Neuer Blog Inklusion - Nixklusion

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MartinaSoPäd
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Beitragvon MartinaSoPäd » 02.11.2016, 00:17

Huhu!

Danke für den Blog-Tipp!

Ehrlich gesagt - als Sonderpädagogin in der Inklusion bin ich auch verhältnismäßig oft einkaufen/in der Küche. Allerdings gibt es dann eher keine Burger, sondern es wird sehr drauf geachtet, was zubereitet wird. Der Fokus liegt eig auch immer weniger auf den Speisen an sich, als darauf... nach Rezepten Einkaufszettel zu schreiben, im Supermarkt Preise zu vergleichen, mit Geld zu bezahlen, Wechselgeld zählen, Kassenbuch führen, Rezepte lesen und ausführen, Küchengeräte kennenzulernen und sachgerecht zu verwenden, Abwasch und co zu üben, Schnitttechniken zu erlernen, Hygieneregeln einzuhalten, Nahrungspyramide usw. Und das ist am konkreten Produkt halt am sinnigsten ;-)

Diese Stunden sind aber im Stundenplan verankert und (meiner Meinung nach) sinnvoll verteilt. M und D sind tabu, E individuell zu diskutieren, Fächer, in denen viel soziales lernen stattfindet (Ethik, GW, Kunst...) ebenso. Sowas findet entweder im Rahmen eines Wahlpflichtkurses statt oder z.B. wenn die Klasse Physik oder Chemie hat. Und da wird dann immer genau geguckt: was ist für welchen Schüler sinnvoller? Hat er was von Physik? Kann er ggf mit Unterstützung dort etwas "mitnehmen"? oder ist es sinnvoller, eben lebenspraktische Fähigkeiten zu erproben?

Fazit: ICH glaube, es kommt darauf an, wo der Fokus liegt. Wenn das Ziel "ESSEN" ist, sehe ich das wie ihr. Aber wenn das andere im Vordergrund steht... KANN es durchaus seine Legitimation haben.

Bin gespannt, was in Zukunft für Geschichten im Blog kommen.

Gruß

Martina
Martina (*81)
ab Aug 2014 Klassenlehrerin einer 7. Klasse mit Schülern mit Förderbedarf Lernen, geistige Entwicklung, Emotional-Sozial und "nix" an einer Gemeinschaftsschule in einem Berliner Brennpunkt
Selber Reizdarm, V.a. Asperger
Tochter R. (*05.15)

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 02.11.2016, 07:50

Hallo Martina,

das Thema Essen/Einkaufen so systematisch didaktisch aufbereitet und primär als eigenes Fach im Stundenplan verankert - quasi als "Hauswirtschaft" - halte ich sogar für hochgradig sinnvoll - da bin ich ganz bei dir :wink:

Im Grunde wären solche Inhalte sogar für alle Schüler sinnvoll, nicht nur für behinderte Schüler  8) Inklusion der Mehrheit quasi :)

Wenn ich an meine ersten Kochversuche zu Studentenzeiten denke: Oh, oh, Oh! Ich saß mal Hilfe schreiend unter dem Herd, weil ich ins qualmend heiße Öl eine frisch abgewasche Hähnchenbrust geworfen hatte und das Fett nur so um mich herumspritzte :shock: Zum Glück war es ein Studentinnen wohnheim und ich wurde umfassend aufgeklärt  8) Über diese Story haben wir dann noch gemeinsame Jahre lang gelacht :lol:

Mein Mann hingegen hätte einmal fast die Wohnung abgefackelt, weil er schon mal das Öl in der Pfanne heiß machen wollte - und sich dann auf dem Klo festgesessen hatte ... und die Technik des Kartoffelschälens ist im ein Buch mit sieben Siegeln ...

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 02.11.2016, 08:07

Morgen,

MartinaSoPäd hat geschrieben:Und da wird dann immer genau geguckt: was ist für welchen Schüler sinnvoller?
:icon_thumleft:

dass über das Thema Essen sehr viel gelernt werden kann, da sind wir uns einig, glaube ich. Und ich habe da auch schon ganz tolle Beispiele erlebt, was manche Therapeuten/Pädagogen da alles an Lernen reinpacken, obwohl es auch nur "popelige" Nudeln mit Tomatensoße sind. Andere aber spulen da leere Routinen ab. Da werden halt Jahr für Jahr wieder Schoko-Krossies aus Kornflakes und flüssiger Schokolade gemacht, auch wenn das Kind selber keine Schokolade mag, und auch keine Freude am Verschenken hat. Junior musste mal monatelang in Therapie Gurke schälen, obwohl wir a) zuhause Gurken mit Schale essen und b) er selber nach der zweiten Therapiestunde keine Gurke mehr gegessen hat.

@Angie:
schreiend unter dem Herd,
aber zielsicher den sichersten Platz gefunden :lol:

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Anne_mit_2
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Beitragvon Anne_mit_2 » 02.11.2016, 09:45

Hallo Angela,

da kann ich Dir nur zustimmen: ein Fach, das Kochen und Hauswirtschaft (in kleinem und präzisem Umfang) für alle mit abdeckt, fehlt gerade auch den 'normalen' Schülern. Zu Hause nehmen das viele (aus verschiedensten Gründen) eben nicht mehr mit.

Dazu eine kleine Anekdote:
Letztes Jahr im Oktober war ich gerade im Supermarkt einkaufen und suchte ein Netz Kartoffeln raus, als drei junge Männer (ca. 18-20 Jahre alt) mich ansprachen und fragten, ob ich ihnen erklären könnte, wie man Kartoffeln kocht. Immer nur Reis und Knödel (wegen Kochbeutel und genauer Anweisung auf der Packung) wären sie nach 2 Wochen schon leid und die Anweisung im Kochbuch würde sie nicht verstehen, weil dort nur steht 'schälen, kleinschneiden, waschen, in Salzwasser gar kochen': wie klein schneiden, wieviel Wasser, wieviel Salz, wie lange....
Es stellte sich heraus, dass sie Studienanfänger waren, gerade eine WG gegründet hatten und selbst als Kinder keiner von ihnen je den Eltern beim Kochen zugesehen hatte.

Andererseits böte so ein Fach -- richtig aufgezogen und eingesetzt -- selbst an Gymnasien den direkten Anwendungsbezug für viele Kenntnisse bis zur Mittelstufe: ob nun Maße und Einheiten, Bruchrechnung/Dreisatz (Umrechnen auf andere Personenzahl), Schreiben eines Berichts oder grundlegende chemische Prozesse, vieles könnte durch so ein Fach verbunden und gefestigt werden.

Viele Grüße,
Anne

monika61
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Beitragvon monika61 » 07.11.2016, 13:11

Hallo zusammen,

es gibt wieder eine neue Geschichte.... :icon_thumright:
http://kirstenmalzwei.blogspot.de/

Viel Spaß beim Lesen. :wink:


LG
Monika

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 08.11.2016, 15:23

Hallo,

"Unsere" Kirsten hat mich gebeten, Euch folgendes zu schreiben:

"Liebe Leserinnen,
wir wurden ja jetzt bereits öfters gefragt, ob Ihr Euch an dem Blog beteiligen könnt? Ja das könnt Ihr, es gibt zwei Möglichkeiten, sich an unserem Blog zu beteiligen:
1. Ihr berichtet in eigenen Worten von euren Erfahrungen zwischen Inklusion und Nixklusion und schickt das ganz normal als Kommentar zu einer unserer Geschichten.
oder
2. Ihr könnt uns auch Anregungen für Geschichten schicken (einige haben bereits nachgefragt, ob das geht). Daraus würden wir dann ggf. eine Geschichte schreiben und veröffentlichen. Dafür brauchen wir aber IMMER einen Kontakt zu euch (E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, nur für uns) für Rückfragen. Aus technischen Gründen nutzt ihr auch dafür die Kommentarfunktion. Alle Kommentare landen ja erst einmal bei uns zur Prüfung und werden nicht automatisch veröffentlicht."
(Zitatende)

Na, da dürfte was zusammenkommen ... :wink:

Grüße
Engrid
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Beitragvon NorbertMN » 09.11.2016, 15:04

Toller Blog! Da fallen mir gleich eine Reihe Geschichten ein.

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

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Beitragvon Irene H. » 09.11.2016, 16:25

Hallo Norbert,
bin total erleichtert, wieder von Euch zu hören....
Magst Du berichten, wie es Euch inzwischen ergangen ist ?

VG von Irene
Irene H.mit 3 erwachsenen Kindern besonders Dorothea(20) mit frühkindlichem Autismus

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Beitragvon Susanne 61 » 09.11.2016, 21:01

Hallo Norbert,
schließe mich Irene an...
LG,
Susanne
Susanne mit Dorothea, 17 Jahre, frühkindlicher Autismus und drei gesunden Geschwistern 25, 28 und 29 Jahre

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NorbertMN
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Beitragvon NorbertMN » 10.11.2016, 09:42

Vielen Dank für eure Nachfragen! ich schreibe gleich mal was im einschlägigen Thread ("Autistisches Tagebuch", "Wie erkenne ich eine gute Wohneinrichtung"), hier gehört es nicht hin.

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus


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