Bericht WDR - Dürenerin gibt Bundesverdienstkreuz zurück

Kontakte zu anderen Eltern mit besonderen Kindern gewünscht? Kein Problem - Kontaktgesuche könnt ihr hier unter Angabe eurer E-Mail-Adresse einstellen.
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KerstinM.
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Beitrag von KerstinM. »

....Wie sagt unser Neurologe immer wieder:

Kommunikation bedeutet nicht per se nur Sprechen können.


Babys hört man beispielsweise doch auch am unterschiedlichen Weinen zu und sortiert die Wünsche. Warum sollte sich dieses Zuhören des Nonverbalen je verlieren müssen?


ÖG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
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mariannna
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Beitrag von mariannna »

KerstinM. hat geschrieben:....Wie sagt unser Neurologe immer wieder:

Kommunikation bedeutet nicht per se nur Sprechen können.
Das stimmt natürlich....hat das denn jemand behauptet?

KerstinM. hat geschrieben: Babys hört man beispielsweise doch auch am unterschiedlichen Weinen zu und sortiert die Wünsche. Warum sollte sich dieses Zuhören des Nonverbalen je verlieren müssen?
....und trotzdem würde glaube ich kein Mensch auf die Idee kommen, ein Baby zu fragen, in welcher Wohnform es leben möchte, zu welchem Arzt es gehen möchte, oder ob es sein Geld lieber einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren möchte. :wink:

Es ist eben ein Unterschied, ob man grundlegende Bedürfnisse und Gefühle (Hunger, Durst, Kälte, Wärme, Schmerzen, Freude, Angst....) zeigen kann, oder ob man dazu in der Lage ist, komplexe und weitreichende Entscheidungen zu treffen.

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Inge
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Beitrag von Inge »

Hallo marianna,

auf solche Aussagen hattest du schon mal entsprechende Antworten bekommen. Es wurden dabei auch Fragen gestellt, die du jedoch nie beantwortet hattest. Lies dir hier noch mal die nächsten Beiträge durch: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 05#2050105

Und beantworte doch bitte auch mal die an dich gestellten Fragen, bevor du immer wieder versuchst, die Bestrebungen der betroffenen Eltern für geeignete Lebensformen zu behindern!
findest du es besser, wenn die Lebenssituation von den Behörden und Kostenträgern vorgegeben wird? Genau das wird mit dem geplanten Gesetz nämlich passieren.
Quelle: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 12#2050112

Wieso denkst du, dass es diesen Kindern mit dem neuen BTHG besser geht?
Quelle: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 33#2050133

Du findest, daß man die UN-Konvention nicht mit gutem Gewissen unterschreiben kann?
Willst Du Dein Kind in ein Heim geben, das nicht genügend Personal hat, weil die gedeckelten Wohnkosten irgendwo aufgefangen werden müssen?
Willst Du, daß Dein Kind zuerst immer Pflegeleistungen bekommt und keine Teilhabeleistungen?
Willst Du, daß Dein Kind Eingliederungshilfe (ZB Teilhabeleistungen) nur nach dem Ermessen des Sachbearbeiters bekommt?

Quelle: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 24#2050224

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
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Viele Grüße
Inge

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Beitrag von Inge »

Hallo marianna,

ich habe keine Aussagen dazu gefunden, ob du eigentlich ein behindertes Kind hast. Falls ja, wie alt und wie schwer behindert ist dein Kind? Das würde mich sehr interessieren, dann könnte ich deine Aussage vielleicht besser einordnen.

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Viele Grüße
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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,
Mariannna hat geschrieben:und trotzdem würde glaube ich kein Mensch auf die Idee kommen, ein Baby zu fragen, in welcher Wohnform es leben möchte, zu welchem Arzt es gehen möchte, oder ob es sein Geld lieber einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren möchte.
Ein Kind oder Erwachsener mit Schwerbehinderung, ob sprechend oder nicht, ist mit seinen Bedürfnissen nicht wie ein Baby.
Alle Menschen werden erwachsen und entwickeln sich, schwerbehinderte eben in ihrem Rahmen. Wenn es eine gute Einrichtung gibt, lassen die meisten von uns Müttern durchaus gerne los, und trauen der Einrichtung zu, das "Kind" ernst zu nehmen und zu verstehen.

Wer ernsthaft liest bzw Frau Maubach (oder anderen Müttern) zuhört, der erfährt: Der schwerbehinderte Mensch möchte selbstbestimmt zb entscheiden, ob er einen Raum auch mal verlassen kann (wenn nötig, eben mit Begleitung), auch mal ins Freie kann oder einen Ausflug mitmacht, ob er ganztags mit lauter ruhebedürftigen Menschen zusammengespannt werden will, ob er kurz gesagt den ganzen Tag personalsparend verwahrt werden will, oder ob er über "satt und sauber" hinaus auch positive Erlebnisse haben will, und teilhaben kann am Leben.
Ob aber der Sohn in die WfMB mit Verwahrungscharakter geht oder nicht, das hat - für ihn - die Mutter souverän entschieden. So wird sie das auch mit Arztwahl u.a. machen. Das mit den Aktien wird bei 2700€ Selbstbehalt ja eh nix :P
Mariannna will uns hier veralbern, oder polemisch Stimmung gegen Inklusion machen. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass jemand diesen glasklaren Unterschied nicht versteht.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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BirgittaM
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Beitrag von BirgittaM »

mariannna hat geschrieben: ....und trotzdem würde glaube ich kein Mensch auf die Idee kommen, ein Baby zu fragen, in welcher Wohnform es leben möchte, zu welchem Arzt es gehen möchte, oder ob es sein Geld lieber einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren möchte. :wink:
Hallo, Marianna!

Hast du Kinder?

Dann sollte dir doch schon aufgefallen sein, dass dir selbst ganz kleine Kinder sehr deutlich zeigen, welche Tagesgestaltung sie mögen und welche nicht, welche Menschen sie akzeptieren und welche sie ablehnen.

Es gibt Babies und Kleinkinder, die Abwechslung über alles lieben. Mit denen kannst du unmöglich den ganzen Tag nur im Zimmer hocken, weil sie dir dann sehr deutlich zeigen (durch Brüllen, später durch Herumrennen, Dinge zerstören usw.), dass sie sich langweilen.
Ergebnis: das Kind entscheidet sich für eine aktive Tagesgestaltung , und wenn den Erwachsenen ihre Nerven und ihre Einrichtung lieb sind, gehen sie darauf ein.

Ein anderes Kind ist mit ein oder zwei Jahren absolut nicht bereit für eine Fremdbetreuung, weint und schreit in der Krippe und ist nicht zu beruhigen, fängt womöglich an sich selbst zu verletzen oder verstummt.
Ergebnis: Das Kind bestimmt über seine Nicht-Unterbringung in einer Krippe mit. Außer die Eltern ignorieren seine Bedürfnisse und zwingen es in die Krippe, obwohl es (noch) nicht bereit dafür ist. :twisted:

Drittes Beispiel: auch sehr kleine Kinder entscheiden schon selbst, wen sie mögen und an sich heranlassen und wen nicht. Wenn sie jemanden nicht mögen, weigern sie sich ihn anzusehen, drehen sich weg, weinen.
Ergebnis: Das Kind entscheidet mit, zu welcher Tante, welcher Erzieherin und (sofern es eine Wahl zwischen mehreren gibt) auch zu welchem Arzt oder Therapeuten es geht. Gerade eine Therapie würde gar keinen Sinn machen, wenn die Chemie nicht stimmt.
Auch hier treffen schon sehr kleine Kinder sehr wichtige Entscheidungen, jedenfalls wenn die Erwachsenen sie nicht übergehen.

In der Praxis bestimmen also selbst Babies und Kleinkinder sehr viel mehr mit, auch bei weitreichenden Entscheidungen, als du es hier darstellst.

Und wie Engrid sagt: schwer mehrfachbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind KEINE Babies! Sie haben eine Menge Lebenserfahrung und können oft sehr genau äußern, was sie wollen und was nicht.
Natürlich sind die Eltern meistens diejenigen, die ihre Signale am besten deuten können, unterstützt und bestätigt von langjährigen Betreuern, Therapeuten, Ärzten usw.

Du sagst, es gäbe Eltern, denen du das nicht zutraust. Mag sein. Es gibt sicher auch Leute, die überfordert sind.
Aber dasselbe gilt für alle Eltern generell. Nur weil es schlechte, überforderte oder gleichgültige Eltern gibt, würdest du doch auch nicht verlangen, dass deshalb mal lieber der Staat oder wer auch immer über ALLE Kinder entscheiden soll? LG

Mariaa
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Beitrag von Mariaa »

mariannna hat geschrieben:
....und trotzdem würde glaube ich kein Mensch auf die Idee kommen, ein Baby zu fragen, in welcher Wohnform es leben möchte, zu welchem Arzt es gehen möchte, oder ob es sein Geld lieber einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren möchte. :wink:
Hallo,

natürlich, nur Menschen, die entscheiden können,
ob sie lieber in Aktien oder einen Bausparvertrag investieren möchten,
haben ein Recht auf Selbstbestimmung! :drunken_smilie:

Don't feed the troll!!!

Viele Grüße
Früher war alles besser.... vor allem die Zukunft!

monika61
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Beitrag von monika61 »

Engrid hat geschrieben:
Mariannna will uns hier veralbern, oder polemisch Stimmung gegen Inklusion machen.
Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass jemand diesen glasklaren Unterschied nicht versteht.

Hallo zusammen,

ich schließe mich Engrid an.


"Seltsame" Aussagen werden häppchenweise hier eingeworfen.
Fragen und Antworten werden ignoriert.... :?
Ich empfinde es als sehr provokativ.




@Mariannna
-----------------------------------------------------------------------------------
Du hast geschrieben:
ZITAT:
..."also mir fällt ehrlich gesagt kein Weg ein, wie der im Video gezeigte junge Mann überhaupt selbstbestimmt leben könnte!"....

..."Mit Wahlmöglichkeit kann hier also nicht das Wahlmöglichkeit des Betroffenen, sondern höchstens die Wahlmöglichkeit der Eltern/gesetzl.Betreuer gemeint sein
So ehrlich sollte man schon sein."....

----------------------------------------------------------------------------------

Wie stellst Du Dir denn ein Leben für solche schwerstbehinderten Menschen vor :?:
Einen Weg muss es ja schließlich geben :!: :?:

LG
Monika

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KerstinM.
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Beitrag von KerstinM. »

mariannna hat geschrieben:
KerstinM. hat geschrieben:....Wie sagt unser Neurologe immer wieder:

Kommunikation bedeutet nicht per se nur Sprechen können.
Das stimmt natürlich....hat das denn jemand behauptet?


Das erlebt man zur Genüge im Alltag. Da wird den Kindern nicht Guten Tag gesagt, weil man eventuell keine gesprochene Antwort bekommen kann. Da werden beispielsweise mit Rollstuhlfahrern nur über die eventuelle Begleitperson kommuniziert, nur "weil Beine nicht funktionieren". Frage mal ringsrum und du wirst genügend Beispiele finden. Ein nicht sprechendes Baby wird da weit häufiger mit dadada etc angesprochen.
KerstinM. hat geschrieben: Babys hört man beispielsweise doch auch am unterschiedlichen Weinen zu und sortiert die Wünsche. Warum sollte sich dieses Zuhören des Nonverbalen je verlieren müssen?
....und trotzdem würde glaube ich kein Mensch auf die Idee kommen, ein Baby zu fragen, in welcher Wohnform es leben möchte, zu welchem Arzt es gehen möchte, oder ob es sein Geld lieber einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren möchte. :wink:

Es ist eben ein Unterschied, ob man grundlegende Bedürfnisse und Gefühle (Hunger, Durst, Kälte, Wärme, Schmerzen, Freude, Angst....) zeigen kann, oder ob man dazu in der Lage ist, komplexe und weitreichende Entscheidungen zu treffen.

Wo ein Baby wohnt, die Frage stellt sich auch nicht, genauso wenig die Frage nach der Wahl des Arztes. Da sind nun mal die Eltern als Erziehungsberechtigte und Verpflichtete, die die das wählen.

Bei einem jungen Erwachsenen stellt sich die Frage sehr wohl und da müssen es die entscheiden, die diese eben gut verstehen.

Und glaube mir, mein Sohn zeigt sehr wohl, was er will und was nicht, wen er will und wen er nicht will, wo er hin will und wo nicht.
Ich habe nämlich gelernt, seine "Sprache " zu verstehen.
Just my two Pence.

Winterliche Grüße,
marianna
LG Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

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Sigrid Zas
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Beitrag von Sigrid Zas »

Hallo Mariannna,

Wer soll den, deiner Meinung nach entscheiden wer Selbstbestimmung leben darf?

Mich machen deine Beiträgen zu geistig behinderten Menschen traurig und sie nehmen mir den Mut an eine gute Zukunft für meine Tochter glauben zu können.

Sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

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