Schwimmen lernen mit Spastik

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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RachelK
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Schwimmen lernen mit Spastik

Beitragvon RachelK » 18.05.2017, 23:40

Hallo liebe Forums-Mitglieder!

Ich bin mal wieder auf der Suche nach Tipps und Ratschlägen.
Und zwar ist unser Großer eine absolute Wasserratte! Ich würde ihn gerne an einem Schwimmkurs teilnehmen lassen, aber ich denke nicht, dass er an jedem Kurs "einfach so" teilnehmen könnte/dürfte.
Er ist lange Zeit mit 'chereks Kraulquappen' geschwommen. Mittlerweile sind wir auf Schwimmnudel mit Verbindungsstück umgestiegen. Das klappt auch prima. Dennoch bin ich irgendwie nicht in der Lage ihm irgendeine Form von Schwimmtechnik zu vermitteln, mit der er sich eigenständig über Wasser halten könnte.im Wasser ist er so aufgeregt und freut sich so,dass er oben rum auch total verkrampft, obwohl seine Spastik beinbetont ist. Trotzdem fällt es ihm dann schwer, diese klasdische Brustschwimm-Bewegung zu machen.
Hat jemand einen Tipp für mich wie ich ihm das beibringen könnte oder ob es irgendeine Institution gibt, die sich vielleicht darauf spezialisiert hat, körperlich eingeschränkten Menschen das Schwimmen beizubringen?
Wie machen das eure Kinder?
Vielleicht ist ja auch der/die ein oder andere hier, der selbst eine ICP/Spastik hat und kann mal berichten, wie es sich bei ihm/ihr mit dem Schwimmen verhält....wie habt ihr das gelernt?

Liebe Grüße und gute Nacht!
Rachel

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Yvonne 76
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Beitragvon Yvonne 76 » 19.05.2017, 08:31

Hallo Rachel,

mein Sohnemann hat zu Beginn seiner "Schwimm-Karriere" einen Schwimmkurs im örtlichen Schwimmverein besucht. Da war er 4 Jahre alt und hat ungefähr ein 3/4 Jahr benötigt, bis er das Seepferdchen geschafft hat.

Im Anschluss war er noch einige Jahre Mitglied im besagten Verein. Aber irgendwann wurde leider das Hallenbad gewechselt und es gab deutlich mehr Kinder in den einzelnen Schwimmzeiten, so dass eine individuelle Förderung leider für kein Kind mehr möglich war.

Wir haben nun einen Schwimmverein für Menschen mit Behinderung gefunden, der unterschiedliche Gruppen anbietet.

Mein Sohn hat es bis in die Wettkampfgruppe geschafft und nimmt regelmäßig an Schwimmwettkämpfen teil.

Noch letzte Woche war er mit der Schule für Körperbehinderte beim Landesfinale von Jugend trainiert für Paralympics, wo sie nur ganz knapp den Einzug ins Berliner Finale verpasst haben.

Lange Rede kurzer Sinn :wink: : frag einfach mal beim DLRG oder im örtlichen Schwimmverein nach. Mit ein wenig Mut und engagierte Trainer ist alles möglich.

Informationen kannst Du ggf. auch über den Behindertensportverband erhalten. Ich weiß nicht wo Du wohnst, aber hier die Seite von NRW: https://www.brsnw.de/sport/sportarten/schwimmen.html

Liebe Grüße
Yvonne
[center]Sohnemann (2001)
Hemiparese (rechts) nach Aneurysmablutung und Mediainfarkt
komplette Hemianopsie nach rechts, Optikusatrophie links
Epilepsie, funktionelle Hemisphärektomie[/center]

Sinale
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Beitragvon Sinale » 19.05.2017, 14:41

Hallo Zusammen,

ich habe durch eine sehr geduldige Unterstützung einer Einzelperson (nicht durch die Familie) das selbständige Schwimmen ohne Hilfsmittel erlernt.
Rückblickend denke ich, ich hätte dies im Gruppenunterricht nicht erreicht, denn schon immer schwimmen nichtbehinderte Menschen schneller als ich. Mir ging es nie darum, Wettbewerbe zu gewinnen. Mir geht es bis heute um das Schwimmvergnügen.
Es gibt auch Lehrer, die behinderten Menschen im Einzelunterricht das Schwimmen beibringen, dies ist zwar pro Einheit teurer, es kann jedoch sein, dass dein Kind nur wenige Einheiten benötigt.
Wichtig ist denke ich auch, sich zu verdeutlichen, das behinderte Menschen nicht auf die gleiche Art und Weise schwimmen können müssen wie Nichtbehinderte, wichtig ist nur, dass sie eine Schwimmtechnik entwickeln, die ihnen möglich ist.
Ich denke nicht, das Angehörige immer die richtigen Lehrer sind, manchmal braucht es eine Anregung von Außen.

Viel Erfolg, auch bei der Suche nach der richtigen Person!
Viele Grüße
Sinale

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Ella
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Beitragvon Ella » 19.05.2017, 15:01

Hallo Rachel,

mein Sohn Philip (beinbetonte Tetraspastik) schwimmt nur in der Rückenlage. In der Bauchlage kann er sich überhaupt nicht über Wasser halten, sein Hinterteil kommt dann hoch und der Kopf geht unter.

Mit viel Geduld haben wir zuerst geübt, dass er sich im Wasser immer sofort auf den Rücken dreht, danach dann, wie man ohne Hilfsmittel auf dem Wasser liegen kann. Die Bewegungungen macht er nur mit den Armen, gleichzeitige Beinbewegungen klappen nicht.

Auf diese Weise hat er sogar geschafft, seinen Freischwimmer zu machen. (Allerdings steht im Ausweis, dass er beim Schwimmen immer unter Aufsicht sein muss)

Liebe Grüße von Ella
Ella, mit Jan (`89)Teilleistungsstörungen/psychische Probleme und Philip (`91)ICP,Tetraspastik
Unsere Vorstellung:http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic1184.html
Galerie:http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_personal.php?user_id=622

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Beitragvon Sinale » 19.05.2017, 15:08

Hallo Zusammen,

ich habe eine beinbetonte Tetraspastik, in den Armen und Händen gibt es rechts weniger Funktion als links. Ich kann in Rücken - und Bauchlage schwimmen, jeweils ohne Beteiligung der Beine.
Viele Grüße

Sinale



Diagnose: Tetraspastik

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Beitragvon sophied » 19.05.2017, 16:16

Hallo,

Frag doch mal bei einem Behindertensportverband in der Nähe an.
Ich bin dort Mitglied. Die Trainer haben oft selbst Einschränkungen und wissen woran das Problem liegt.
Bei uns gibt es auch unterschiedliche Gruppen und die Betreuer-Schülerzahl ist echt meist 1:1 oder 1:2.

Liebe Grüße Sophied
Still Syndrom mit neurologischen Komplikationen:
- Epilepsie, Polyneuropathie, Tetraparese, Dysphagie, hochgradige Sehbehinderung und Hörbehinderung neuerogene Blase und Darm, Osteoporose, Atemmuskelschwäche
POTS, zentrales Schlafapnoesyndrom;
HB und HSB mit autistischen Zügen, zahlreiche Allergien und andere Kleinigkeiten

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Beitragvon ulik » 19.05.2017, 17:15

Ich schwimme auch über den Behindertensportverband und eine Reha schwimmen Verordnung Punkt ich bevorzuge Rückenschwimmen wegen Halswirbelsäule und Hohlkreuz. Beinbewegungen sind mir sehr eingeschränkt möglich aber zu komplex und deshalb lasse ich sie weg um einen Entspannungs Effekt zu erzielen.


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