Grundsicherung ab 18

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Helena*
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Beitragvon Helena* » 18.04.2017, 21:03

Hallo Anner,
mit Volljährigkeit kann der Vater auf den Vorrang der Grundsicherung verweisen.

Wenn der Unterhalt tituliert ist kann der Vater die Aufhebung verlangen bei Gericht.

Falls ihr euch privat geeinigt habt reicht auch die Ankündigung den Unterhalt einzustellen und der Verweis einen Grundsicherungsantrag zu stellen. Gezahlter Unterhalt wird voll auf die Grundsicherung angerechnet, es sei denn, dass er mit Verweis auf den Vorrang der Grundsicherung lediglich unter Vorbehalt gezahlt wird bzw. als Darlehen , zum Beispiel bis der Grundsicherungsantrag beschieden ist (bei uns hat das volle 11 Monate gedauert).

LG, helena

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Beitragvon anner » 18.04.2017, 22:20

Okay, so habe ich mir das gedacht.

Dann muss aber der Vater tätig werden...
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits, Makrocephalie, Gaumenspalt, Skoliose, Kleinwuchs, Epilepsie u. e. mehr
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Beitragvon Susannwe » 19.04.2017, 08:26

anner hat geschrieben:Okay, so habe ich mir das gedacht.

Dann muss aber der Vater tätig werden...


Du kannst es ihm ja sagen/schreiben :)
Susann 51 , T. 28 J.; Sina 27 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 16 J.: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)

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Beitragvon anner » 16.09.2017, 12:45

Es könnte ja zur Abwechslung mal was glatt laufen... :twisted:

Nach ewigem Hin und Her ist heute endlich Post vom Sozialamt gekommen.

Grundsicherung ist abgelehnt:

Unterhalt + Kindergeld übersteigen den Anspruch knapp....

Seit wann ist Kindergeld Einkommen??

Also mal wieder einen Widerspruch schreib....hab ja sonst nichts zu tun.


Anne
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Beitragvon Helena* » 16.09.2017, 23:20

Hallo Anne,
auf welches Konto wird das Kindergeld überwiesen? Reichst du das Kindergeld an deinen Sohn weiter?

Zahlt der Vater denn überhaupt vorbehaltlos weiter Unterhalt? War dieser tituliert? Hat er eine Aufhebung des Titels beantragt?

Wie schon geschrieben darf nur tatsächlich gezahlter Unterhalt als Einkommen angerechnet werden.

Bei uns war er nicht tituliert, sondern es bestanden einvernehmliche Absprachen. Ich habe die schriftliche Ankündigung des Vaters den Unterhalt einzustellen und die Aufforderung an uns, Grundsicherung zu beanragen mit dem Antrag an das Amt geschickt.

Es hat zwar lange gedauert, bis der Antrag bearbeitet war, aber es keinerlei Zweifel, dass der Anspruch besteht und es kam auch keiner auf die Idee, Kindergeld anrechnen zu wollen. Allerdings beziehen wir auch kein ALG 2/Hartz 4. Da wäre die Anrechnung rechtens, laut der Rechtssprechung.

LG, helena

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Beitragvon anner » 17.09.2017, 07:55

Das Kindergeld kommt auf mein Konto, wird nicht weiter geleitet.

Unterhalt ist tituliert.
Wurde kommentarlos nicht gezahlt.

Erhalte kein ALG2.

Anne
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Beitragvon MichaelK » 17.09.2017, 18:25

Hallo Anne,

heißt das jetzt, es wird kein Unterhalt gezahlt, aber das Amt rechnet Unterhalt und Kindergeld als Einkommen?

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon MichaelK » 17.09.2017, 18:37

Helena* hat geschrieben: Allerdings beziehen wir auch kein ALG 2/Hartz 4. Da wäre die Anrechnung rechtens, laut der Rechtssprechung.



Hallo Helena,

das Kindergeld würde in dem Fall sowieso als Einkommen des Kindergeldberechtigten angerechnet.
Die Argumentation, man könne zusätzliche Aufwendungen für das behinderte Kind nicht bezahlen, ist nicht haltbar, wenn entsprechend der Höhe des Kindergeldes Pflegegeld zur Verfügung steht.
Es ist also hier nur die steuerrechtliche Betrachtung maßgeblich. Nix zu machen!

schon sehr seltsam. ...... :wink:

LG Michael
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Beitragvon Helena* » 17.09.2017, 19:13

Hallo Michael,
danke für die Klarstellung. Es würde dann also als bedarfsmindernd beim beziehenden Elternteil angerechnet und dessen Leistung dementsprechend vermindert.

Anne , wie sieht es aus, kann der Vater denn nicht wenigstens vernünftig sein und dir schriftlich geben, dass er den Unterhalt ab Volljährigkeit einstellt und euch auf den Antrag auf Grundsicherung verweist?
Hat er bei Gericht die Rücknahme des Titels beantragt?

Ich habe keine Ahnung, ob man trotz der Volljährigkeit den Unrterhaltstitel vollstrecken lassen kann.
Auch wenn ja, würde es ja wenig nützen, wenn der Vater nicht leistungsfähig ist.

Ich wünsche dir jedenfalls gute Nerven und das du das Chaos bald gelichtet bekommst und dein Sohn zu seinem Recht kommt.

LG, helena

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Beitragvon anner » 17.09.2017, 21:27

Ja, Michael, so ist es.

Bei der Antragstellung wurde der Unterhalt aber noch bezahlt.

Habe nun heute im Widerspruch auf die Einstellung der Zahlung hingewiesen.

Nun warte ich mal ab.

Für die Vollstreckung muß bestimmt ein Anwalt her :(

Anne
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