Andere Heilungsmethoden

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Sabrico
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Beitragvon Sabrico » 03.02.2017, 19:12

@Jannice es ging mir um das ungefragt jemand solch eine Aussage ohne eine Erklärung an Kopf zu werfen. Das finde ich dreist und da verstehe ich auch, dass das sofort zur Ablehnung führt und auch nicht verstanden wird!!

In meiner Wahrnehmung geht eine Seele am Ende des Lebens zurück in großen "Suppentopf" (außer die Seele kann aus verschiedenen Gründen noch nicht gehen...) und nimmt sich für ein nächstes Leben aus diesem "Suppentopf" eine Kelle für das neue Leben mit. Nicht alles ist genetisch oder rational zu erklären. Was ich nicht mag sind solche Aussagen wie "Ja weil ich früher dies und jenes gemacht habe, geht es mir heute so oder so oder bin ich jetzt so oder so". Das ist so die einfache Rechtfertigung für mögliches Fehlverhalten oder Opferdenken und bringt den Mensch kein Stück weiter und ändert auch nichts an der aktuellen Lage. Ich durfte bei der Krankheit meines Kindes auch einiges in der "Ahnenreihe" mit anschauen um es im jetzt zu lösen. Aber das dies immer so ist oder der Grund für Krankheit, stimmt meiner Erfahrung nach auch nicht. Alles ist individuell und daher finde ich eine pauschale Aussage wie "das Kind hat sich das so ausgesucht" zu einfach ;-). Aber das ist nur meine Ansicht und jeder darf seine eigene dazu haben.

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anke505
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Beitragvon anke505 » 03.02.2017, 19:35

Hallo,

das meint Ihr doch nicht wirklich ehrlich, also wenn ich diese Aussagen höre,
wird mir ganz anders.

Welches Kind möchte wirklich mit einer Behinderung leben?

Unsere Kinder haben doch überhaupt keine Wahl, müssen damit klarkommen.

Jeder wünscht sich , gesund zu sein, IST SO!

Unser Sohn hat ja seit Geburt den Hirnschaden , darausfolgend die Hemiparese, kommt prima klar damit , aber es gibt Momente , wo auch er traurig ist.

Also mit der Aussage, die Seele sucht sich dieses aus , komme ich überhaupt nicht klar,
gerade in diesem Forum empfinde ich es fast als Beleidigung.

LG Anke

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Sia
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Beitragvon Sia » 03.02.2017, 23:04

Ich schliesse mich Anke an .... das ist mir gerade wieder zu viel. Und Sabrico du sprichst genau wie diese Frau heute, die mir eigentlich hätte die Nackenverspannung lösen sollen.
Ich werde diese Art von Denken wohl nie verstehen ...

... ich bin nicht aus DE ...

Danke für diesen Austausch ... ich bin nun einfach nur froh zu wissen, dass es das andere auch noch gibt. Das ich nicht ganz alleine dastehe mit der Meinung, dass mein Sohn sich das nicht ausgesucht hat. Mein Sohn würde sich über ein schmerzfreies Leben freuen!
Eine schöne Zeit wünscht
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vjestica
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Beitragvon vjestica » 03.02.2017, 23:14

anke505 hat geschrieben:
Also mit der Aussage, die Seele sucht sich dieses aus , komme ich überhaupt nicht klar,
gerade in diesem Forum empfinde ich es fast als Beleidigung.


Nein, bitte nicht so auffassen. Es steckt der Gedanke dahinter das sich jede Seele vor (Wieder)geburt eine Aufgabe aussucht/ zugewiesen bekommt.
Wenn man an Reinkarnation glaubt, kann es schon mal zu solchen Aussagen kommen.

Aber da wir alle nicht wissen ob es Reinkarnation / Leben nach dem Tod etc. wirklich gibt, sollte man es nicht allzu ernst nehmen.

Ich hab mal eine Hypnose Rückführung in vergangene Leben gemacht, Es war sehr aufschlussreich. Ob es wirklich wahr war was ich gesehen habe? Keine Ahnung, vielleicht war es ja auch nur Einbildung.

LG Jenny
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heidipet
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Beitragvon heidipet » 04.02.2017, 08:35

Hallo,
unser Sohn hat einen Gen"defekt". Das ist schlichte Evolution. Würden Gene sich nicht verändern und ständig was Neues ausprobieren, wären wir alle noch Bakterien in der Ursuppe. Leider sind eben nicht alle "Versuche" positiv.

Menschen können mit negativen Zufällen schlecht umgehen. Es gibt doch immer wieder die Frage mit dem Lottogewinn. Jeder hofft entgegen aller Wahrscheinlichkeit auf den Hauptgewinn. Wenn es uns andersrum erwischt, fragen wir immer gleich Warum ich/mein Kind/... DIE Sorte Zufall akzeptieren wir nur ungern.

Meiner Meinung nach hat diese ganze "ausgesucht" etc Haltung auch etwas mit Schuldgefühlen zu tun. Die lassen sich nun mal leichter bewältigen (egal ob es überhaupt eine Schuld gibt oder nicht), wenn man irgendeine höhere Macht verantwortlich machen kann. Kann man nicht beeinflussen, kann man nichts machen, ist man raus. Ist doch eine elegante Lösung.

Ein Spruch, den ich überhaupt nicht leiden kann, ist "Jeder kriegt nur das Päckchen, das er tragen kann." Die ganzen Nervenzusammenbrüche, Kindesmisshandlungen, Krankheiten, Kriege mit unsäglichen Grausamkeiten und und und sind also von langer Hand geplant????? Alles nur Pädagogik??

Gruß
Heidi

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Beitragvon anke505 » 04.02.2017, 10:28

Hallo,

wahrscheinlich bin ich zu pragmatisch, kann mit diesem `´ Gedöns´´ nichts anfangen, hilft einem im Bewältigen des Alltags ja auch nicht weiter.

Ich hoffe nur, man suggeriert seinem Kind nicht , es hätte sich seine Behinderung selbst ausgesucht, das wäre ja eine Katastrophe fürs Kind, ein Trauma.

Das war auch mein Schlusswort zu diesem Thema.

LG Anke

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Beitragvon claudia31 » 04.02.2017, 11:55

Hallo,

Ich bin nun Mal so mutig und schreibe, dass ich mir genau das vorstellen kann, um was hier teils so heftig diskutiert wird....

Unser Kind ist seit einem Unfall Schwester mehrfach behindert. Und es und wir haben ein Leben, das nicht im Ansatz normal ist. Oft schon voller Angst und Schmerz war.

Aber: Es ist so voller Liebe und intensiver Erfahrungen, wie es sonst nicht sein könnte. Und ich weiß, von was ich rede. Den ganzen Tag kuscheln und nur genau das machen, was gerade gefällt...

Also, warum soll ich mir nicht vorstellen können, dass es für unser Kind einfach darum geht, möglichst viel Liebe zu sammeln ?

Und Ich bin so unglaublich gewachsen und stark geworden und tatsächlich auch noch ein für meine moralischen Maßstäbe ein besserer Mensch! Ich Spende viel und helfe anderen noch mehr. Und habe vor allem meinen früheren Hochmut verloren.

Und was noch viel entscheidender ist: glaubt es, oder nicht, ich genieße mein Leben mehr als früher. Ich bin aufrichtig dankbar für mein Leben. Und das war ich vor dem Unfall nicht, obwohl ich damals ein Bilderbuchleben hatte!

Ich bin auch dankbar, dass ich alles so sehen kann, wie ich es euch gerade schildere,

Denn ihr habt natürlich Recht: es spendet mir Trost!

Alles Liebe

Claudia

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Beitragvon Sia » 04.02.2017, 12:29

So hat mich die Krankheit meines Sohnes nicht verändert.

Ich stand vorher schon mit beiden Beinen auf dem Boden, war sehr engagiert, habe überall geholfen, gespendet ... war eine sehr hilfsbereite Person.
Das ist jetzt nicht anders ... ich bin immer noch engagiert, helfe immer noch und Spende auch. Einzig der Bereich ... das Umfeld ... hat sich geändert. Früher ging es hauptsächlich um Sport ... heute geht es um wohltätige Institutionen, Kinder ...

Um ein besserer Mensch zu werden oder um die "Werte" des Lebens kennen zu lernen, hätte mein Sohn diese Behinderung nicht haben müssen.

@heidi - das ist in der Tat eine elegante Lösung. Das habe ich manchmal auch das Gefühl. Und zum Thema "jeder kriegt nur das Päckchen das er tragen kann" ... und wenn einer Amok läuft? Konnte er dann das Päckchen tragen, welches er bekommen hat? Ich bin mir nicht sicher, ob jeder sein Päckchen, das er bekommt, tragen kann!
Eine schöne Zeit wünscht
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Beitragvon uschi brand » 04.02.2017, 13:51

Hi,
Liebe Sia wunderschöner Post und m.M.n. die gesündeste Einstellung in deiner Situation, du warst auch "vorher" schon okay und hättest nicht des Leidens eines anderen bedurft um zu Wachsen :*
LG Uschi

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heidipet
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Beitragvon heidipet » 04.02.2017, 15:49

Hallo Sia
nicht zu vergessen die Suizide.

Gäbe noch einiges dazu zu schreiben, aber es lohnt einfach nicht. Ich halte es schlicht für Käse.

Heidi


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