Was zuerst, WfbM oder Wohngruppe oder umgekehrt?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Andrea5
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Was zuerst, WfbM oder Wohngruppe oder umgekehrt?

Beitragvon Andrea5 » 07.05.2017, 13:01

Hallo alle Zusammen,

es hat zwar noch Zeit, aber frage trotzdem mal.

Nach Beendigung der Schule, ist euer Kind zuerst in die Werkstatt gegangen
und dann in die Wohngruppe (Wohnheim) oder umgekehrt?
Das würde mich mal interessieren.:think:

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
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Rita Schmidt
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Beitragvon Rita Schmidt » 07.05.2017, 14:21

Hallo Andrea,
ich glaube das ist bei jedem anders. Unser erwachsener PS ist jetzt in der Werkstatt, wohnt aber noch bei uns. Wir sind jetzt, d.h. seit er 18 ist, seine Gasteltern. Das soll scheinbar die Wohnheime entlasten und wird durch den Kommunalen Sozialverband bezahlt. Er ist allerdings auch nicht für ein Wohnheim geeignet, eventuell Wohngruppe im Betreuten Wohnen. Hat er aber voriges Jahr probiert, war auch nicht so überzeugt. Da bei uns im Haus noch eine Wohnung leer stand, konnte er hoch ziehen und so ist es für alle entspannter. In die Werkstatt wollte er erst auch nicht, aber nachdem es bei 3 Versuchen nicht geklappt hat, war er mit einem Aussenarbeitsplatz zufrieden. Ich hoffe es bleibt so.
Vielleicht will er später mal dort in der Nähe wohnen, muss jetzt ca. 1 1/2 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das will er aber so, will selbstständig sein.
LG Rita.

monika61
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Re: Was zuerst, WfbM oder Wohngruppe oder umgekehrt?

Beitragvon monika61 » 07.05.2017, 15:49

Andrea5 hat geschrieben:
Nach Beendigung der Schule, ist euer Kind zuerst in die Werkstatt gegangen
und dann in die Wohngruppe (Wohnheim) oder umgekehrt?
.:think:



Hallo Andrea,

wenn das alles so einfach wäre.... :?

Unsere Tochter ist inzwischen 29 Jahre und arbeitet in einer WfbM.
Sie wohnt wieder bei uns.
Mit dem Abenteuer "Ambulant Betreuten Wohnen" sind wir kläglich
gescheitert, wie Du hier in dem Thread nachlesen kannst:
http://www.intakt.info/forum/forum/them ... #post61551

Die Frage ist, gibt es überhaupt entsprechende Wohnmöglichkeiten mit
adäquater Betreuung für den erwachsenen, behinderten Menschen :?:

LG
Monika

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Beitragvon Rita2 » 07.05.2017, 21:59

Hallo Andrea,

unser Sohn ist jetzt bald 2 Jahre aus der Schule und wir haben für ihn eine integrative Möglichkeit gefunden den Berufsbildungsbereich der WfBM zu machen. Er wohnt weiterhin bei uns zu Hause.

Alle die ich kenne (und das sind aus der Schule unseres Sohnes und aus diversen anderen Gruppen einige) wohnen alle noch zu Hause wenn Sie in die Werkstatt kommen. Wohnen wird meist erst einige Jahre später ein Thema.

Viele nicht Behinderte ziehen ja auch nicht mit 19 Jahren von zu Hause aus.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon Ellert » 08.05.2017, 07:21

huhu

unserer kam mit 19 von der Schule in die "Werkstatt" lebt aber immer noch hier bei uns, ist aber auch erst 20.

Umgekehrt würde ich es komisch finden
orientiert an gesunden Kindern,die auch erst ausziehen wenn sie finanziell auf eigenen Beinen stehen, hier bei uns Nr 1 nach dem Studium und Nummer 2 lebt noch hier .

Wann besondere Kinder ausziehen liegta uch immer am Einzelfall,
eine betreuung wie unserer braucht würde es in dem Masse nie geben, bzw nie zu zahlen sein. Wenn ich sehe wie er manchmal von der Schule kam mit zerrissenen Sachen etc sehe ich dass die das Personal garnicht haben da ein Auge drauf zu haben.
NOCH sind iwr halbwegs jung und packen dass, solange sich beide Seiten glücklich fühlen muss man das nicht übers Knie brechen, einzig das Urlausbproblem quält uns
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Beitragvon Andrea5 » 26.03.2018, 16:39

Hallo alle Zusammen,

ich hole diesen Thread mal wieder aus der Versenkung. Demnächst haben wir einen Besichtigungstermin in einem Wohnheim für behinderte Menschen mit Ben.
Die Leitung hatte mich angerufen. Und dort stellte sich die Frage wegen Beförderung vom Heim zur Arbeitsstätte. Die Leitung sagte, da müßten wir kucken. In die nächste Kleinstadt fahren, wo auch die WfbM ist, wäre vom Wohnheim kein Problem. Die Leitung sehe eher das Problem, auch wenn es innerhalb eines Landkreises ist, dass nicht jede x-beliebige WfbM dort angefahren wird. Also passendes Wohnheim und die passende Arbeit dazu möglichst in der Nähe.

Wie ist das bei euch? Oder müssen eure Kinder in eine andere WfbM wechseln,
damit es mit einem Wohnplatz klappt? Ben ist Autist.:think:

LG Andrea
:think:
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Beitragvon helena_muc » 26.03.2018, 23:12

Häufig ist es doch so, dass die Träger von Werkstätten für behinderte Menschen auch Wohnstätten anbieten. Im Gegensatz zu früher sollen diese ja nicht mehr auf dem gleichen Gelände sein, damit der Grundsatz der Normalisierung umgesetzt wird, dass eine Trennung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz vorhanden ist. Aber in der Regel sorgen die Werkstätten dafür, dass der behinderte Mensch den Weg zur Arbeit schafft. Wenn er selbst hinfindet durch Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, falls nicht, gibt es Busse für die Beförderung.
In wie weit eine Werkstatt und ein Wohnheim/WG für Menschen mit Autismus auch geeignet ist, müsste sicher individuell geprüft werden.

Viele Grüße
von
helena
Oldie, but goodie

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Beitragvon Rita2 » 26.03.2018, 23:47

Hallo,

bei uns ist es so, daß jede Werkstatt eine Einzugskreis hat. Nur wenn man in diesem Bereich wohnt bekommt man einen Fahrdienst.
Möchte man in einer anderen Werkstatt arbeiten, muß man dahin selbstständig kommen oder von jemand auf eigene Kosten gefahren werden.

Gruß
Rita
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Beitragvon B.Elisabeth » 27.03.2018, 10:30

Hallo,
mein Sohn wird nun bald 25 und er wohnt in seiner eigenen Wohnung bei uns im Haus.
Er besucht die Fördergruppe in der Werkstatt, welche aber in einem anderen Landkreis ist.
Er wird vom Malteser Hilfswerk abgeholt und zurückgebracht. Die Kosten dafür bezahlt der Landkreis mit der Pauschale die die Werkstatt erhält.
Da Steffen nicht alleine wohnen kann, übernehme ich noch viele Stunden( besonders nachts), er hat aber zusätzlich eine Assistenz für 40 Stunden die Woche, die wir über das persönliche Budget beim Landkreis beantragt haben.

LG von Barbara

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Beitragvon Andrea5 » 12.04.2018, 18:57

Hallo alle Zusammen,

heute nochmals auf die Homepage von unseren Landkreis gekuckt. Dort war eine
WfbM aufgeführt im Süden von Hamburg. Rief dort an, ob aus unserer Gemeinde dort Beschäftigte sind. Antwort ja. Allerdings holen die nur aus zwei Orten Menschen ab, die dort in zwei Wohnheimen untergebracht sind. Ausnahme wäre höchstens, wenn sie in diesem Ort wohnen z.B bei den Eltern. Aber von zu Hause
würden sie Ben nicht abholen. Na toll, an was alles so gekoppelt ist. :?

LG Andrea
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