nicht der Arzt. Es handelt ja niemand vorsätzlich.

Ein med. Notfall kann im Flugzeug ja theoretisch bei jedem auftreten.
Ich würde mal tippen, dass auch bei Langstreckenflügen sicherlich 1/3 der Passagiere irgendeine Voerkrankung hat, die theoretisch irgendwann einen Notfall auslösen könnte (Herzprobleme, Diabetes, Bluthochdruck, etc.).

Immer vorher mit der Fluggesellschaft sprechen, mit offenen Karten spielen und dann ist es normalerweise kein Problem.

Viele Grüße,
Andest
Lisa, geb. 09/2008, Rett Syndrom, Epilepsie, PEG seit Sept. 2016
kl. Maus, geb. 08/2012, topfit

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 14.06.2017, 12:41

Hallo,

bei Epilepsie sollte man in jedem Fall vom Arzt eine Flugtauglichkeit bescheinigen lassen.

Dass bei einer medizinisch notwendigen Notlandung dann eine Privatperson die Kosten tragen muss glaube ich eher nicht, auch nicht der Arzt. Es handelt ja niemand vorsätzlich.

Ein med. Notfall kann im Flugzeug ja theoretisch bei jedem auftreten.
Ich würde mal tippen, dass auch bei Langstreckenflügen sicherlich 1/3 der Passagiere irgendeine Voerkrankung hat, die theoretisch irgendwann einen Notfall auslösen könnte (Herzprobleme, Diabetes, Bluthochdruck, etc.).

Immer vorher mit der Fluggesellschaft sprechen, mit offenen Karten spielen und dann ist es normalerweise kein Problem.

Viele Grüße,
Andest
Ich kann Deine Einschätzung leider nicht teilen.

Uns hat KEIN Arzt eine Flugtauglichkeit (für einen Flug in die USA) ausgestellt, weil es wohl in der Vergangenheit bereits Ärzte gab, die in einen "Regress-Prozess" gezwungen wurde - von Familien, die die Kosten nicht selber tragen wollten oder von Fluggesellschaften, weil die Familien die Kosten nicht selber tragen konnten. Dieser ging wohl nie verloren, aber der Zeitaufwand und die Unsicherheit, das wollte keiner riskieren...

Da die "Besatzung" über eine Notlandung entscheidet..., ist das ein unkalkulierbares Risiko :shock:

Wir grübeln immer noch über eine "bezahlbare" Lösung.
Lufthansa hatte uns einen durch einen Arzt begleiteten "Kranken-Liegend-Flug" für rund 10.000€ eine Strecke angeboten.

Bin immer fasziniert, dass das bei anderen so "problemlos" klappt.

Gerne hätte ich dazu rechtliche Klarheit, aber ich finde nichts "Rechtliches" Urteile... im Netz - immer nur "Hören-Sagen". :roll: oder private Erfahrungsberichte.

Weiß da jemand mehr?

Mit RyanAir und anderen Gesellschaften innerhalb Europas brauchte ich nie eine Flugtauglichkeitsbescheinigung und durfte immer "problemlos" mit Jessy fliegen.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Juler
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Beitragvon Juler » 14.06.2017, 12:45

Hey ihrs,

vielleicht weiß User Jörg da mehr?


LG


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Beitragvon Jörg75 » 14.06.2017, 12:51

Moin,

nein, weiß er nicht. Ich kenne auch keine entsprechenden Urteile/ Rechtsstreitigkeiten.

Gruß,
Jörg
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J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Flüge USA Reiserücktritt

Beitragvon e_p_l » 15.06.2017, 08:38

Also, falls Flüge in die USA ein Thema sind: Hier gilt wirklich das amerikanische Recht. Daran müssen sich Fluggesellschaften, die nach USA fliegen wollen, halten. Das haben wir bereits zweimal gemacht. Siehe:

http://www.disabilitytravel.com/airline ... er_act.htm

und

https://www.transportation.gov/airconsu ... sabilities

und hier

http://www.disabilitytravel.com/airline ... etails.htm

Die Fluggesellschaft darf aufgrund einer Behinderung nicht vom Flug ausschließen.

Eine Flugtauglichkeitsbescheinigung sollte man aber dennoch haben. Vielleicht liegt es an den unterschiedlichen Ausprägungen der Epilepsie bei unserer Kindern, weshalb Ärzte in manchen Fällen Bescheinigungen ausstellen und in manchen nicht?

Als Reiserücktrittversicherung mit besten Bedingungen für Vorerkrankungen habe ich die HanseMerkur Österreich ausgemacht. Kann man auch als Bewohner von Deutschland online abschließen. Die haben die beste Formulierung zu bestehenden Erkrankungen, die ich finden konnte.

Für Flüge in die USA ist auch der Flug über Island überlegenswert, weil man dann die Einzelflugzeit auf unter fünf Stunden reduzieren kann. Der notwendige Stoppover kann eine große Entspannung sein, auch wenn die Gesamtreisezeit verlängert wird und man vier Einzelflüge hat. Das kommt dann auf die individuellen Bedürfnisse an.

Zusätzlich bietet Icelandair die günstigsten jederzeit voll stornier- und änderbaren Tarife an, wenn man in deren höchste Buchungsklasse geht. Der Preis ist zwar absolut schon höher als ein "normales" Ticket bei einer anderen Fluggesellschaft. Wenn man bei diesen aber auf volle Flexibilität anfragt, explodieren die Preise dort um ein Vielfaches. Man hat so volle Flexibilität und zusätzlich noch die Businessclass von Icelandair -nicht vergleichbar mit anderen Fluggesellschaften, aber sehr großzügig- was für unsere Kinder sehr angenehm ist. Außerdem gibt es immer wieder Sonderangebote, die mitunter dann nicht mehr viel teurer als "normale" Tickets sind.

Juler
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Beitragvon Juler » 15.06.2017, 10:18

Danke für​ das Statement Jörg :)


LG.


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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 16.06.2017, 12:06

Hey!

Bei uns ist sicher nicht allein die Epi das Prob lem, sondern die Tatsache, dass wir ein lebensverkürzend eingestuftes Palliativkind haben.
Dies macht es zwar für mich "einfacher", das Risiko während eines Fluges keine rasche medizinische Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Für Reisebegleiter und Piloten gilt das aber nicht und wenn die dann eine "Notlandung" für notwendig halten, dann kann ich daran nichts ändern und muss im Zweifelsfall die Kosten dafür zahlen.

Klar, mitnehmen müssen sie mich, aber sie können mir übel mitspielen, wenn sie die Gesundheit oder das Leben meines Kindes gefährdet sehen und das ist es IMMER :roll:

Ich hab ja schon berichtet - innerhalb Europas hat mich noch keine Fluggesellschaft nach einer Flugtauglichkeitsbescheinigung gefragt, aber bei "Langstrecken" ticken die halt anders.

Mein Problem ist, dass KEINE ärztliche oder (Vormundschafts-)gerichtliche Bescheinigung, sowie keine DNR-Order mich in die Lage versetzen, zu entscheiden, ob ich eine Notlandung "möchte" oder nicht, das entscheiden medizinisch nicht geschulte Menschen, die im Zweilfelsfall mehr Angst vor dem Tod (meines Kindes) haben.

Und Wahrscheinlichkeiten sind blanke Statisitk, es trifft einen entweder zu 0% oder zu 100% ein dazwischen gibt es für den Einzelnen nicht :roll:

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Leo2009
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Beitragvon Leo2009 » 17.06.2017, 20:41

Vielen Dank für die ganzen Infos. Ich denke das es nicht einfach wird aber wenn alles organisiert ist müsste es Klappen mit der Fliegerei :-)
Mutti *01/1991
Leony *10/2009, Epilepsie, Kontrakturen, Hüftluxation bds, Mikrozephalie, Reflux, Infektanfällig. Abberation am 13 und X Chromosomen. Kann weder laufen noch sitzen....
Louis*05/2017 keine Auffälligkeiten


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