Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
Martina78
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 874
Registriert: 30.09.2012, 21:41

Beitragvon Martina78 » 06.03.2017, 17:29

Hallo,
Julia hat bis anderthalb auch ausschließlich an der Brust getrunken und sonst nix. Wir haben sie dann (der Tip kam von unserer Frühförderin) mit Caprisonne ans Strohhalmtrinken herangeführt. der Trick: etwas von der leckeren und süßen Caprisonne durch dem Trinkhalm in den Mund drücken und so auf den Geschmack bringen. Immer mal wieder anbieten, nicht beharren, wenn das Kind nicht will. Bei uns funktionierte es prima. Seitdem trinkt Julia routiniert aus Strohhalmbechern bis zu 600 ml am Tag.
LG
Martina
Martina mit Julia (*1/2012), Pachygyrie und Epilepsie, Pflegegrad 5. Seit 6/15 sehr erfolgreich Ketogene Diät. Kann kurze Strecken laufen. Plus Neuankömmling Franziska (*12/16).
"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen." (Schopenhauer)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

Werbung
 
Bo09
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 146
Registriert: 13.03.2011, 20:34

Beitragvon Bo09 » 06.03.2017, 21:00

Hallo,
das kommt mir sehr bekannt vor. Unser Sohn, Früchten, Hemiparese und ansonsten hypoton und immer zu leicht, konnte sehr, sehr lange nur Brei ohne Stücke essen oder aber festes. Brei mit Stücken ging lange, lange gar nicht. - Er konnte es einfach nicht und hat dann auch im Schwall erbrochen. Irgendwann ging es plötzlich.

Er hat mit "Fingerfood" angefangen. Was bin ich dankbar dafür, dass die Kartoffel den Weg nach Europa geschafft hat. Kartoffel mit Butter in die Hand und abbeißen war bei uns das Anfangsessen nach dem Brei. Und natürlich das Nutellabrot.

Trinken ging mit dem Camocup oder einem uralt Schnabeltassenaufsatz von NUK. Saugen hatte er auch zwischendurch verlernt. Trinkmenge war immer ein Problem. Er hat uns weichgekocht. Es gibt Apfelsaft pur.

Bei der Sprachentwicklung würde ich mir nicht so große Sorgen machen. Bo ist auch bei der Mundmotorik betroffen (wie auch beim Thema essen und trinke) und kann seinen Luftstrom nicht so gut regulieren beim Sprechen wie andere. Er hat erst mit ca. 3 Jahren angefangen zu sprechen. Konsonanten sind schwierig für ihn. Sein erster 2-Wortsatz war "ea ellao" = "mehr Nutellabrot". Er mittlerweile hat einen tollen Satzbau und einen altersgemäßen Wortschatz.

Das Thema Verdauung kennen wir auch nur zu gut. Es wurde bei uns von allein nicht besser. Wenn es erst mal so hart ist, dass es weh tut, hat unser Chaot auch gerne zurückgehalten. Das setzt natürlich einen Teufelskreis in Gang. Ich weiß nicht mehr, in welchem Alter wir angefangen haben - ich glaube mit drei Jahren?? - ihm Movicol zu geben. Wir haben es recht niedrig dosiert und die Variante mit Zitronengeschmack in Apfelsaft aufgelöst. Wir haben es ca. 1 bis 1,5 Jahre gegeben. Mittlerweile ist er 8 Jahre und es geht seit mindestens zwei Jahren ohne Movicol und Microklist. Ich glaube, er hat es auch lange nicht so gefühlt, wie andere. Es ist immer noch so, dass man darauf achten muss, dass er sich die Zeit nimmt, sich mal auf dem Klo zu entspannen und dort länger zu verweilen....
Bo (09), ehemaliges Früchten 27+0, Cerebralparese mit Zwillingsbruder und zwei weiteren Brüdern (06 und 00)

Marte
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 21
Registriert: 09.10.2016, 05:52

Beitragvon Marte » 06.03.2017, 21:21

Hey

Das ist ähnlich wie bei uns. Der Knirps ist 14 Monate u der Brei muss sehr sehr fein sein. Wenn doch mal noch was festeres drinnen ist erbricht er mir alles. Wir sind auch in baiersbronn in Behandlung u mir wurde geraten es einfach zu lassen. Er hat damit viel zu große Schwierigkeiten. Wir versuchen es hin u wieder aber bis jetzt klappt es nicht.
Hier ist es wohl en wahrnehmungsproblen kombiniert mit motorischen defiZitzen.

Vlg

phoebe87
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 451
Registriert: 16.02.2016, 15:57

Essen und trinken

Beitragvon phoebe87 » 06.03.2017, 21:38

Hallo. Deine Maus ähnelt stark meiner Maus :-). Wir haben auch Probleme mit dem essen....nur 4 und 6 Glässchen (1x am Tag) geht....
Seid ihr in Logo? Wir machen zurzeit castillo moreales... Vielleicht hilft das?? Bei meiner Maus geht's hin und her :-/. Wenn du ein schlechtes Gefühl hast dann Nerv die Arzte!!!! Meine Maus steht mit einem Bein bei der Sonde mit der anderen ist er noch * draußen....
Viel Glück

LovisAnnaLarsMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 786
Registriert: 12.10.2016, 22:23

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 28.08.2019, 22:01

Nach langer, langer Zeit:
Ich bin eine Rabenmutter. Mein Kind hat seit so langer Zeit ein Problem und ich habe es nicht gesehen, Kinderarzt hat es ignoriert... Der Kleine hat gerade eine sehr üble Verstopfung und das Babylax, was ich für den Notfall zuhause hatte hat nur einen Bruchteil der Verstopfung beseitigt. Der Kot ist deutlich tastbar, aber konnte nicht abgeführt werden. Dafür kam etwas weicherer Überlaufstuhl raus... Das heißt wohl morgen früh als erstes zum Arzt und dem armen Kind helfen lassen... Konsequenz warscheinlich doch wieder eine Untersuchung bei einem anderen Arzt
Toll, gerade heute hatte ich mit jemanden von unserem SPZ darüber gesprochen und noch gedacht, dass eine gastroenterologische Untersuchung bestimmt nicht nötig ist...

Ich könnte echt heulen... Das Kind hat schon seit langem einige Anzeichen für eine chronische Verstopfung und ich sehe es nicht...
Nach der langen Zeit kann ich auch sagen: ja das Kind hat ein Problem mit der Mundmotorik, hat bis nach dem zweiten Geb. Probleme mit festen Konsistenzen beim Essen gehabt, schluckt jetzt auch noch zu viel Luft beim Trinken (daher trinkt er ziemlich ungern)- die Sprachentwicklung war/ ist auch ziemlich schwierig.
Irgendwie sollte man doch mehr auf sein Bauchgefühl hören- das hat bisher ziemlich oft gepasst.
Sorry, das musste ich jetzt loswerden, ich bin gerade frustriert.
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Sandra F
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 678
Registriert: 14.06.2013, 10:22
Wohnort: Burscheid

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon Sandra F » 28.08.2019, 22:08

Ganz ehrlich, wir können nicht immer perfekt sein und wir alle hier leisten unendlich viel für unsere Kids.
Aber du wirst jetzt handeln und das ist die Hauptsache.

Lg Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

melly210
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 608
Registriert: 19.02.2018, 20:07

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon melly210 » 28.08.2019, 22:38

Ich möchte mich da Sandra anschließen: du wie alle anderen Eltern hier tust so wahnsinnig viel für dein Kind ! Man kann nicht immer alles am Schirm haben. Meiner ist ja auch hypoton, und wir hatten das Verdauungsproblem auch, und auch wir haben das nicht erkannt, detto SPZ und KInderarzt. Wir haben überall darauf hingeweisen und es hieß alles normal. Kurz nachdem er 4 war dann sauber geworden ist und ich ihm dann mal gezeigt habe wie er bewusst drücken kann und wo er hindrücken muß. Dazu habe ich meine Hand auf seinen Unterbauch gelegt und habe ihm gesagt er soll dagegen drücken. Offenbar hat er vorher nie bewusst gedrückt. Er hat das sofort verstanden, versucht seitdem gezielt 2x täglich Kot abzusetzen, und das klappt jetzt auch super und er hat keinen Überlaufstuhl mehr. Eventuell wäre die Methode auch was für euren Sohn ? Nicht jetzt bei der akuten Verstopfung, aber um das generelle Problem anzugehen ?

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3727
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon Silvia & Iris » 29.08.2019, 07:50

Hallo Mama,

diese Problematik ist keine wirklich seltene...
... die Umstellung vom Saugen auf Schlucken erfordert eine andere Technik...
- meine Tochter hat auch heute noch - mit 16 Jahren - eine eigene Trinktechnik... (sie beißt jeden Schluck ab...)
Bei uns war es so, dass ich mich an eine Logopädin gewendet hatte, diese vertrat die Ansicht, dass jedes Kind mit 17 Monaten aus einem Glas trinken kann... (und Schnabelhäferl, Nuckelflasche und andere Trinkhilfen lediglich die Faulheit der Mutter widerspiegeln...) - Mein Kind kann ausschließlich aus normalen Bechern, Gläsern, Häferln trinken, an einem Strohhalm saugen, das geht nicht...
- es hat auch keine Sprachentwicklung statt gefunden...

... und bis zum 4. Geburtstag haben auch uns Stuhlwalzen regelmäßig zur Anwendung von Stuhllösenden Präparaten genötigt... - Bis die Kinder von sich aus wirklich regelmäßig ihre notwendige Flüssigkeitsmenge aufnehmen, dauert es! Stündlich Wasser anbieten... (natürlich nicht in der Nacht)...

... Setze deine Zielen nicht zu hoch! - Du bist enttäuscht, wenn sie nicht erreicht werden... - ein Entwicklungsschritt nach dem anderen...

... da gibt es eh so schöne Tabellen, welcher Schritt nach welchem kommt, man darf die Zeitachse dabei aber nicht beachten!

... Kind führt Nahrung selbständig zum Mund - Kind sitzt frei - Kind bewegt sich rollend durch das Zimmer - Kind zieht sich an Gegenständen hoch, Kind unternimmt erste freie Schritte - Kind beginnt das WC zu benützen, Kind spricht verständliche Wörter, bildet Sätze...

... man darf hier nur einen Schritt nach dem anderen sehen... - wenn der eine nicht erreicht ist, dann braucht es eben noch Zeit... - und manche Schritte werden vielleicht gar nicht erreicht... Natürlich braucht man Ziele! - Aber reale!
... das Ziel bei meiner Tochter ist noch immer: Nahrung selbständig zum Mund führen... - und sie ist heute 16 Jahre! - freies Gehen, Sprachentwicklung darf ich gar nicht mehr andenken... - das sind einfach unerreichbare Ziele...

aber sie kann frei sitzen! - das hat auch sehr lange gedauert... - ist dieser Entwicklungsschritt bei euch schon erreicht?
- die wirkliche Sprachentwicklung kommt erst nachdem die Kinder frei gehen (üblicherweise). - Alle Babys lautieren im Alter von etwa 12 - 18 Monaten, selbst wenn sie gehörlos sind! - das sind noch keine Anzeichen einer Sprachentwicklung...

Und, was ich auch gelernt habe, wenn Kinder mit 4 Jahren noch nicht frei gehen, ist das Fenster für eine vokale Sprachentwicklung / Kommunikation geschlossen (zumindest bei Mikrozephalie).

Vielleicht konnte ich dir mit diesen Beobachtungen helfen? Und natürlich funktioniert das mit der Verdauung bei einem Kind mit so wenig Bewegung nicht so wie bei normal entwickelten Kindern, die sich frei bewegen können...

Viel Erfolg!
Du wirst hier sicher noch in der Phase stecken, dass man erst wirklich dahinter steigen möchte, was das alles bedeutet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben... - Gerade die ersten 2 Lebensjahre mit einem so besonderen Kind erfordern wirklich große Umstellungen in der eigenen Sicht- und Denkweise... Man wird mit Dingen konfrontiert, wo man vorher dachte, dass entwickelt sich doch automatisch... (z. B. Schlucken...) - dass dem aber nicht so ist, das ist ein wirklich harter Lernprozess!
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Benutzeravatar
HeikoK
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 302
Registriert: 10.02.2011, 15:50
Wohnort: Münster

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon HeikoK » 29.08.2019, 08:11

Hallo Silvia,

ich möchte deine Antwort ein kleines bisschen korrigieren. ALLLE Kinder machen die erste Lallperiode durch (auch die Gehörlosen). Diese findet ca. im 3./4. LM statt. Die ZWEITE Lallphase findet so im Bereich 6./7. LM statt. Zu diesem Zeitpunkt verstummen in der Regel Kinder mit Hörproblemen, da in dieser Phase nicht mehr das motorische Ausprobieren mit der entsprechenden kinästhetischen Rückmeldung im Vordergrund stehen, sondern die Imitation von Gehörtem.

LG
Heiko
Logopäde
Sprachanbahnung, Fachtherapeut für kindliche Schluckstörungen

"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Werbung
 
Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3727
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Re: Wie gehe ich unsere Probleme beim Essen/Trinken an?

Beitragvon Silvia & Iris » 30.08.2019, 09:41

Hallo Heiko,

danke, - das kann schon sein... - ganz gehörlos ist meine nicht, eine Sprachentwicklung fand dann dennoch nicht statt... - und keine Ahnung... Geräusche geben ja auch Gehörlose noch von sich - und meist gar nicht so leise...

Kann sein, dass diese Geräusche auch manchmal mit Sprachentwicklung verwechselt werden? - Gerade bei noch so jungen Kindern?

... und durch einen zusätzliche Auffälligkeit im Gehirn, kann es da nicht auch zu zeitlichen Verzögerungen kommen??
nur einige Gedanken, die aber nicht wirklich das Wesentliche tangieren...

Fakt ist, dass die eigentliche Sprache sich erst nach gewissen anderen Entwicklungsschritten anbahnt...
Liebe Grüße

Silvia

Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein

Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


Zurück zu „Ernährung / Sondennahrung / Verdauungsprobleme“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste