Wenn Kind nicht zur Schule darf?!

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

SimoneD.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 846
Registriert: 01.02.2016, 17:55

Wenn Kind nicht zur Schule darf?!

Beitrag von SimoneD. »

Guten Morgen ihr Lieben,

wie ich gestern zu 95% vermutet habe, hat sich die SB vorhin bei mir abgemeldet; es würde noch nicht gehen......jetzt hat sie Durchfall....

Das heißt N. bleibt wieder zuhause. Wenn ich Pech habe noch eine ganze Woche :evil:
Er findet es natürlich gut keine Schule zu haben :roll: aber er verpasst doch alles.

Auch kann es doch nicht gut sein, wenn das alles nicht planbar ist. Mal hat er Schule, dann wieder nicht...er ist letzte Woche schon total durcheinander gekommen als er Montag und Dienstag zuhause war und erst ab Mittwoch in der Schule war.

Eine Vertretung kann sich der Anbieter (sorry) sonst wo hinstecken.
Wer weiß wer dann wieder kommt und immer jemand anderes ist auch blöd.
Das ist eben das Problem, das unsere Clearingstelle nur "qualifizierte" Integrationshelfer bewilligt und keine Fachkraft...

Hat jemand auch ein Kind, welches nicht zur Schule darf wenn SB krank o.ä.?!

Kann ich irgendetwas dagegen machen oder alternativ?
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

Lumoressie
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1158
Registriert: 21.03.2008, 15:36
Wohnort: Ba-Wü

Beitrag von Lumoressie »

Meine Pflegetochter darf auch nicht in die Schule, wenn ihre Schulbegleitung krank ist. Ich unterrichte sie dann Zuhause.
Das klappt ganz gut, aber das Kind fühlt sich sehr bestraft, wenn sie nicht in die Schule darf, obwohl sie nichts angestellt hat...

Jessi81
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 22.05.2012, 13:24
Wohnort: Norderstedt
Kontaktdaten:

Beitrag von Jessi81 »

Bei uns hieß es auch erst er dürfte nicht in die Schule, wenn die SB fehlt und keine Vertretung gestellt werden kann. Dann gab es eine Runde dazu und nun heißt es, er darf gehen, aber wenn die Lehrerin den Eindruck hat, es geht nicht ohne SB müssen wir ihn abholen. Allerdings wird er nicht aggressiv oder stiftet Unruhe, er versinkt in sich selber und ist nicht mehr ansprechbar. Ich weiß, dass es bei einem anderen Kind mit SB, welches deutlich lebhafter ist und eben auch Weglauftendenzen hat, anders beschlossen wurde.
Ich würde mir die Frage stellen, ob es für deinen Sohn sinnvoll ist ohne SB zur Schule zu gehen.
Tochter *06 - gesund
Sohn *09 - entwicklungsverzögert, leicht muskelhypoton, seit 03/16 Diagnose Autismus-Spektrums-Störung

SimoneD.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 846
Registriert: 01.02.2016, 17:55

Beitrag von SimoneD. »

Ich mache mit ihm auch die Lücken, die er in den Arbeitsheften hat. Trotzdem hinkt er den anderen ja hinterher.

Er versteht das Problem ja gar nicht, was dahintersteckt wenn die SB nicht da ist. Er findet es dann gut, das er frei hat...
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

oy1970
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1178
Registriert: 04.02.2010, 21:29

Re: Wenn Kind nicht zur Schule darf?!!!

Beitrag von oy1970 »

SimoneD. hat geschrieben:Guten Morgen ihr Lieben,

Er findet es natürlich gut keine Schule zu haben :roll: aber er verpasst doch alles.

?
Das wäre bei unserem Sohn auch so. Deshalb würde ich jetzt unbedingt dafür sorgen, dass er das nicht so empfindet. Bei uns würde das bedeuten, keine Playstation oder sonstige derartige Vergnügungen und hinsetzen und Hausaufgaben machen, bzw. Stoff den man vermutlich in der Schule verpasst, abarbeiten.

LG
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS
Tochter

rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1980
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Beitrag von rena99 »

Simone,

bei einem Kind, das fremdgefährdend ist, darf es dich doch jetzt nicht wundern, dass es ohne SB nicht in die Schule darf.

Da kannst nur versuchen, den Träger der SB auf den Füßen zu stehen, dass sie für Ersatz sorgen. Manchmal kann man auch selber die Rolle der SB übernehmen. Leider bleibt das tatsächlich wieder an den Eltern hängen, sich zu kümmern.
Eine Vertretung kann sich der Anbieter (sorry) sonst wo hinstecken.
Wer weiß wer dann wieder kommt und immer jemand anderes ist auch blöd.
Da hilft dir diese Einstellung so gar nicht weiter. Wenn ein Wechsel der SB deinen Sohn aus der Fassung bringt, bleibt dir nichts anderes übrig, als ihn zu Hause zu halten, leider.

Versuch eine Tagesstruktur aufzubauen und besorg dir ein paar Lernhefte, damit er beschäftigt ist.

Alles nicht schön, aber leider abzusehen.

Ich drück dir die Daumen, dass die SB schnell wieder da ist.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

SimoneD.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 846
Registriert: 01.02.2016, 17:55

Beitrag von SimoneD. »

Uns nützt aber kein VertretungsSB der während eines Overloads bzw meltdowns sagt, wenn Du damit jetzt nicht aufhörst rufe ich deine Mutter an, das die dich abholt...
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1980
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Beitrag von rena99 »

Simone,

hier stellt sich die Frage, wie lange ein Betreuer braucht, sich auf deinen Sohn einzustellen. So eine Aussage ist ein Zeichen von Hilflosigkeit. Das sollte natürlich einem I-Helfer so nicht passiern. Du kannst noch mal beim Träger nachhaken, ob es andere Alternativen gibt.

Es kann aber auch sein, dass dein Sohn nicht gut auf wechselnde Betreuer reagiert. Dann würde ich tatsächlich sagen, ist es die beste Lösung, für alles unter einer Woche zu Hause zu bleiben und auf die gewohnte Begleitung zu warten.

Alles nicht ganz einfach.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

SimoneD.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 846
Registriert: 01.02.2016, 17:55

Beitrag von SimoneD. »

Die Lehrerin hat eben angerufen. Sie ruft heute noch beim Träger an um nach einem I-Helfer mit Autismuserfahrung zu fragen. Der der letzte Woche da war, hatte wohl keine Erfahrungen.
Der machte mir von Anfang ein einen hilflosen, nicht durchsetzungsfähigen Eindruck. Obwohl ich am Mittwoch ja erst dachte, es könnte klappen....
Es war ja in der Tat so, das der I-Helfer nach dem Unterricht ohne meinen Sohn aus der Schule kam um mich zur Hilfe zu holen, weil N. flippte und nichts mehr ging. Als ich dann oben war (i-Helfer hinter mir) wollte N. auf den I-Helfer los und schrie nur: Du Petze, Du verräter, betrüger...er war völlig außer sich :-(
I-Hilfe und Lehrerin konnten den Auslöser aber nicht benennen. N. hatte zuvor gut im Unterricht mitgemacht. Durfte dann in die Spielecke, wo er wohl was total tolles gebaut hatte (der i-Helfer musste ein Foto davon machen *g*). Er hat sogar den Kindern mit Begeisterung erklärt was er da gebaut hat. Und plötzlich kippte es und er zerstörte sein gebautes und wütete und in dieser Situation hat der i-Helfer wohl zu ihm gesagt; wenn du jetzt nicht damit aufhörst rufe in deine Mama an....

Falls jemand gefunden wird, wird er aber nur 2 Stunden beschult so das ich ihn in der großen Pause abhole. Bin ich natürlich mit einverstanden. Besser als gar keine Schule...
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

RikeK.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 498
Registriert: 21.06.2015, 13:49
Wohnort: Bremer Umland

Beitrag von RikeK. »

Hallo Simone,

für Deinen Sohn scheint Schule ja eine ähnlich große Herausforderung zu sein wie für meinen.
T darf auch ohne SB nicht in die Schule; Aufgaben gibt es eh keine, ich habe also immer Vorrat an selbstorganisierten Schulaufgaben. Dennoch ist es für T immer eine Belohnung, wenn er nicht hin muss. Obwohl wir solche Tage ganz klar als "Unterricht zu Hause" betiteln und vormittags Unterricht statt findet.

Andererseits bedeutet ein anderer SB zu viel Wechsel, kostet viel zu viel Kraft und eine Eskalation wäre vorprogrammiert. Warum sollte ich das meinem Kind und der Klasse zumuten? Zudem gibt es bei unserem Träger keine Vertretungskräfte, insgesamt zu wenige und so wie so nur 4 fachliche SB für den ganzen Landkreis...

Wenn das beruflich organisierbar ist, nutze doch die Zeit, in der er nicht zur Schule kann um Stoff aufzuholen. So handhaben wir das seit Jahren und das wird auch einer der Gründe sein, warum T den Anschluss noch nicht verloren hat.


VG, Rike
Viele Grüße, Rike

Bücherwurm Jg 71
Sohn M. Jg 2000
Sohn T. Jg 2006, Asperger Autismus, ADHS (GdB 80 H, B - PS 1)
Hund, Jg 2015, Assistenzhund in Ausbildung

Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“