Wohnung aufgeben?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Anne_mit_2
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Beitragvon Anne_mit_2 » 03.04.2017, 18:08

Hallo NicoleS79,

wir haben nicht gebaut (Elternhaus meines Mannes), haben aber schon ein paar Erfahrungen mit barrierefreien Umbauten gemacht -- nicht weil wir es dringend barrierefrei brauchten, sondern weil wir immer gleich barrierefrei gedacht haben, wenn wir etwas ohnehin komplettsanieren mussten.

- Bitte spart nicht an der Größe des separaten WC. Als die Schwiegermutter (Rollstuhl/Rollator) noch lebte und meine Große (damals Teenie, u.a. orthopädische Probleme an den Beinen) recht frisch operiert war, wäre eine zweite Toilette, an die eine von beiden rangekommen wäre, ein echter Segen gewesen. Das hätte viel Gezänk vermieden.

- Bei der Schlagregendichtigkeit der Türen: Bei uns funktionieren die Rinnen vor den Türen NICHT zum Abführen des Wassers, sie führen zu weiteren Undichtigkeiten. Sprecht hierzu im Vorfeld mit Leuten bei denen die Lösung, die bei Euch eingebaut werden soll, schon länger im Einsatz ist.

- So schön Fußbodenheizung auch ist, sie sollte nicht die einzige Heizmöglichkeit sein, da man nie weiss, ob man später nicht Venenprobleme bekommt. In dem Fall ist eine Fußbodenheizung oft hochproblematisch.

- Denkt an ausreichend Steckdosen, aber nicht alle in einem Raum an derselben Sicherung, sondern stets mehrere Sicherungen für verschiedene Dosen im Raum. Das vermeidet nicht nur Überlast, sondern vermeidet auch längere Totalausfälle während einer möglichen Fehlersuche.

Viele Grüße,
Anne

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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 03.04.2017, 18:28

Hallo,
ich weiß nicht, ob das schon genannt wurde:
Einen "geradeaus"-Weg zwischen den hauptsächlich genutzten Räumen hat unser Architekt beim Umbau bedacht, und wir sind ihm dafür sehr dankbar!
Zwischen Kinderzimmertür und Wohn-Esszimmer-Küchen-Tür geht es bei uns nur geradeaus. Viel einfacher beim Rolli schieben als immer um die Ecke.
Und die Fenster gehen etwas tiefer runter als vorher "standardmäßig", dass man auch im Sitzen gut rausschauen kann.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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YvonneE
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Beitragvon YvonneE » 03.04.2017, 19:30

Hallo!

Wir wohnen ebenerdig, ohne eine einzige Stufe....

Der Raum für draußen Hilfsmittel würde schon erwähnt. Finde ich ganz wichtig. Wir haben den nicht und so muss ich im Winter den rolli im Vorzimmer abtropfen lassen damit ich ihn danach nach hinten In den Flur mir Parkett schieben kann. Als ich auch noch zusätzlich einen Kiwa für das andere Kind hatte war's richtig eng....

Wc haben wir so gelöst dass eines groß und barrierefrei ist, das zweite ist Bad nebenan. Neben der Dusche mit wegklappbarer durchwand. So könnte man dieses auch problemlos barrierefrei nutzen.

Ein Raum für Laras indoor Hilfsmittel war auch geplant, gleich neben ihrem Zimmer, ist sehr praktisch, uns ist aber dann nohc ein Kind dazwischengekommen und so wird es das nicht mehr so lange geben....

Neubau barrierefrei kann ich dir sehr empfehlen! Wir haben zuerst im ersten Stock ohne Lift gewohnt. Ich weiß gar nicht mehr wie das gegangen ist....

Alles gute
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma

NicoleS.79
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Beitragvon NicoleS.79 » 03.04.2017, 20:00

Hallo!

ich danke euch ganz ganz sehr. Damit können wir schon richtig viel anfangen. SUPER!!! :D

An einiges hätte ich tatsächlich nicht gedacht, wie z.B. der raum für Rolli und Rehabuggy. :shock: Danke!

@Yvonne: Euer Bad klingt sehr interessant. Wie meinst du das:

Neben der Dusche mit wegklappbarer durchwand. So könnte man dieses auch problemlos barrierefrei nutzen.


Und auch das mit den rutschfesten Fliesen wusste ich nicht. Bodentiefe Fenster sind auch gut. Er liebt es aus den Fenstern zu schauen, kommt hier ja aber nirgends ran. :oops:

Das mit dem gerade-aus-Weg ist auch super, darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. DANKE!

Einen Haushaltsraum wird es definitiv geben. Das nervt mich an unserer jetzigen Wohnung enorm. Abstellraum an der Küche ist auch geplant. Schiebetüren haben wir unserer Wohnung auch schon eingebaut, zumindest Küche und Wohnzimmer. das ist total schön.
Im Bad wollen wir gern eine Liege unterbringen, für Wickeln, umziehen,... - sollten wir sie iiiiiirgendwann vielleicht nicht mehr brauchen, kann sie einfach rausgenommen werden.

Hui, ist ganz schön aufregend gerade :lol: Und tausend DANK!!!
Lieben Gruß
Nicole mit Sohn, Tochter und kleinem Kämpfer 05/13(29SSW.) - ICP, HB 3. Grades, Shuntversorgt, stolzer Rollifahrer und Sonnenschein

heidipet
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Beitragvon heidipet » 03.04.2017, 20:58

Hallo Nicole,
noch ganz andere Aspekte beim Bauen:
1. Versucht, die Rechnungen so stellen zu lassen, dass der "behinderungsbedingte Mehraufwand" herausrechenbar ist. Dann kann man versuchen, einiges bei der Steuer zurückzuholen. Steuerberater haben nicht immer Ahnung von Behindertenrecht, gründlich nachfragen, ggfs. wechseln!

2. KFW vergibt auch Zuschüsse und Kredite für barrierefreies Bauen.

In den beiden Fällen kann es allerdings sein, dass Ihr Euch an die DIN-Normen halten müßt, um die Hilfen zu bekommen.

3. Seid bei den Eigenleistungen realistisch. Wenn Ihr nur abends und am Wochenende "auf dem Bau" arbeitet, schafft man viel weniger als erwartet, spart viel weniger als erwartet und hat viel mehr Streit und Stress miteinander als erwartet.

4. Setzt Euch mit dem Umzugstermin nicht unter Druck. Egal, was Euch versprochen wird: es dauert länger.

Noch zum Bad:
Unsere Rolli-Dusche ist ziemlich klein, daher ist ein Vorhang für uns besser weil flexibler (und billiger....)

Ja, bauen macht zwar viel Arbeit, aber auch viel Spaß!
Gruß
Heidi

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Beitragvon NicoleS.79 » 30.01.2018, 17:33

Hallo,

mal ein kleines Update so 9 Monate später :oops:


Letzte Woche Freitag haben wir unseren Bauantrag gestellt, d.h. bald geht es los und wir freuen uns sooooo sehr. Wir werden dann auf knapp 200qm wohnen :shock: (jetzt sind es 100qm). Einziger Haken: Es ist ein in den Hang gebautes Haus, d.h. wir bauen mit Keller. da wohnen die zwei großen Kinder, plus Bad, plus Arbeitszimmer und oben gibt es ein großen Wohn-Ess-Küchenbereich, das Zimmer von M, direkt daneben das barrierefreie Bad und unser Schlafzimmer. Abstellraum für Hilfsmittel haben wir auch eingeplant, direkt neben der Haustür. Rolli kann, wenn er ganz dreckig ist, an der Seite in den Keller gebracht werden (auch ebenerdig erreichbar) und dank außenliegender Kellertür müssen wir durch keine Zimmer.
ich hoffe einfach, dass wir an alles gedacht haben und das letztendlich alles klappt. Den ersten Ärger haben wir schon hinter uns und nun darf es einfach mal ganz einfach weitergehen :lol:

ich berichte gern immer mal

LG
Nicole
Lieben Gruß

Nicole mit Sohn, Tochter und kleinem Kämpfer 05/13(29SSW.) - ICP, HB 3. Grades, Shuntversorgt, stolzer Rollifahrer und Sonnenschein

Anne2612
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Beitragvon Anne2612 » 06.02.2018, 10:34

Hi,

super!!
Dann viel Erfolg beim Bauen!
Unser Bauantrag steckt auch in den letzten Zügen der Genehmigung (nach über 4 Monaten...), die Baubeschreibung ist raus und irgendwann wird es wohl endlich auch richtig losgehen.
Am meisten freuen wir uns darauf, "einfacher" leben zu können. Das geht euch bestimmt auch so.
Ich drücke die Daumen, dass jetzt alles möglichst glatt läuft!

Gruß
Anne
Mika (*2010), Z.n. präpartale Asphyxie, mit allem drum und dran, neueste Diagnose: rechtsbetonte Tetraparese, aber ein absoluter Sonnenschein und unser größter Schatz :-)


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