Endlich Diagnose: Atypischer Autismus!

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1885
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 08.02.2017, 07:23

lilli227 hat geschrieben:Hallo,

Ich habe hier einen Asperger/ADHSler mit Hochbegabung. Jeder Bereich für sich hat seine Vor- und Nachteile. Das Gesamtbild ergibt dann eben meinen Sohn.
Was aus welcher Diagnose resultiert ist schwer zu unterscheiden. Generell merken wir, dass er einfach sehr große Schwierigkeiten hat sich zu konzentrieren. Er ist dann auch sehr schnell überreitzt, wenn er sich konzentrieren muss. Und er läßt sich wirklich von ALLEM ablenken. Den Fokus zu finden ist wirklich schwer, vor allem wenn er sich für ein Thema nicht interessiert.
Er nimmt während der Schulzeit Mediknet, sonst wäre er schon wegen dem ADHS völlig überfordert.
Allerdings ist es so wie Engrid schreibt, dass er durch das ADHS tatsächlich aufgeschlossener und interessierter ist. Er ist nicht zurückgezogen und ruhig. Er interessiert sich für vieles und schafft es andere für sich zu interessieren.
Die Hochbegabung hilft ihm natürlich auch sehr, da er manches was nicht intuitiv verstanden wird ihm erklärt werden kann. Er "lernt" dann schnell, allerdings kann er schlecht auf andere Situationen übertragen. Aber gut, das wird mit dem Alter besser.
Die Kombi ist sehr ungewöhnlich und führte dazu, dass lange nicht klar war was wirklich dahinter steht.


@lilli227:
Mir kommt vor du beschreibst meinen älteren Sohn. Wahnsinn, welche Ähnlichkeiten hier vorkommen! Wir haben keine Diagnose, aber es war (von Pädagogen) sowohl der Verdacht auf ADHS da als auch auf Asperger. Die letzte Entwicklungsdiagnostik (vor 3 Jahren) hat zwar beides ausgeschlossen, aber die war leider insgesamt sehr fehlerhaft. Im Juli haben wir Termin für eine neue Entwicklungsdiagnostik.

Im ersten Zeugnis meines älteren Sohnes stand unter anderem

"Du bist ein besonders kluger und belesner Bub. Es wäre schön, wenn du manchmal länger konzentriert bei einer Arbeit bleiben könntest.

Wir freuen uns aber darüber das du doch nun schn besser in unsere Klassengemeinschaft einleben kannst. Das Einhalten allgemein gültiger Regeln fällt dir nach wie vor schwer. Daran werden wir weiter arbeiten.

..." :P

@ronja: Ich erkenne auch erst langsam was Klischees sind und wie wenig das, was uns unsere Kinder wirklich zeigen, mit dem Bild, was man von der "Störung" im Kopf hat, zu tun hat.

Das Buch "einander verstehen lernen" hat mit beim Umgang mit meinem Kleinen einiges klargemacht. Da sind viele Fallbeispiele mit Autisten beschrieben. Eines passen gar nicht auf ihn, andere könnten ihm ganz genauso passieren. Während ich anfangs noch etwas an der Diagnose gezweifelt habe sehe ich jetzt mehr die Chancen, die man hat, wenn man weiß, wo man ansetzen kann.

Mehr später, muß meinen Großen wecken!

Werbung
 
dana68
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 501
Registriert: 27.01.2005, 21:39

Beitragvon dana68 » 11.02.2017, 16:33

Hallo,

bei meinem Sohn ist es ähnlich wie bei Llilis Sohn.
Er ist sehr gut begabt, Tendenz nach oben, weil er beim IQ Test einige typisch für Autismus Schwierigkeiten hatte die dann den Gesamt -IQ verschlechtert haben.
ADHS ist einerseits mit Schwierigkeiten verbunden, anderseits ist er deshalb nicht introvertiert.
Als Diagnose hat er im Moment Atypischer Autismus, wobei es eher Richtung Asperger tendiert und ich denke, dass die Diagnose korrigiert wird, wenn er älter ist.
Das Zusammenleben mit ihm ist eine echte Herausforderung aber es wird nie langweilig mit ihm. Er ist ein echtes Unikat. ☺

LG Dana
S. geb. 09 (Atyp. Autismus und ADHS)
J. geb. 10 ( ADHS)

Ronja-und-Mini
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 385
Registriert: 03.06.2014, 15:28

Beitragvon Ronja-und-Mini » 11.02.2017, 16:57

Danke für eure Antworten, ihr Lieben!

Ich habe mittlerweile nochmal ein 2-stündiges Gespräch mit der I-Kraft aus dem Kiga hinter mir und diese meint, dass sie Minis Hyperaktivität im Kiga überhaupt nicht bestätigen kann. Er wäre zwar durchaus wild und aufgeschlossen, aber nicht wilder und rastloser als einige normtypische Kinder auch. Zudem könnte er sehr lange konzentriert an einer Sache arbeiten und würde auch manchmal ruhig stundenlang irgendwo neben stehen und ganz aufmerksam beoachten. Sie würde nicht glauben, dass er Züge von ADHS hat. Naja, das war ja sowieso nur meine eigene Vermutung, vor allem auch wegen Minis Papa (Stichwort Vererbung) und weil er mir an manchen Tagen wie "gehetzt" vorkommt, fängt alles an, lässt alles liegen, läuft rastlos umher und holt alles raus an Spielzeug, was ihm in die Finger kommt usw. Vielleicht muss er sich nach dem Kiga auch auspowern...

... was auch immer es ist, ADHS dabei oder nicht... ihr habt recht, es sind alles ganz wunderbare Unikate! :)

Lisa, danke für den Buchtipp!
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

Ronja-und-Mini
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 385
Registriert: 03.06.2014, 15:28

Beitragvon Ronja-und-Mini » 28.11.2018, 15:56

Liebe Community,

ich war lange nicht mehr hier.... so viel hat sich bei uns getan! Ich möchte euch gern auf den neuesten Stand bringen und mit euch gerne auch hier weiter diskutieren/mich austauschen/klönen-schnacken-quatschen...wie immer ihr es nennen wollt. :-) Bin jetzt wieder regelmäßiger an Bord.

Kurze Zusammenfassung des letzten Jahres: aufgrund einer schweren Verletzung letztes Jahr bin ich nun leider halbseitig gelähmt im linken Bein und im linken Handgelenk. Ich kann zwar am Rollator oder Stock humpeln, aber Treppen laufen z.B. ging nicht mehr bzw. nur noch stark eingeschränkt, so dass wir uns ein neues Haus kaufen mussten. Schön für mich - bzw. wie ich als Optimist sage: Glück im Unglück, da ich meinen ersehnten Bungalow bekommen habe! :-)

Doof ist, dass wir nun zwei Schwerbehinderte mit Pflegestufe im Haushalt haben ... den Mini und mich. Mini ist zumindest nicht körperlich eingeschränkt... und ich nur. Also der eine fordert einen emotional, der andere physisch. Mein armer Mann! ;-)

Dennoch kriegen wir es alles gut hin, auch dass ich den Mini gut versorgen kann.

Der Mini hat das letzte Jahr einen waaaaahnsinnig tollen Sprung durchgemacht. Seine Entwicklung ist bombastisch gut verlaufen - natürlich immer noch nicht altersentsprechend aber im Vergleich zu vorher supergut! Wir sind mehr als happy. Im Moment hat er ein bisschen mit dem Umzug zu kämpfen, der erst letzte Woche stattfand. Klar, neues Haus, da kommt ein Aspie nicht so schnell mit klar. Aber er schlägt sich tapfer. Hat dadurch gerade einen kleinen Knick in seiner ansonsten so positiv verlaufenden Entwicklung.

Mini wird nächstes Jahr eingeschult. Da die Schule an unserem neuen Wohnort einen sehr guten Ruf hat (und die Gespräche mit der Rektorin und die Besuche haben mich auch davon überzeugt), versuchen wir es erstmal mit einer Regelschule und I-Kraft/Schulbegleitung.

Im Moment stehen noch zwei große Untersuchungen an: die schulärztliche beim Gesundheitsamt (Mitte Dezember) und das AOSF-Verfahren. Dieses wurde gerade durch die Schule beantragt, denn der Mini hatte bisher noch keins.

Was uns traurig macht, ist, dass er keinen Platz im ATZ bekommen hat. Offensichtlich war man in einer guten Phase der Meinung, er benötigt diesen nicht. Dabei ist er in schlechten Phasen, so wie im Moment, komplett ein anderer Mensch, verfällt in seine alten Verhaltensmuster etc. Wir kämpfen aber weiterhin dafür und ich gehe den Leuten von der Stadt regelmäßig "auf den Sack" ;-)

Ansonsten werde ich mich die Tage hier wieder ausführlicher melden und berichten, was es alles Neues gibt, wie das AOSF Verfahren war, wie Mini im neuen Haus klarkommt und was sonst noch so passiert...
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

Ronja-und-Mini
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 385
Registriert: 03.06.2014, 15:28

Beitragvon Ronja-und-Mini » 12.12.2018, 13:46

Heute hatten wir die Untersuchung im Gesundheitsamt. Man wusste um Minis Defizite Bescheid und ich hatte auch einen Stapel Arztberichte mitgebracht. Sie hatten direkt mehr Zeit für uns eingeplant. Die Testung war ganz okay. Erwartungsgemäß konnte er einige Sachen gut, manche kaum, manche besser als erwartet, manche schlechter als erwartet. Das volle Programm. Die Amtsärztin meinte, er wäre ein etwas schwieriger Fall, was die Entscheidung für eine Schule angeht. Sie sieht ihn aber wohl aber an einer Regelschule mit entsprechender Schulbegleitung. Wenn der Mini engmaschig betreut würde würde er da seinen Weg gehen. Und an einer Regelschule sei er nach ihrem Gefühl her besser aufgehoben. Ich hoffe, sie hat Recht, denn so schätzen wir das auch ein. Und wenn es nicht klappt, dann kann er ja immer noch wechseln.
Jetzt fehlt nur noch das AOSF und dann sind wir endlich durch.
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Regina Regenbogen » 12.12.2018, 13:48

Ronja-und-Mini hat geschrieben:Jetzt fehlt nur noch das AOSF


Warum?

Der sonderpädagogische Förderbedarf ist NICHT zwingend notwendig für die Regelschule.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Ronja-und-Mini
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 385
Registriert: 03.06.2014, 15:28

Beitragvon Ronja-und-Mini » 12.12.2018, 13:52

Okay? Das wusste ich zB gar nicht. Ich dachte, das wäre Voraussetzung, um eher eine Schulbegleitung zu bekommen. Bin noch gar nicht im Thema drin, muss ich gestehen. Oder ist das AOSF Verfahren nur für die Nachteilsausgleiche? Die Schule und die I-Kraft aus dem Kiga bzw. auch die anderen Therapeuten hatten mir nahegelegt, das zu beantragen.
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Regina Regenbogen » 12.12.2018, 14:23

Wir haben den sonderpädagogischen Förderbedarf extra nicht haben wollen, die Regelschulen ruhen sich da gerne drauf aus und dann gehen die behinderungsbedingten Nachteilsausgleiche schon mal flöten.

Nein, für die Nachteilsausgleiche ist ein AOSF nicht erforderlich, auch nicht für die Schulbegleitung, es ist alleine die Behinderung ausschlaggebend.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)



Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS

Sohn * 09/2001 - ADS

Tochter * 04/1998 - nix

Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

JennyK
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 233
Registriert: 10.05.2018, 15:23
Wohnort: NRW

Beitragvon JennyK » 12.12.2018, 15:13

Wir genauso. Unser Großer hat keinen sonderpädagogischen Förderbedarf und ist mit Schulbegleitung in einer Regelschule. Bei uns war aber der Grund für die Ablehnung eines AOSF Verfahrens unsererseits der, dass sein ehemaliger Klassenlehrer ihn unbedingt auf eine Förderschule ES abschieben wollte. Nach einem Klassenwechsel sah die neue Klassenlehrerin keinen Grund ein AOSF zu eröffnen, da wir Schulbegleitung und medikamentöse Therapie sowie Verhaltenstherapie auch ohne eingespielt hatten und sein Verhalten keinen Anlass mehr gibt dazu
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Werbung
 
Ronja-und-Mini
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 385
Registriert: 03.06.2014, 15:28

Beitragvon Ronja-und-Mini » 20.12.2018, 16:56

Ohje, ich glaub, ich bin anscheinend schrecklich uninformiert. Ich muss zugeben, nachdem hier alles einigermaßen lief und wir andere Sorgen mit dem Umzug hatten, habe ich einfach alles so laufen lassen, weil es einigermaßen funktionierte.

Mittlerweile bin ich zumindest schlauer, was das ATZ angeht. Das Jugendamt hatte abgelehnt, weil sie Frühförderung noch lief. Hmmmm bitte? Und das sagte man uns nicht? Ob ich den Brief nie bekommen hätte - nein, hatte ich nicht. (Das war lange vor dem Umzug). Habe nur den Brief mit der Ablehnung erhalten gehabt, aber nicht die Begründung. Ist doch klar, dass die FF erst beendet werden muss - hätten wir ja gemacht, wenn wir gewusst hätten, dass das schon alles VORHER abgemeldet sein muss. Dachte, da meldet sich dann einer, der uns das sagt, dann hätten wir die FF gekündigt, wenn das VORHER Voraussetzung ist, um überhaupt erstmal in das Rennen um die Kostenzusage zu kommen.

Jedenfalls sind wir ja umgezogen und jetzt muss alles nochmal neu aufgerollt werden :roll: Neue Stadt, neues Jugendamt, neuer Hausbesuch, neues Verfahren...

Mittlerweile hatten wir auch die Untersuchung beim Gesundheitsamt. Ärztin schrieb rein "Mutter wünscht Regelschule mit Schulbegleitung - ich unterstütze dies". Hoffentlich kollidiert das nicht mit unserem Antrag (AOSF) für die Förderschule. Den haben wir so gestellt, damit er die Förderung im Zweifel bekommt, obwohl wir ihn ja auf die Regelschule schicken wollen.

Ohje, jetzt haben wir etwas grundlegend falsch gemacht, oder?
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)


Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste