Wie sauber werden bei Nichtläufer, Nichtsprecher?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Quirin_Mama
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Wie sauber werden bei Nichtläufer, Nichtsprecher?

Beitrag von Quirin_Mama »

Hallo zusammen,

die Überschrift sagt mein Anliegen bereits.

Junior ist 3,5 Jahre und ich versuche ihn aufs Töpfchen zu bewegen. Es hat abends teilweise schon geklappt, seit Wochen will er nicht mehr - im Kiga auch nicht.
Ich setze Gebärde für Pipi ein und schätze ihn als kognitiv schon so fit ein, dass er merkt, wann er Pipi macht (kenne ich auch am Verhalten) bzw. Stuhlgang wird prinzipiell vor Mittagsschlaf oder abends im Bett gemacht und dann wird i.d.R. eingeschlafen :)

Anatomisch kann er ohne Orthesen nicht stehen oder laufen und mit Orthesen derzeit auch noch nur mit Hilfe. D.h. ohne Windel kann ich ihn nicht auf Boden setzen etc.

Wie habt Ihr Eure vergleichbaren Kinder von der Windel weggebracht?
Würde mich über Erfahrungswerte und v.a. (erfolgreiche) Vorgehensweisen freuen

Danke, lG Maria

Chantal-Marie
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Beitrag von Chantal-Marie »

Unser Mädel war schon 5 Jahre alt als sie tagsüber trocken war. Nachts habe ich sie bis zu ihrem 15. Lebensjahr gewickelt und dann gings von einem auf den anderen Tag.

Junior ist vermutlich noch nicht so weit. Lass ihm Zeit und hab Geduld.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

Monika77
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Beitrag von Monika77 »

Mein großer kleiner Kämpfer wird bald sechs, und es ist auch einfach noch nicht so weit. Ich versuche ihn auf die Toilette zu setztn, sobald er "drückt", aber das er das von sich aus mitteilt, das klappt noch nicht. Eine Freundin mit einem anderen Gendefekt-Kind hat ihr eine Karte mit einem Toilettenfoto laminiert, und diese Karte ist immer dabei. Und wenn man merkt, es ist soweit, dem Kind die Karte in die Hand drücken, damit es den Zusammenhang versteht. Danach kann man nur noch hoffen, das sich dieser Ablauf irgendwann verselbstständigt.

Unserer ist auch Nichtsprachler, Rolli-Kind, kein freies Stehen, ob mit oder ohne Orthesen.

Gute Nerven bei diesem "beschissenen" Thema

Monika

Quirin_Mama
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Beitrag von Quirin_Mama »

Gute Nerven bei diesem "beschissenen" Thema
:D

Die Idee mit dem Toilettenfoto find ich gut, danke Monika

Eine Freundin (gesunde Kinder) meinte, ich solle ihn jeden Tag 50x fragen, ob er will und ihn ohne Windel lassen > das is für mich irgendwie nicht vorstellbar...

So wie ich rauslese, bringt es also nichts, es auf biegen und brechen zu probieren

ClaudiaSp
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Beitrag von ClaudiaSp »

Hallo Maria,

du könntest als ersten Schritt probieren, nur das Sitzen auf dem Töpfchen wieder zu etwas positivem zu machen. Wenn ich das richtig verstehe ging das ja schon mal, aber momentan klappt es nicht mehr. Wahrscheinlich ist da ja irgendetwas für ihn Unangenehmes gewesen so dass er das Töpfchen jetzt meidet. Oder er fühlt sich unsicher? Sitzt er stabil drauf?

Du könntest ihn regelmäßig drauf setzen, am Anfang nur ganz kurz und evtl. auch mit Kleidung (vielleicht mag er das Gefühl ohne Hose nicht?) und wenn das ohne Gemecker klappt, gibt es eine tolle Belohnung (was auch immer er mag, Durchkitzeln oder Gummibärchen oder Musik oder...) Wenn das Sitzen klappt, auch etwas länger, dann setz' ihn mal drauf wenn du vermutest dass es gleich einen Erfolg geben könnte. Wenn dann was ins Töpfchen geht.....Party!!

Bei meinem Sohn (8Jahre) der von sich aus null Interesse für die Toilette gezeigt hat haben wir so ganz tolle Fortschritte erreicht und er ist tagsüber nun fast trocken.
Viel Erfolg & Geduld

Claudia
Claudia mit M, * 09/2008, ehemaliges Zwillings-Frühchen, 520g (SSW 25+0) nach FFTS, schwerhörig, Autismusspektrumsstörung, Absencen-Epilepsie, seit 09/2015 ein Schulkind Förderschule Motorik, und Zwillingsbrüderchen T fest im Herzen

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MartinaSoPäd
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Beitrag von MartinaSoPäd »

Huhu!

Da bei dir nichts steht, was für eine Behinderung dein Kind hat, also ob z.B. eine Entwicklungsverzögerung mit rein spielt, nur als Gedanke:

meine Tochter (gesund) ist zwei. Und sowohl sie als auch all ihre Freunde in dem Alter fanden so vor nem halben Jahr das Töpfchen furchtbar spannend. Da landete das ein oder andere Geschäft drin. Dann wollten ne ganze Zeitlang viele nicht drauf bei Nachfrage. Jetzt ist es situations- und ortsabhängig. In der Kita wollen sie alle aufs Mini-Klo. Mal mit mal ohne Erfolg ;-) Bei Freunden wollen sie meistens auch. Zu Hause wollen viele nicht. Dann doch wieder...

Also: ne Zeitlang wollen und dann wieder nicht... scheint eine normale Entwicklung zu sein - bei deinem Kind evtl einfach ein wenig später?

Ich hab übrigens den Eindruck, wenn ich merke, meine Tochter "presst", und ich frage, will sie aufs Klo. Die erste Portion ist dann oft draußen... und dann passiert auf dem Töpfchen - NIX. Und ne Stunde später in der Windel is dann die 2. Portion. Ich kommentiere also nur noch (verbalisiere was sie da tut), unterbreche aber nicht mehr, da das offenbar nicht funktioniert (bei ihr).

Windel auslassen fordert mein Kind manchmal. Ich sag mal... in 4 Stunden geht 3 mal was ins Töpfchen, 2 mal fordert sie Töpfchen ein aber nix passiert, und 3 neue Hosen sind fällig ;-) Wenn man Leggins anzieht (und unterhose), reicht dann meist ein Hosenwechsel. Hemd und Socken bleiben bei meinem Mädchen meist trocken, weils nicht ungehindert das Bein runterlaufen kann. Bei Orthesen ist das natürlich schwierig. Sind die leicht zu säubern oder haben sie feuchtigkeitsaufsaugende Materialien?

viele Grüße

Martina
Martina (*81)
Selber Reizdarm, V.a. Asperger
Tochter R. (*05.15) (Medulloblastom 5.19 entfernt, Bestrahlung ab 6.19, Chemo ab 8.19 - vorauss. 9.20, PEG ab 11.19)
Sohn C. (*29.8.18)

Quirin_Mama
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Beitrag von Quirin_Mama »

Hallo Claudia,

bisher hab ich es immer locker probiert. Gefragt, ob er will, dann aufs Töpfchen gesetzt und dann haben wir Bücher angeschaut :) entweder es kam was, dann durfte er Toilettenpapier nutzen und später die Spülung der großen Toilette drücken - oder es kam nichts, dann hab ich gesagt, dass vielleicht beim nächsten Mal was kommt.

Hallo Martina,
ja, wir haben eine Entwicklungsverzögerung (bei Kabuki-Syndrom). Ich denke auch, dass er später dran ist, aber es ein Thema ist, da im Kiga die anderen aufs Klo gehen und er z.b. gerne Klobücher anschaut oder seine Stofftiere aufs Töpfchen setzt.

Wir haben Pohlig-Orthesen und das Innenfutter aus Kunststoff würde schon nass werden, evtl. riechen? Er rutscht halt meist auf dem Boden rum und ich finde es unter diesen Umständen schon unhygienisch, ihn ohne Windel zu lassen. Ich bekomme derzeit (noch) kein Signal von ihm, wann er will. Und da weiß ich nicht recht, wie ich ansetzen soll (Gebärde, Bildkarte)

LG Maria

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Tanja2014
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Beitrag von Tanja2014 »

Hallo, Maria,

könntet Ihr denn an ein paar Nachmittagen mal für ein paar Stunden die Orthesen weglassen? Ich habe B. als ersten Schritt nachmittags für ein paar Stunden ohne Windeln (mit Unterhose plus Shorts oder Jogginghose) rumlaufen lassen. Ich bin mit ihm an den ersten Tagen alle 45 Minuten zur Toilette gegangen, so hatten wir kaum Unfälle. Unfälle sind aber ja auch wichtig, ganz vermeiden sollte deshalb nicht das Ziel sein...
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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Beitrag von AngelaMeyer »

Mein Sohn ist ebenfalls 3,5 und auch Nichtläufer und NichtSprecher. Grunderkrankung in der Signatur. Dazu kommt noch eine Verstopfung, die wir durch Stehständer und Kinderlax versuchen in Griff zu bekommen. Seit er jetzt besser Krabbelt klappt es besser.

Wenn ich merke, dass er drückt, dann setze ich ihn auf sein spezielles Töpfchen. Ich out mich jetzt mal, dass ich sowas gekauft habe. https://www.amazon.com/CTA-Digital-iPot ... B00B3G8UGQ Mein gene dabei wa/ist, dass er nun mit einem Talker/ipad kommunizieren lernen soll. Da anderen Kindern auf dem Töpfchen auch nicht einfach das Sprechen verboten wird, war e für mich ganz logisch, dass auch mein Sohn da etwas "sagen" darf. Sprechende Taster sind ja von der Position her etwas ungünstig. Also wurde es ein Ipotty (weil eins auch ein Schutzhülle dem hat). So kann mein Sohn dann auch irgendwann Bescheid sagen wenn er "fertig" ist.

Dein Sohn ist doch auch jetzt in dem passenden alt für eine Kommunikationshilfe. Wir are bei einer UK Beratungsstelle und haben ganz tollen Erfolg gehabt. http://www.gesellschaft-uk.de/index.php ... munikation

LG Angela
Sohnemann *2001 Asperger und HB
Minimann *2013 geboren mit 6. Zeh und Hypospadie (OP Anfang 2015), globale Entwicklungsstörung, geräuschempfindlich und (taktile) Wahrnehmungsstörung und seit März 2016 Epilepsie. Nach einem 2 Jahre dauernden tränenreichen Umweg über das Bardet Biedl Syndrom seit Februar 2016 endlich die Diagnose SYNGAP1 Mutation.

Quirin_Mama
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Beitrag von Quirin_Mama »

Hallo Tanja,

ja, nachmittags hat er auch mal Orthesenfrei. Ich war gerade Unterhosen kaufen, dann probieren wir es bei schönem Wetter draußen mit Töpfchen in Reichweite :D

und abends werde ich wieder konsequent sein und das Töpfchen anbieten.


Hallo Angela,

das ist ja heiß  8) und eine Überlegung wert, danke!

Bzgl. Kommunikationshilfe mach ich einen extra Thread auf. Merke, dass hier eine Antwort zu schreiben, zu ausschweifend wird.

LG Maria

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