Tageshöchstsatz bei Verhinderungspflege durch Verwandte?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Ute und Lena
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Beitragvon Ute und Lena » 24.03.2017, 22:26

Hallo!

Nachdem ich durch Zufall erfahren habe, dass ich nun doch über die Oma abrechnen darf, habe ich mich bei der KK informiert. Hier hieß es auch 19,46€ pro Tag, max. das 1,5 fache des mtl. Pflegegelds.
Allerdings habe ich noch nicht verstanden, wie ich so auf die 1612€ kommen kann, wenn es auf 42 Tage begrenzt ist. Das haben die Damen der KK mir aber nicht gesagt...

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 24.03.2017, 22:51

Das kannst du dann, wenn du statt der Oma einen Pflegedienst nimmst. Oder die Oma weniger als 8 Stunden bleibt und dieser Einsatz als Tag nicht mitgerechnet wird oder die Oma hohe Fahrtkosten hat.

Ich bin bei der TK und die zahlen auch mehr als das 1.5 fache, wenn man es angibt und es nicht übertreibt. Sonst wären es im letzten Jahr bei uns nur 5 € pro Tag gewesen.
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Beitragvon MichaelK » 25.03.2017, 10:58

Ute und Lena hat geschrieben:Allerdings habe ich noch nicht verstanden, wie ich so auf die 1612€ kommen kann, wenn es auf 42 Tage begrenzt ist. ...


ich wiederhole gerne nochmal:

bei der Oma (Ersatzpflege durch nahe Angehörige) gibt es pro Jahr maximal den 1,5 fachen Betrag des Pflegegeldes.
Das wären also beim Grad 3 pro Jahr 817 EUR. Mehr gibt es für die reine Pflegeleistung nicht.
Zusätzlich können nachgewiesene Kosten der Oma erstattet werden. Das sind Verdienstausfall, Übernachtungskosten, Fahrtkosten)
Insgesamt ist der maximale Betrag bei Verwandten oder fremden Personen bzw. Pflegediensten gleich, nämlich 1612 EUR + 804 EUR aus der KZP.

LG Michael
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Beitragvon Ute und Lena » 25.03.2017, 11:36

Ich hatte der KK mitgeteilt, dass es sich um die Oma handelt. Fahrtkosten bei weniger als 500m Entfernung fallen da wohl nicht an.
Wie ist das, wenn die Oma (ohne Führerschein) mit dem Opa (der ist gefahren) und dem Kind einen Ausflug gemacht haben. Kann ich da Fahrtkosten ansetzen?

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Beitragvon MichaelK » 25.03.2017, 11:45

Hallo Ute,

nein, solche Fahrtkosten sind dem Bereich der allgemeinen Lebensführung zuzuordnen. Würde ich meinen.

LG Michael
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Beitragvon Michaela44 » 25.03.2017, 11:57

Mir hat die TK mehr als das 1,5fache erstattet. Letztes Jahr war mein Sohn Pflegestufe 0, ich habe meiner Mutter 30 € für 24 h (Ferien) bzw. 20 € für Tage ohne Übernachtung gegeben und habe es von der TK gezahlt bekommen. Haben die mir sogar angeboten. Sie meinten, es gibt Familien, die rechnen Anfang des Jahres alle Leistungen in maximaler Summe ab, und dann werden sie auch misstrauisch und prüfen nach, sonst nicht.
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Beitragvon MichaelK » 25.03.2017, 12:30

Michaela44 hat geschrieben:Mir hat die TK mehr als das 1,5fache erstattet.


glaub ich dir, aber ich kann das aus dem Gesetz nicht herauslesen. Es soll ja vorkommen, dass die Kassen auch rechtswidrig zu Gunsten eines Antragstellers entscheiden.

Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse regelmäßig den Betrag des Pflegegeldes nach § 37 Absatz 1 Satz 3 für bis zu sechs Wochen nicht überschreiten.


https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__39.html

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Beitragvon Michaela44 » 25.03.2017, 13:00

Ja ich weiß, ich kenne das Gesetz. Ich wollte nur aufzeigen, dass die KK unter Umständen aus Kulanz auch mehr bezahlen. Vielleicht lag es auch mit da dran, dass der Tagessatz bei Pflegestufe 0 lächerlich niedrig war. Wie gesagt, die KK hat es mir sogar angeboten, als ich das erste Mal anrief und fragte, wie das alles funktioniert.
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Beitragvon Michaela44 » 26.03.2017, 08:59

Durch die verschiedenen Threads merke ich gerade, dass wir aneinander vorbeigeredet haben.

Es ist so, dass der maximale an die Oma ausgezahlte Jahresbetrag das 1,5fache vom Pflegegeld nicht überschreiten darf! (da 6 Wochen Verhinderungspflege möglich sind und nicht mehr gezahlt werden soll als das Pflegegeld). Richtig?

Mir hat der Sachbearbeiter der TK gesagt, dass der Oma pro Tag das 1,5fache des täglichen Pflegegeldes zusteht (und wir auch gerne mehr eintragen können). Der hat mir das sogar vorgerechnet (Pflegeld : 30 x 1,5). Als Jahreshöchstbetrag nannte er die 1612 €. Da lag er dann ja völlig daneben?!

Die TK hat in 2016 weit mehr an meine Mutter gezahlt als das 1,5fache Pflegegld. Das wären ja nur rund 150 € gewesen. Es waren aber bestimmt 400 €! Ich hoffe, wir haben noch lange den gleichen Sachbearbeiter! :D :D :D

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Beitragvon MichaelK » 26.03.2017, 10:55

Michaela44 hat geschrieben:Als Jahreshöchstbetrag nannte er die 1612 €. Da lag er dann ja völlig daneben?!


Der Höchstbetrag ist schon richtig. Aber der wird laut Gesetz nur an fremde Personen oder an Verwandte, die die Ersatzpflege erwerbsmäßig ausüben, gezahlt.

Kann ja dann auch Probleme bei der Steuer machen oder bei bestimmten Sozialleistungen, die vom Einkommen abhängen, da eben Beträge über dem Pflegegeld steuerpflichtig sind bzw. als Einkommen zählen. Solche Fehler können also durchaus Kreise ziehen im Einzelfall, wo die Betroffenen noch nicht mal was davon ahnen.

LG Michael
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