Hirnaneurysma bei achtjährigem Kind - wer hat Erfahrungen?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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HannahKillian
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Hirnaneurysma bei achtjährigem Kind - wer hat Erfahrungen?

Beitragvon HannahKillian » 09.03.2017, 20:03

Hallo zusammen,

die Tochter eines Freundes hat Ende Februar ein Hirnaneurysma erlitten und liegt seitdem im künstlichen Koma.

Wir sitzen hier ein paar Tausend Kilometer weit weg und können außer Hoffen und Beten nichts tun - wir wissen zwar, wie es der kleinen Maus aktuell geht, aber wir versuchen im Moment nur den Eltern Mut zu machen und werden natürlich keine Fragen über "später" stellen... Ich glaub, ihr versteht eh, was ich meine?

Also habe ich die letzten Tage mit Googeln verbracht, um ein wenig Information über Verlauf, Prognosen, mögliche Folgeschäden usw. zu bekommen.

Ich hab aber nicht wirklich viel Material über Hirnaneurysmen bei Kindern gefunden und mir ist auch bewusst, dass jeder Fall individuell verläuft - aber vielleicht kann ja doch jemand von Euch etwas berichten... ich wäre wirklich für jede Art von Information sehr dankbar.

Vielen Dank und liebe Grüße!

Hannah

P.S. Falls der Beitrag nicht in diese Rubrik passt bitte einfach verschieben!
"Aufgeben?'" Komisches Wort, kenn ich gar nicht...

Meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... hannah+icp

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Beatrice1967
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Beitragvon Beatrice1967 » 09.03.2017, 21:01

Liebe Hannah

Persönlich habe ich Erfahrungen, jedoch nicht in so jungen Jahren. Ich hatte eine Narbenblutung nach Hirnoperation im Alter von 21 Jahren. Ich war da aber schon im KH, daher konnte man sehr schnell richtig reagieren.
Ich merke meine Hirnverletzung nur noch dort, wo es um Multitasking geht, also wenn ich mehrere Sachen miteinander aufnehmen und tun sollte - das geht nicht mehr bei mir.
Körperlich habe ich mich sehr gut erholt, geistig meine ich auch, die Sprache war lange nicht fliessend - ich redete abgehackt und langsamer. Heute ist das aber auch wieder gut.

Eine Blutung wegen eines Aneurysmas hat prinzipiell gleiche Auswirkungen wie eine Hirnblutung, daher kann ich Dir empfehlen, die an den Schlaganfall-Kinder e.V. in Deutschland zu richten. Dort kennt man sicher mitbetroffene Familien jüngerer Kinder
http://www.schlaganfall-kinder.de/

Ferner könnten diese Seite weiterhelfen
http://sab.susili.de/
http://www.schlaganfallkinder.de/

Weisst Du, ob das Koma spontan kam oder ob man das Kind evtl. auch in ein künstliches Koma setzte - letzteres macht man, damit sich der Körper erholen kann, Schwellungen weggehen.
Ich hatte auch ein spontanes Koma - aber nur für 2 Tage, dann hat man es künstlich verlängert - aus den genannten Gründen, weil es einen sehr stresst und man sich damit noch selber unbewusst schaden kann, wenn man eine Erinnerungslücke hat und dann realisieren muss - ich kann kein Wort mehr sagen, ich kann meine rechte Seite nicht bewegen..
So hat man mich noch 5 Tage ins künstliche Koma gesetzt und dann aufwachen lassen.
Weisst Du, welche Hirnhälfte betroffen ist?

Gut ist zu wissen, dass unser Hirn genial ist. Wenn es eine Blockade gibt, wo die Durchblutung nicht mehr komplett gewährleistet werden kann, ist unser Hirn in der Lage, einen Umweg zu finden, um doch noch ans Ziel zu kommen - daraus resultiert eine evtl. Verlangsamung unserer geistigen Fähigkeiten, aber vieles kann man wieder lernen - und Kinder sind in solchen Sachen sowieso stark. Ich hoffe, für das Kind, dass die Schädigung an einer kleinen Stelle ist und es durch die Fortschritte, die es in der Reha macht, ermutigt wird - und es einen zähen Willen hat und gute Freunde. All dies kann helfen auf dem beschwerlichen Weg durch die Reha.

Die Familie ist sicher froh, dass es Euch gibt. Bleib einfach als Freundin dabei. Recht viele wenden sich in so Situationen ab - und das macht es noch trauriger

Wünsche Dir und der betroffenen Familie alles Gute und bald Lichtblicke, die Vertrauen und Mut geben

Bea
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
-------------------------------------
Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch

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Beitragvon Anja Katharina » 11.03.2017, 22:47

Liebe Hannah,

Unsere Tochter erlitt vor 8 Jahren schwerste Hirnblutungen durch ein Angiom, welches geplatzt ist.

Bei Fragen nur zu. Bin jetzt nur am Handy unterwegs, aber ich denke, ich kann dir viele Fragen beantworten.

Alles Liebe der Maus und gebt die Hoffnung nicht auf.

Liebe Grüße Anja
Tochter Alena , Gehirnbluten durch ein Angiom

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Beitragvon Manuela1304 » 12.03.2017, 10:46

Hallo

so pauschal kann man leider nichts sagen, das berühmte alles kann nichts muss,

Es kommt drauf an wo und wie stark die Hirnblutung war, ich bin Krankenschwester schon ewig auf der NC und da haben wir zwar Erwachsene liegen aber das ist in dem fall egal. Da haben wir alles dabei, von gar keinen ausfällen bis zum Tod weil die Blutung zu gross war ist alles dabei.

Ich drücke ihr fest die Daumen das alles Gut wird

Ganz liebe Grüße
Manu,

SusanK
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Beitragvon SusanK » 12.03.2017, 12:01

Hallo,

wir haben vor fünf Jahren in der Reha ein Mädchen bei uns auf dem Zimmer gehabt, die mit 7 Jahren ein Hirnaneurysma hatte, mit ganz schlechter Prognose. Die Ärzte sagten damals zu den Eltern, wenn sie wirklich überlebt, wird sie nichts mehr können. Aber mit viel Arbeit kann dieses Kind wieder sehr viel. Zwei Jahre später war lediglich eine Lähmung der rechten Hand und Sprachstörungen zurück geblieben.
Kinder schaffen da sehr viel.
Die Rehaklinik ist gerade für solche Kinder ausgelegt und macht in diesen Bereichen gute Arbeit. Ist die neurologische Fachklinik in Schömberg.

Liebe Grüße

SusanK
*****

Viele Grüße,
Susan, mit Saskia(12/01) Tetraparese, Frühchen (31 SSW) nach Unterversorgung und Fruchtwassermangel; Ann-Sopie(07/09)

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Yvonne 76
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Beitragvon Yvonne 76 » 12.03.2017, 17:18

Hallo Hannah,

bei meinem Sohnemann ist mit 9 Monaten ein Aneurysma geplatzt. Heute ist er ein zufriedener 15-Jähriger, mit einigen "Baustellen" (siehe Signatur), der die Schule für Körperbehinderte besucht.

Zeitgleich lag übrigens damals ein 7-Jähriger mit auf der Intensivstation, dem ebenfalls ein Aneurysma geplatzt war. Er hat mittlerweile sein Fachabitur und macht eine Ausbildung.

Falls Du Fragen hast, immer her damit. :wink:

Viele Grüße
Yvonne
[center]Sohnemann (2001)
Hemiparese (rechts) nach Aneurysmablutung und Mediainfarkt
komplette Hemianopsie nach rechts, Optikusatrophie links
Epilepsie, funktionelle Hemisphärektomie[/center]


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