Alleinerziehend mit besonderen Kind(ern)

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Michaela W.
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Beitragvon Michaela W. » 19.02.2017, 09:40

Hallo,
mir geht es wie Mijo. Weiss auch nicht ob ich hier reingehoere😄Mein Sohn ist ja schon erwachsen, wir wohnen aber noch zusammen. Die Situation ist aber halt schon eine andere, als bei gesunden 25 jährigen. Auch wenn ich Kevin nicht mehr erziehen und beaufsichtigen brauche.

Sein Vater lebt schon seit vielen Jahren wieder in seiner Heimat USA. Und einen neuen Partner habe ich nicht, was aber auch okay ist. Die Situation ist gut wie sie grade ist.

LG von Michaela
Michaela (50) Asthma, stiller Reflux, hoher Puls, Bluthochdruck, Kniearthrose
Kevin (27): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), Bluthochdruck, hoher Puls, vergrößerte Leber+Milz, Asthma
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mamaJohnny
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Beitragvon mamaJohnny » 20.02.2017, 11:02

Alleinerziehend (mit Dorf)

Mein Johnny kam im Dez. 13 zur Welt, nach einer Traum Schwangerschaft dann mit Asphyxie und letztlich den ganzen Diagnosen. Der Kindesvater hat sich schon während der Schwangerschaft nicht besonders fürsorglich oder familienorientiert gezeigt, aber nach Johannes Geburt wurde es wirklich schlimm. Schuldzuweisungen an mich, Androhungen das JA würde mir das Kind nehmen, Alkoholkonsum seinerseits, teils Gewalt....Lange habe ich weggeschaut, entschuldigt, toleriert.
Dann im Dez. 15 die Trennung - nach einem gebrochenen Bein von Johnny, 5 Wochen Aufenthalt im AKH....und schlimmen Vorwürfen ....
Dann war 3 Monate kein Kontakt. Ich habe es im letzten Jahr toleriert, dass ER sein Kind in unserer neuen Wohnung sieht und teils auch am Woe da schläft. Zu einer regelmässigen Betreuung konnte er sich nicht entschließen. Leider haben die Beleidigungen an mich(vor allem nach dem ich einen neuen Partner kennengelernt habe) kein Ende genommen. Zu zusätzlichen Zahlungen(Pflegebett, Reha etc) war er nicht zu bewegen. Die Sache ist beim Jugendamt - derzeit hat er kein Interesse an seinem Kind.
Für mich: ich komme klar! Nicht immer perfekt, aber ich schaffe es mit Johnny .... Mir tuts nur im Herz weh, wie man als Mensch so sein kann...Von der Ex Schwiemu und ihren perfiden Androhungen(ich nehm dir das Kind eh weg, du bist ja gestört), kann ich hier gar nicht mehr erzählen.
Johnny und ich leben seit März 16 in einer barrierefreien Wohnung, mit Garten, Hund und Katz, er hat eine Tagesmutti, ab MÄrz 17 einen Kindergarten - ich gehe Vollzeit arbeiten. Wir haben ein ganzes "Dorf" an Menschen, die gerne auf ihn aufpassen und uns unterstützen... na ich tät sagen: Wir leben den Umständen entsprechend gut!

lg mamaJohnny

ps: ....und ein bissi verliebt bin ich auch....
Johnny Lauserspatzi 051213, 60cm 4826g, Asphyxie, hypoton, Gaumenspalte innen OP April 15, Kraniosynostose OP Juni 14, genet. Abber. 3. u. 9. Chr.

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Beitragvon Steffi & Alexander So » 20.02.2017, 14:51

Hallo zusammen,

ich reihe mich mal mit ein. Bin zwar auf dem Blatt noch verheiratet, da ich in den letzten Jahren aber alles alleine gemacht habe, angefangen von "wir gehen auf´m Spielplatz" bis zu wichtigen Arztterminen und die Entscheidungen schon immer alleine getragen habe, empfinde ich meinen Mann nur noch als Ballast. Im Moment ist Waffenruhe, mir wäre es aber viel lieber wenn er ausziehn würde.

Er hat bis heute kein Auto in dem er unseren Sohn von der Schule abholen könnte, weiß nicht wieviele Medi´s er bekommt, bzw. kann ihn bis heute keine Orthesen anziehen..... (Rolli passt nicht rein, und er hat keinen Kindersitz).

Ich gehe 18 Std. die Woche arbeiten, und habe für den einen NM an dem ich arbeite einen PD der sich um meinen Sohn kümmert. Die Therapien 4x wöchentlich, sowie einkaufen und kochen mach ich alles alleine. Die Therapeuten merken sofort an der Reaktion von meinem kleinen dass sein Papa Urlaub hat, da er total durch den Wind ist.

In den Ferien hab ich den kleinen alleine, bzw. wenn ich arbeite ist eine KS da. Mein Mann würde den kleinen keine 2 Std. am Stück nehmen, geschweige denn mal über´s WE. Er hat es bis heute nicht verkraftet dass sein Sohn behindert ist.....

Dass ich arbeiten gehe, in meiner wenigen Freizeit, einen großen Gemüsegarten hege und pflege und wenn mal eine KS da ist, mich sportlich betätige und nach 8 Jahren immer noch Kraft habe und Spaß am Leben ist für ihn unbegreiflich.....
Liebe Grüße Steffi
___________
du kannst kein neues Leben anfangen,
aber täglich einen neuen Tag

Steffi (08/82) mit Alexander (04/08), ICP, Entwicklungsverzögerung, Hydrocephalus (vers. mit VP-Shunt), Tetraspastik, Harnblasendiverdikel, Epilepsie, neurogene Blase, chronisches Lungenempyem

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Beitragvon L. Anna » 25.02.2017, 08:49

Hallo,

ich gehöre hier gar nicht hin, aber ich fand es so traurig, was"Steffi&Alexander So" geschrieben hat.

Für mich hört sich das so an, als hätte dein Mann fast eine Depression. Ich habe ja selbst ein, im Vergleich zu deinem, sehr leicht behindertes Kind (Autist), aber alleine das war für meinen Mann auch schon schwierig.

Du hast dein Leben toll im Griff, aber vielleicht braucht dein Mann einfach nur eine Therapie?

Euch allen alles Gute! Ich bewundere Eure Kraft!

Michaela W.
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Beitragvon Michaela W. » 26.02.2017, 19:12

Hallo Steffi
Deine Situation stelle ich mir sehr schwer vor. Mein erster Gedanke war, dass eine Trennung wohl das Beste wäre. Aber nachdem ich den Beitrag von L.Anna gelesen habe, bin ich mir nicht mehr sicher. Vielleicht liegt an dem Verhalten von Deinem Mann keine Absicht sondern es ist einfach nur Hilflosigkeit. Vielleicht hat er es noch nicht verarbeitet, einen behinderten Sohn zu haben.

LG von Michaela
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Beitragvon JohannaG » 26.02.2017, 19:25

Hallo ihr,

kann sein daß Steffis Mann "nur eine Therapie" bräuchte. Aber genau das "nur" kann sooooo verdammt schwer sein. Ist hier auch so. Und hey, hier gibts drei Kinder mit Sondernummern, ich kann nicht auch noch dafür sorgen, daß Männe sich um sich selber kümmert. Bzw, wenn er es nicht tut, kann ich nicht DAS auch noch auffangen. Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum es bei uns zur Trennung kam. NACH der Trennung hat er dann eine Therapie angefangen. Ich bin immer noch sauer. Hätte er das vor ein paar Jahren schon gemacht, wäre es vieleicht auch nicht so eskaliert. Wäre sicher besser gewesen. So aber ging es nicht mehr.

Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Beitragvon mamaJohnny » 27.02.2017, 09:18

Männer und Therapie.... soll ich lachen oder weinen???

Am ehesten hab ich noch den Spruch gehört " wenn du weiter so verrückt bist und auszuckst, nimmt dir das Jugendamt eh das Kind weg"..... ja vom Kindesvater!
Johnny war damals heiße 8 Wochen alt, 6 davon auf Intensiv im AKH Wien und wir hatten die ersten Diagnosegespräche hinter uns.
Ich war also im Spätwochenbett, musste die Geburt verdauen und mir Klarwerden - UNSER WEG wird anders werden.
Der Kindesvater hats bis heute nicht geschnallt, dass Johnny so ist wie er ist. Therapie ist für den gleichbedeutend mit "geisteskrank sein" .... Nun er hat sich aus unserem Leben verabschiedet. Gut so!

lg mamaJohnny
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Beitragvon Steffi & Alexander So » 27.02.2017, 10:34

Guten Morgen zusammen,

danke für eure Nachrichten,

ja mein Mann hat eine Depression, er sieht es nur nicht ein.

Es wird vom Verhalten immer schlimmer, und die KS weigern sich teilweise schon zu uns zu kommen wenn "er" zuhause ist.

Ich habe es auf jede erdenkliche Tour versucht, auf die gute, auf die böse, auf Druck, es hat leider nichts gebracht.

Er hat keinen an der Klatsche war die Antwort.


Seine Chefs sind schon auf mich zugekommen und haben das Gespräch gesucht. Wenn die Bereitschaft aber nur einseitig ist, und die Einsicht fehlt kann man nichts machen, außer sich selbst schützen.

Es mag von außen herzlos und egoistisch erscheinen, ich habe aber fast 9 Jahre versucht etwas an der Situation zu ändern, hab mich erkundigt wie ich ihm helfen kann.....

Er wollte immer ein anderes Leben leben, und ich bin ihm gar net böse, sondern wünsche ihm dass er wieder glücklich wird.

erst gestern hat er mir gesagt dass ich am EHEAUS schuld bin, da ich "perfektionistisch" im Bezug auf unser Kind veranlagt bin.

Ich sehe das als positive Eigenschaft und er sieht das Entschuldigung für sein Verhalten.
Liebe Grüße Steffi

___________

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Beitragvon Jörg75 » 27.02.2017, 13:09

Moin,

Steffi & Alexander So hat geschrieben:Wenn die Bereitschaft aber nur einseitig ist, und die Einsicht fehlt kann man nichts machen, außer sich selbst schützen.


das ist vollkommen korrekt! Eine Therapie gegen den Willen des zu Therapierenden geht nicht und macht keinen Sinn - wird auch kein ernsthafter Therapeut anfangen (können).
Eine Selbsteinsicht ist der erste Weg in die Therapie!

Und der "Selbstschutz" ist enorm wichtig ... viele Therapiebedürftige haben einen "Co-Abhängigen/ Co-Therapiebedürftigen" als Partner und kommen aus dieser Co-Abhängigkeit nicht raus ... da ist der Selbstschutz, gerade auch im Interesse vorhandener Kinder, extrem wichtig.
Insofern finde ich es nicht herzlos und egoistisch, wenn dann "die Notbremse" gezogen wird - sondern dringend erforderlich!

Gruß,
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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JanaBerlin
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Beitragvon JanaBerlin » 01.04.2017, 18:56

Hallo,

ich frag mal in die Runde wo ihr euch eure Kraft und Energie her holt.
Ich bin manchmal unendlich erschöpft. Leider ist das ziemlich egal, da ich ja trotzdem auf Arbeit muss usw.
Manchmal weiß ich nicht mehr wie lange ich das so noch schaffen soll.
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