Wohnung aufgeben?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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NicoleS.79
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Wohnung aufgeben?

Beitragvon NicoleS.79 » 03.03.2017, 20:24

Hallo!

Wir brauchen einfach mal Input.

Kurz zu uns:

Wir sind 5 Personen (3 Kinder 10,8 und fast 4)

Wir haben 2012 eine tolle Eigentumswohnung gekauft (unsaniert). 2013 sind wir dann eingezogen. Eine perfekte 5 Raum Wohnung mit knapp 100qm. Eigentlich perfekt, denn beim Kauf/Sanierung wussten wir noch nicht, dass wir ein Kind im Rollstuhl haben werden.

Eine Besserung der Motorik ist leider auch irgendwie nicht in Sicht. :?
Und wir stoßen immer mehr an unsere Grenzen, sowohl platztechnisch als auch gesundheitlich (Rücken).

Momentan kann sich mein Mann (mal wieder) kaum bewegen. Theoretisch kann ich an solchen Tagen nicht mal arbeiten gehen, weil er unseren Jüngsten weder zur Tür reinbekommt (zwei Treppenstufen am Hang), noch daheim auf Wickeltisch, Therapiestuhl, Treppen hoch ins OG,...

Unser Bad ist viel zu klein, der Wickeltisch kommt enorm an seine Grenzen, die Küche ist nicht nutzbar mit Therapiestuhl, denn wenn der Squiggles in der Küche steht, ist kein Platz mehr.

Dann das Geschleppe treppauf, treppab,...

Gerade loten wir aus, was wir für Möglichkeiten haben z.B. Rampe vorm Haus wegen der Treppenstufen, aber das Gefälle (wohnen am Berg) ist wahrscheinlich zu groß (max 6% dürfen es sein, ich schätze es auf 10%)

Dann die Frage nach einem Treppenlift im Haus, um in die 1. Etage zu gelangen.

Da wird nächste Woche jemand kommen und es sich anschauen.

Aber eigentlich gehen wir nur Kompromisse ein. Wir haben weder Platz für den Stehständer (ist im Kindergarten), noch für den Toilettenstuhl, den wir aber nun bräuchten. Er kann leider auch nicht frei sitzen, daher der Toilettenstuhl.

Ein Walker ist auch nicht möglich, der Rolli steht vor der Tür und wird nur draußen benutzt.

Hach, wie ist das denn bei euch? Geht ihr viele Kompromisse ein?

Ich denke auch an uns als Eltern. Wie lange schaffen wir es noch bzw. ich, mein Mann ist ja schon nicht mehr belastbar, was den Rücken angeht.

:?
Wir wissen gerade wirklich nicht, wie weiter, wann weiter und vor allen Dingen, wo? Gibt es Beratungsstellen für Familien mit behinderten Kindern und barrierefreiem Wohnen?

barrierefreie Wohnungen sind hier schier auch unmöglich zu bekommen, außer im altersgerechten Wohnblöcken.

Danke für´s Lesen.

Liebe Grüße
Nicole
Lieben Gruß
Nicole mit Sohn, Tochter und kleinem Kämpfer 05/13(29SSW.) - ICP, HB 3. Grades, Shuntversorgt, stolzer Rollifahrer und Sonnenschein

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 03.03.2017, 21:14

Hallo,

ich kann nicht allzuviel beitragen... Bei meiner Oma war vor einiger Zeit jemand vom Pflegestützpunkt der Stadt, in der sie wohnt, und hat meine Mutter und ihre Geschwister beraten, wie sie die Wohnung verändern können, um sie barrierefrei zu machen. Diese Pflegestützpunkte gibt es wohl bundesweit in allen größeren Städten. Klar, richten die sich in erster Linie an Senioren und deren Angehörige, aber beim Thema "rolligerechter Umbau" spielt es ja im Grunde keine Rolle, wie alt der Rollifahrer ist...

Bei uns in der Stadt scheint es so zu sein, dass nun in jedem Neubaugebiet ein Haus mit Mehrgenerationen-Wohnen errichtet wird. Falls es bei Euch in der Nähe ein Neubaugebiet gibt, wäre das vielleicht noch eine Idee, sich diesbezüglich mal bei der Gemeinde zu erkundigen. Frühere Bekannte von uns sind mit ihrer Tochter (vorgeburtlicher Schlaganfall) in so ein Haus gezogen und fühlten sich scheinbar dort ganz wohl. Im Haus selbst wohnten natürlich auch viele ältere Leute, aber das Neubaugebiet drumherum war voll mit jungen Familien und die Kleine hatte so immer jemanden zum Spielen, wenn sie draußen war.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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Beitragvon Lumoressie » 03.03.2017, 22:21

Wir haben unser großes, vierstöckiges Haus vor einigen Jahren aufgegeben und sind in eine kleinere Wohnung, ebenerdig mit behindertengerechten Türen, Bad usw. gezogen.
Das war sehr viel günstiger als Umbau.
Wir haben es nicht bereut.

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Beitragvon RolliTanteSilvi » 04.03.2017, 01:01

Hallo Nicole,

die Entscheidung ob ihr Eure Eigentumswohnung aufgeben sollt / wollt kann ich Euch nicht erleichtern. Aber warum nicht nochmal einen behindertengerechten Umbau in Angriff nehmen – klar wohnen auf einer Baustelle ist kein Spaß, der finanzielle Aufwand ist nicht zu unterschätzen aber es gibt finanzielle Unterstützung – natürlich nur auf Antrag. Die Situation des häufigen heben von Eurem rollifahrenden Sonnenschein wird in einer anderen „Wohnung“ nicht weniger rückenunfreundlich.

Habt ihr schon mal über Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nachgedacht?

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen - das alles zählt dazu:

Wohnbereich:
• Änderung des Bodenbelags
• Verbreiterung der Türen
• Entfernung von Schwellen und anderen Bodenunebenheiten
• Fenstergriffe in Greifhöhe bringen
• Fernbedienung für Lichtschalter und Rollläden ermöglichen
• Treppen- oder Sitzlift und Rampen installieren
• mehr Bewegungsfläche für einen Rollstuhl schaffen
• bei Bedarf elektrische Heizung installieren

Küche:
• rutschfesten Boden legen
• absenkbare und unterfahrbare Arbeitsplatten und Küchenschränke einbauen
• Wasserhähne, Lichtschalter sowie Steckdosen in Greifnähe bringen
• falls nötig einen Warmwasseraufbereiter einbauen

Bad und WC:
• Installation einer bodengleichen Dusche
• die Höhe der Toilette anpassen
• rutschsicheren wasserdichten Bodenbelag legen
• absenkbaren Badschrank anbringen
• unterfahrbares Waschbecken montieren
• Einstiegshilfe für die Badewanne anbringen
• Komplettes Bad einbauen

Schlafzimmer:
• Umbau des Zimmers für ein frei zugängliches Bett
• rutschfesten Boden legen
• Beleuchtung auch für die Nacht anbringen
• Licht per Fernbedienung schaltbar machen
• Steckdosen vom Bett erreichbar anbringen
• Notrufsystem installieren
Quelle: http://www.wohnen-im-alter.de/was-sind- ... massnahmen
___________________________________________________________
Wenn in der der ersten Baumßnahme (Lifter) die Geamtsumme ausgeschöpft wurde (4000,00€)
muß für eine weitere Baumaßnahme (z.B. Türverbreiterung) ein neuer Antrag gestellt werden - dann kann es wieder mit 4.000,00€ bezuschußt werden.
Quelle: http://www.kv-media.de/wohnumfeldverbesserung.php - Erklärung Beispiel 2
___________________________________________________________

Die eigentlichen Renovierungskosten sind über die wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nicht anrechenbar. Wenn ihr da Unterstützung benötigt wäre die KfW-Bank vielleicht ein guter Ansprechpartner
Quelle: http://www.wohnen-im-alter.de/was-sind- ... massnahmen
KfW-Bank: https://www.kfw.de/kfw.de.html

___________________________________________________________
Umzugskosten:
:arrow: http://www.pflege-durch-angehoerige.de/ ... legestufe/


:!: NEU :!: 2017 – nach neuem Pflegestärkungsgesetzt
http://www.pflegestaerkungsgesetz.de/fi ... assnahmen/

eine vorhandener Pflegegrad „erleichter“ die Antragstellung (siehe Anhang) – hier muss man genau formulieren was benötigt wird – Kostenvoranschläge einholen

Bitte überdenkt Eure Entscheidung genau, wenn ihr Euch in der jetzigen Wohnung wohlfühlt. Wir haben in unserer Mietwohnung den einen oder anderen Umbau bewältigt – helfe gerne weiter (auch per pn).

LG Silvi
Dateianhänge
Antrag_auf_wohnumfeldverbessernde_Massnahme.pdf
(179.4 KiB) 18-mal heruntergeladen
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 04.03.2017, 06:18

Hallo,
ich kann euren Konflikt gut verstehen. Wir hatten Glück, es gab für unser Wohngebiet keinen Bebauungsplan, und so konnten wir an unser Reihenhaus mit Genehmigung der Nachbarn ein Kinderzimmer und Bad im EG anbauen. Inspiriert durch uns haben andere Nachbarn inzwischen ebenfalls angebaut, ohne die "Notwendigkeit einer Behinderung", einfach weil es ihnen bei uns so gut gefallen hat :)
Bei euch ist es aber an so vielen Ecken ungünstig (1. Stock, Bad zu klein, Küche zu klein, Hanglage...), dass ich an eurer Stelle umziehen würde, ggf. dann eben auch zur Miete. In ein paar Jahren wisst ihr dann genauer, wohin die Reise geht (wie sich die Behinderung ausprägt) und könnt dann ja einen neuen Anlauf in Sachen Eigenheim unternehmen.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon Katja_S » 04.03.2017, 09:04

Hallo Nicole,
ich kann euren Konflikt auch sehr gut nachfühlen :( .
Wir wohnen hier in einem Reihenmittelhaus mit 4 Etagen (Garage im UG, WZ Kü im EG (Zugang auch über Außentreppen oder eben die Garage), Kinderzimmer, SChlafzimmer und Bad im 1. OG und Arbeitszimmer meines Mannes im DG (ok, da muss E. nicht unbedingt hinkommen) und ich habe mir auch immer Gedanken gemacht, was wir machen sollen, wenn ich E. nicht mehr tragen kann. Treppenlift einbauen? Doch umziehen, obwohl wir und hier eigentlich wohlfühlen? Wenn ja, wohin? Hier überhaupt bezahlbare (egal ob Mite oder Kauf) Wohnungen zu finden und dann auch noch barrierefrei....gar nicht so einfach..
Bei uns hat sich das Problem mittlerweile etwas entschärft, weil mein Sohn inziwschen (entgegen den Erwartungen) am Handlauf und meiner Hand zum Festheben die Treppen hoch und runter laufen kann. Schwierig wird es nur, wenn er dazu keine Lust hat :? , aber das ist momentan noch gut händelbar (ich kann meinen Sohn noch tragen, zur Not Huckepack) und kommt nicht sooo oft vor.
Aber bei euch liest es sich ja so, als ob nicht nur Treppenstufen das Problem ist, sondern viele andere Probleme dazu kommen wie z.B. zu wenig Platz. Die Hilfsmittel nehmen ja immer mehr Platz ein, je größer die Kinder werden :? . Rolli nutzen wir im Haus zwar auch nicht, aber E. kann sich krabbelnd fortbewegen, so dass das bei uns kein Muss ist.
Ich glaube, ihr müsst für euch ausloten, welche Kompromisse tragbar sind, was noch umgebaut werden kann und dann für euch eine Entscheidung treffen.
Dass das sehr schwierig ist, kann ich, wie geschrieben, sehr gut nachvollziehen, es würde uns auch sehr, sehr schwer fallen, von hier wegzuziehen und hoffe, dass wir diese Entscheidung nie werden treffen müssen :( .
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr noch eine Lösung findet, in eurer Wohnung zu bleiben! Am Besten wäre es natürlich, wenn euer Sohn noch ganz tolle Fotschritte macht :D . Das wünsche ich euch sehr.
Gruß
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Sascha11
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Beitragvon Sascha11 » 04.03.2017, 19:02

Hallo,

Wie schon geschrieben kann man hier schlecht etwas raten. Unsere Tochter ist erst 2, aber da ich selbst kaum Treppen laufen kann, wurde das Thema früher dramatisch bei uns als bei anderen...
Wir haben ein Haus mit 2 Etagen à 2,5 Zimmer, plus DG und Keller, aber im EG ist ein Bad und ein Kinderzimmer plus Ess/ Wohnbereich, so dass ich die Kleine nicht dir Treppe hochtragen muss (abends und morgens 1x, aber das macht mein Mann).
Ich könnte unter anderen Umständen nicht glücklich leben und es hört sich an als seid ihr allgemein und dein Mann gesundheitlich schon länger an der Grenze. Vor allem stimmen bei euch gleich mehrere Ecken nicht, die nicht einfach so zu verändern sind. Eine diesbezüglich bessere Wohnung ist unendlich viel Lebensqualität gewonnen.
Ich würde einfach allgemein nach EG Wohnungen schauen, die großzügig geschnitten sind. Wobei die leider an sich schon selten sind. Aber ohne Treppe zum 1. Stock und mit größerem Bad und ohne Hanglage wäre ja schon viel gewonnen.

LG
Bieni 2/ 15:
entwicklungsverzögert, hypoton, Mikrozephalie, Esstherapie bisher erfolglos und daher nur flüssige Kost, bisher kein sprechen
PG 3/ GdB 80 H

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Beitragvon NicoleS.79 » 04.03.2017, 20:50

Hallo!

Ich danke euch allen ganz sehr für eure Worte. Ich melde mich morgen Abend in Ruhe. Da habe ich Zeit, um auf alles einzugehen.

DANKE!
Lieben Gruß

Nicole mit Sohn, Tochter und kleinem Kämpfer 05/13(29SSW.) - ICP, HB 3. Grades, Shuntversorgt, stolzer Rollifahrer und Sonnenschein

togram
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Beitragvon togram » 05.03.2017, 11:10

Hallo,

wir haben auch im 1.Sock gewohnt...wir haben selber gebaut vor 20jahren etwa...daran hat niemand gedacht das wir ein beh Kind bekommen...unsere schwermehrfach beh. Tochter ist nun mittlerweile 10 Jahre...und 1,32m gross und annahrend 35kg...vor 3Jahren haben wir unsere EG Wohnung barrierfrei umgebaut..Kuche..Wohn und Essbereich..grosses barriefreie Bad und ein Schlafraum fur meine Tochter...Schlafraume und andere Räume befinden sich noch im 1.stock...anders geht es leider nicht....ich bin sooo froh daruber...unsere Tochter kann zwar auch Schritte mit Unterstützung laufen auch treppensteigen...aber manchmal hat sie cht keine Lust und lasst sich komplett hangen...und ich hatte jeden Tag Angst das ich mit ihr mal treppen runterfalle...deshalb wir sind so froh diesen Schritt gemacht zu haben ...es hat uns zwar ne Menge Geld gekostet aber mir war es wert...
Wenn es gar nicht gegangen ware mit Umbau...dann waren wir auch den Schritt gegangen und hatten uns was anderes gesucht...ich hatte niemals mich und mein Kind gefahrdet....

LG Togram
Selina geb. 06,Frühchen 26 SSW,entwicklungstörung, cerebrale Bewegungsstörung,op. Herzfehler,1. Krampfanfall Dez.2013,Schulkind seit Sept.2013 in einer GB und KB Schule und PT geb. 11 entwicklungsverzögert
Eine Kämpferin mit einem ausgeprägten Trotzkopf!!

"Lebe heute,denke an morgen!Die Sorgen der Vergangenheit vergiss!"

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Beccy mit Emilia
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Beitragvon Beccy mit Emilia » 05.03.2017, 15:43

Hallo Nicole,

Du hast dir ja die Frage eigentlich schon selber beantwortet. So wie Du die Sachlage beschreibst, ist ein Auszug angebracht. Vielleicht hilft ja ein Treppenlift. Aber ihr habt noch einen Wickeltisch für ein fast vierjähriges Kind? Da tut mir mein Rücken schon beim Lesen weh. Ein Pflegebett ist eine ganz enorme und nicht zu unterschätzende Entlastung, braucht aber auch Platz.
Wir selber haben vor gut einem Jahr Tabularasa gemacht und wohnen jetzt (und nach langer Suche) in einer ganz wunderschönen neuerrichteten Wohnanlage im EG und behindertengerecht, d.h. mit verbreiterten Türen etc. Das war die beste Entscheidung unseres Lebens. Aber selbst wir bekommen lange nicht das ganze Hilfsmittelgedöns für unsere Kleine in unsere 100qm-Whng. und haben zum Glück mit Keller und Fahrradkeller viele Abstellmöglichkeiten. Ihr habt noch zwei weitere Kinder! Bedenke, dass da noch mehr an Hilfsmitteln kommen wird/könnte. Gerade wenn dein Mann und du jetzt schon körperlich am Anschlag seid, würde ich über einen Lifter nachdenken. Wir bekommen diese Woche einen Deckenlifter, weil das Gehebe und Getrage immer belastender wird.
Das ist natürlich individuell verschieden, aber nach Deiner Beschreibung würde ich schon reinplatztechnisch eine neue Wohnung suchen. Eigenheim hin oder her. Wenn Bandscheibenvorfälle, Arbeitsunfähigkeit, Verdienstausfälle, Rehas, Schmerzen etc. damit verbunden sind, werdet ihr am Eigenheim auch keine Freude mehr haben. LG
Beccy (*1975) und Emilia (*07/2012;), NBIA - BPAN durch Mutation auf dem WDR45-Gen. Globale psychomotorische Entwicklungsstörung mit Myelinisierungsverzögerung, Absence-Epilepsie, Muskelhypotonie. Pflegegrad 5. GdB 100, H, G, aG, B. Ausserdem ein sehr ausgeprägtes KKKQS (Knutsch-, Knuddel-, Kuschel- und Quengelsyndrom :) www.millys-mission.de


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