Pflegegeld in Österreich - wer kennt sich aus?

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 08.02.2017, 10:14

Liebe Bastelia,

Heizung: ich denke, es geht auch darum, wie viel Zeit das Heizen in Anspruch nimmt - neben den pflegerischen Tätigkeiten - wie teuer es kommt - und ob eine gut erwärmte Wohnung überhaupt möglich ist?

- Ich kenne auch heute noch Personen (wie du schon vermutest - ältere) die nur einen kleinen Küchenofen haben, der nur 2 Zimmer erhitzen kann...

Und weil liegende Patienten selten gut durchblutet sind, ist denen ja viel schneller kalt...

Und baden - duschen: das ist auch ein unterschiedlicher Aufwand! - Ob ich jetzt das Kind in einem Plastiksessel unter die Brause stelle und dort abdusche - oder es in eine Badewanne hebe - es ist schon ein Unterschied...

Liebe Grüße

Silvia
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Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 09.02.2017, 18:32

Hallo Silvia,

Du hast natürlich recht, dass das bei älteren Leuten oder generell erwachsenen Pflegebedürftigen relevant ist wegen der Heizung (ich kenn natürlich auch Haushalte ohne Zentralheizung) und bei einem Liegekind ist Duschen/Baden natürlich auch relevant!
Aber das trifft ja alles nicht auf uns zu und der Arzt hatte uns ja vor Augen - deshalb waren diese Fragen irgendwie total unpassend - kam uns halt so vor!


Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
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Beitragvon LjubaK » 19.02.2017, 09:19

Hallo, ihr Lieben!
Ich bin grad sehr froh diesen Beitrag gefunden zu haben.
Oli wurde am 13.12.2016 in Speising operiert (Calcaneus-Stoppschraube und Sehnentransfer an beiden Beinen) und ist seit 14. Februar in Bad Radkersburg auf Reha.
Oli war vor der OP gehfähig, jetzt ist er an den Rollstuhl gebunden. In der Rehaklinik versuchen sie jetzt ihm seine Gehfähigkeit zurückzugeben ...
Dort hat man uns auch gesagt,dass wir unbedingt um Pflegegeld ansuchen sollen und dass Oli, weil er ja jetzt auf den Rollstuhl angewiesen ist, automatisch Pflegestufe 3 zusteht.
Wir haben schon einmal einen Antrag auf Pflegegeld gestellt, Ende 2014, das war vor der Verschärfung. Damals kamen 57 Stunden zusammen, ich glaube,ab 61 Stunden wäre Oli PS 1 zugestanden.
Ich suche halt jetzt wieder an, war damals aber schon sehr frustriert. Oli hat eine so offensichtliche Gehbehinderung und war auch 2014 schon sehr eingeschränkt. Aber Zähne putzen, essen, ... Das ging schon damals alleine.
Wir hoffen ja, dass er wieder aus dem Rollstuhl herauskommt, gehen ja eigentlich davon aus. Aber wenn der Arzt, der das Gutachten schreibt, auch davon ausgeht, wird das Pflegegeld ja wieder abgelehnt ...
Bah, es widerstrebt mir so, ich kann es euch nicht sagen ... :(
Großer Bruder Leo (27+1), geb. 20. 09. 2003 Wahrnehmungsstörungen mit Zwillingsbruder Mateo (unser Schutzengel im Himmel)
kleiner Bruder Oli (30+2), geb. 30.11. 2004, PVL, ICP, spastische Diparese
kleine Schwester Mina (38+0), geb. am 19. 03. 2014, unser Wunder nach 26 Wochen Liegeschwangerschaft

Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 19.02.2017, 18:06

Hallo Ljuba,

Also für die Stufe 1 braucht man 65 Stunden!
Wie sieht es denn mit dem Erschwerniszuschlag bei euch aus - der macht nämlich schon alleine pauschal 75 Stunden aus - der müsste bei euch doch auch gelten, oder?
Wie lange wird er denn voraussichtlich an den Rollstuhl gebunden sein bzw. ist die Gehfähigkeit das reale Ziel nach Ende der 4-wöchigen Reha?
Denn wenn deine Sohn "nur" für die wenigen Wochen denn Rollstuhl benötigt, wird er nur aus diesem Aspekt sicher nicht mehr Stunden gerechnet bekommen - der beeinträchtigte Zustand muss min. ein halbes Jahr andauern!
Sonst könnte ja auch jemand nach einem Fußbruch und kurzfristig auf den Rollstuhl angewiesen ist, den Anspruch gelten machen!
Aber abgesehen davon ob Rollstuhl oder nicht - braucht dein Sohn doch sicherlich trotzdem Hilfestellungen im Alltag mit seiner Gehbehinderung, oder? Ich weiß ja nicht, wie stark er eingeschränkt ist, aber ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall ansuchen!
Weiter oben habe ich die Fibel verlinkt, da kannst du ja schauen, welche Stunden und wie viel angerechnet werden!
Aber wie gesagt, schon alleine mit pauschalen Erschwerniszuschlag müsstet ihr MINDESTENS Stufe auf die Stufe 1 kommen!
Am besten gleich ausfüllen und wegschicken - bis ihr dann zu Hause seid, habt ihr dann vielleicht gleich einen Termin! :-)

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Reha!
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose

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Beitragvon LjubaK » 19.02.2017, 19:12

Danke, Bastelia!!!
Keine Ahnung, wie lange er auf den Rollstuhl angewiesen sein wird. Nach Speising hätte er 6 Wochen nach der OP, also nach Gipsabnahme schon wieder gehen können müssen ... aber gar nichts. Er kann ohne Krücken keinen Schritt selber gehen und selbst mit Krücken ist das eher eine wackelige Angelegenheit. Er hat auch kein Gefühl für die Krücken, sie sind ihm schon zweimal weggerutscht und er ist ganz arg hingefallen :(
Momentan denken wir nicht daran, ob er in 4 Wochen gehfähig sein wird, ehrlich gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen.
Aber es stimmt, schon vor der OP war er sehr auf Hilfe angewiesen.
Er konnte nie alleine in die Schule gehen.
Wir fahren ihn bis vor die Tür, sein um ein Jahr älterer Bruder trägt seine Schultasche in die Klasse, abgeholt wird er auch.
Untertags waren wir auch immer in seiner Nähe, er war nie irgendwo ohne jemanden, der ihn im Notfall auffangen oder stützen kann. Wir haben das aber nie als Pflege gesehen. Er ist halt unser Oli :)
Seine Schule ist eine Privatschule und voller Treppen ... Momentan (also nach der OP, vor der Reha) hat mein Mann seine Termine am Vormittag so gelegt, dass er Oli mit dem Rollstuhl die Treppen hochgeschleppt und dann beim Abholen runtergeschleppt hat ... Das ist eine Wahnsinnsaufgabe, ein Lehrer hat das mal versucht, um meinen Mann zu entlasten, der konnte Oli gar nicht alleine transportieren, das haben dann zwei Lehrer mit Müh und Not gemeinsam geschafft.
(Mein Mann ist deshalb auch grad mit Oli in Bad Radkersburg auf Reha, die Erholung dort hat er sich so was von verdient ;))
Danke für die Fibel, ich schau mir die sehr gern an! Aber es ist halt so eine schwammige Sache ... Es geht ja nur um "Wege", die Oli zurücklegt...
Den Antrag hab ich schon geschrieben. Am Montag wird er abgeschickt!
Großer Bruder Leo (27+1), geb. 20. 09. 2003 Wahrnehmungsstörungen mit Zwillingsbruder Mateo (unser Schutzengel im Himmel)

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Beitragvon Bastelia » 10.03.2017, 22:59

Hallo nochmal,

Also das hört sich doch definitiv nach Pflegegeld an!! Das Tragen bzw. das damit verbundenen Organisieren ist ja wirklich der Wahnsinn....
Für mich hört sich das so an, als wenn er doch mehr Hilfe brauchen würde - eben nicht für bei den "Wegen", oder? Habt ihr schon einen Termin zur Begutachtung bekommen?
Viel Erfolg bei der REHA wünsch ich euch auf jeden Fall!!

Wir haben jetzt übrigens unseren Bescheid bekommen! Aufgelistet war leider rein gar nichts - nur die Stundenanzahl und die dazugehörige Pflegestufe (und natürlich der Betrag)!
Aber wir sind zufrieden mit der Stundenanzahl! In einem Jahr sind wir ohnehin zur Wiederbegutachtung bestellt! Da wird sich die Stufe dann ziemlich sicher, auf Grund des Alterssprungs in die nächste Kategorie, nochmals um eine Stufe erhöhen!

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose

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