Wechsel von Inklusion an Blindenschule -Hilfsmittel?

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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nina-st
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Wechsel von Inklusion an Blindenschule -Hilfsmittel?

Beitragvon nina-st » 01.11.2016, 11:19

Unser 4. KLässler möchte nach der 4. Klasse auf jeden Fall an die Blindenschule wechseln. Auch wenn das für ihn viel, sehr viel, Fahrerei bedeutet.

Wir snd noch nicht so 100%ig überzeugt, aber wir sehen auch daß Inklusion hier noch lange nicht ausgereift ist und haben auch so langsam die Nase voll.

Er hat jetzt einen Laptop über die Eingliederungshilfe und Braillezeile, die teuere Software dafür, Schreibmaschine und Punktschriftdrucker über die Krankenkasse.

Wird sich da irgendwas ändern wenn er die Blindenschule besucht? Laufen die Hilfsmittel für die Schule weiter über die Krankenkasse?
Wenn wir den Laptop abgeben müssen wäre das kein Drama, der ist soweiso viel zu groß. ein Netbook oder so würde reichen, das würden wir dann ggf privat anschaffen.
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

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PapaDavid
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Beitragvon PapaDavid » 01.11.2016, 12:07

Hallo,
die Krankenkasse ist bis zum Ende der Schulpflicht dafür verantwortlich, dass das Kind die Hilfsmittel für die Schule gezahlt bekommt. Vielleicht ist es Möglich gleich einen neuen Laptop zu beantragen und den alten abzugeben. Wenn das Kind die Software mit Sprachausgabe nutzt, sollte ein gutes gerät angeschafft werden, mit entsprechend guter Sound und Grafikkarte. Das kann auch von den Krankenkassen übernommen werden. Anspruch auf die Erneuerung der Software besteht alle 5 Jahre, soweit mir bekannt.

Ob die Eingliederungshilfe das Geld oder die Zeile zurückverlangen kann, sollte geklärt werden, aber auch in diesem Falle sollte die Krankenkasse die Kosten für eine Zeile übernehmen.
VG, David. Tochter*1993 schwerstbehindert nach Hirnblutung und Reanimation-Tracheostoma seit 01/2017. Und Pflegekind*2008, Therapieresistente Epilepsie-schwere Entwicklungsretardierung-gesetzl. Blind.

nina-st
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Beitragvon nina-st » 01.11.2016, 12:28

Aber muß nicht die Schule Hilfsmittel für die Kinder stellen und die KK ist bei einer Förderschule nicht mehr zuständig?
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

PapaDavid
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Beitragvon PapaDavid » 01.11.2016, 23:11

Hallo,
die Fälle die ich kenne, die waren zwar auf Förderschulen, haben aber Zeile und Laptop von der Kasse bekommen.
VG, David. Tochter*1993 schwerstbehindert nach Hirnblutung und Reanimation-Tracheostoma seit 01/2017. Und Pflegekind*2008, Therapieresistente Epilepsie-schwere Entwicklungsretardierung-gesetzl. Blind.

Senem
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Beitragvon Senem » 01.11.2016, 23:21

PapaDavid hat geschrieben:
haben aber Zeile und Laptop von der Kasse bekommen.



Hallo PapaDavid,

bist du sicher?
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Kaja
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Beitragvon Kaja » 02.11.2016, 22:06

Hallo Nina,

die Regelung, dass KK dann nicht leisten müssen, wenn der Schulträger das Hilfsmittel vorhalten muss, kenne ich nur bei FM-Anlagen für Hörgeschädigte (§ 25 Hilfsmittel-RL)

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-11 ... -03-24.pdf

Für andere Hilfsmittel habe ich eine solche Regelung nicht gefunden. Gegebenenfalls sollte der Schulträger der Förderschule bestätigen, dass der Schulträger nach den landesrechtlichen Regelungen diese Hilfsmittel nicht vorhalten muss. So haben wir es gehandthabt, als die KK auf die Idee kam, eine KB-Schule müsse eine FM-Anlage vorhalten und mit dieser Begründung die Versorgung verweigert hat.

Viele Grüße Kaja

PapaDavid
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Beitragvon PapaDavid » 02.11.2016, 23:56

Senem hat geschrieben:
PapaDavid hat geschrieben:
haben aber Zeile und Laptop von der Kasse bekommen.



Hallo PapaDavid,

bist du sicher?



Ich würde so eine Aussage nicht tätigen, wenn ich mir nicht sicher wäre!
VG, David. Tochter*1993 schwerstbehindert nach Hirnblutung und Reanimation-Tracheostoma seit 01/2017. Und Pflegekind*2008, Therapieresistente Epilepsie-schwere Entwicklungsretardierung-gesetzl. Blind.

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Beitragvon Kaesmann » 03.11.2016, 09:31

Hallo, meine sehr häufige Erfahrung ist - je nach Ausstattung der (Förder)schule - dass nicht alle Hilfsmittel vom Schulträger gestellt werden können, obgleich der Schulträger dafür zuständig wäre, und das gilt nicht nur für Förderschulen, sondern auch für Regelschulen.

Prinzipiell kommt man aber immer aus der Klemme heraus über die Verordnung über die KK für den nicht-schulischen Zeitrahmen: das Kind muß zu Hause Hausaufgaben machen, es hat Anspruch auf Nachteilsausgleich auch zu Hause und in der Freizeit etc.

Einige Male hatte ich Probleme, mobile Geräte "durchzubekommen", aber auch das sehbehinderte Kind soll mal Aufgaben mit Klassenkameraden machen können, oder muss bei Projektarbeit mit Hilfsmitteln ausser Haus. Mit diesen Argumenten ging es dann.

In den ersten Jahren hatte ichn dagegen immer wieder Probleme, wenn ich bei der Verordnung irgendetwas von "Schule" draufschrieb, da dann postwendend die KK eingewandt hat, dass hierfür der Schulträger zuständig sei.

Gruss,
Barbara
Wir freuen uns über Unterstützung, siehe hier:
www.augenkinder.de

Prof. Dr. Barbara Käsmann
Kinderophthalmologie,
sehbehinderte / blinde mehrfachbeh. Kinder
Univ.-Augenklinik, 66421 Homburg (Saar)
Landesärztin f. Blinde und Sehbeh. des Saarlandes
www.albinismus.info
www.aniridie-wagr.de

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nina-st
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Beitragvon nina-st » 04.11.2016, 08:45

Alles klar, danke. Das hilft mir weiter.

Dann weiß ich worauf ich in der Argumentation mit der Krankenkasse achten muß.

Er wird auf jeden Fall eine mobile Versorgung weiterhin brauchen da er so viel Fahrtzeit hat (1,5 STd pro Tour). Da ist es sinnvoll wenn er zumindest die Möglichkeit hat die Hausaufgaben schon im Bus zu machen.

Danke!
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