Pflegehilfsmittel für 40€ monatlich?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Sinale
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Beitragvon Sinale » 21.09.2018, 09:15

Hallo Olga,

Sie hat das sofort am Telefon abgelehnt! Mit Begründung „die Ikk classik macht das nicht!“


Ich schreibe hier, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt:

Falls du der Entscheidung der Krankenkasse schriftlich widersprechen möchtest, ist es günstiger, zuvor einen schriftlichen Ablehnungsbescheid der Krankenkasse vorliegen zu haben. Hierzu kannst du gemäß § 33, SGB X schriftlich einen schriftlichen Bescheid von der GKV anfordern, denn dort steht geschrieben:

Ein mündlicher Verwaltungsakt ist schriftlich oder elektronisch zu bestätigen, wenn hieran ein berechtigtes Interesse besteht und der Betroffene dies unverzüglich verlangt.


Zu deiner Information: Das berechtigte Interesse besteht, da du dem Verwaltungsakt widersprechen möchtest. Dies musst du jedoch in der Anforderung eines Bescheides gemäß § 33, SGB X nicht erwähnen. Grundsätzlich ist es für ein Verfahren günstiger, wenn auch nicht zwingend erforderlich, wenn die Unterlagen schriftlich vorliegen.
Viele Grüße
Sinale

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Ugur
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Beitragvon Ugur » 07.01.2019, 10:04

Ich stehe nun kurz vor den 6 Monaten und habe immer die 40€ überschritten. Mir wurde sogar per Mail auf die Möglichkeit hingewiesen, dass man nach 6 Monaten auf die Belege verzichten könne.
Nun hat meine Kasse fusioniert und auf einmal ist diese Möglichkeit nicht mehr der Rede wert. Man beruft sich darauf, dass man ja nicht müsse und es wird einem schon am Telefon unterstellt, dass man das Geld entweder gar nicht aus gibt oder eben für nicht erstattungsfähige Mittel aufwendet.

In dem Rundschreiben ist ja auch nur die Rede von kann, sprich der Pflegekasse macht nichts verkehrt wenn sie dies auch umsetzen.

Was müsste ich jetzt konkret tun, um so einen Widerspruchsfähigen Ablehnungsbescheid zu erhalten?

Ich habe bei der Hkk per Mail angefragt und die Dame hat das sogar mit der Teamleitung gesprochen und meinte eben, dass es nur eine Kann Leistung ist und bei den wenigen die überhaupt die Kostenerstattung wählen, kontrollieren sie es lieber.

Mir ist bisher nur die AOK Plus bekannt, die nach 3 Monaten auf Quittungen verzichtet, leider gibt es diese Kasse nur in Bremen/Bremerhaven und Thürigen/Sachsen, also für mein Bundesland nicht geöffnet.

Mir ist hier im Forum auch nur von ganz wenigen bekannt, die eine Überweisung ganz ohne Belege erhalten.

Bringt es überhaupt etwas, dass meine Sachbearbeiterin erst schrieb, ja kann man machen und jetzt soll es nicht mehr gehen? Ich meine, sie schreibt ja schon, dass es die Möglichkeit gibt und nicht das man das Recht dazu hat.
Außerdem ist sie aus einer anderen Abteilung, doch ich gehe davon aus, dass sie das genau recherchiert hat, bevor sie mir das Angebot unterbreitet hat. Auf das Rundschreiben des GKV habe ich sie hingewiesen.

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Beitragvon Sinale » 07.01.2019, 10:32

Hallo Ugur,

mündliche Aussagen sind rechtlich schwer nachzuweisen, deshalb ist es sinnvoller, den schriftlichen Weg zu wählen.

Ich schlage hier vor, den Antrag zur gegebenen Zeit schriftlich mit einer Kopie des Ausdrucks vom Rundschreiben zu stellen und darin auf die regelmäßige Überschreitung hinzuweisen. Auch das erwähnte schreiben der Mitarbeiterin kann als Kopie beigefügt werden. Wenn abgelehnt wird, diese Ablehnung schriftlich fordern.

Gegebenenfalls kann dann mit diesen Unterlagen schriftlich per Briefpost Beschwerde beim Bundesversicherungsamt eingereicht werden:

https://www.bundesversicherungsamt.de/s ... aeger.html

Das Bundesversicherungsamt führt die Aufsicht über folgende Krankenkassen:

https://www.bundesversicherungsamt.de/b ... tehen.html

Mir geht es hier darum, auf die rechtlichen Möglichkeiten hinzuweisen; ob dies für dich persönlich Sinn macht, ist deine Entscheidung.
Viele Grüße

Sinale



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Beitragvon Ugur » 08.01.2019, 09:11

Hallo Sinale,
ich habe jetzt den GKV Spitzenverband direkt angeschrieben und die Antwort erhalten, darin steht:

In dem Gemeinsamen Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes werden die geltenden Gesetze zur Pflegeversicherung näher beschrieben und ausgelegt, von daher handelt es sich um eine Empfehlung.

Daraus ergibt sich für mich, dass man davon keinen Rechtsanspruch ableiten kann, es liegt also im Ermessen der Pflegekasse, wie man mit so einer Empfehlung umgeht.

Bisher ist meine Erfahrung, dass bisher keine Pflegekasse bereit war, diese Empfehlung um zu setzen, selbst bei uns die örtliche AOK macht das nicht und die sind wohl die größte Pflegekasse und hätten enorme Einsparungen bei der Verwaltung solcher Kostenerstattungen.

Ich bleibe aber dran und berichte weiter, falls sich etwas ergeben sollte, deinen Vorschlag werde ich nach schriftlicher Ablehnung dennoch probieren, man weiß ja nie, danke für den Tipp.

Gruß Ugur

Sinale
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Beitragvon Sinale » 08.01.2019, 11:38

Hallo Ugur,

Bisher ist meine Erfahrung, dass bisher keine Pflegekasse bereit war, diese Empfehlung um zu setzen, selbst bei uns die örtliche AOK macht das nicht und die sind wohl die größte Pflegekasse und hätten enorme Einsparungen bei der Verwaltung solcher Kostenerstattungen.


Ich kenne Einige, die bei verschiedenen Kassen die Geldleistung umsetzen konnten. Für mich ist nicht ausschlagebend, was andere Kassen machen, sondern wie ich für mich Sinnvolles bei meiner Kasse umsetzen kann und dass ich anderen Betroffenen evtl. durch meine Erfahrung helfen kann.

Ich bleibe aber dran und berichte weiter, falls sich etwas ergeben sollte, deinen Vorschlag werde ich nach schriftlicher Ablehnung dennoch probieren, man weiß ja nie, danke für den Tipp.


Ich freue mich auf deine Rückmeldung!
Viele Grüße

Sinale



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Beitragvon Ugur » 09.01.2019, 07:55

Ich habe nun von der BKK Verbund Plus erfahren, dass diese mit einem einfachen Nachweis darüber, dass man zuvor mindestens 6 Monate die 40€ Pauschale überschritten hat, bereits nach der ersten eingereichten Rechnung auf künftige Belege verzichtet.

Allerdings gibt es wohl bei einem Kassenwechsel keinen Vertrauensschutz bei der Pflegeversicherung, sprich man muss zum einen, einen neuen Antrag auf Pflegeleistungen stellen und zum anderen ist es gut möglich, dass man erneut begutachtet wird, ist wohl nicht die Regel, doch ein paar Berichte darüber habe ich gelesen. Im Grunde nicht so wild, doch mit dem MDK habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht und erst die gerichtlich bestellte Gutachterin war vorbildlich und ist alle 64 relevanten Fragen bezüglich des Pflegegrads ausführlich durchgegangen und hat sich entsprechend Zeit gelassen.

Wir sind momentan bei der MH Plus, die hat mit der Metzinger BKK fusioniert und seit der Fusion gilt das Wort unserer bisherigen Mitarbeiterin nicht mehr, ich bleibe aber dran und versuche die Geldleistung trotzdem irgendwann durch zu setzen.

Ist denn jemand von euch bei der MH Plus und erhält die Geldleistung ohne Rechnungen? Wäre schön wenn sich jemand per PN bei mir meldet, damit ich weiß, dass es nicht immer abgelehnt wird.

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Beitragvon Sinale » 09.01.2019, 16:28

Hallo Ugur,

wenn du dies möchtest, stelle zu gegebener Zeit den Antrag und warte dann ab, was passiert. Da bereits Anspruch auf die Pflegehilfsmittel besteht, ist eine erneute Begutachtung nicht nachvollziehbar, zumal hier Bestandschutz hinsichtlich des Pflegegrades vorliegt. Aus diesen Gründen würde ich an deiner Stelle eine evtl. erneute Begutachtung ablehnen.

Ich schlage dir vor, dir vorab nicht so viele Gedanken zu machen, dies entlastet.
Viele Grüße

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Beitragvon else » 09.01.2019, 18:10

Hallo Zusammen,

ich habe eine grundsätzliche Frage dazu, vielleicht stand es schon irgendwo und ich habe es überlesen: Wie genau muss die Rechnung der Apotheke aussehen, wenn ich die Kostenerstattung für die 40,- Euro nachträglich haben möchte? Mir geht es jetzt gar nicht um eine monatliche Auszahlung, weil ich keine 40,- mtl. erreiche sondern nur, dass ich mir die richtigen Einmalhandschuhe und Essschürzen aussuchen kann.

Wir hatten ein paar Monate diese blaue Pflegebox. Das Zeug ist total minderwertig. Die Handschuhe reissen ein und die Esschürzen sind totaler Schrott. Ich habe sie wieder abbestellt. Unserer Hausapotheke ist die Direktabrechnung mit der KK zu aufwendig, weil wir die einzigen wären. Die andere Apotheke sagt, dass sie bei Abrechnung mit der KK nur minderwertige Produkte zur Verfügung stellen kann, weil sie dann eine bestimmte Anzahl ausgeben müssen z.B Einmalesschürzen bis max.13,95 und unsere kosten 19,95. Dass ich den Rest draufzahle ginge nicht. Ich finde das alles furchtbar kompliziert und würde einfach gerne ausprobieren, die Belege zu Sammeln und direkt einzureichen. Genügt dafür der normale Kassenzettel mit Pharmazentralnummer und ein formloses Schreiben an die KK im Nachhinein? Danke.
LG
Else

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Beitragvon Sinale » 09.01.2019, 19:01

Hallo else,

ich würde es an deiner Stelle so versuchen. Aus dem Bekanntenkreis weiß ich, dass es Kassen gibt, die dies so akzeptieren.

Seltsam, dass die Lieferanten sich nicht darauf einlassen, denn würdest du über die 40,-- €. kommen, müsstest du gemäß dem entsprechenden Rundschreiben dies auch selbst bezahlen und solange du innerhalb des Betrages orderst, dürften die Kosten über die GKV abrechenbar sein.
Viele Grüße

Sinale



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Karin D.
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Beitragvon Karin D. » 26.01.2019, 13:55

Hallo in die Runde,

gehören Inkontinenzeinlagen und Einmalhandschuhe nicht in den Bereich der Pflegehilfsmittel, die ich gegen Vorlage erstattet bekomme?

Ich bin etwas verwirrt. Früher habe ich mal versucht auf Einwegwaschlappen umzusteigen, und diese wurden erstattet.
Gehören die Einlagen nicht in den Bereich sondern in den "Rezeptbereich"?
Hatte in Erinnerung, Einwegzeugs wird auf diesem Weg erstattet.

Liebe Grüße

Karin
Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus


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