Andere Heilungsmethoden

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 04.02.2017, 16:32

Hallo Sia und alle Anderen,

an Wunderheilung glaube ich eh nicht. Aber an Alternativen, die das Leben
meiner und vielleicht eurer Kinder etwas besser machen.

Mein Sohn Ben ist Autist und wird es auch bleiben. Daran gibt es nichts dran
zu rütteln. Aber das zusätzliche KISS-KIDD-Syndrom was er hatte und sein
Bruder immer noch hat, ist bei ihm mehr oder weniger weg. Dank alternativer
Behandlungsmethoden, erst durch KISS-Arzt, dann durch amerikanische
Chiropraktik. KISS-KIDD-Syndrom hat bei Ben ADHS-ähnliche Sympthome
ausgelöst. Und das zusätzlich zum Autismus. D. Im Alltag hatten wir einen
Wildling, der über Tische Stühle Bänke ging oder sprang. Nach ein paar Jahren
Behandlung war Ben blockadefrei. Und das ist er jetzt mit 13 Jahren immer
noch. Er íst ausgeglichener, konzentrierter und ist seltener Wild.
Jan dagegen ist noch nicht so richtig blockadefrei, war aber auch wesentlich
älter bei der Behandlung.

Für viele Ärzte und sogar Therapeuten war KISS-KIDD-Syndrom nur Hokuspokus. Man sagte mir, ich sollte lieber die Finger davon lassen. Aber
wenn es dafür schon eine Selbsthilfegruppe gibt, war ich schon der Meinung,
das es doch schlimmer ist als gedacht. Ich habe mich nie an die Meinung
anderer gehalten, sonst wäre alles noch viel schlimmer geworden.

Ansonsten war ich mit Ben noch bei einer Heilpraktikerin wegen den ADHS-
ähnlichen Symptomen. Hat gut geholfen.

KISS-KIDD-Syndrom kann allerdings jederzeit wieder bei Ben auftreten.
Bisher hatten wir nur Glück.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
Sternenmama *1931 bis 09/2019

"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

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Jörg75
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Re: Andere Heilungsmethoden

Beitragvon Jörg75 » 05.02.2017, 22:19

Moin,
Aber jede "Therapie" egal, was ich ausprobiert habe, läuft genau darauf hinaus: Mein Sohn wollte diese Erfahrung machen - seine Seele hat sich das ausgesucht!

Glaubt ihr daran? Will jemand freiwillig eine solche Erfahrung machen?
Schwachsinn - das ist das einzige, was mir dazu einfällt. Zum Glück habe ich kein solches Unfeld wie du - wenn mir einer so kommen würde, dann würde der ganz interessante Resonanzen von mir erfahren/ erfühlen.
So einen Unfug würde ich mir bei Aufkündigung der Freundschaftz/ Bekanntschaft nicht bieten lassen.

Gruß,
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
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Beitragvon HannahKillian » 06.02.2017, 07:58

Hallo zusammen,

als Selbstbetroffene kann ich nur sagen, dass ich mir nichts von all dem, was mir immer wieder im Weg steht "ausgesucht" hätte... auf diese Erfahrungen hätte ich gut verzichten können...

Ich seh das genau wie Jörg75 - purer Schwachsinn an sich und für die Eltern ein Affront!

Viele Grüße,

Hannah
"Aufgeben?'" Komisches Wort, kenn ich gar nicht...

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Beitragvon Senem » 06.02.2017, 08:31

Hallo,

auch ich als selbstbetroffene finde es schwachsinn zu behaupten, man hätte sich die Behinderung selbst ausgesucht!

Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre mein Leben ganz sicher anders verlaufen und nicht so wie jetzt!!!
Ich wünsche mir oft, nicht behindert- und einfach ganz "normal" zu sein.
Besonders, wenn ich mit Leuten stress hab, die mich nicht kennen.....

Von alternativen Heilungsmethoden halte ich nix!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Sia
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Beitragvon Sia » 06.02.2017, 16:06

@jörg - was würdest du denn tun?

Wenn ich solche Sprüche aus dem Bekanntenkreis höre, dann sage ich denen meine Meinung oder höre gar nicht zu. Alles was nicht Freunde oder Familie ist, kann ich sehr gut ignorieren! Aber
es ist tatsächlich so, dass meine beste Freundin vieles so oder so ähnlich sieht und auch meine Schwester! Was soll man dann sagen?
Ich habe mir das nicht ausgesucht ... meine Freundin sowie auch meine Schwester waren früher ganz anders. Normal - wie ich :wink: . Und im Verlaufe der Jahre, sind sie immer mehr zur Überzeugung gekommen, dass es noch etwas anderes gibt ... und nun bilden sich beide in diese Richtung aus ... immer wieder Schule/Kurse ... und ich höre immer mehr dieser Weisheiten.
Glaub mir, ich bin überhaupt nicht die, die auf ihrem Mund sitzen kann und ich habe wegen diesem Thema schon Familienstreitereien ausgelöst und auch mit meiner Freundin hatte ich schon ziemliche Auseinandersetzungen.

Als wir die Diagnose für meinen Sohn bekommen haben, wendeten sich sehr viele von uns ab. Sie konnten nicht damit umgehen ... wollten nicht mit einer Familie befreundet sein, die ein behindertes Kind hat. Ich war froh, dass einige wenige zu uns hielten. Wenn ich nun auch noch die vergraule, die ich noch habe, stehe ich bald alleine da!

@Hannah & Senem - ich kann mir vorstellen, dass solche Aussagen für Betroffene schwer zu verdauen sind. Ich bin froh, dass mein Sohn das nicht mitbekommt. Dazu ist seine geistige Behinderung zu stark und kommunizieren kann er auch nicht. Aber ich bin mir ganz sicher, dass er sich sein Leben so auch nicht gewünscht hat!

@Andrea - ich bin sicher, dass es ganz viele gute Dinge gibt, die unseren Kindern auch tatsächlich helfen. Eigentlich habe ich den Titel auch etwas falsch gewählt. Es geht mehr um die Aussagen, Weisheiten, die diese "Therapeuten" verwenden! Und meistens sind sie ja total davon überzeugt ...!!!
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
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Beitragvon heidipet » 06.02.2017, 16:50

Hallo Sia,
so eine Freundin hatte ich auch mal. Leider ist sie dann weggezogen.

Wegen ihrem ganzen Eso-Zeug hatte ich mit ihr so eine Art Burgfrieden geschlossen. Sie missioniert nicht und ich lasse das Thema in Ruhe. Das klappte ganz gut. Eine andere Lösung fällt mir auch nicht ein.

Gruß
Heidi

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Re: Andere Heilungsmethoden

Beitragvon BirgittaM » 06.02.2017, 17:47

Wenn ihr zu einem solchen "Therapeuten" geht und der euch glaubhaft erklärt, dass euer Kind sich genau diese Situation ausgesucht hat und nicht nur das Kind sondern die Eltern auch - wie reagiert ihr dann?
Klingt nach Waldorf / Rudolf Steiner.

Für mich ist dieses "die Seele hat sich das ausgesucht" nur eine feinere Art zu sagen, eine Person sei in einem vorherigen Erdenleben (an das ich sowieso nicht glaube!) ein schlechter Mensch gewesen, der nun in diesem Leben dafür büßen muss oder "will". :evil: Diese Idee steckt auch hinter dem schön und harmlos klingenden Waldorf-Wort von der "Seelenpflege". :twisted:

Steiners Gedankengebäude sind eine Ersatzreligion.
Da ich diese absolut nicht teile, gehe ich nicht zu solchen Therapeuten und halte mich auch sonst von Leuten fern, die mir so ein blödsinniges Zeug erzählen wollen.
Bei Verwandten oder alten Freunden, mit denen man auf jeden Fall weiterhin Kontakt hat, kann eine klare Ansage und dann ein Waffenstillstand, wie ihn Heidi beschreibt (also etwa "Wir können sonst über alles reden, was uns einfällt - aber bitte keinen Eso-Kram in meiner Gegenwart!"), sinnvoll sein. LG

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 06.02.2017, 20:46

Hallo Sia,

es ist dann wohl letztlich die Frage, was für dich besser auszuhalten ist. Das musst du für dich entscheiden!

ICH hätte den Leuten eine SEHR klare Ansage gemacht (und das wäre das mindeste gewesen), dass ich so einen Scheiß nicht hören will. Wenn denen weiter am Kontakt mit mir gelegen wäre, dann hätten sie zu dem Thema den Mund halten dürfen ... sonst hätte ich dafür gesorgt, dass sie keinen Kontakt mehr zu mir haben. Das wäre so eine Art Burgfrieden gewesemn, wie ihn Heidi beschrieben hat.
Wie gesagt, das ist MEINE Lösung. Das muss nicht unbedigt deine sein.

Gruß,
Jörg
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Beitragvon Leela » 06.02.2017, 23:39

Hi,
wie aus dem Mittelalter, unfassbar.
Ich habe einmal eine Reportage gesehen über eine behinderte Frau in einem Land in Südostasien, Philippinen, glaube ich, weil sie katholisch und trotzdem abergläubisch waren. Die Frau wurde gemieden, weil ihre sichtbare Behinderung eine Strafe für Sünden in einem früheren Leben sein sollte, man hat sie dafür verachtet... Wer in Deutschland so etwas behauptet, ist einfach sehr primitiv und man sollte sich fernhalten. Es gibt genug Menschen auf dieser Welt, auf dumme und böse kann man verzichten.. Ein Grund, warum ich mit manchen Familienmitgliedern seit Jahren nicht spreche und nicht sprechen werde.
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)

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Beitragvon heidipet » 07.02.2017, 08:26

Hallo zusammen,
die Eso-Freundin habe ich damals sehr gemocht und es war nun mal ihr (aus unserer Warte) Spleen. Aber sie ist ein feiner Mensch.
Der ein oder andere kommt sonst vielleicht mit dem Leben nicht klar. Es werden ja auch viele alte Menschen, wenn es ans Sterben geht, religiös. Und die Kirchen (nicht der christliche Glaube an sich) hier sind ja nun auch nicht viel besser.

Auch "Esos" haben Anspruch auf Inklusion!


Gruß
Heidi


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